Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-04-26 · Heft 17 (26.4.1918) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 17 (26.4.1918)
Date
1918-04-26
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3229339-3229356--73964-3286435
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

liebenswürdiger Weise hierzu seine Bureauräume zur Verfügung gestellt. Am 25. Februar waren.war zur Feier des Puvirnfestes gemüÄich zusammen und erfreutenuns gegenseitig durch heitere Vorträge. Unsere , eigentliche. Purimfeier mußte auf den 16. März verschoben werden. Sie faub in Anwesenheit von etiva 250 Mitgliedern und Freunden im Schubert-Saal, statt. Herr Rabbiner Dr. Weh l eröfftrete die Feier durch eine Ansprache, deren tiefer Gehalt uns veranlaßt hat, ihn zu bitten, sie uns in erweiterter Form nochmals als Vortrag zu bieten. Darauf folgten musikalische und deklamatorische Darbietungen, die uns in angeregter Stimmung noch lange zusammenhielten. Wie aus den Berichten zu ersehen ist, haben wir die Geselligkeit mehr gepflegt als früher, von der Ansicht ausgehend, daß unser Verein allmählich alle Interessen unserer Mitglieder ergreifen mutz. Wir wollen daher im kommenden Sommerhalbjahr unsere Mitglieder auch auf Ausflügen einander näherbringen. Die Mitgliederzahl ist im Berichtsjahr bedeutend gestiegen. Leider läßt sich die genaue Zahl m Augenblick nicht feststellen, da wir durch den Krieg mit der Führung der Listen in unserem Bureau und der Einziehung der Beiträge mit großen Schwierigkeiten zu kämpfett haben. Mit unseren Feldgrauen stehen wir in reger Verbindung, soweit das knappe Adressenmateriat dies Matzt. Wir bitten auch bei dieser Gefeßenfy-eit dringend um Feldadressen. Aus den Ueberschüssen des Chanukafestes haben wir Liebesgaben ins Feld geschickt. Leider sind auch einige unserer Mitglieder auf dem Felde der Ehre gefallen: Herr Kurt Hei de und Herr Dr. Hermann Horwitz, Herr Max W elkanoz, Herr BrunoG r u n w a l d. Wir haben, soweit wir rechtzeitig benachrichtigt worden sind, den Angehörigen unser Beileid ausgesprochen. Der Vorstand hat verschiedene Sitzungen abgehalten und sich in der Hauptsache mit Fragen der Propaganda rmd dem weiteren Verlauf unserer- Tätigkeit beschäftigt. In den Vorstand wurde kooptiert- Herr Bruno Wohda. Der Vorstand seht sich jetzt zusammen aus den Herren Dr. Walter Breslauer, Fritz E h o y k e, Dr. Herbert Lew h, Rechtsanwalt Heinrich S tern, Bruno Wohda und Fräulein Regina Schön b e r g e r in Berlin unb den Herren Dr. Ernst. Blaschke und Referendar Julius Wertheim im Felde. Die Leitung der Geschäfte liegt in den Händen des Herrn H it s chsel d, der als außerordentliches Btitglr-ed dem Vorstand nicht angehört. Unsere Kassenverhältnisse sind günstiger als im Vorjahre. Wir verdanken dies hauptsächlich einem Zuschuß von 30b Mark, den uns die Vereinigung für das liberale Judentum am 6. Mai 1917 auf unser Gesuch bewilligt hat, rmd, einer- Reihe von Spenden, unter denen wir besonders drei größere von Herrn Handelsrichter Berthold Kirstein, Herrn Rechtsanwalt Stern und Herrn Emil Pineus hervorheben. Unser früherer erster Vorsitzender Herr Dr. Fritz S t e i n th a l ist als Rabbiner nach Posen gegangen und wir haben ihm bei dieser Gelegenheit seinem Verdienste entsprechend herzliche Worte des Abschiedes gewidmet. Mit unseren Brüdervereinen in Breslau, HamVirrg nnd Posen stehen wir in regem Verkehr Wir tauschen mit ihnen unsere Mitteilungen und Berichte aus und hoffen, daß dies in ähnlicher Weise mit dem vor.einiger Zeit in Frankfurt a/M. begründeten „Jli" der Fall sein wird. Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der „Jli" haben wir auch an der Verständigungsgeuremschaft der iüdrschen Jugendvereine teilttehmen wollen, die am 5. März bei einer Gründungsversammlung am Widerstand der national^jüdischen und orthodoxen Vereine gescheitert' ist. ' Der vorstehende Bericht wurde in unserer Generalversammlung vorgelegt und genehmigt, und ebenso wurde der Kassenverwaltung Entlastung erteilt. Der Vorstand wurde in seiner bisherigen Züsammerrsetzung wiedergewählt. Auf Antrag wurde beschlossen: 1. Die Begründung von selbständigen Mitteilungen 2. die Gründung eines eigenen Heims. Zur Durchführung dieser wichtigen Angelegenheiten würden Ausschüsse eingesetzt E.M. Berlin, 23. April. Die kürzlich, stattgehabte General- Vers a m m l u n g des V e r e i n s I s r a e l i t i s ch e s K u r - Hospital in Bad Salzbruun wurde von dem Vorsitzenden Herrn Sieg bert Seck elf ohn mit einem kurzen Geschäftsbericht eröffnet. Der Verein ,ha.k. ein erfolgreiches Arbeitsjahr hinter sich. -Während wr Sormner 1916 nur 28 Kranke nach Salzburg geschickt werden konnten, konnten im Berichtsjahre 1917 im ganzen 32 Patienten ausgenommen iverden die einen Gesamtaufwand von 85W,50 Mark verursachten.' Die Kosten, für den Verpflegungstag stellen sich für jeden Kranken auf 8 Mark täglich, so daß bei der üblichen Kurdauer von vier Wochen arrf den Einzelfall 268 Mark entfallerr. Dje-befriedigend, die weist-m rchd iKbrMten. E srHhen Kräften wieder ihrem Beruf nachgehem Da sich -die infolge der rastlosen Werbearbeit einzelner Mitglieder mmreßentl«h gebessert haben, dKvste es tnöglich fern, M .IM die ZchL der aufzunchmenden Patienten wiederum, zu steigern. Das Fehlen eims eigenen Vereinsgebäudeswird als sehr störend bezeichnet, und deshalb soll die Begründung eines eigenen Heimes angestrebt werden. Die erforderlichen Mittel sollen, durch Werbung aufgebracht werden, auch ist die Veranstaltung eines Konzertes zur Beschaffung von Mitteln in Aussicht genornmen. In den« größeren jüdischen Gemeinden Deutsch lands sollen Zweig-Vereine gegründet, werden, die zunächst in. Posen, Danzig, Stettin und Breslau ins.Leben treten sollen. Im verflossenen Geschäftsjahr vereinnahmte der Verein außer Spenden im Betrage von 300g Mark noch einen Beitrag der Berliner Jüdischen Gemeinde in Höhe von 600 Mark und 450 Mark, welche 'die Jüdische Gemeinde in Breslau als .laufenden Beitrag spendete. Nach ider Erledigung, der. üblichen Wahlen wurde die Sitzung vom Vorsitzenden mit einem Dank an die anwesenden' Mitglieder geschlossen. E. M. Berlin, 23. April. Das dies j a h rige Konzert des Ver eins zur Pflege, hebräi scher Gesänge^ brachte dem verdienstvollen künstlerischen. Leiter. des Vereins und seinem Chor einen vollen Erfolg. Das Programm eröffnete. ein I i g d a t für Chor von Sulzer, dem ein L e w a n d o w s k i s.che r Chanukapsalm folgte. Besonderes Interesse erregten