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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1919-03-21 · Heft 12 (21.3.1919) · p. Seite 120

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
83 (1919)
Issue
Heft 12 (21.3.1919)
Date
1919-03-21
Page
Seite 120 (sequence 12)
Language
German
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— 120 - bringend allen, ohne alte Wunden bei Ihnen und auch bei — anderen aufzuireißen." „Ihre Zuversicht kann ich zwar nicht teilen, aber . . . Auch bei anderen? Sie haben doch eben vernommen, daß ich keine alten Wunden aufreißen will, warum wiederholen Sie es denn?" Beschämt schlug Alice die Augen nieder. ,^Sie haben recht, mich zu tadeln, weil es den Anschein gewinnt, als ob ich irgendwelche Zweifel in Ihre ehrlichen Absichten setzen wollte. Es ist dieses durchaus nicht der Fall. Nur haben mir Ihre Worte einen großen Schreck eingejagt und mir eine große Schuld gegen Ellen zum Bewußtsein gebracht. Sie sprachen eben von Ihrem großen Mitleid für sie." (Fortsetzung folgt.) Literarilchr Mitteilungen. - FreudenthLl, Religionsbuch für den israelitischen Religionsunterricht an den Ober klaffen der höheren Schulen. 2. Auslage. Nürnberg 1918. Das treffliche Buch habe ich bald nach seinem ersten Erscheinen in # der „Allg. Ztg. d. Judentums" 1913, S. 199, besprochen. Seither hat sich bei mir das günstige Urteil nur noch gefestigt. Erfreulicherweise ist bereits nach wenigen Jahren ein Neudruck notwendig geworden. Bis aus geringfüg-lge Verbesserungen hat die neue Auflage den Text der ersten fast unverändert beide halten. Die einzige wesentliche Veränderung bedeutet einen erfreulichen und dankenswerten Fortschritt. An Stelle des Mendelssohns „Jerusalem" entnommenen Aussatzes „Glauve und Gesetz", dessen Aufnahme in die Sammlung nicht durchaus gerechtfertigt war, ist der Aufsatz ..Das Religionsgesetz" getreten. Gerade dieser Aussatz aus Zieglers „Geistesreligion und das jüdische Religionsgesetz" ist in der hier gebotenen, außerordentlich geschickten und zweclmatzigen Bearbeitung hervorragend geeignet, das Verständnis für Sinn und Bedeutung des jüdischen Zeremo nialgefetzes den Schülern Zu erschließen. Das Zeremonialgesetz als Mittel der religiösen Erziehung und SÄbsterziehung ist hier in leicht faßlicher Welse dargesteUt. Durch die Ausnahme dieser Abhandlung hat das Buch wesemlich gewonnen. Dem Verfasser sei nochmals für dies Buch, das für den Unterricht der erwachsenen Schüler wie für die schulentlassene Jugend gleich wertvoll ist, aufrichtiger Dank ausgesprochen. L- G. O — „K r ieg, Revolution und I u d e n t u m", Rede, gehalten im Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glauoeus von Dr. B. Jakob, Rabbiner in Dortmund!. Dortmund 1919. In einer in Dortmund gehaltenen Rede hat der Rabbiner Dr. Jatob die Frage besprochen, welche Stellung das Judentum Zum Kriege und zur Revolution einnimmt, und hat hier in besonders treffenden Ausführungen gegen den immer stärker anschwellenden Antisemitismus Stellung genommen. Ausgehend von der Tatsache, daß die Inden stets als Sündenböcke hingestellt werden, setzt Dr. Jakob Las Unsinnige der ganzen antisemitischen Hetze auseinander. Er legt dar, daß es vor dem Kriege in Deutschland keinen einzigen jüdischen Diplomaten gegeben habe, daß kein einziger jüdischer Botschafter im Auslande, lein jüdischer Minister oder höherer Reichsbeamter tätig gewesen sei, daß der Generalstab der Armee judenrein l und in der ganzen deutschen Armee kein einziger jüdischer aktiver Offizier gewesen sei. Die Seele der ganzen Kriegführung, der General Luoendorff, sei Lein Jude. Sodann wendet er sich gegen die Angriffe der Antisemiten, die gegen das persönliche Verhalten der Juden während des Krieges erhooen werden. Hier weist er insbesondere daraus hin, daß säst der fünfte Teil der gesamten eingeborenen jüdischen Bevölkerung zum Kriege eingezogen worden sei. Er erörtert die . außerordentlich wichtige Tätigkeit der Juden in der Heimat, durch die es überhaupt möglich gewesen ist, den Krieg in der Weise, wie er geführt worden ist, zu führen. Den