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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-05-03 · Heft 18 (3.5.1918) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 18 (3.5.1918)
Date
1918-05-03
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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HlLuses in Hamburg, einer Stätte, angefüllt mit den herrlichsten und wertvollsten KpnstgegenMttden. Selbst die höchsten Herrschaften, wenn sie in Hamburg weilten, - besuchten dieses Haus; war der Verblichene doch, durch?.das Vertrauen, daß er in den höchsten Kreisen genoß, Lieferant vieler Fürstenhöfe. Zur Trauerfeier, die in der Haäe des Jüdischen Friedhofes, in Ohlsdorf stattf.a'nd, hatte sich eine außerordentlich zahlreiche Tra-uergemeinde eingefunden, u. a. auch hervorragende Vertreter aus Künstlerkreisen. Nachdem der MänEchor der Ne uewDam m tor-Synagoge den Psalm vors: „Kehre zurück zu meiner Ruhe, meine Seele", vorgetragen, hielt Herr Rabbiner Dr. L e i m d ö r f e r die Gedenkrede. Anknüpfend an das Bibelwort: „Und es wandelt vor dir -einher deine Gerechtigkeit,. und die Herrlichkeit Gottes wird dich geleiten", entwarf der Redner ein treffendes Charakterbild des Verstorbenen, der durch icine unerschütterliche Rechtlichkeit, verbunden mit seltener Arbeitsliebe und Pflichttreue, sich dä-s Vertrauen der -höchsten Kreise erworben hat. Durch diese seine Tugenden hat er sein Unternehmen ans den kleinen Atrsängen zur heutigen Höhe gebracht. Aus seinen reichen Mitteln gab er gern den Armen und Bedürftigen, die den Heimgang ihres Wohltäters beweinen. Aon dem Patriarchen Jakob heißt es, unser Stammvater Jakob ist nicht gestorben, denn sein Andenken lebt noch heute fort. So dürfen wir auch von uiiseröin teuren Toten sagen, weite Kreise betrauern seinen Heimstang, aber seine Lebensbahn war eine so gesegnete, daß sein Andenken nicht nur in seiner Familie, sondern auch in weiteren Kreisen stets ein gesegnetes sein wird, und seiner für und für in Ehren gedacht werde. Mit Trostesworten an die Hinterbliebenen schloß die wirkungsvolle Rede. Nach Gebet imb Segen des Geistlichen wurden die irdischen Ueberrefte dem Schoß der Erde übergeben. O.L. Dresden, 26. April. Zum Besten der Sächsischen Künstlerhilfswoche fand am 20. d. M. auch in der hiesigen Synagoge ein Konzert statt, das sich überaus zahlreichen Besuches erfreute. Der bewährte Dirigent des Shnagogenchores, Herr Dr. Leo Fant l, hatte auch bei diesem, denr vierten Synago-genkonzert, das -in der Kriegszeit zu Gehör gebracht worden ist, charakteristische Proben des jüdischen liturgischen Gesanges treffend gewählt. Neben dem klassischen Adon olorn von Würfel, in Sülze rs Schir Zion ausgenommen, hörte man Werke moderner Komponisten. Herr Kantor Rafael H v fstein kam mit einem netten Hauern us halvlu für Chauuka und einem Purimbed, einem übermütigen Schauschattas jaäkauw zun: Wort; das Hauptwerk aber war eine große Chorkeduschah von Leo Kornitzer, Kantor .am Hamburger Tempel (zurzeit Hauptmann im österreichischen Heere). Die Fachkritik .rühmt das beschwingte Pathos des Werkes, seinen melodischen und harmonischen Reichtu in. Die Veranstaltung, der die zahlreichen Besucher bis zu Ende mit vollster Aufmerksamkeit folgten, war eine wohlgelungene und vollen Beifall verdienende, der auch denen, die zuihrem Werden und Gelingen beigetragen haben, nicht versagt geblieben ist, wie sich in den Mienen der Hörer -deutlich zeigte. — Weitzenfels, 26. April. Unsere Gemeinde hat durch den Tod des Fabrikanten Herrn Georg Mendelsohn einen schmerz-, lichen Verlust erlitten. Länger als fünfzehn Jahre war er Mitglied. des Vorstandes -unserer Synagogengemeinde, seit mehr als zwanzig Jahren hat er die Gemeinde tmvd) sein Vopbeten an -den hohen Feiertagen erbaut. In Leid und Freud war er ein eifriger Förderer unseres Gemeinwesens, und den Bau eines schönen Tempels hat die Gemeinde dem Verstorbenen einzig unb allein zu danken. Sein -Tod hat eine von Angehörigen aller religiösen Bekenntnisse tief -beklagte Lücke in unserer Bürgerschaft biuterlasien, denn seine Güte, seine Menschenfreundlichkeit, seine vilf.sbereitsch.aft für jedermänn hatten ihm in allen Kreisen eine §roße Beliebtheit verschafft, die in der überaus großen Beteiligung bei seinem Leichenbegängnis zum Ausdruck kam. ' SfcfttfBl&fctil, 26. April. Der Verein für jüdische -K r a. n k e n p f l e g e r i n n e n (E. V.) zu Nürnberg versendet seinen. Tätigkeitsbericht für das Jahr 1917. Wir entnehmen demselben folgende Angaben: Während des abgeläufenen Jahres waren für den Verein zehn Schwestern tätig. Von diesen leisteten fünf während des ganzen Jahres Dienste in Reserve- und Vereinslnzaretten. Schwester Auguste leitete wiederum