eine Vertonung des 29. Psalms von Ke ll e r mann sowie eine Konipofition für die Wallfahrtsfeste „Mn hamezar" von H a ie vH, dem Komponisten der bekannten Oper „Die Jüdin". Wirkungsvoll war auch eine Bearbeitung des Mhogen baadenu für Violine rznd Orgel, die Kelle r ma n n nach einer Komposition vonWasserzug geschaffen hat. Sehr ansprechend war die hebräischje Hausmusik für Chor (bearbeitet von Kellermann), die -den Abend beschloß. Die Solopartitur für Sopran war Lotte Stein vom Deutschen Opernhaus anvertraut, deren Vortrag durch ihr starkes Können und seines Enrpfinden fesselte; die Tenor- Partien sang Kammersänger Alfred Goltz, dessen reifes Können lebhaften Beifall auslöste. W l a d h s l a w W a g h a l t e r (Violine) brachte eine von Kellermann bearbeitete chassidische Melodie „Raw-s Mi gen" -und eine sephardische Kol-nidre-Melodie mit sicherer Technik und. tiefer Empfindung. Ms Bereiter leistete Walter Fis che >r VorzüKiches. Die Leistungen des Chores waren vorzüglich, die Leitung Kellermanns umsichtig und geistreich. Ein großes »beisallsfrohes Publikum folgte 'den Darbietungen mit -lebhafter Anteilnahme. W. Atts her PpvvMz Posen, 19. April. Der Verein junger Kaufleu-te -hielt am 9. d. M . seine Jahreshauptversammlung ab. Der Verhandlungsleiter, Kommerzrenirat Hamburger, gedachte zunächst der verstorbenen und auf dem Felde der Ehre gefallenen Mitglieder und verwies dann auf den gedruckt vorliegenden 74. Jahresbericht, dem wir folgende Angaben entnehmen: Ter Verein hat im vergangenen- Jahre besonders Mvere Verluste durch den Tod des Vorsitzenden des Kuratoriums, seines Ehrenmitgliedes Geheimen Kommerzienrats Michael Herz und des Vorstandsmitgliedes Ludwig Bleistein erlitten. Indet Heimat gestorben und ans dem Felde der Ehre gefallen sind neun ordentliche und drei .außerordentliche Mtglieder. Die Mitgliederzahl ist von 1061 iw Jahre 1917 auf 1114 gestiegen. Die Krankenpflege erforderte 406,40 Mark. Die Bücherei ist um etwa 200 Bände vermehrt worden. Das Lehrlingsheim hat auch im Jahre 1917 seine Ausgabe zu -erfüllen versucht. Vorfltzender ist- Städtrat K r o n t h a l. Die Einnahmen-, betrugenewschließlich des Bestandes vom 1. Januar 1917 31 484,86 Mark, die Ausgaben 30 952,96 Mark, so daß am 31. Dezember 1917 ein Kassenbestand von 531,90 Mark verbleibt. — Das Verdienstkreuz -für Krivgshil-fe erhielten Bankdirektor Salo S m o s z e w s k i, Kaufmann E pst e i n. Frau Berta- B r o d n-i tz und Gefreiter Martin W o l (- st e i ft, Mitinhaber der Firma S. Rothstein (Posen). — Zu Oberärzten befördert wurden die AssistVnzärzte Fritz Fr iedlandex , (Posen), Richard Asch; zum Feldhilfsarz^ ernannt wurde Benno Rose n - fron z (Posen). — Herr Benno K r a h n (Posen) hat dem Oberbürgermeister zu wo-hltätigen Zv'ecken den Betrag von 500 Mark zur Verfügung gestellt. — Das Eiserne Kreuz 2. Klaffe erhielt Wehr-marm Kaufmann Be h r en d (Posen). — Aus ja-HMänger russischer Gefangenschaft ist -der Wehrmann UnteroKz-ier Felix Snopek'zu seiner Fanrilie gesund und wohlbehalten durch Flucht zurückgekehrt. Derselbe war in ei nein- Gefecht im Jahre 1914 von den Russen« gesangengenommen -worden und würde nach Sibirien und anderen Gegendeu

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.