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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-12-20 · Heft 51 (20.12.1918) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 51 (20.12.1918)
Date
1918-12-20
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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schränken, weil infolge der Kriegsteuerung die von ihm für das einzelne Mädchen aufgewendeten Durchschnittskosten um mehr als das Doppelte stiegen, so daß seine laufenden Einkünfte nicht mehr zur Unterhaltung der früheren Zahl von Zöglingen ausgereicht hätten. Mit Aufhören der außergewöhnlichen Verhältnisse wird voraussichtlich auch die Zahl der Meldungen wieder zunehmen. Gegenw ä r t i g k ö n n e n trotz versetzt n o ch h o h e n S e l b st k o st e n, mehrere Stellen sch u le n tl a sse n e r M ä dche n besetzt werden. Auch im verflossenen Geschäftsjahr erhielt der Verein mehrere größere einmalige Beiträge, unter anderem 10 000 Mark von Herrn Direktor Mankiewicz und 5000 Mark von Herrn Joseph G a r b ä t y - R o s e n t h a l. Um das Tätigkeitsfeld des Vereins auszudehnen, wurde beschlossen, die Zweckbestimmung des Vereins dahin zu erweitern, daß nicht nur ei ne Ausbildung zu dienstlichen Stellungen, sondern a l l g e m e i n eine hauswirtschaftlicheAusb i l d u n g g e g e b e n werden soll, so daß also für eintretende .^öglinae kein Zwang besteht, nach Verlassen der Anstalt sich einem hauswirtschaftlichen Beruf zu widmen. Auch sonst wurde die Fassung der Slstuna in mehreren weniger erheblichen Beziehungen aeänMrt. Die bisherige" Mitgli-edor des Vorstandes wurden wiedergewählt: die durch den Tod des Herrn Kommerzienrat Eisner sreiaeworMne Stelle im Vorstand wurde vorläufig nicht wieder besetzt. »Trau Bankdirektor Mankiewicz hielt dann eine Ansprache an frühere Zöglinge, welche längere Zeit im dienstlichen Beruf gestanden batten, und verteilte die ibnen znaesvrochenen Belohnungen. Die von den Rechnungsprüfern Herrn Direktor Li v schiß. .Herrn Otto Variier und Herrn Rechtsanwalt Heinrich Beit Simon beantragte Entlastung des Vorstandes wurde beschlossen. Dieselben •^<n*Ten wurden?n Reck" una sv rüfern auch für das lausende Geschäftsigbr wiederaewählt. Zur Vorsttzeuden des Vorstandes wurde Frau t^ebeimrat Loewe. zum Schriftführer Herr WaDenbausdirektor G r n n w a l d und?itm Kaffeuwart Herr Justizrat Makower aen^hlt. Zn Stellvertro^rrr Hs>rr Theodor Pincus, Frau Gertrud M o s s e und Herr Albert S e l i a s o h n. an. Berlin, 17. Dezember Am 10 d. M.. während die erste Begrüßung der beimkebrenden Truvveu stattstud. versammelten sich im Hause des Herrn Rabbiners Professor Dr. Madbau m . um ibn )n seinem 50iübrigen Daktorinbiläum b^alückwünschen, Vertreter des Rabbinats. des Schllvorstands der Jüdistb-en Gemeinde, des Kurat^iinnA. de2 LehrerkolleeiunrS und der Hörerschaft der Lehranstalt für . d;^ Wissenschaft des JiTde"tnmK des Rgbhüierverbandes. der Zuuz- Stistuna usw. He^-r Ged.-Rat Geiger feierte in länaerer Rede d-ie ersalareichie praktische Wirksamkeit und wistenf chgstliche Arbeit des Jubilars und wünschte dem verehrten Gneist, der hei allen körperlichen beiden üch einen reaen Geist und ein empfängliches Herz bewahrt hat. auch in Zirkunft nvutia. und ausrecht Zil blechen. Mavbaums Verdienste um die Krä^iauua des. Rghbinerverhands und die Bearünd'ma seiger Mnsinnskaste Hab Rahhiner D^ Blumeutbal hervor, astz Kollege. Spüler und Treu"d svrgch Rabbiner Dr. H o ch's e l d. In rübreadon Worten, danfte für den Insular seine Gattin, die ausansernde Genossin u-nd Stistp in seinen Leiden. Auch andere Redner s'berbrachten kurze Glückwünsche. Möae dem Jubilar seine geistige irische und seine Freude an der Wissenschaft unvermindert erhalten bleiben. Ä- Berlin 17. Dezember. Der Verein zur Erhaltung des überlieferten Judentums erörterte in seiner letzten Versammlung die Tolaen der T^ennuua von Staat und Kirche für die jüdischen Gemeinden. Als Redner de^ Wends führte Herr Moritz A. Loeb aus, daß das gesetzestreue Judentum die Trennung von Staat und Kirche nicht zu fürchten hat. da die Orthodoxie kein Abbröckeln ihrer Anhänger erwartet. Im Gegenteil seben die gesetzestreuen Kreise die Aufhebung des Judengesetzes von 1847 als einen Fortschritt an, weil die bisherige deutsche Judenverfassung an zwei Grundübeln krankt. Das eine ist der Zwang für jeden in einem Shnagogenbezirk wohnenden Juden, der betreffenden Shnaaogengemeinde bzw. Großgemeinde beizutreten und seine Steuern an diese zu entrichten, ohne Rücksicht darauf, ob diese Gemeinde seiner religiösen Richtung entspricht oder nicht. Ein zweiter Kardinalfehler ist die Ausschaltung des Rabbiners, dem keinerlei ausschlaggebender Einfluß auf die Gestaltung der religiösen Einrichtungen gesichert ist. Durch diesen Mangel entstanden die Spaltungen im deutschen Judentum. Gezwungenermaßen entstanden besondere gesetzestreue Vereinigungen in den Großgemeinden, deren Selbständigkeitsbedürfnis das Austrittsgefetz von 1876 entgegenkam. Die Zukunft wird an die Stelle der Zwangsorganisation den freiwilligen Zusammenschluß treten lassen. Diesen freien Gemeinschaften werden große Ausgaben erwachsen in Kultus und Schule. Sie werden wieder jüdische Dollschulen schaffen und den Rabbinern den gebührenden Einfluß sichern. Die kleinen Berliner Gemeinden, die sich, bis heute der Großgemeinde unterstellen mußten, um nur Subventionen zu erhalten, werden erleichtert ausatmen und einer neuen Periode reichen Schaffens entgegengehen. In der Diskussion wurde eine scharfe Stellung gegen die bisherige Leitung der großen Berliner Jüdischen Gemeinde eingenommen. Am Schlüsse der Tagung wurde die. nachstehende Resolution einstimmig gefaßt: „Die heutige von dem Verein zur Erhaltung des überlieferten Judentums einberusene, zahlreich besuchte Versammlung von Gemeindemitgliedern ist der Ueberzeugung, daß unter den veränderten Verhältnissen eine sofortige Neuwahl der gesamten Repräsentanten Versammlung, und zwar nach der Verhältniswahl zu erfolgen hat. Sie beauftragt den Vorsitzenden, in diesem Sinne bei dem Gemeindevorstand wie bei der Repräsentantenversammlung vorstellig zu werden." Diese Resolution soll den Gemeindebehörden übermittelt werden. Berlin, 17. Dezember. Die Zilonwstilsche V,e>rieip,iMn>g, für Deutschland halt die XV. orldVniMche Delieigiierltjentagung aus dein 25.. 