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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-08-30 · Heft 35 (30.8.1918) · p. Seite 420

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 35 (30.8.1918)
Date
1918-08-30
Page
Seite 420 (sequence 12)
Language
German
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420 deren Namen am Schluß des Elementarbuchs angeführt stehen. In einer meiner letzten Miszellen habe ich gezeigt, wie redlich dieser sein Versprechen gehalten und sich in seinem Werke für die Duldung der Juden eingesetzt, nicht ohne dabei in edelster Form Mendelssohn seine Ehrfurcht zu bezeigen. S. Ascher. Literarische Mitteilungen. — Der I üd i 's ch e Wille, Ze i tschrift de s Kartells Jüdischer Verbindungen. Erscheint während des Krieges zweimonatlich. Bezugspreis für 'das Jahr 6 Mark — 8 Kronen, für das einzelne Heft 1,20 Mark — 1,60 Kronen. Bestellungen beim Bureau des Kartells Jüdischer Verbindungen, Berlin W 15, Sächsische Straße 8. Wie schon aus der Bezeichnung des Verlages hervorgeht, handelt es sich bei der neuen Zeitschrift um ein neues zionistisches Organ. Der Verband, der es herausgibt, umfaßt 15 Verbindungen mit etwa 1100 Mitgliedern. In dem neuen Organ sollen nicht bloß die Verbandsangelegenheiten erörtert werden. Diesen sind vielmehr nur die letzten 18 Seiten des 70 Seiten starken Heftes gewidmet. Aus ihnen sei nur ein Nekrolog des verstorbenen L. Zamenhof hervor gehoben. Die übrigen Beiträge sind teils belletristisch (Sonette von Bloch), teils biographisch (ein Artikel über '-den Dichter Alfred WöHfenstein), teils politisch und statistisch. Ferner werden allgemeine Fragen, wie Mischehe und Ptstlosemitismus, behandelt. Ich muß mich begnügen, auf diesen mannigfaltigen Inhalt hinzuweisen, ohne auf die einzelnen Abhandlungen einzugehen und meine oft abweichende Ansicht darzulegen. Für mich war von größtem Interesse der Aufsatz von Rubaschoff: „Erstlinge", Ider umfänglichste des ganzen Bandes. Es ist eine Rede, welche Eduard Gans am 28. Oktober 1821 „Bei der Wiedereröffnung der Sitzungen des Vereins zur Kultur und Wissenschaft der Juden" gehalten hat. Die zwei anderen Reden desselben, und zwar der „halbjährliche Bericht im Verein" am 28. April 1822 und der „dritte Bericht im Verein", abgestattet am 4. Mai 1823, sollen im nächsten Hefte veröffentlicht werden. Da alle drei mit Einleitungen und Anmerkungen in einem Sonderdruck erscheinen sollen, so hoffen wir, sobald das Ganze vorliegt/ ausführlich darauf zurückzukommen. Diese Reden waren, obwohl sie zu ihrer Zeit in einzelnen Heftchen gedruckt w'uvden, so gut wie unbekannt: sie sind nur von Strodtmann in seiner Heine-Biographie auszugsweise veröffentlicht und nach dieser Mitteilung von anderen benutzt worden. Sobald der Neudruck vollständig vorliegen wird, kann und muß auch die Frage, warum der Kulturverein so wenig wirkte und so schnell unterging, ausführlicher erörtert werden. Hier sei nur so viel gesagt, daß der Herausgeber, der mit Recht das schiefe Urteil von Grätz abweist und auch die nicht zutreffende Darlegung von Karpeles bekämpft, auch seinerseits diesen Dokumenten unhistorisch gegenüberfteht. Wenn er gleich am Anfang seiner Einleitung die Gründer des Vereins als „Erstlinge der Entjudung" bezeichnet, so bekundet er dadurch eine vollständige Verkennung ihres Wesens. Freilich muß man bedenken, daß für den Verfasser „Entjudung" gleichbedeutend mit Entfernung vom nationaljüdischen Bewußtsein ist. Wir kommen auf die Reden später zurück. X. G. — Iiskor. Ein Buch des Gedenkens an gefallene Wächter und Arbeiter im Lande Israel. Deutsche Ausgabe. Mit einem Geleitwort von Martin Huber, 1018. Jüdischer Verlag, Berlin. Man braucht kein Palästinaschwärmer zu sein, um das vorliegende Buch ungemein anziehend zu finden. Die Helden, deren hier gedacht wird, sind keine Krieger, sondern Juden, die, meist aus Rußland nach Palästina eingewandert, dort dem Ackerbau sich Hingaben, wacker ihre Arbeit taten und entweder den Mühen ihres Berufes erliegend, oder von Krankheit gebrochen, oder durch Unglückssälle, oder endlich in den kleinen Kämpfen als Wächter, oder von herumstreifenden Räubern angegriffen, ihr Leben endeten. Es sind schlichte Erzählungen, in einer oft mehr als einfachen Sprache abgefaßt, manche ungemein rührend und ergreifend. Die Behandlungsart ist gewöhnlich die, daß am Anfang der den einzelnen Personen