Vorwurf des Kriegswuchers weist er energisch zurück, indem er hier ans Namen wie Krupps Thyssen, Stinnes, Körting, Kirdorf hinweist. Dann erklärt er, wieso die Juden infolge der Revolution an die Spitze der Regierung gekommen sind, und legt dar, daß der Raffenantisemitismus auf falscher Grundlage beruht. Zum Schluffe mahnt er zum Frieden. Denn nur durch Einigkeit könne idas Volk gesunden. &&& * Da s vom Verband der De u Lfchen I«u>den 1918 herausgegebene Buch „Soziale Ethik im Judentum" war seit längerer Zeit bereits in dritter Auflage vergriffen. Nunmehr ist bei I. Kaussmann, Frankfurt a. M., die vierte Auflage in unveränderter Ausstattung erschienen. Das Buch enthält zehn Aufsätze: „Die Schöpfung des Mitmenschen" von Dr. Baeck, „Staat und Gesellschaft" von Dr. S. Bernfeld, „Recht und Rechtspflege" von Justizrat Breslauer, „Mildtätigkeit" von Dr. Bergmann, „Die Frau im Judentum" von Dr. Eschelbacher, „Erziehung und Schule" von OberraLbiner Dr. Güdemann (Wien), „Volksbildung-" von Professor Dr. Bloch, „Der Sabbat" von Dr. Nobel (Frankfurt), „Das Gottesreich" von Hermann Cohen. Gemeinden und Organisationen können das Buch, dessen Ladenpreis jetzt 3 Mark ist, bei Abnahme von mindestens 20 Stuck durch -den Verband der Deutschen Juden, Berlin, Steglitzer Straße 9, zum Vorzugspreis von 2 Mark beziehen. Eine von Dr. I. Elb o-gen, dem Dozenten der Berliner Lehranstalt' für -die Wissenschaft des Judentums, verfaßte Geschichte der Juden — feit dem Untergang ides jüdifchen Staates — wird demnächst in der bekannten Sammlung. „Au-s Na-tur- und Geisteswelt" im Verlag von B. G. Teubner in Leipzig erscheinen. Lprrchlaal. An die Redaktion der „Allgemeinen Zeitung des Judentums". In Nummer 9 Ihres Blattes hat Herr Rabbiner' Dr. Leimdörfer angeregt, daß die an der Freien Jüdischen Volkshochschule gehaltenen Vorlesungen in Druckform veröffentlicht werden sollten, um den weitesten Kreisen der deutschlesenden Juden zugänglich gemacht zu werden. Diese an sich dankenswerte Anregung wird in absehbarer Zeit verwirklicht werden. Wir haben vor längerer Zeit schon mit Zustimmung des geschäftsführenden Ausschusses mit einzelnen Dozenten Vereinbarungen getroffen, wonach ihre Vorträge in der Sammlung „Juden und Judentum, gemeinverständliche Darstellungen" erscheinen werden. Als erste Bändchen sind vorgesehen: Baeck, Judentum und Christentum; Bernfeld, Geschichte der neuen hebräischen Literatur; Kellermann, Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie; Löwe, Jüdische Volkskunde; Strauß, Zionismus. B e r l i n, 9. März 1919. Mit vorzüglicher Hochachtung Jüdischer Verlag G.m.b.H. 7 . * Sehr geehrte Redaktion! Zu ihrem Bericht in Nummer 7 Ihres Blattes über die Begründung der Freien jüdischen Volkshochschule bitten wir folgende Richtigstellung veröffentlichen zu wollen: Der geschästsführende Ausschuß besteht aus folgenden Mitgliedern: Rabbiner Dr. Bergmann, Vorsitzender; Professor Dr. Löwe, stellvertretender Vorsitzender; Professor Dr. Blumenthal, Dr. Eliasberg, Direktor Dr. Gutmann, Dr. Leszhnsky, D. W o l p e. Dem Kuratorium gehört eine viel größere Anzahl von Mitgliedern an, als angegeben. Der Bestand vermehrt sich mit dem Eintritt neuer Organisationen, die das Recht haben, je zwei Mitglieder in das Kuratorium zu entsenden. Der wissenschaftliche Beirat besteht aus folgenden Herren: Rabbiner Dr. Baeck, Dr. S. B e r n - selb, Rabbiner Dr. Hoch selb, Rabbiner Dr. Löwenthal und Privatdozent Dr. Gotthold Weil. Berlin, 10. März 1919. Mit vorzüglicher Hochachtung I. A.: Dr. Eliasberg, Berlin-Wilmersdorf, Brandenburgische Straße 18. Druckfehler-Berichtigung. In dem Aussatz „Die kurhessische Judengesetzgebung" von Dr. Weisbecker in Nr. 9 der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 28. Februar 1919 sind folgende Druckfehler zu berichtigen-: In Spalte 1 am Schluffe ist hinzuzufügen: (die außerordent-) lichen Mitglieder des Landrabbinats werden durch die Regie-(rung). In Spalte 2, Zeilen 27/28 von unten, muß es anstatt „Einschätzungsverfahren" „Einfpruchsverfahren" heißen.

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