das während des ganzen Jahres voll besetzte. Erholungsheim in Forth. Zugegangen ist im Jatzke 1917 mir eine Schwester, die, bereits seit längerer Zeit als Pflegerin tätig, vom 1. Dezember 1916 an noch im Breslauer Krankenhause auf der inneren und gynäkologischen Abteilung sowie in Wochen- und Säuglingspflege fortgebildet wurde. Eine ernste Erkrankung derselben während ihrer Ausbildungszeit und ein danach notwendig gewordener längerer Erholungsurlaub machten es der Vereinsleitung zur Pflicht, sie bis zur Festigung ihrer Gesundheit Zunächst nur probeweise in den Schwesternverband aufzunehmen. Somit standen im Jahre 1917 fünf Schwestern für die Privatpslegen zur Verfügung. Diese haben, unterstützt durch die Frau Oberin und, soweit sie Zeit dazu erübrigten, von den in den Lazaretten tätigen Schwestern während des abgelaufenen Jahres geleistet: 597 Tagpflegen, 584 Nachtpflegen und 140 Vollpslegen; sie habeil bei sechs Operationen assistiert, zweimal Narkosen allsgeführt, 39Mrmenbesuche gemacht und in 278 ambulanten Fällen Hilfe geleistet. Alle Schwestern haben ausnahmslos auf den Posten, auf welche sie gestellt wurden, ihr Bestes gegeben lind alle haben sich die Zufriedenheit und den wärmsten Dank der Vorgesetzten Stellen lind der Vvrstandschaft erworben. In 48 Fällen war es nicht möglich, Gesuche um Ueberlassung von Schwestern 31t befriedigen, und sie liutfjten anderen Pflegerinnen überwiesen werden. Im Schwesternheim waltete mit mütterlicher Liebe und außerordentlichem Geschick die neue Frau Oberin, Therese M a r k u s. Mit ihrem Eintritt in das Heim am 15.. Januar 1917 ist ein guter Geist in dasselbe eingezogen; ihre große Güte, ihre warmherzige Art Und Gesinnung gewannen ihr rasch das Vertrauen aller Schwestern und sicherten ihr die rückhaltlose Anerkennung der Vorstandschaft. Unterstützt Jourde sie in der Wirtjchastssührung durch die Damen der Vorstandschaft und des Ausschusses und -in, der Leitung des Heimes 'besonders wirksam durch Frau Magistratsrat Hopf, die in der letzten Generalversamlung um 2 5. Januar 19.17 als zweite Vorsitzende und Nachfolgerin von Frau Dr. Ziemlich s. A. gewählt worden war. Die Gesundheitsverhältnisse der Schwestern waren auch i:n abgelaufenen Jahre, von vorübergehenden Unpäßlichkeiten abgesehen, erfreulich gute.. Ter Bericht spricht den Aerzten, die den Schwestern hilfreich zur Seite standen, für ihre Fürsorge den Dank der Verwaltung -aus. In zahlreichen Sitzungen des Vorstandes llnd des Ausschusses würden interne Vereinsangelegenheiten besprochen -und beraten. Besonders die Zukunft der Schwestern, ihre Versorgung im Alter und bei dauernder Invalidität bildeten fortgesetzt den Gegenstand der Beratungen. Aber auch die Sorge---um Gewinnung tüchtiger Lehrschwestern ließ sich der Vorstand im Hinblick auf das geplante neue Schwesternheim ntif Krankenabteilung stetig angelegen sein. An den: Ableben des um die deutsche Schwesternsache hochverdienten Geheimen Rat Sandberg in Breslau nahm auch der Verein warmherzigen Anteil. In gewohnter festlich froher Weise beging der Verein um 22. Dezember mit allen unseren Schwestern im Heim das Chan uka--Fest. Bei diesem Anlaß konnte Schwester Sally Meher'seld die goldene Veroinsbroche in Anerkennung, ihrer durch zehn Jahre hindurch mit treuester Pflichterfüllung -und selbstloser Hingabe geleisteten ersprießlichen Dienste überreicht werden. Der Rückblick mif das verflossene Jahr zeigt, daß trotz großer Schwierigkeiten und Hemmungen, die als Folge des Krieges in die Erscheinung traten, die Tätigkeit des Vereins eine glückliche und reich gesegnete gewesen ist. Der Kassenbericht für das Jahr 1917 schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 37 116,57 M. Gksttrreich-Ängarn. z. Wien, 26. April. Die Witwe des vor Jahresfrist verstorbenen Vertreters unserer Kultusgemeinde und Präsidenten der Chcwra Kadischa Herrn Salo Cohn, Frau Camilla Cohn, errichtete zum Andenken an ihren Gatteneine dessen Namen tragende Stiftung mit den: Kapitalsbetrage von einer Million Kronen. Aus den Erträgnissen soll die eine Hälfte zur Verleihung von Stipendienan jüdische Familien oder Personen, welche durch den militärischen Kriegsdienst des bisherigen Ernährers es sei derselbe das Haupt oder ein sonstiges Mitglied der Familie gewesen — beraubt wurden, oder deren Ernährer infolge der Kriegsdienstleistung erwerbsunfähig, oder minder erwerbsfähig geworden sind, verwM'det werden. D-ie -andere Hälfte ist zur Subventionierung einer Heimstätte'für verlassene jüdische K-inder zuverwenden, wobei' in erster Linie eine -derartige, von dem „Wiener Frauenveix-in zürn Schutze armer. verlassener Kinder" errichtete 0der zu errichiende

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