gewidmeten Artikel eine schlichte biographische Notiz steht, daß dann verschiedene Bekannte des Gefallenen das Wort ergreifen und Beiträge zu seiner Charakteristik liefern. Alle diese Geschichten, wenn auch im ganzen etwas einförmig, wirken ergreifend. Als »die isymp Ethischste Persönlichkeit, obgleich schließlich alle unser Mitgefühl erregen, erscheint mir die des Berl Schweiger. Ungemein wohltuend erscheint die Leidenschaft der Geschilderten und der Schilderer für Land- und Ackerbau. Daß diese Tätigkeit von Juden im großen Umfang übernommen werden möge, wenn auch nicht gerade in Palästina, ist unser innigster Herzenswunsch, der durch die Lektüre -der höchst anregenden Schrift gestärkt wird. L. G. ErezJsrael. Mitteilungen des Hauptbureaus des jüdischen Nationalfonds, Heft 2, Mai 1917, in Kommission beim Jüdischen Verlag, Berlin. Das starke, auch mit manchen Illustrationen gezierte Heft (150 Seiten) enthält interessante Mitteilungen, an denen die verschiedensten Verfasser, von bekannteren Franz Oppenheimer und I. Bodenheimer, mitgearbeitet haben. Es sind hauptsächlich Auseinandersetzungen über den Zustand der Landwirtschaft i.n Palästina. Daneben Darlegungen zur türkischen Agrarfrage, über die landwirtschaftlichen Genossenschaften in Rumänien u. a. Außerdem finden sich Buchbesprechungen: unter den Bildern sei eine Karte Palästinas und ein Scheck zur Erinnerung, an den Friedensschlutz hervorgehobern Auf viele Einzelheiten kann ich hier nicht eingehen. Ich will hier nur bemerken, daß Franz Oppenheimer in einem seiner beiden Beiträge den gleichfalls hier abgedruckten Aufsatz von Mlkanskh mit, wie mir scheint, entscheidenden Gründen bekämpft. Im ganzen ein sehr lehrreiches Buch, das bei der Rückkehr friedlicher Zustände gewiß manchen Nutzen stiften kann. L. G. — Von Tod zu Tod. Gedichte von Ludwig Michael Fuchs. R. Löwit Verlag, Berlin und Wien. Fünf merkwürdige Gedichte, deren Ueberschristen lauten: „Nachttied", „Salomo und der Harlekin", „Tod, Jüngling und Mädchen". „Kain", „Das unendliche Gelächter am jüngsten Tag" sind hier in einem schmalen Bäntdchen zusammengestellt. Das Gedicht „Tov. Jüngling und Mädchen" ist ein Trio, das mit dem Tod der zwei Liebenden, Paul und Regina, endet. Gedankenreich ist die Dichtung „Kain", an -deren Schluß Zilla mit dem verfluchten Kain zu neuem Leben hinwegzieht. Das mehrmals wiederholte „ich liebe dich und wandere mit dir" wirkt ungemein poetisch. Dagegen ist der letzte oben erwähnte Beitrag mir gänzlich unverständlich geblieben. In ihm kommen wieder Kain und Zilla vor: Ahasver erscheint und bekennt sich als reuigen Sünder. Was aber die bis zum Uebermaß wieder holten Worte Kains, „Alle erheben ein unendliches Gelächter" bedeuten sollen;, kann ich durchaus nicht verstehen. Unsere jungen Dichter sollten sich doch bemühen, so zu schreiben, daß man ihren Ausführungen ohne übermäßige Anstrengung folgen kann. Ein gutes Gedicht müßte auch ohne Kommentar verständlich seim L. G. Lücheremlank. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in Falle statt. Aus Natur und Geisteswel't. Sammlung wissenschaftlichgemeinverständlicher Darstellungen. 621. Bändchen. Karl Marx. Versuch einer Einführung von R. Wilbrandt, o. Professor der Volkswirtschaftslehre an der Universität Tübingen. Verlag und Truck von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin-, 1918. Meine Rückkehr von Luthers Sonderlehre zur katholischen Kirche. Bon- Wilhelm Fischer v. Thal. 1918, im- Xenienverlan zu Leipzig. Westöstliche Dichterklünge. Jüdisches Lesebuch. Herausgegebeu von Dr. Leo Deutschländer. Zur Verbreitung im Gebiet des Oberbefehlshabers-Ost zu gelassen. Breslau 1918, Pribatschs Verlagsbuchhandlung, Breslau I, Ring 58. Dr. M. Poppelauers Volkskalender für Israeliten auf das Jahr 5679 (1919). Mit literarischen Notizen und einem Gedenkblnll versehen. 59 Jahrgang. Berlin 1918. Verlag von M. Poppelauer. Buchhandlung. Berlin G, Neue Friedrichstraße 59. Lrrichtigung In meinem Briefe, der im Sprechsaal der letzten Nummer der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" abgedruckt ist, muß es in der sechsten Zeile von unten „Volkshochschule" statt „Volksschule" heißen. Eine freie jüdische Volkshochschule soll demnächst hier begründet werden, während wir eine jüdische Volks- oder Gemeindesjchule längst besitzen. Benas Levy.

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