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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1919-01-03 · Heft 1 (3.1.1919) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
83 (1919)
Issue
Heft 1 (3.1.1919)
Date
1919-01-03
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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SS. Jahrgang. Nr. 1 Der Gemeindebote. Berlin, 3. Januar 1919 Beilage zur „Allgemeinen Leitung drK Judentums". korrrsponürn-m und Machrichtm. Lrutlchlsnd. E. R. Berlin, 31. Dezember. Die letzte Sitzung der Retz rasen tauten versa mm lung> i,m -abgelaufenen- Jahre 1918 fand unter dem Vorsitz des Herrn Geheimrat Dr. Minden am 22. Dezember statt. Der erste Punkt der Tagesordnung galt der Beschlußfassung, über die Annahme folgender Zuwendungen-: Der verstorbene Rentier Ferdinand K a sta n ha-t lehtwillig, folgendes Vermächtnis ausgesetzt: Der Armenkommisfron der Jüdischen Gemeinde 5000 Mark, der Altersversorgungsanstal-t 1000 Mark, den jüdischen Waisenhäusern 1000 Mark. Die Testamentsvollstrecker haben an das Auerbach fche Waisenhaus 500 Mark ausgezahlt und die anderen 500 Mark für das Reichenheim s-che Waisenbaus bestimmt. Die Geschwister Jaroslaw haben 600 Mark zur Errichtung einer Jahraeitsti.ftu-na, vermacht. Ein Ungenannter M-t dem IT. Waisenbaus 20 000 Mark zur Unterstützung von acht Kriegswaisenkindern überwiesen, die Herren Arthur und Emanuel Nauenberg zur Crrrchtnna einer Phis-ivv-und-S'Nv-hi^-Nguentzera-aeb.-Erohn-Stistuna 15 000 Mark. Die verstorbene Witwe Klara E n g l e r au Grabpflegezwecken 300 Mark. Frau Johanna L oew für das II. Waisenhaus zur Verstärkung der Julius-und-Jobanua-Lmw-Ferienstiftuna 200 Mark und 50 Mark zur Berstärkuna der Direkton-^G^nu^walv-uStiftuna. Herr Justizrat Martin Seligsohn 300 Mark für die Armenkommission zur Verstärkung der Martm-rmd-Rosa-Simon-Stistung. Herr Hermann Aron 1000 Mark für die Armenkommission zur Verstärkung der H^rr-und-Frau-Anon-Stiftuna. ^ste verstorbene Witme Selene Bendir 5000 Mark für Grabpsleae. Der verstorbene Rentier Louis R a dt bat letztwillig der Altersversoraunasanstialt ein Der^ mäckntis von 12 000 Mark zur Errichtung einer Zimmerstiftung aus seinen und seiner Ehefrau Namen mit der Maßgabe vermacht, daß die Verwandten der Eheleute Badt bei der Aufnahme bevorzugt werden sollten, Obwohl das Vermächtnis erst nach dem Tode der Witwe fällig ist. hat sich dies«». Trau Jpgnetw Badt aeb. Hl" ra seid, entschlossen, den- Bermäch-twsbetrag aus 14 500 Mark ait erb oben und den gesamten Betrag einaazablt. Herr Wilhelm Wolfs S o n n t a a 1000 Mark für Grabtzslege. Herr Moritz I a c o b h 20 000 Mark zur Erricht"na Moritz-nn,d-Mathilde-2laeo!bv-Stiftnna. .frorr OLear Tietz 2000 Mark zur Berstärkuna der Osoar-und^-Bettv-Tietz-Ststtuna. Herr Martin K n o l l e r 6000 Mark aur Errichtung einer Rost- Kn.oller-Stistnng. Einen ausführlichen Bericht über die Frau^-Matbilde- Mriester-Stiftuna. gab herauf Herr Dr. G i n s b e r a. Frau Priester bat mH dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde einen' Erbvertrag geschlossen und vom dem Vorbebalt^ des Mrwendnnasawecks in ihren letztwistmen Beringungen urnt aröbten Teil Gebrauch gemacht. Sie bat die von 300 009 Mark a.i»r llnterstützung ^irdischer Kriegsteilnebn?er oder deren.' Hinterbliebenen bestimmt. Die Zinsen von« 40 000 Mark für Studierende, von 50 000 Mark für Handwerker und ie 20 000 Mark für Taubstumme und Blinde. Ferienkolonien und das Lehrerinnenbeim. Außerdem hat sie den Betraa von?5 000 Mark für die Errichtung zweier Zimmer in. dem von ihr gestifteten Teile der Alterverforaunasanstalt zum Gedächtnis ibrer Eltern bestimmt, lieber die Verwendung des Restes von 24 000 Mark hat Frau Priester eine Bestimmung nicht getroffen. Allster den durch Erbvertrag bereits sestaelegten 500 000 Mark hat Frau Priester der Gemeinde ein- Vermächtnis von 20 000 Mark zur Pfleae und Ausschmückung ihres Grabes und desjenigen ihres Ehemannes ausgesetzt und ferner 10 000 Mark der Alterv-ersorgunasanstalt aur festlichen Svenung den Hosvitalinmn au ibrem und ihres Ehemannes Geburtstag und für notwendige Anschaffungen. Ohne Benennung des Vermäckstnisemvfänigers bat die Erblasserin in ihren Testamenten 150 000 Mark für Wohlfahrtszwecke ausgesetzt mit der Bestimmung, daß auch Nichtiuden bei der Verwendung der Zinsen, zu berücksichtigen sind. Sie hat als einzelne Zwecke die Unterstützung von Künstlern, Künstlerinnen. Medizinstudenten und