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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-06-21 · Heft 25 (21.6.1918) · p. Seite 298

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 25 (21.6.1918)
Date
1918-06-21
Page
Seite 298 (sequence 10)
Language
German
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.... MavA...horchte, auf,... Ihm. Lang diese Stimme wirklich picht,.fremd, und -nach einer kleinen Pause, -in Micher er die Klangfarbe dieser.SAmmeprüfte und sie.mit der verglich, die.gus der. Kindheit Tagen ihm plötzlich-zum Bewußtsein kam, sagte er: .. ..... .. ... , „Mein Herr,, fast meine ich, der Ton Ihrer Stimme erinnert mich an den meines Vaters." . . - ---- . , „Haben Ihre Eltern Sie mit dem Namen „Dovidle" gerufen?" . .. . .. ... . r „Ganz recht, auch daran erinnere ich mich jetzt. Ja, Dovidle, ganz so sagte mein Vater. Stehen Sie mit geheimen Mächten im Bunde, daß Sie alles-sv genau wissen?" -Ich bin kein Wesen aus der anderen Welt, aber ich bin dein Vater und du bist mein Sohn!" siel Schwab ihm ins Wort,-schloß ihn in seine Arme, und beide hielten sich länge, ohne ein Wort-zu sprechen, umschlungen. -David loste sich aus des Vaters Armen, lief zu den übrigen, die nür'wenige Schritte entfernt waren) umarmte seine Mutter milden' Worten: „Ich bin dein Söhn, dein Dovidle!" Tränenden. Auges sahen die Schwestern und Zirndorfer Vieser erhabenen Szene zu, dem Abschluß einer großen Tragödie, lind niemand wagte die Weihe dieses großen Momentes auch nur mit einem Wort zu unterbrechen. Auch der Vater eilte zu den anderen, und immer wieder wurde David umarnit. Sie merkten gar nicht, daß diese Szene schon, die. Aufmerksamkeit der Vorübergehenden auf sich, zog, .und Zirndorfer mahnte deshalb zum Ausbruch. . ' ' Die glückliche Familie, suchte ihr. Hotel auf, und Zirndorfer versprach, nachmittags. wiederzukommen. . Sw hatten alle viel zu fragen, obwohl ihnen Davids Schicksalswege -durch Zirndorfer schon ausführlich beschrieben waren. Es wurde beschlossen, .den, Rest -des Kuraufenthalts gemeinsam zu verleben,. wozu Zirndorfer dem wieder- : gefundenen Sohn gern Urlaub gewährte.. „Sie können auch mit unserem Vater Jakob sagen: räv^od Joseph beni choi") und werden noch viel Freude an ihm erleben",, sagte Zirndorfer. „Auch Jakob mußte mehr als zwanzig Jahre auf. seinen Sohn warten. Und die glücklichsten Jahrewaren es, die er in der Nähe seines Sohnes verlebte." Sie unterhielten sich über die Zukunftspläne Davids. Er sollte mit seiner Familie in die Heimat reisen und in das Bankgeschäft des Vaters eintreten. So kam der Zeitpunkt der Abreise. Zirndorfer schloß sich der Familie an und sie mußte über Fürth reisen. Die Kunde von diesem Ereignis war ihnen dorthin schön vorausgeeilt. In der ganzen Kehille herrschte darüber große Freude,- Auch -dem Maurermeister Hänlein wurde ein Besuch abgestattet, und das ganze Dorf nahm freudigen Anteil. ) .. Schwab stellte ihm, da er für sich jede Entschädigung für den Unteichalt abwies, eine.größere Summe zur Verteilung an die Armen des Ortes znr Verfügung. Der Abschied gestaltete sich zu einer.ergreifenden.-Kundgebung. . . Soschieden sie-denn auch vom Hause Zirndorfer. - Ein inniger Freundschaftsbund verknüpfte fortan die beiden Familien. Er wurde noch -enger, als nach einigen Jahren David um die'Hand Leas, Zirndorsers Tochter, anhielt. Freudigen Herzens wurde er als Schwiegersohn begrüßt, und willig folgte ihm Lea in seine Heimat. , Das vom Vater begründete und vom. Sohn .fortgeführte Bankgeschäft erfreut sich noch heute eines guten Rufes. . ") Ich hob' genug, mein Sohn Joseph lebt noch! . UMWOMp WttnßWW - i ''^D1 e IÄ de n i n d{M iä* t c. V mit Münzer/' Präg. - . . - Ein höchst aktuelles und' wahrhaft dankbares Thema' behandelt die vorliegende Schrift. .Der Leser legt sich sobald er diese ÄThei-t iin die Hand. nimmtdie Fratze vorwie ein so vielbeschäftigter Arzt noch Zeit findet, um von seinem Berufe abseits liegende Probleme zu erörtern. Doch läßt' sich ein gewisser Zusammenhang Mischen -ärztlicher Praxis und