Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 82 (1918)
- Issue
- Heft 40 (4.10.1918)
- Date
- 1918-10-04
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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3 % >£.■ L.-.f HK •?/? „20 ^ahre nach meinem Tode roill ich aufstehen aus meinem Zarge.um zu sehen, ob Deut schianä in Ehren vor der Welt bestanden hat oder nicht?" Bismarck Wenn einst Bismarcks Seist äurch sein bedrängtes Lanä geht — finäet äer eiserne Kanzler ein eisernesDolk? Daß er es fincte, sorge äafür! Hilf auch Du, äaß Dein Volk bestehe: Zeichne die Kriegsanleihe! der Leipziger Messe als Reichssache Abbruch getan werden soll, um die Erfolge der Leipziger'Messe und das Ansehen derselben herabzumindern. Auf -der Breslauer Messe stellen 580 Aussteller aus, von denen 260 oder fast 50 Prozent aus Breslau selbst stammen. Bekanntlich hat in Breslau das Judentum zugenommen und Breslau stellt eine Zentrale des Judentums dar. Soweit ich die Breslauer Messe und ihre Vorarbeiten habe beobachten können, ist nur von jüdischer Seite die Veranstaltung befürwortet undgefördert worden, und natürlich auch von der Stadt Breslau, die aber zum großen Teil unter jüdischem Einfluß steht und handeln muß." Der „Hammer" des Herrn Fritsch schlägt Blech-oder die Reklametrommel für die Leipziger Messe. 22 Cöthen, 27. September. Am letzten Dienstag, fand in der hiesigen Synagoge eine würdige Trauerfeier für den am. Sonntag, den 22. d. M., plötzlich verschiedenen Rabbiner Dr. B. Seligkowitz statt. Die Synagoge, in der der Verstorbene über 26 Jahre gewirkt hat, war mit reichem Trauerschmuck versehen; die ganze Gemeinde, die Vertreter der Rabbinate von Dessau, Halle, Magdeburg und Bernburg sowie Abordnungen der Geistlichkeit und des Magistrats waren anwesend. Nach dem von Herrn Kantor Hurwitz verständnisvoll vorgetragenen Adaunoj mohodom . . . und einer von Schülerinnen gesungenen Motette hielt Herr Landesrabbiner Dr. Walter (Dessau) eine warm empfundene Gedächtnisrede, in der er die reichen Herzens- und Geistesgaben des so jäh Dahingerasften pries und seine Verdienste um die Wissenschaft hervorhob. — Für den Mitteldeutschen Nabbinerverband rief Herr Rabbiner Dr. K a h l - berg (Halle) dem Verstorbenen herzliche Worte des Dankes nach und gelobte, in seinem Sinne weiter zu wirken. An das Li mole rachamim=®ef>et schloß sich die Beisetzung aus dem Friedhof, bei der Herr Rabbiner Dr. Lange (Magdeburg) Abschiedsworte sprach. Die Feier legte Zeugnis ab von der großen Beliebtheit und Wertschätzung, deren sich der Verstorbene in allen Kreisen der Bevölkerung erfreute. Januach beschalom. n. Frankfurt a. M., 29. September. Am 26. September, dem Geburtstage des verdienten Stifters, fand die erste Vergebung von Stipendven aus der Direktor-Dr.-Adl-er-Stiftung! für die berufliche Ausbildung von Töchtern jüdischer Lehrer un<d G,eme vndiebeam ten statt. Es waren über 20 Bewerbungen' eingelaufen. Die einstweilen! noch knappen Mittel erlaubten jedoch nur die Bewilligung von sechs Stipendien, und zwar eines zur Ausbildung als Kindergärtnerin, eineszur Erlernung des Putzfaches, dreizur kaufmännischen Vorbildung und eines zum Besuch des Lehrerinnenseminars. Die Tatsache, daß ähnliche Stiftungen wenig oder gar nicht bestehen, die Erfahrung, daß die berufliche Ausbildtung der Heranwachsenden weiblichen Jugend sich immer mehr als' nötig erweist und nach allen Serben immer weitere Kreise ersaßt, die Erscheinung schließlich, daß Gesuche an die lediglich von Frankfurter Freunden des Stifters gegründete und so segensreich schon jetzt wirkende Institution aus Frankfurt gar nicht, aus der Heimatpr-ovinz wenig, vielmehr aus ganz Deutschland, vornehmlich aus dem Osten, einliefen, sollte unsere wohlhabenden Glaubensgenossen' im ganzen Reiche veranlassen, der Adler-Stiftung reichere Mittel Zuflüßen zu lassen, urn ihr in den nächsten Jahren eine immer größer werdende Tätigkeit zu ermöglichen. Schenkungen zum Kapitalkonto sowohl wie zur sofortigen Verwendung werd>en von dem Stiftungsvorstandgern angenommen. Nähere Auskunft erteilt der Schriftführer I. B. Levy, Frankfurt a. M., Obermain-Anlage 24. L. Mainz, 27. September. Am. zweiten Tage des Hüttensestes ist hier Stadtverordneter Rechtsanwalt Dr. Leopold Mayer nach langem schweren Leiden im Alter von 44 Jahren verschieden. Der Verstorbene war auch Mitglied des Vorstandes der Israelitischen Hauptgemeinde, allwo er sich hervorragend betätigte. Politisch bekannte sich der Heimgegangene zur Fortschrittlichen Volkspartei und führte auch in der Fraktion der Stadtverordnetenversammlung den Vorsitz; ebenso war er Vorsitzender des Vereins der Fortschrittlichen Volkspartei. Auch im Stadtverordnetenkollegium hat er während seiner ehrenamtlichen Tätigkeit verdienstlich gewirkt. So gehörte er u. a. an dem Bauausschuß, dem juristischen Ausschuß, der Straßenbahndeputation, der Armendeputation und dem Musikausschuß. Ueberraschend schnell hatte sich der verhältnismäßig noch junge, aber kenntnisreiche und taktvolle Mann in die Kommunalpolitik eingelebt und war seiner Partei ein Führer von seltenen Qualitäten und der städtischen