Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 83 (1919)
- Issue
- Heft 7 (14.2.1919)
- Date
- 1919-02-14
- Page
- Seite 67 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 61 der Juden in Preußen. Die NechtSgeschichte der Juden in Preußen vom Jahre 1671 bis auf die Gegenwart. Die Emanzipation der Juden in Preußen unter besonderer Berücksichtigung des Gesetzes vom 11. März 1812. Die Rechtsstellung des jüdischen Religionsunterrichts und des Rabbiners in Preußen und den übrigen Bundesstaaten. Das Staatskirchenrecht der Juden in Preußen und den übrigen deutschen Bundesstaaten, systematisch dargestellt (erster und zweiter Teil). Die Geschichte des Staatskirchenrechts der Juden in Deutschland- Die Rechtsgeschichte der Juden in Deutschland, insbesondere im 19. Jahrhundert. Die Emanzipation der Juden in Deutschland. Die Behandlung der Judenfrage in der deutschen Literatur fett dem 17. Jahrhundert in ihrer Rückwirkung auf Politik und Gesetzgebung in Preußen Kirche (toter Teile). Staat und Judentum. Diesen autobiographischen Notizen füge ich nur wenige Bemerkungen hinzu: Dr. Jsmar Freund nimmt eine eigentümliche Doppelstellung ein, wie sie bisher in jüdischen Kreisen selten vorhanden war: ein Mann, in zwei Fakultäten wohl unterrichtet, in beiden zum Doktor ausgcstiegen, verbindet er die so seltene juristische Kenntnis mit der theologischen. Als vollbeschäftigter höherer Gemeindebeamter ist er zugleich ein hervorragender Gelehrter und ein gewandter, klarer, anregender Lehrer. Diese Verbindung theoretischer Durchbildung mit praktischer Arbeit, die Vereinigung schriftstellerischer Geschicklichkeit mit akademischer Wirksamkeit kann eine unendlich fruchtbare sein, wie sie bereits schöne Erfolge gezeitigt hat. Wünschen wir dem im kräftigsten Mannesälter stehenden Mann, daß seine Kräfte dieser aufreibenden Doppeltätigkeit oder dreifachen Wirksamkeit gewachsen bleiben und zum Heil unserer Gemeinde, zur Förderung der Wissenschaft des Judentums verwendet werden! L. O. Rabbiner Dr. Ismar Freund. ffin alter Freimaurerbnek. VVA a^ec Strauß teilt uns folgendes bisher unverösfentlichtes Schreiben trat, das von allgemeinem Interesse sein dürfte, besonders, weil es von Simon Baruch. dem Onkel Ludwig Börnes, dem Hauptvertreter des publizistischen Republikanismus in Deutschland, stammt. „Hochwürdiger Meister vom Stuhl, sehr ehrwürdiger Ordensbruder! Wenn ich auch vielleicht nicht die Ehre habe, Ew. Hoch- Würden weder aus profanen noch aus Maurer-Verhältnissen persönlich bekannt zu sehn; so habe ich mich dennoch, nach dem wahren Inhalte der allgemeinen Maurer-klonstitution eines wohlthätigen Rechts und Glücks zu erfreuen, daß ich in einer sehr unschuldigen Herzens- und Maurer-Angelegenheit mich unmittelbar an Ew. Hochwürden, als Meister vom Stuhl, wenden darf. - Schon im Jahre . . . wurde ich in London in die drei symbolischen Maurer-Grade ausgenommen, und durch das hier beigeschlossene Patent werden Ew. Hochwürden auch noch ersehen, daß in meiner Vater-Stadt eine Gesetz- und rechtmäßige Loge gegenwärtig etablirt ist, welche ihre Konstitution von der Mutterloge zu Paris erhalten hat, und «deren Mitglied und kunänteur, obschon als gebühren er Israelit, ich auch hier das Glück zu sehn habe. Mein Symbol war übrigens von jeher; es ist noch unveränderlich jetzt, und wird es, bis zu meinem letzten Lebenshauch bleiben: Ausübende Menschenliebe, i m a l l g e m e i n e n, ohne U n t e r s ch i ed auf Religion, Stand und G e b u r t; u n e r m ü d e t e s B e st r e b e n n a ch w a h r e r Aufklärung; st e t e s Forschen nach Wahrheit; ununterbrochen Gutes wollen, und bei einer jeden sich d a r b i e te n d e n Gelegenheit das b e st e t h u n. — Seit der Entstehung dieser unserer Lage habe ich, wenn ich zugegen war, sicher noch keine Versammlung verabsäumt; weil ich mich in einer jeden mattrerischen Versammlung wohlbefinde; indem ich mich daselbst andachtsvoll erbaue; weil ich immer gebesserter hinausgehe, als ich hereingegangeu bin. indem ich in jedem sich daselbst befindenden Maurerbruder eine Vvllkommenhett wahrzunehmen, und überhaupt eine wahre Glückseligkeit wie in einem Spiegel zti sehen und ihr zu begegnen - glaube. — Da ich mich nun zuweilen eine geraume Zeit in Geschäften hier aushalte, und daher ein oder die andere Loge gern zu frequentiren wünschte; dieser Tage aber ein mich besuchender Bekannter hier durchreisender alter Maurer bei dieser Gelegenheit mir im Vorübergehen zu verstehen gab, wovon ich mir aber freilich kaum einen Begriff machen kann, daß mein Accfes bei einer oder der anderen hiesigen Loge, als Israelit vielleicht noch Schwierigkeiten ausgesetzt sehn würde, und mir daher den brüderlichen Platz enthielte, daß ich mich vorläufig bei Ew. Hochwürden melden und die desfallsige Anfrage thun sollte, so wie es auch hiermit auf das ergebenste, brüderliche und feierlichste geschieht. — Da ich nun seit meiner maurerischen Existenz, die meisten Logen in England, Holland und nun auch in Frankreich sehr oft ttrtö ohne den mindesten Anstand besuchte; so ersuche — so bitte ich Ew. Hochwürden ebenso so sehr, mich zeitlich davon zu unterrichten, ob mir allenfalls, wider alles Vermuthen, in den hiesigen respeet. Logen der Zutritt als besuchender verweigert werden würbe oder könnte, so sehr ich ergebenst bitte, daß Ew. Hochwürden die reine Absicht nicht verkennen mögen, mit welcher ich mich desfalls-an