Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 82 (1918)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1918)
- Date
- 1918-08-02
- Page
- Seite 372 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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372 '• festen, diebessichern Schranke aufbewahrt wird, der mit allerlei komplizierten Schlössern versehen ist. Was wollen Sie mir sagen, Fräulein Mahlow?" „Ich will nur sagen, daß man unsere Unterhaltung bald stören wird, daß Sie es vielleicht nicht gern haben, für Ihre Auslassungen noch weitere Zuhörer zu finden." , Als Burger eintrat, empfahl sich Klaßner schnell. Burger wandte sich an Alice und sagte: „Fräulein Alice,, ich möchte ein ernstes Wörtchen mit Ihnen reden. Kommen Sie mit nach der Veranda!" Alice errötete und wich einen Schritt zurück. „Wie mir scheint, sind Sie gar nicht so versessen auf die Sache, wie mich Ihre Mutter glauben machen möchte," sprach Burger mit einem Anflug von Verdrossenheit. »Ich glaube erraten zu können, auf was Sie anspielen," erwiderte sie schnell und blieb ruhig stehen. „Ich kann Ihnen nur sagen, daß ich mir die Sache noch nicht genügend überlegt und Sie bitten möchte, mir noch etwas Zeit zu lassen." „Aber selbstverständlich, Fräulein Alice," stimmte er sofort bei, was sie eigentlich nicht als besonderes Kompliment hätte auffassen können. „Ich kann eS mir schon denken, daß ein kluges Mädchen wie Sie...." Er brach ab, da er ihren erstaunten Blick auf sich gerichtel sah. Er lächelte etwas befangen- und sprach dann weiter: „Sie müssen mir schon verzeihen, daß ich mit meiner Werbung etwas Plötzlich bin. Aber es ist mein Prinzip, das mir auch bei allen meinen Unternehmungen gute Dienste geleistet. Freilich das, was wir miteinander abzumachen haben, ist eigentlich kein richtiges Geschäft.-Aber ich muß es Ihnen sagen, daß ich Sie schrecklich gern habe, und wenn Sie es mit mir versuchen wollen, werden wir schon miteinander gut auskommen." „Ich werde darüber Nachdenken," sprach Alice gedankenvoll. - .!! i * „Sehr gut," war seine erleichterte Antwort. „Inzwischen werde ich mir erlauben, durch Blumen und Schokoladen mit Ihnen in Verbindung zu bleiben und Sie warm zu halten. Ich werde jetzt mit Ihrer Mutter sprechen." Er schleuderte gemächlich nach der anderen Ecke, wo Frau Mahlow stand, die zwar anscheinend ganz eifrig mit einer Dame sich unterhielt, dennoch aber gespannt und unausgesetzt nach Burger und Alice geblickt hatte. Alice sah ihrem Bewerber verblüfft nach. (Fortsetzung folgt.) Vsvhi. u Zeiten Ahasvers, da Esther lebte. Er auf dem Königsstuhl von Susan saß. Die holde Vasthi als sein Weib besaß. Geschaht, daß er ins Unermeßne strebte. Die arme schöne Königin erbebte. Die er zum Mahl zu rufen sich vermaß -— Wo Granden würgten, trunken, Uebersraß — Sie sollte Schleiers bar sein, der sie keusch umwebte. Vasthi versagt. — Unbotmäßig genannt. Ward sie von Hof und Thron und Herz verbannt — Sie wollte nur nicht schleierlos sich zeigen! So gibt es Seelen, die sich selbst verschweigen. Und Dichter, die ihr Heiligstes verbergen — Eh' preis sie's geben unverständ'gen Schergen! — Alfred Friedmann. ude sein, heißt: still geächtet Bon der Menschheit, heißt: gehaßt, .,., Jude sein, heißt: nur geduldet In der Welt als fremder Gast. Jude sein, heißt: schuldlos tragen. Was auch mag beschieden sein, — ' Heißt: ertragen, denn das Edle Zeigt im Leid sich stark und rein. — Siegfried Jacobsohn (Neustadt). Sprrchlsal. Qrrittrrrrg. Für die galizischen Juden -find ferner eingegangen (Sammlung, in Bad Salzbrunn durch die Herren Albert K atz aus Berlin-Pankow und Dr. med. Mendelso h n aus Glogau): Moritz Bayer, Breslau Mark 50,— Bankier Moritz Marck, Breslau ....... „ 50,— Moritz Warschauer, Breslau . . . . „ 50,— Max Zer kowski, in Firma Widawer u. Zerkowski, Breslau. ....... „ 50,— Louis Landsberg, Berlin .. „ 20,— Rabbiner Dr. Rosenthal, Breslau. 10,— A. K. in B^-P. ....... . . . .... ,, 10,— E. Lew i n s k i, Berlin .. „ 10,— Hugo Schück, Ratibor ......... .. „ 10,— Oberkantor Cerini, Breslau . .. „ 5,— Louis D a n i e l, Krotoschin .. „ 5 — Direktor Dr. Götz, Berlin.. . „ 5 — Dr. Mend elsohn, Glogau ......... 5 — Rabbiner Dr. L. Pick, Berlin . . . . . . . „ 5 — Um wertere Gaben bittet DieReda k t i o n. Lüchrrriulauk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. „Jüdische Monatshefte", unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. Salonron Breuer in Frankfurt a. M. herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn in Ansbach. Jahrgang 55, Heft 6. „Daimon", eine Monatsschrift. Herausgeber: Jacob Moreno Levy, Redakteur: E. A. Reinhardt. Mit Beiträgen von Nicolaus Cusanus, Iwan Goll, Lorenz Grabner, Eugen Hooflich, Karel Hlavacek Francis Jammes, Jacob Moreno Levy, Leopold Rintzinger, E. A. Reinhardt, Andre Suares, Franz Werfel und Alfred Wolfenstem. 3- Heft. Juni 1918. „Neue Femen", Sprüche aus der Zeit. Bon Daniel Jakoby. Im Xenien-Berlag zu Leipzig. „Versonnene Fahrt." Von Max Weinstein. „Die Judenverfolgungen in Galizien und Rumänien." Rode, gehalten von Dr. Jakob Klatzkin in der vom Mtionskomitee der ostjüdischen Organisationen veranstalteten Massenkundgebung im Züricher Bolkshaus. „Mein Judentum." Die hauptsächlichsten unterscheidenden Merkmale des Judentums und des Christentums. Für jung und alt dar gestellt von Jsaac Herzberg, erstem Lehrer der Synagogengmurnoe in Bromberg. Leipzig 1918. „Sabbatgedanken", für jüdische Soldaten. Herausgegeben von den Feldrabbinern des Westheeres. „Mitteilungen des Kopenhagens Bureaus der Zionistischen Organisation" Nr. 69. 28. Juni 1918. „Mitteilungen der Jüdischen Refprrngemeinde zu Berlin" Nr. 1, 22. Juni 1918. ,/Freie Jüdische Lehrerstimme", Monatsschrift für die Pflege der Interessen des Judentums in Schule und Haus. Organ 'des „Oesterreichischen Israelitischen Religionslehrerburtdes". Nr. 5 und 6 (Juli- und August-Nummer). Men, den 15. Juli 1918. VII. Jahrgang. .