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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-04-12 · Heft 15 (12.4.1918) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 15 (12.4.1918)
Date
1918-04-12
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 ) Seminarlehrer Falkenberg: „lieber die- Teuerungszulagen." 2. Herr Lehrer Hanfs: „Die Anstellung, jüdischer Lehrkräfte an den Berliner Gemeindeschulen." 3. Herr Dr. Löwenberg: „Das Prinzip der Arbeitsschule und der Religionsunterricht." 4. Herr Lehrer N a s ta-n i e l: „Neue Vorschläge für den hebräischen Unterricht" und Herr Lehrer. Fal ke nber g : „Noch einmal die Teuerungszulage." 5. Frau Justizrat Meyer (Stargard): „Berufsberatung und Berussvermittlung." 6. Herr Dr. Löwenberg: „Du sollst den Armen nicht bevorzugen in seinem Rechtsstreite." 7. Herr Lehrer Hanfs: „Unsere Teilnahme an der Gemeindeverwaltung." Einen großen Teil unserer Tätigkeit nahm die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der jüdischen Lehrer ein. Es wurden vielfach Schritte unternommen, die Kriegsbeihilfen und Kriegsteuerungszulagen nach unseren Wünschen zu gestalten, und die Bemühungen haben auch teilweise zu Erfolgen geführt. Von den'95 Mitgliedern der Vereinigung (70 Herren und 25 Damen) stehen zurzeit 20 im Heeresdienst. Infolge einer Statutenänderung können Mitglieder, die nach auswärts verzogen sind, auch weiterhin dem Verein angehören. Die Fortbildungskurse,, die während des Krieges eingegangen waren, sind wieder ausgenommen worden; zunächst findet ein hebräischer Kursus unter Leitung des Herrn Rabbiners Dr. Wehl statt. Ein Ausschuß wurde im Anschluß an den Dorttag über die Anstellung jüdischer Lehrer gewählt; seine Tätigkeit ist noch nicht abgeschlossen. Inzwischen begrüßen wir den Erfolg, den der Verband der Deutschen Juden und der Deutsch- Israelitische Gemeindebund' auf .diesem Gebiete zu verzeichnen haben, und danken ihnen für ihr-Eintreten." ' S£2 Berlin, 9. April. Am 23. v. M. wurde durch eine schlichte Feier das Winterhalbjahr 1917/18 der Jüdischen Toynbee- Ha lle der Ber'li n er L o gen> U. O. B. B. geschlossen. Es hatte sich eine große Anzahl von Besuchern eingefunden, ebenso waren die Damen und Herren des Komitees sowie des Vorstandes fast vollzählig vertreten. Herr Dr. Julius Beckev hielt einen Vortrag über: „Freiheit und Zwang im Wirtschaftsleben", dem sich sodann die Verpflegung und der musikalische Teil würdig anschlossen. Der Leiter des Abends dankte den Gönnern der Toynbeö-Halle in herzliche!: Worten, worauf der Hausvater im Namen der Besucher dem Vorstand für die große segensreiche Arbeit dankbare Anerkennung zollte. Der durchschnittliche Besuch der Abende waren zirka 375 Personen. E. M. Berlin, 9. April. Die diesjährigen Veranstaltungen des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur, beschloß am 21. v. M. ’ ein Vortrag von Pros. Dr. Gustav - D a l m a n n (Greifswald) über „Galilüische Synagogen- und andere Reste spätsüdischer Bautätigkeit in Palästina". Die ältesten Spuren verfolgend,-zeigte er an der Hand vorzüglicher Lichtbilder die Bauten Palästinas, die mit Juden und Judentum in Beziehungen stehen, von den Resten der galilüischeu Synagogenruinen aus dem dritten Jahrhundert bis zum. Ausbau des Hebräischen Gymnasiums in Jaffa. Beispiele jüdischer Profanarchitektur haben sich nur an zwei Stellen des alten Landes erhalten. Ihnen allen gemeinsam ist die Verwendung des siebenarmigen Leuchters als häufigstes Schmucknwtiv, das wiederholt mit Symbolen des Winbaues verbunden ist. In den alten Shnagogenresten in Galiläa muß ein lebensfrohes Volk gebetet haben, das die figürlichen Darstellungen nicht für religiös unzulässig hielt. Die Wände sind geschmückt mit Skulpturen von Löwen, Adlern, Zentauren und Najaden; in einer dieser Synagogen läuft ein Fries um die Wände, der traubenpflückende und kelternde Männer in froher Bewegung zeigt. Hebräische oder aramäische Segenssprüche für alle, die zum Baue oder zum Schmucke der Gebäude beigetragen haben, stellen den religiösen Eharnkter dieser Bauten zweifelsfrei fest. Die Darstellung mittelalterlicher jüdischer Heiligtümer, wie die Gräber der „heiligen Männer bei Safed", leiteten zur Gegenwart über, die durch die Bilder blühender jüdischer Ackerdörfer in Palästina illustriert wurde. Nach der Ansicht des Vortragenden, der als Leiter des Deutsch-Evangelischen Instituts in Jerusalem als guter Kenner palästinensischer Verhältnisse anzusprechen ist, hat die jüdische Kolonisationstätigkeit in Palästina hervorragende Erfolge erzielt. Die Zukunftsaussichten der jüdischen Arbeit im Heiligen Lande bedingen nach seiner Meinung auch eine erzieherische Fortbildung der Araber, die