Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 82 (1918)
- Issue
- Heft 17 (26.4.1918)
- Date
- 1918-04-26
- Page
- Seite 202 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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m borheben,. Es sei nur wenigen-gegeben, Ach so in die KinVerseele Hirteinversetzen zu können^ wie öieser, Künstlerin. ------- Mit siebzig Zähren, begann,.Fräulein FelsenthalsiH plötzlich int . Zeichnen zu üben, und' brächte ' eß .. dayn im: -FWx'r'- z eichnen (schwarz-weisi) zu solcher Fertigkeit, Vaß ihre Bildchen sehr wohl eine ganze Aufstellung verdienten sind sicherlich allgemeine Anerkennung seitens der-Fachkünstler beanspruchen dürsten. Das Talent begnügt sich ja selten mit einer Kunst. - , der Juden. Februar 1918. Ueber die Tätigkeit der Hauptstelle für Berufsberatung ist im Zentralvereinzuletzt in der Hauptversammlung vom 4. Februar 1917 berichtet worden. Es soll, im folgenden lein Ueber blick über ihre weitere Tätigkeit gegeben 'werden. Von vornhereinmutz bemerkt werden, -daß die Arbeit noch, stärker als im Anfang im Zeichen der Kriegswirtschaft und des Hilfsdienstes stand. Beides bedingt ganz abnorme Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt. Alle - männlichen Arbeitskräfte, die nicht im Heeresdienst stehen, -werden von der Kriegswirtschaft in' Anspruch, genourmen, so daß Arbeitslosigkeit nur in verschwindendem Umfange Vorhänden ist. Damit schon, treten für werte Kreise Fragen der Berufswahl und, des Berufswechsels völlig -zurück. Für die Heranwachsende Jugend insbesondere kommt nach dieser Richtung in Betracht, daß fast alle Abiturienten, ja sogar die Mehrzahl der Schüler der obersten Klaffen der Gyrrmasien und der Realgymnasien, zum Heeresdienst eingezogen werden un>d die Frage der Berufswahl daher vorläufig noch hinausschieben müssen. In den weniger bemittelten Kreisen tritt angesichts der Teuerung und -der -vielfachen militärischen Einziehung des Familienoberhauptes das Bedürfnis hervor, alle erwerbsfähigen Famil-iemni-tgjlieder sofort einer Tätigkeit zuzuführen, die ihnen einen Geldverdienst verschafft. Auch hier muh daher die Frage der Berufswahl zurücktreten. Die Tätigkeit 'der Hauptstelle konnte und kann daher während -der Kriegszeit im 'wesentlichen nur eine vorbereitende sein. Die Hauptaufgabe ist es, den Gedanken in rnöglichst weite Kreise zu tragen, daß die Berufswahl Dr..die deutschen Juden eine Frage von lgrundbegender^ Kedeutmrg ist, und daß die ftrr den einzelnen und die Gesamtheit hierin wichtigen' Gesichtspunkte-möglichst oft und eindringlich der deutschen Judenheit vor Augen geführt werden. In diesem Sinne ist -die Hauptstelle vorwiegend tätig gewesen. Sie hat durch Verbreitung ihrer Druckschriften, -durch Vorträge in.-den Ortsgruppen des Zentralvereins, den Logen und anderen jüdischen Organisationen zuwirken gesucht; sie hat insbesondere auch an der Verbreitung ihrer Ideen im Felde gearbeitet. Auf. Wunsch der Feldvabbiner sind -diese Drucksachen der Hauptstelle in einer Zahl von insgesamt 8680 übersandt worden, die von den einzelnen Feldrabbinern nach Maßgabe der in ihren: Seelsorgebezirk bestehenden! Bedürfnisse angefordert waren. Die von den Feldrabbinern eingegangenen Nachrichten zeigen, daß auch unter unseren Soldaten der Gedanke der Berufsberatung großen Anklang gefunden hat. Nicht möglich ist es dagegen, dem von einigen Seiten andie Hauptstelle -heraugetretenen Verlangen 'entsprechend' mit großen statistischen Zahlen bezüglich der erzielten Erfolge auszuwarten. Hiergegen sprechen die obenangeführten Gesichtspunkte. Es ist aber überhaupt auch nicht möglich, Wirkungen , der Berufsberatung statistisch 'darzustellen. Die. Einwirkung der Tätigkeit kann naturgemäß nur eine beratende sein. Ob und in welchen: Umfange der Rat für die Entschließungen des Ratsuchenden entscheidend ist, läßt sich nicht oder nur mit großen Schwierigkeiten seststellen. Immerhin wird es interessiere^ daß die Hanptstelle in etwa 250 Fällen von Personen aus den verschiedensten Teilen «des Reiches direkt angegangen worden ist, also ein durchaus nicht unerhebliches Arbeitspensum zu erledigen hatte. Prinzipiell soll die Beratung im Einzelfalle aber nicht Aufgabe der Hauptstelle, sondern der einzelnen örtlichen Beratrmgsstellen sein. Die Hauptstelle soll mir