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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-09-27 · Heft 39 (27.9.1918) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 39 (27.9.1918)
Date
1918-09-27
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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Zuverlässiger Berater, in allem aufrichtig und hilfsbereit. Seine schlichte Herzensgute, seine vornehme Gesinnung und sein edles, uneigennütziges Wesen wird unvergessen bleiben. In steter Dankbarkeit wird seiner gedacht werden. — Gerichtsassessor und Leutnant Walther Holz mann, Inhaber 'des 'Eisernen Kreuzes erster und zweiter Klasse, 31 Jahre alt, Sohn des Herrn Geheimen Justizrat Holz-mann Hierselbst, ist am 30. August ans dem Felde der Ehre gefallen. Hauptmann und Bataillonskommandeur Koehler, im Namen des Offizierkorps eines Fuhartilleriebataillons, widmet dem Verstorbenen folgenden Nachruf: „Nachdem Leutnant der Landwehr Walther Holzmann über vier Jahre im- Felde gewesen und zweimal verwundet worden war, starb er an den Folgen einer im Dienste erlittenen schweren Verletzung. Das Bataillon dankt dem Toten für die in schwerer Zeit unter Hintansetzung seines Lebens geleisteten wertvollen Dienste. Das Andenken an den stets heiteren, liebenswürdigen Kameraden und kühnen, pflichtgetreuen Soldaten wird als Vorbild unter uns fortleben." W. Lifsa i. P., 20. September. Nach kurzem Krankenlager verschied im Alter von 68 Jahren am Herzschlag Bankier und Stadtrat Moritz Sch re her. Seit 54 Jahren arbeitete der Verstorbene im Bankhause Moritz Moll jr., dessen Mitinhaber er später wurde. Das Emporblühen des Geschäfts zu seiner jetzigen Größe ist vor allem der unermüdlichen Schaffenskraft des Dahingeschiedenen zu danken. Seit 1898 gehörte er dem Stadtverordnetenkollegium an, 1905 wurde er zum Magistratsmitgliede gewählt. Erwähnt möge auch die rege Tätigkeit des Verstorbenen für die Wohltätigkeitsbestrebungen in der Stadt sein. Der Vaterländische Frauenverein und der Männerverein vom Noten Kreuz verlieren in ihm ihren bewährten Schatzmeister, auch die Volksbücherei und der Verein für Kunst und Wissenschaft büßen ein wertvolles Vorstandsmitglied ein. U. a. gehörte Stadtrat Schreyer auch dem Vorstand des Zentralverbandes für das Bank- und Bankiergewerbe an. In der Synagogengemeinde bewährte er sich als nützliches Mitglied auf jeglichem Gebiete. Seit dem Jahre 1906 gehörte er der Gemeindeverwaltung als Vorstandsmitglied an. In dieser Zeit hat er sich mit nie ermüdendem Fleiß allen an ihn herangetretenen Pflichten gewidmet und seine reichen Erfahrungen und Kräfte gern in den Dienst der Gemeinde gestellt. Immer war er dort, wo es galt, das Wohl der Gemeinschaft zu fördern. Sein Andenken wird darum in der Mitte der Gemeinde in Ehren sortleben. H. Grätz, 20. September. Nach kurzer Krankheit verstarb hier Herr David Weinlaub. Seit 12 Jahren unserer Gemeindeverwaltung angehörend, war der Verblichene durch seinen regen Eifer für Erhaltung unserer Gemeindeinstitutionen sowie durch Lauterkeit seiner Gesinnung dem Vorstande der jüdischen Gemeinde und der Ehewra Kadischa stets ein lieber Mitarbeiter. Bei der Beerdigung waren die meisten Mitglieder der Synagogen gemein de, auch Nichtjuden stark vertreten. Auch aus weiter Ferne waren Trauernde erschienen, dem Dahingegangenen die letzte Ehre zu erweisen. — Hamburg, 20. September. Das frühere Bismarck-Matt, die „Hamburger Nachrichten", schreibt in einem Aussatz über Rumänien vom 27. Juli 1918: „Das Deutsche Reich hat das Odium der Judenbefreiung den Rumänen gegenüber auf sich genommen, was durchaus nicht nötig gewesen wäre." Auf diesen antisemitischen Ausfall -hat ein Hamburger Mitglied des Zentralvereins dem Blatt folgende treffende Erwiderung zugohen lassen: „Der LeitartiM „Bedenken über Rumänien" in Ihrem heutigen Abendblatt (Nr. 380) veranlaßt mich. Ihnen unverblümt meine größte Empörung auszusprechen, soweit es sich auf den letzten Absatz über Befreiung der Juden bezieht. Sie wollen als ein führendes Matt gelten, welches die Zivilisation, die Nächstenliebe usw. verteidigt und namentlich dagegen an käm pft, uns Deutschen das Odium der Barbaren anzuhäugen, und da finden Sie es für richtig 31t sagen: „daß Deutschland das Odium der Judenbesreiung den Rurnänen gegenüber auf sich genommen, was durchaus nicht nötig gewesen wäre". Im Friedensvertrage des Berliner Kongresses wurde doch die Emanzipation der Juden in Rumänien sestgelegt. Deutschland hat mitunterschrieben, und da finden Sie es bedauerlich, daß Deutschland jetzt aus die Beseitigung dieser Wunde hingewiesen