für die Neugestaltung Palästinas von großer Wichtigkeit sind. Die jüdischen und deutschen Dörfer haben hier Pionierarbeit zu leisten, damit aus dem Wettstreben aller Volker «das Heilige Land zu neuer Blüte erwächst. Königsberg i. Pr., 5. April. Der Jüdische Frauenbund, Ortsgruppe Königsberg, hielt unlängst seine Hauptversammlung Unter dem Vorsitz von Frau Dr. Bog elfte i n ab. Sie wurde eingeleitet durch «einen Vortrag von Rabbiner Dr. Vogel st ein über „Die Frau im Judentum". Der Redner führte aus, daß die Stellung der Frau im Judentum von jeher bedeutend höher, und würdiger war als bei den anderen orientalischen Völkern. Wohl war die Polygamie erlaubt, aber -nicht schutzlos war die Frau der Willkür des Mannes preiisgegeben; die Einehe wurde immer mehr: die Regel und schon, «int Jahre 900 von Rabbi Gerson Gesetz erhoben. Da die Frage der doppelten Moral von Mann und Frau weniger leichtfertig als heute behandelt wurde, gebot die Religion die Frühehe, was freilich oft auch ungesunde Verhältnisse hervorbrachte. Das Gefüge der Familie war ein festes und inniges, die Frau war der Stolz des Hauses, ihrem Manne eine gleichwertige Gehilfin, die oft auch noch die Last des Erlverbslebens auf sich nahm. In ihrer Hand lag die Erhaltung des religiösen Lebens und des idealen Sinnes. Ihr Stolz und ihr Glück war ihre Mutterschaft. In vielen Schriftwerken wird ihr Lob verkündet. Wohl ist die jüdische Literatur nicht reich .an eigentlichen Liebesliedern, doch besitzt sie im Hohen Liede das unvergleichlich schönste seiner Art. Der Vortragende ging noch kurz auf die Frauen ein, die sich in früheren Zeilen auch in der Oefsentlichkeit ausgezeichnet hatten, verweilte kurz bei Rahet L,e v i n , der feinsinnigen Gattin Darnhagen v. Enses, und bei Henriette Herz, die freilich später dem Judentmn untreu geworden sind, und würdigte warm die Verdienste der ehrwürdigten Henriette Goldschmidt, der Begründerin des Allgemeinen deutschen Frauenvereins,, um die Erstarkung der deutschen Frauenbewegung. Viel Tüchtiges leisten die jüdischen Frauen auch in den heutigen schweren Kriegszeiten. Eine große Ausgabe haben sie noch für.-die Glaubensgenossen im Osten zu leisten. — Nach den gehaltvollen Ausführungen des Redners gab Frau Freitag den Rechenschasts-, .Frau Ginzberg -den Kassenbericht. Frau Reichnt ict itn berichtete über die neugegründete Ausstattungskasse für unbemittelte Brautleute. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl sämtlicher neun Damen des Vorstandes. W. Aus der Provinz Posen, 5. April. Posen: Vizefeldwebl Krombach ist zum Leutnant d. R. befördert worden. — Der Sattler Meister Heinrich Latzin Firma Julius Latz, hat den patentamtlichen Schuh aus seine Erfindung: „Neu konstruierter lederersparender Ofsiziersattel", z ir nt allgemeinen volkswirtschaftlichen Nutzen wieder ausgehoben. Dieses Vorgehen des Herrn Latz ist im vaterländischen Interesse zu begrüßen. — Das Verdienstkreuz für Kriegshilfe ist den: Direktor Berthold Hei mann, Leiter -des Pädagogiums in Posen, verliehen worden. -- Die Firma Rudolf Pe ters da rf s, hier, hat zur 8. Kriegsanleihe 500 000 Mark gezeichnet. — Herr Dr. Th. Pincus leitet hier einenvom Vaterländischen Frauenverein veranstalteten Lehrgang in der Säuglingspflege für. gebildete junge Mädchen. — Die Frau Prinzessin August Wilhelm, besuchte am 22. März die Maschinenfabrik der Ge b r ü der Lesser. Sie wurde empfangen vom ältesten Mitinhaber der Firma, Siegfried L e s s e r. — B i r n ba u m: Ter» langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden des Vaterländischen Frauenvereins Frau Justizrat Helene V o ß geb. Reinhard ist für hingebende verdienstvolle Tätigkeit für die .gemeinnützigen Zwecke des Vereins die Rote-Kreuz- Medaille 2. Klasse verliehen worden. — Lob s ens: Das Fest der goldenen Hochzeit feierte am 10. Mürz das Salomon, M o ste s sche Ehepaar. Der Bürgermeister überreichte dem Jubelpaar die vorn König verliehene Ehejubiläumsmedaille. — Rogasen: Dem Stadtältesten Kaufmann Js. Jastrow und seiner .Ehefrau ist anläßlich ihrer goldenen Hochzeit die Ehejubiläumsmedaille verliehen worden, die ihnen durch den Rabbiner Tr. Dünner überreicht wurde- — Das Verdienstkreuz für Kriegshilfe ist dem Rabbiner Dr. Dünner verliehen worden. — O st r o w o : In der jüdischen Schulvorstandssitzung wuvde beschlossen, von. dem Barbestände der Schulkasse bis zu 10 000 Mark zur Zeichnung von Kriegsanleihe zu verwenden. Die zahnärztliche Behandlung der jüdischen, Schulkinder soll auch im. Rechnungsjahre 1918 stattfinden. Die Jahresrechnung für 1916 schließt ab in Einnahme mib 22 032,36 Mark und Ausgabe mit 12 815,48 Mark.

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