ergänzend eingreifen.. - -begehen ^gegenwärtig folgende örtliche Bera^ngDellen: -ÄroHDeMWBÄUckü,^ Lhiemnch,' C-äffeh Danzig, Dresden, Hamburg, uHännvveW^.GroW^zo'gtMn Hessen (Worms), Herford i. Ä., Liegnitz, Magdeburg, München, WerschlGen (Beuthen), Posen. ' In Vorbereitung ist die^ Errichtung von BevatunMtellen in Frankfurta. M.,> Stuttgart, Straßburg i. Els^ Königsberg i. Pr., Glberfeld. Zn Padep soll die Beratungsstelle der in GE-ndung befindlichen jüdischen. WohlfahrtszentvaLe angegliedert werden. Von den einzelnen BeMtungWellen /sind Jahresberichte eingefordert, die 'bei Abschluß dieses" Berichtes erst zum Teil vorliegen. Eine Konferenz der Leiter -der Beratungsstellmist von. vielen Seiten verlangtworden. Zur Feststellung des Kostenpunktes ist. zunächst 'bei dm-.einzelnen Stellen ungefragt worden, ob von ihnen ein Vertreter auf eigene Kosten entsandt würde. Aus ider Tätigkeit der HMPtstelle im einzelnen mag folgendes hervorgehoben werden: - Bon der von uns' ausgestellten Bakanzenliste, die Niederlaffungsrnoglichkeiten für selbständige . Kaufleute, Handwerker, Landwirte und ^Angehörige der freien Berufe, namentlich in kleinen Orten, .angibh ist die zweite Ausgabe erschienen. Nachträge dazu gehen in _ -eiligen Ei.nzelfällen den einzelnen örtlichen Beratungsstellen zu. Auch hier zeigen sich die eigenartigeil Verhältnisse der Kriegszeit. Eine Arztstelle mit 30 000 Mark Praxis konnte trotz aller Mühe nur schwer, eine solche mit 20 000 Mart Praxis in nächster Nähe einer Großstadt bisher überhaupt noch nicht besetzt werden. Man vergleiche dazu die Klagen, die sich in Frieden-szeiten über die Not des Aerztestandes erhoben. Um für die Tätigkeit der-Hauptstelle in weiten Kreisen Propaganda zu machen., und gleichzeitig auch in den für uns in Betracht kämmenden Stadtkindern größeres Interesse für ländliche und -kleinstädtische Verhältnisse zu -erwecken, hat sich die Hauptstelle auch der Verschickung von Stadtkindern auf das Land angenommen. Es. ist -ihr gelungen, insgesamt 527 Kinder, zum Teil auf mehrere Monate, unterzubringen. Aus 485 Stellen konnte -die Unterbringung völlig unentgeltlich erfolgen, während bezüglich des - Restes ein geringer Betrag für Beköstigung erhoben wurde. Bei dem größten Teil der Stellen konnte auch rituelle Verpflegung zugesichert werden. Auf die einzelnen Laudesteile verteilen sich die Stellen wie folgt: Baden 14, Bayern 21, Birkenfe-ld 1$, Brandenburg 2, Braunfchweig 1, Hannover 15, Hessen 61, Hessens-Nassau 6, Meiningen 5, Mecklen- \ barg 7, Ostpreußen 75, Pommern 13, Posen 53, Rheinprovinz 46, Sachsen-Wennar-Oisenach 3, -Schlesien 46, Schwarzburg-Sondershausen 1, Westfalen 6'3, Waldeck 3, Westpreußen 76, Württemberg 6. Es gelang auf diese Weife, .für 362 Mädchen und 165 Knaben einen Sommeraufenthalt zu verschaffen-. Bon den Merkblättern, die unser Ausschuß zur Jugendberatung zur Verteilung an die Jugend, Eltern und Erzieher herausgibt, sind bisher folgende sieben erschienen: 1. Die Aussichten im Kaufmannsberuf. 2. Der Gärtnerberus. 3. Handwerk und Gewerbe. 4. Der Bau- und Maschinentechmker im unteren und mittleren Beamtenberus. . 5. Der Beruf des gelernten Arbeiters. 6. Die Aussichten im zahnärztlichen Beruf. . 7. Der Maschinen- und Elektrotechniker im freien Beruf. Weitere sind in Vorbereitung. Wir beschäftigen uns ferner damit, zu prüfen, inwieweit Ergebnisse der aus den Lehren der Experimentalpsychologie beruhenden, besonders von unseren Mitgliedern Professor Stern in Hamburg und Dr. Lipmann in Berlin vertretenen psychologischen Berufsberatung für unsere Zwecke verwertbar sind. Wir wollen uns zunächst bemühen, mit Hilfe von Sachverständigen die persönlichen Erforderniffe für die einzelnen Berufe sestzustellem Die Aufstellung eines Fragebogens für diesen Zweck ist in Arbeit. Auf Anregungen aus Mitgliederkreisen finden augenblicklich Erhebungen über die Aussichten des Krankenpflegerberufs und der Offizierslaufbahn in der Handelsmarine statt. Ein Verzeichnis der Ausbildungsanstalten, für männliche und weibliche Personen unter Angabe der ihnen verliehenen staatlichen Berechtigungen stellt für uns zurzeit die neubegründete jüdische Wohlfahrtszentrale auf. Was die Zuführung zu den einzelnen von uns besonders ins Auge gefaßten Berufen betrifft, so zeigen sich auch hier die spezielle!: