Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 82 (1918)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1918)
- Date
- 1918-11-08
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
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2 1 Knabe, Herzogtum Anhalt 1 Mädchen, Vraunschweig 2 Knaben, Fürstentum Schwarzburg-Londershausen 1 Knabe, Walbeck 1 Mädchen, Elsaß-Lothringen 4 Knaben, 4 Acädchen, Harnburg 2 Knaben, 2 Mädchen, Lübeck 1 Knabe, £ este r reich-llngarn 1 Mädchen, Rumänien 1 Knabe, Russisch-Polen 1 Knabe, Aegypten 1 Knabe. Der Gesundheitszustand ist dank der günstigen hygienischen Bedingungen stets ein guter gervesen; auch wenn ansteckende Kinderkrankheiten herrschten, haben sie in der Anstalt keine Verbreitung gefunden. Der Anstaltsarzt aus Beelitz hat verhältnismäßig wenig zu tun. Sehe häufig besucht unser ärztlicher Berater, Herr Sanitätsrat Dr. Nawre-.tzki, die Anstalt und überwacht neben den hygienischen Verhältnissen arrch die geistige Entwicklung der Kinder, deren Ausnahme und Entlassung in erster Reihe durch sein sachverständiges Urteil bedingt ist. Ebenso wird die wirtschaftliche Seite und die religiöse Erziehung durch die dafür zuständigen Vorstandsm tglieder und Ehrendamen sorgfältig beaufsichtigt. — Während des Krieges mußte mit Rücksicht aus die Lage der Angehörigen bei der Ausnahme der Kinder weitgehende Milde walten, wodurch eine Herabsetzung des Niveaus bedingt wurde, deren Beseitigung nach dem Kriege anzustreben ist. — Mit den Behörden hat die Anstalt stets in bestem Einvernehmen gestanden. Sie erfreut sich sowohl des Wohlwollens der Vertreter der städtischen Körperschaften als auch im außerordentlichen Maße desjenigen des Ortsschulinspektors Herrn Superintendenten T r i e l o f f. Auch die staat- Uchen Behörden lassen ihr eine dankenswerte Fürsorge angedeihen, die sich besonders bei der Versorgung mit allem Notwendigen während der Kriegszeit wohltätigerweist. — Bei der Festsetzung der Berpflegungskoften wird den wirtschaftlichen Verhältnissen der Angehörigen wellgeyend Rechnung getragen. Die Anstalt genießt seit ihrem Bestehen vu dein jüdischen Publikum große Beliebtheit. Sind auch die Mitglied er bei träge und Zuwendungen keine sonderlich großen, so halxn sie doch die Leitung m den Stand gesetzt, dre bauliche Vergrößerung vorzunehmen. Spenden, die aus Anlaß von Festen, z. B. für Ehanuka, eingehen, werden Zugunsten der Zöglinge verwendet; nn Frieden konnten Spielsachen und Näschereien beschert werden, jetzt tommen die Einnahmen dem Bekleidungssonds Zugute. Zu den treuesten Gönnern, denen besonderer Dank gebührt, sind die Logen des Bne Brith-Ordens zu zählen. — Zn der kurzen Zeitspanne eines Jahrzehntes hat die Beelitzer Anstalt zahlreiche Freunde, Gönner und Mitarbeiter verloren. Zu gedenken ist der Herren: Professor P h i l i p P s o n, Großsekretär D. Wolfs, Siegmund Berget, Bürgermeister N ü r n d e r g aus Beelitz, Geheimer Rat W o l l st e i n aus Breslau, Bankier Marcus aus Potsdam-, Moritz Metzger ails Frankfurt a. Nt. Bon den Beamten haben zwei den Heldentod erlitten: Lehrer Albert Levy und Korbmacher Gustav Göres. — Möge der Anstalt weiterhin eine glückliche Entwicklung bejchieden sein, zum Heil der ihr anvertrauren jungen Menschenkinder und deren Angehörigen! & &. Berlin, 5. November. Auf dem Friedhofe der Adaß-Jisroel- Genieinde fand unter großer Beteiligung am letzten Sonntag die Beerdigung des an der Grippe verstorbenen Dozenten am Berliner Rabbinerseminar Dr. Sperber statt. Oberkantor Kerles eröffnet die Feier mit dem tkaLnr-tviniln-Gebet, dann rief Dr. E p P e n - st e i n namens des Dozentenkollegiums dem Heimgegangenen Ntilarbeiter Worte des Dankes und des. Gedenkens! nach. Er hob die arbeitsfreudige Begeisterung hervor, mit der der Entschlafene in seinern Beruf aufging, und betonte ganz besonders seine Sorge für seine Hörer, die irn Felde standen, die von ihm dauernd mit geistiger Nahrung versehen wurden und denen er das Leben draußen durch seine Fürsorge zu erleichtern suchte. Namens des Kuratoriums des R a b b i n e r j e m i n a r s sprach Rabbiner Dr. Meier Hildes h e i m e r. Er betonte, daß nach dem Ableben Barths kein würdigerer Nachfolger für den Lehrstuhl des berühmten Gelehrten gesunden werden konnte als der junge Sperber. Obgleich er noch keine pädagogischen Erfahrungen auszuweisen hatte, so hatte er doch dadurch, daß er schon als Student junge Menschen zu sich herangezogen und ihnen die Schönheit des jüdischen Schrifttums erschlossen hatte, dm Fähigkeitsbeweis zur Bekleidung seines Lehramts erbracht. Das Kuratorium steht tieftrauernd an der Bahre eines Lehrers, auf den es große Hoffnungen gesetzt hatte. Für den Freundeskreis sprach L a z a r u s B a r t h tief gefühlte Gedächtnisworte, in