dem hier verarbeiteten Stoff-nicht verkennen. Wir sehen hier den Internisten, welcher immer bestrebt ist, die inneren Krankheiten des'Menschen zu durchleuchten, nun eine innere Krankheit der Menschheit — ein Morbus temporis —- blohlegen und auf die ersten Ursachen zurücksiühren. Denn nur als Zeichen des Rückganges, der Dekadenz, können die von unseren Rassentheoretikern und Bibel-Bäbel-Forschern aufgestellten Behauptungen gewertet werden. Diese bezwecken bekanntlich, Haß in die breiten Schichten des Volkes zu fragen, die Gesellschaften M entzweien und sie für unversöhnliche Kämpfe zu sanatisieren. Nun packt 'der Verfasser mit sachkundiger Hand und festem Griff, die wunden Stellen unseres öffentlichen Lebens, zeigt ihre fälschen Kon auf und erwähnt die Pseudopropheten des.Rassenhasses und der Unduldsamkeit, den Weg der Völkerverbrüderung wieder zu finden. Diese Tendenz verfolligen auch die Universitätsvorträge des Autors über „A r z t und G e s ei lscha f t", von - welchen die vorliegende Schrift einige Kapitel bietet. Schon die Urgeschichte des jüdischen Volkes lehrt, daß die ersten Habiri (Hebräer) am Beginn, ihres geschichtlichen Daseins Ackerbau trieben. Ihr geistiges .Leben schufen zuerst Moses, -dann die Propheten, die späteren Lehrer der talmudischen Hochschulen und nrittelä>lte.rlichen Akademien. (S. 4—26.) Gewiß kannte Moses die Gesetze Hämmurabbis und verstand es gerade -deshalb, seine Lehren ethisch vi-ell höher und volkstü'Mlicher auszugestalten. Daß hervorragende jüdische Merzte im Mttelalter aUenttzälben eine segensreiche Tätigkeit entfalteten, mußte diese Schrift eines Arztes selbstverständlich des näheren erörtern. Ebenso müssen wir der Hypothese zustimmen, die jüdische Zugehörigkeit eines mittelelterlichen Autors vom Titel seines Werkes abzuleiten, wenn sonst kein anderer Hinweis vorlregt. — So muß der Verfasser des arabischen Buches „Zaidat ab musafir" als Jude angesprochen werden (S. 2-3), da dieser Buchtitel eine wortähMche Uebersetzung des im 1. Buch Ntosts (Kap. 42, V. 2b u. 45, 21) vorkommenden Zeda laderez^ Proviant für den Reisenden" bildet. — Bekanntlich wählten sowohl Mediziner als auch Exegeten oder Kabbalisten des Mittelalters gerade dieses Bibelwort mit Vorliebe als Buchtitel ihrer Werke. Denn wie die Medizin bzw. Hygiene alle Krankheiten vom Erdenwanderer fernzuhalten und dessen Dasein zu verlängern sucht, so soll auch die jüdische Wissenschaft dem Exegeten und Religionsphilosophen zufolge ihm geistige Nahrung und . Erfrischung gewähren. So betrachtete auch der Kabbalist eine mystische religiöse Lebensweise int Diesseits als Vorbereitungsstufe, um dem Menschen das Jenseits 31t erschließen. Deshalb entspricht der angeführte Titel dem Inhalt der bezüglichen mittelalterlichen Werke, die hier nur angedeutet werden können. — Die (S. 33) angeführte Bemerkung, das Gebot ,,Liev e dein e n Nächsten wie dich selbst" beziehe sich nicht nur auf den VMs genossen, sondern auf jeden Menschen, habe ich im Aussätze „das.Gebot im, .Islam" (Österreichische Wochenschrift" Nr. 6, vom Jahre 1912) bereits hervorgehoben, denn die Bibel bezeichinete einen Volksgenossen gewöhnlich mit dem Worte „Och" — und einen Mitmenschen mit „Rea" — JH wie hier. — Wir wünschen daher der genannten Schrift die weiteste Perbreitrung und die.allseitige Würdigung, die sie verdient. D ob risch bei Prag, im April 1918. Rabbiner Dr. I. Eisenberg, beeidigter Gerichtsdolmetscher und Translator Mr ^rabiea et Üebraiea. — Mi ttei lungen zur jüdischen Volks kunde. Herausgegeben von Dr. M. Grrmwald, Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde in Wien. 20. Jahrgang, 1.—2. Heft (der ganzen Reihe 57. und 58. Heft). Diese Mitteilungen erscheinen zugleich als Organ .der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. Wien 1917. Das neue Heft -der verdienstvollen, oft von uns gerühmten Zeitschrift enthält außer geschäftlichen Mitteilungen kleine Beiträge über einzelne Familien, ist aber zu seinem größten Teil ungefüllt von

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