Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 82 (1918)
- Issue
- Heft 14 (5.4.1918)
- Date
- 1918-04-05
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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3 zweier prächtiger Kinderchen ein urustergüLtiges Che leben. Dem berühmten und frommen Hause Al'tmann in -Karlsruhe entstammend— sie war eine Tochter des Herrn Meier Altmann und eine Enkelin des früheren badischen Oberrates — fand sie den Zweck ihres Lebens darin, die altjüdischen Ueberlieferungen hochzuhalten und sich eifrig in ihnen, zu beteiligen. ^So kam sie gerade vom Gottesdienst und wollte nach ihren Kindern schauen, als das todbringende Geschoß sie ereilte. Bei der stattgehabten Beerdigung, an der sich so ziemlich die ganze Gemeinde beteiligte und viele Leidtragende aus Karlsruhe, Frankfurt usw. herbeigeeilt waren, fand Herr Oberbürgermeister Dr. Göttelmann tiefempfundene Worte der Anteilnahme. „Die Blüte unserer Jugend schläft draußen in fremder Erde den Todesschlas. Aber auch die Tote, der wir heute die letzte Ehre erweisen, sie ist gefallen für das Vaterland. Ihrer wollen wir mit gleicher Liebe gedenken und ihr Grab soll ebenso in Ehren gehalten werden wie die Gräber unserer gefallenen Krieger. frommen Schülerin galten die Worte des Herrn Rabbiners Dr. Sch i f f e t (Karlsruhe); die gefaulte Jüdische Gemeinde der badischen Hauptstadt nehme den wärmsten Anteil an dem tragischen Geschick der Verblichenen. Darauf übergab man, was sterblich war an Frau Meta Cahn, der Erde. er. Stratzburg i. Elf., 27. März. Der -als „Papa Schnurmann" in vielen Kreisen .geschützte Rentier Emanuel Schnur mann ist dieser Tage im 78. Lebensjahre verschieden. Der alte Herr war als einer der ersten deutschen Israeliten int Februar 1872 von Lahr hierher verzogen und hat aus kleinsten Anfängen einen industriellen Großbetrieb entwickelt. Des Verstorbenen Bestreben war von jeher darauf gerichtet, die eingesessene und eingewanderte Judenschaft einander näherzubringen, und so wirkte er auch seinerzeit als Vorstand des Israelitischen Krankenhauses. Aus Anlaß der goldenen Hochzeit wurde dem Ehepaar Schnurmann 1915 die Jubiläumsm zahttdasNeich für ieöetOOOJXlar* ftrfeggonfeiftr. Go fegfi Du Dein (Sdd rnünöelsrchee und hoshveryrnsttÄh un. Namens der Stadt Mainz spreche ich ihren Hinterbliebenen, Anverwandten und Freunden das ungeteilte herzliche Beileid der gesamten Bürgerschaft aus. Sie mögen in dem allgemeinen Mitgefühl eine Linderung ihres Schmerzes finden. Gott der Herr aber möge sie trösten, der gesagt hat: Ich will euch trösten, wie einen Mann seine Mutter tröstet. Das ist ja das Furchtbare dieses Krieges, daß nicht mehr nur die bewaffnete Macht der Völker gegeneinander kämpft, sondern Volk wider Volk in allen seinen einzelnen Gliedern. Einmal aber wird die Sonne des Friedens über den Völkern wieder aufgehen. Ach, daß sie bald erschiene: Dann, so hoffen wir, wird ein milderes, glücklicheres Zeitalter kommen, das uns die heutige schwere Not der Zeit wird vergessen lassen und uns durch das Glück unseres Volkes die schweren Opfer lohnen wird, die wir heute bringen müssen. Ihr, Hinterbliebene dieses Opfers, richtet euch auf an dieser Hoffnung und vertraut auf den Allgütigen, der eure Schmerzen lindern und eure Tränen trocknen wird." Mit tränenersiickter Stimme widmete sodann unser Rabbiner Herr Dr. B o n d i dem Kinde seiner Gemeinde einen ergreifenden Nachruf; er schilderte alle ihre hervorragenden Tugenden und was Familie und Gemeinde an der Heimgegangenen verloren haben. Der einstigen, treuen und! medaille vom Kaiser verliehen. Das Hinscheiden dos beliebten! Marmes hat allgemeines Bedauern hervorgerusen. Amerika. Z. New Uork. Am 13. Januar fand eine außerordentliche j Konferenz der Jüdischen Gemeinde von New Uork statt, die zum j Zweck der Reorganisation der Gemeindeverfassung einberufen war.! Fast 200 Delegierte nahmen an der Konferenz teil, die von dem! Vorsitzenden Dr. I. L. M a g n e s mit einem Referat über Zweck und! Ziele der Kehillah eröffnet wurde. Tr. Magnes betonte die Notj Wendigkeit einer durchgreisenden Reorganisation der Kehillah auf! demokratischer Grundlage und führte aus, daß die in Europa! üblichen Gemeindeverfassungen mls nicht in llebereinstiutmung mit j dem freien Charakter der religiösen, sozialen, erzieherischen und j pHikantropischeu Unternehmungen in Amerika für die Kehillah nicht j in Betracht kornmen. Er erwähnte, daß, die New 'Iorker Judenheit im Jahre 1917 allein 17 600 000 Dollar für lokale jüdische Zwecke gespendet habe, .wobei die Beträge «für Kriegshilfe nicht mit inbegriffen sind. Dr. S. Ben der ly legte den Neorganifationsplan für die neue Verfassung der Kehillah vor, der von der Konferenz