denen er besonders auf das freundschaftliche Verhältnis seines Vaters zu seinem Lieblingsschüler Jakob Sperber hinwies. Eine Trauerfeier zum Gedächtnis des Verstorbenen ist in Aussicht genommen. E. M. Berlin, £. November. Der Mädchenklub der Berliner Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes ist wiederum den erwerbstätigen jüdischen Mädchen eine Stätte der Llnrogung uin-d Erholung geworden. Bon den 80 Mitgliedern des Klubs gehörten mehr als bie Hälfte bem kaufmännischen Beruf an, etwa 20 waren, im Haushalt der Eltern beschäftigt, -der Rest verteilt sich auf Putzmacherinnen, Schneiderinnen und verwandte Berufe. Im MittelpUinkti des Klublebons steht!der Unterricht, der das Doppelzi-el verfolgt, die Mädchen beruflich und menschlich zu fördern. Zu« diesen: Zwecke dient der Unterricht in fremden Sprachen-, Stenographie und der deutsche Unterricht, der hauptsächlich von. jungen Mädchen aus Galizien besucht wird und! die besten Erfolge zeitigt. Diese jungen Mädchen werdenvonder Klubleitun-g als die intelligentesten und strebsamsten Mitglieder bezeichniet. Der Religionsunterricht hat starken Zuspruch, die größte Teil nehmerzahl ha>t> der Literaturunterricht, auch Klavier und Chorgefang werden, gepf legt. Weniger gut besucht sind Turm und- Ha.N'dar>b>eiitsunt,err-ich!t. In. einem Pachtgarten in der Jungsernheide wird Gartenbau betrieben, wo die Mitglieder inihren freien Stunden an der. Bestellung Mitarbeiten. Die Bibliothek wird viel benutzt; .um, immer neuen Lesestoff bieten zu, können, wird eine Wanderbibliothek benutzt. Durch Geschenke «und Ankäufe wird die Bibliochiek nach Möglichkeit vermehrt. Au.ch das gesellige Leben wird- 'gepflegt. Der Freitagabend wird festlich .begangen, an den Sonntagen wird gespielt, gelefen oder gesungen. An jedem! ersten- Sonntag im Nton,at w>erd>en musikalische oder deklamatorische Darbietungeni der jungen- Atädchcn veranstaltet; kleine Aufführungen finden von Zeit zu Zeit statt. Museumsiwanderungen und regelmäßige Wanderungen. w>achen. die Klubmiilglieder mitd-er Reichs Hauptstadt undder Umgebung, bekannt. D-ie große Teilnehmerzahl beweist, daß die Berliner Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes durch die Begründung! des Mädchen klubs einem, wirklichen Bedürfnisse entge-genkam. Die Erfolge, die diese wichtige soziale und erzieherische Ei!nrichtung gebracht hat, find freudig zu begrüßen. §2 Berrthen, O.-S., 1. November. Anläßlich des goldenen Ehejubiläums des Levy W a r t s k i schen Ehepaares fand an: 26. v. M. in unmittelbarem Anschluß -an den Sabbatgottesdi-enst in der hiesigen großen Synagoge eine erhebende Feier statt. Herr Rabbiner Dr. K o p s st -e i n hielt unter Zugrundelegung des Schristtextes 1. Atoses 22, 14 an das Jubelpaar -eine erhebende und eindrucksvolle Ansprache, zu deren Beginn und Schluß Herr Oberkantor Ta r s ch i ß ein deutsches Lied unter Orgelbegleitung sang. Vorstand und- Gemeindevertretung beglückwünschten hierauf das Jubelpaar. W. $ofcn, 1. November. An den Folgen einer Grippeerkrankuug ist der Kaufmann Isidor Thema l nach Vollendung seines 46. Lebensjahres verschieden. Er war Inhaber der. gleichlautenden Firma, -eine bekannte Persönlichkeit des Pofener Geschäftslebens. Ihm gehörte außer -der erwähnten Firm>a (Kunstanstält, Papier- und Schreibm-aterialien-Großhandlung.) das von ihm selber -geschaffene und -erbaute Residenzhotel. In feinem unermüdlichen Eifer und Fleiß, in feiner bewährten, nie versagenden Herzensgute, bei der man -me vergeblich eine Bitte auszusprechen -brauchte, -war er vorbildlich den vielen ihm Unterstellten. Nicht nur als Chef,.mehr als Freund und Berater hat er sich in den Herzen seines Personals ein Uinverlöschbar.es Denkmal gesetzt. Deshalb beklagen alle den Verlust durch das H-inscheiden dieses gerechten undwohltätigen Men- -schenfreundes. Seinnie rastender Fleiß, sein unbeirrbares- Pflichtgefühl und seine Fürsorge für die trauernden Hinterlasse-nen, die ihn feiner fel-bst vergessen ließen, werden in. Zukunft sorkleben. — Zu einer stillen Ku>ndgebung -der Teilnahme weiter Kreise gestaltete sich die stattgehabte Trauerfeier für -den. Verstorbenen-. Zahlreiche persönliche Freunde der Familie, das jetzige -und frühere Personal der Firma -erwiesen dem Verewigten die letzte Ehre. Herr Gemeinderabbiner Professor Dr. Bloch, zeichnete in seiner meisterhaften Rede den Werdegang des Dahingeschie denen, sein Leben und Wirken und schloß mit beruhigenden Trostworten an die Hinterbliebenen. Herr Oberkantor L i -l i e n t h a l trug i-n -ergreifender Weise die üblichen- Trauergebete vor. 2. HaWerstadt, 1. November. Der Verein „Israelitisches Hein: Neweh Menuchoh" berichtet über die Zeit vom 1. Juli 1917 bis 30. Juni 1918: Wieder ist ein Jahr verflossen, seitdem wir einen