hat. Statt stolz daraus zu sein, daß Deutschland das Gewicht seines Ein¬ 2 _ . . flusses zugunsten der Unterdrückten und zur Befolgung »der Ehrenpflichten eines Vertrages einlegt, stellen Sie unser Vaterland durch Ihren Hinweis bloß und gießen Oel auf die Verleumdungsslamm.cn der Feinde. Sie werden sehen, welch schlechten Eindruck dieser Avtikel verursachen wird. Ihr Korrespondent ist ein gefühlloser Antisemit der schlimmsten Sorte. Ich bin mehr als dreißig, Jahre Abonnent Ihres Mattes, aber so empört wie über dem heutigen Artikel war ich noch nie." S£S Magdeburg, 20. September. In der „Magdeburgischen Zeitung" vom 11. d. M. erschien folgendes Inserat: „Deutschvölkische Loge. In der Schicksalsstunde des deutschen Volkes, in der sich germanische Kräfte nach außen so siegreich bewährt haben, machen sich überall im Innern internationale und fremdrassische Einflüsse breit, um in der deutschen Heimat sowie an der Front unseren Siegeswillen zu lähmen, unsere Notlage auszunutzen und die Stämme und Stände gegenseitig zu verhetzen. Wir halten es daher für unsere Pflicht, alle deutschgeborenen Männer zu sammeln und sie zur Mitarbeit an der Erhaltung, Förderung und Verteidigung der deutschen Volkskräfte aufzurufen. Bewerber um die Mitgliedschaft wollen sich melden unter L. 0. 3644 durch den Jnvalidendank, Magdeburg." Da es anzunehmen ist, daß die Deutschvöl'kische Loge auch in zahlreichen anderen deutschen Städten „arbeitet", so sei hier auf dieses Vorgehen aufmerksam gemacht und zugleich eine Notiz mitgeteilt, die unser Herr Rabbiner unter Bezugnahme auf obige Annonce in | der „Magdeburgischen Zeitung" veröffentlichte: „Die Morgennummer dieser Zeitung vom 11. d. M. bringt eine Annonce mit der Ueberschrift „Deutschvölkische Loge", in der neue Mitglieder geworben werden. Die Anwerbung von Mitgliedern für eine Loge durch eine Zeitungsreklame ist an sich, eine Absonderlichkeit, und der Nützlichikeitsgrad dieser Propaganda dürste dem. Zwecksinn der werbenden Loge entsprechen, wie er sich aus den angegebenen Schlagwörtern ergibt. Denn über die großen Geister unserer Landesverteidigung hinweg will diese Loge einen neuen Krieg ausrusen. Sie wirbt um Gefolgsmänner, die gegen „internationale und sremdrassische Einflüsse" kämpfen sollen, damit an der Front der Siegeswille nicht erlahmt, die Notlage nicht ausgenutzt und Stämme und Stände nicht gegenseitig verhetzt werden. Wir stehen jetzt über vier Jahre im Kampfe. Jeder Bürger im Lande dürfte im Laufe der Zeit Einsicht erlangt haben, wer unsere Feinde sind. Darüber hinaus sollte man keine erfinden oder gar umschleierten Auges dem Falschen den Schein des Wahren und Würdigen umlegen. Wir in Magdeburg bedürfen ebenso wie anderwärts keiner Waffenträger -gegen konstruierte „Feinde", um die Ruhe und die innere Kraft der Bürgerschaft zu gefährden. Wir sind bisher ohne die Kampfziele und Erfolge jener Loge gut miteinander ausgekommen und werden hoffentlich vor wie nach unverwandt den wirklichen Vaterlandsfeinden die Stirn, bieten. Gegen sie sich wenden, wäre selbst einer Loge, wennschon sie überhaupt politisch arbeiten will, entsprechender und würdiger. Dr. Bruno Lange." «F. A. Nürnberg, 20. September. Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielten: Friedrich Mallersteiner, Feldw.-Leut. im 6. bayr. Feldart.-Regt., Vizefeldwebel Otto Walther, Sohn des Kaufmanns Julius Walther, Leutnant Paul Bernstein, Sohn des Kaufmanns Max Bernstein, Leutnant Ernst B e ch h ö f e r, Sohn des Metzgermeisters Karl Bechhöfer. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Art.-Unterofsizier Alfred Mansbach, Sohn des Kaufmanns Benno Mansbach, Unteroffizier I. Goldstein, Unteroffizier Leo Heß, Fernsprecher- Joseph Schwab, Sohn der Witwe Klara Schwab, Vizewachtmeister Walter Frank, Sohn des Kaufmanns Ernst Frank. Das M i l i - tärverdien st kreuz dritter Klasse erhielten: Heinrich .Schwarzhaupt, Mitinhaber der Fa. Gebrl Schwarzhaupt, Sanitätsunterossizier Heinrich W 0 llner, Emil W e i n h e b e r, Sohn des Kaufmanns Josef Weinheber, Unteroffizier Stefan W u r z i n g e r, Sohn des Kaufmanns Fri^ Wurzinger, Unteroffizier Otto Orezecow, Hermann Hir.^chinger, Walter Rosenbaum, Friedhofsverwalter der israelitischen Kultusgemeinde. > er. Karlsruhe, 20. September. Im Dorfe Gailin gen in Baden befindet sich, auf dem Hofe der Synagoge ein schlichtes Denkmal zur Erinnerung an den Feldzug von 1870/71. Die Tafel enthält die Namen von 34 Kriegern, darunter sind 17 Juden und 17 Katholiken. Die Gailinger scheinen aber nicht nur stark vertreten gewesen zu

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