studierenden Technikern genannt und für jeden dieser Zwecke 20 000 Mark bestimmt, ferner 30 000 Mark für die Erforschung der Krebskrankheit. Die noch freien Beträge der Kapitalien sind für den Bau von Kleinwohnungen oder zur Ansiedlung von Gärtnern und Handwerkern auf dem Lande bestimmt. Herr Dr. Ginsberg schließt mit den Worten, daß aus dem Legat ein unendlicher Segen hervorgehen möge. Von seiten des Vorstandes spricht Herr Justizrat Magnus den, Wunsch aus: Vivant sequentes! Die Eheleute Moritz und Bertha Manheim.er haben letztwillig außer erheblichen Zuwendungen andie Jüdische Gemeinde, über die erst, späterhin Beschluß zu fassen ist, die Andenken, Diplome, Adressen, die im sogenannten goldenen Hochzeitszimmer des Erblassers aufgestellt waren-, dem Hospital vermacht. Von sachverständiger Seite ist der Gesamtwert auf 10 480 Mark geschäht worden. Die verstorbenen Eheleute Isaak H a m b u r g e r haben 3000 Mark zur Abbaltung von Jahrzeiten und zur Grabesvfleae hinterlassen. Das Brautpaar Michael Bro d v hat 100 Mark für das II. Waistnhaus aur Verstärkung der Julius--nnd-I-nbunna- Loew-Ferienstiftung gestiftet. — In das Kuratorium des II. Waisenhauses wurden gewählt: als Gemeindemitglied Herr Ignatz Nach er. als Rendant Herr Mar Mecklenburg. 2" Ne Veranlaaungskommission Herr Albert Becher. In die Friedhofskommisfion die Herren B r o n i a t o w f k i . Siegfried S a eb s , Euaen Sello, Siegfried W a ebo n e r . Dr. H i r s ch , Ernst Ihig, Egon Fuchs. — Hierauf.referiert Herr Benas Levv über die Bewilligung von Teuerungszulagen. Biele Kommunen Groß- Berlins haben ihren Beamten und Angestellten erneut eine einmalige Teuerungszulage in der zuletzt gewährten Höbe bewilligt. Die Gemeindeverwaltung hat sieb der Notwendigkeit, auch ihren Beamten und Angestellten eme gleiche Zuwendung zu machen, nickst vers-ckstießen können. Für die Höbe der Sätze und die sonstigen Voraussetzungen sollen dieselben B-estimuaungen wie bei der letzten einmaligen Teuerungszulage maßgebend sein. Nur in zwei Punkten ist eine Aenderuna voraenommen. Einmal sollen die Krieasknlfskräfte. die seit dem' Jahre 1914 bei der Gemeinde beschäftigt sind, die einmalige Teuerungszulage in der gleichen Höhe erhalten wie die^festan ge stellten Beamten: ferner ist als- Stichtag für das Vor- I-i-egen der Voraussetzungen statt des 1. Oktober der 1. Dezember 1918 eingesetzt. Der finanzielle Aufwand beläuft sich auf 388 000 Mark. Ebensowurden Teuerungszulagen an technische Beamte der Friedhofsverwaltung und verschiedene kleinere Ausgaben bewilligt. An Subventionen wurden bewilligt: Dem Verein Abawas Scholaum einmal 900 Mark der Ortsarupv" Berlin des Jüdischen Frauenbünde? 800/500 Mark für 1918, dem Verband der indischen Jugendvereine 500 Mark für 1918. dem Israelitischen Bolkskinderggrten und -kinderhort 700 Mark für 1918. der Israelitischen Religioifsaemeinde Groß-Lichterselde-Lankwitz 500 Mark, der indischen Brüdergemeinde Neukölln 8000 Mark, dem Kaiser-Franz-Josef- Iubiläums-Hosviz Karlsbad 200 Mark, demselben in Franzensbad 200 Mark, den Kuranstalten' kür arme Israeliten in Soden 300 Mark, der Israelitischen Allianz in Wien für die Opfer des L-omberoer Poaroms 5000 Mark, der L-ehranstalt für die Wissenschaft des Judentums für 1919 18 000 Mark. Vor Schluß der öffentlichen Sitzung richtet- Herr Siegfried Sachs an den Gemeindevorstand die Bitte, den von dar Versammlung dem Deutsch^Jsraeli'tischen Gemeindebund bewilligten Beitrag ohne jede weitere Bedingung gewähren zu wallen. Berlin, 31. Dezember.. Am 19. d. M. svrach der Geueralsekretär des Hilftzverein-s d-or deutschen Juden. Herr Dr. Bernhard Kahn, tm Verein für indische Geschichte und Literatur über das Thema ..Die Ostjuden und ihre VH^itung für die Gesamtjndenheit". Der Vortragende giiw davon aus!' daß das Schicksal der Ostiudeu uns während des Krieges ganz besonders nabe gerückt ist. Der Krieg brachste den deutschen Soldaten in alle Teile der ostiü di scheu Si-edelimaen und führte dazu, daß er die Ostiuden aus nächster Näbe kennenlernte. Was, im Kriege dort sich -gezeigt hat, dürfe man keinesweas auf die Friedenszeiten übertragen. Das Kriegselend hat zum Teil verwildernd gewirkt, und die Verwilderungen waren es, die am meisten in die Augen sprangen. Der Ostiude des Friedens sei eiu völlig -anderer. Redner gab einen Ueberblick über die Geschichte der Ostjuden, soweit sie für das Verständnis der Gegenwart notwendig

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