26. und' 27. Dezember nacb Berlin in den Kaisersaal des ..Rheingold" (Bellevuestraßel einberusen. Die Tagesordnung umfaßt drei Gebtete. über welche die Hauptreferalte der Vorsitzende 'dev Zionistischen Verieiniiaung für Deutschland, Herr Tr. H antke, und die Herren K it.rif B l n m euleld i lud Richard L -r. ck>> t Ti> e i m. überrrnrnm^n TYafvcn?. Reser^o hehn^dpfw: ..Dic ZTUniftTschp Gnt-- H>ontke1. . .Die zioNi^stlfche Arbeit in« Denitfchkxrnid" ..De'' Anchulu dies iüldi'stkien Vallästina" lÜfchthie'TmV Der >'n--ntfsbe Z.^r!NTsm,o>A bimt fM>t ieber nin, de^ zi>n,niiisti>ichj^m W^tirr.rrirr O'ne vpdpi'tfiPTTTp Ralle resvmellt. Die Leitung der G>eh>efiand> sicb i>n- Berlin,. Mährend des Krieges bat NV r ^.uiistiifch^ RkNueaiuiua ei>neu nuaebeilrE A'U'fschw>uiua i«N' allan nud aenarnrnen. Der deutsche .^!^n>ni'8-m>u'A hat der s^NlU^isfi^ichoin? Gi^^iniitbeweoiunia, ,n«ud der v>n!li>^i^fb>enl Or>aaiui!- Vr'vwrrn h,piS fird'i'fchen Vnrre'K a>n.ch w^hr!0ia!d des Kr^eaeK seiin,enfesten ^i»z->'^,n',eu>b>f'!nio a>ew'a'b>vt und steht ietzt vor der An'fivittbe, die Arhorrdeutschen' rnrf die kommend^ Entwickeluina, etn>- ^.i»s^ll^'n. die dte ziiienistii^be BewiegU'nn. unld tn^befandere auch da>8 ValaMnia-. niebimen' wird. Während 'des -Kri-eaes bat eine nv^^^-hiche De^eat^ri^en!t>a,alUN,a der ^ia>nisti>ichM> Verei>wia>nna für n'cht stattiaefunden. An ihrer Stelle aab ds im Dezember 1916 nne außernrdenlliche Taauna. Der ietzf nach Berlin eiuü^7'nstuen nirdaafkilb^n Tanina<7.. Mesche unter der stärksten' Beteiliaung d.»r .^liioniisten Deu'tfManid'D staittsindeiN' u>n>d aluch diiie Neuwahlen vorzuneb^en haben wird, kommt eine außerordentliche Bedeutuna zu. Die zianistische Leituna. welche die Taanncr vorbereitet, hat nur drei Referate anae fetzt, u,m d>er m erwartenden Aussprache während der drei Verh.ands>un!asta,ae wch^en Spiielranm zu 'lassen. 17 Dezember. Aa7 Sonataa. dm 1. Dezember, fand 7N d^ Aula dor I f r a e l i t i f ch e n T a u b ft n m N7 e n a n st a l t zu Weißensee dia dieLiäbriae Ehanirkafuer statt. Herr Rabbiner Dr. B s u rrr .p tt thal hielt Me Anfpra^e trr der er sich diesmal auch Me Taubstummen wandfe. Im Mistelvunkt der J^eieT' stand Me Deklamation deK Ebanukasiedes durch die taubstummen Kinder, die Mp omzelnen Strauben des ..Schirm und Schultz" fawie die SeaeuSsar'"-chp über Me lrbanukabchtp -nr ^reude der Gästa recht deutlich An die aostesdienstlicke Zweier schsoß sich d^e Beichernna, die Ü7 der Turnhalle stattsand. an. Obwabl die Gefchenke naturaemäß bescheiden ausfalleu mußten, strahlten die Gesichter der Kinder bei ihrem Anblick Ueberraschung und Helle Freude. — BevNn- 17. Dezember. Der bisherige vol nische Geschäftsträger tu Berlin. Wilhelm Selbmann, ift von der Regierung in Warschau abberufen worden. J^eldmanu ist Jude und gehört jenem kleinen Kreise Warschauer Polen mosaischer Konfession an. die, ohne irgendwelche Fühlung mit den jüdischen Massen zu unterhalten, sich der herrschenden nationaldemokratischen Partei bedingungslos verschrieben haben. Als Herausgeber der in Berlin erscheinenden „Polnischen Blätter" hat Wilhelm Feld-

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