Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 82 (1918)
- Issue
- Heft 14 (5.4.1918)
- Date
- 1918-04-05
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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4 einstimmig angenommen wurde. Nach dein neuen Statut wird die Stadt New Jork in 18 Gern eindediftrr i kte zerlegt, die eine Gesamtzahl von 100 Gemeindebezirken umfassen. Die Distrikte erhalten Namen, die Einzelbezirke Nummern. . Die Delegierten zur Kehi-llah- Konvention worden gewählt 1. von Ei.nzelmitgliedern der Kehillah, 2. von Synagogen, Organisationen und Institutionen, die der Kehillah angehören, 3. von zentralen Organisationen (Föderationen. Orden usw.) in Groß-New Uork, deren Hauptvereine der Kehillah angegliedert sind. Die Gesamtzahl der Delegierten zur Kehillah- Konvention beträgt 550.. T>ie Maximalzahl der von den 100 Kehillah-Bezirken gewählten Delegierten soll 500 sein; die Zentralorganisationen, die Föderationen. Orden usw. haben das Recht zur Wahl von höchstens 50 gleichmäßig verteilten Delegierten. Jeder der 18 KehillahEezirke wird von einem Distriktskomitee geleitet, das vom Vorsitzenden des Exekutivkomitees der Kehillah ernannt wird und zwischen 10 und 15 Mitglieder umfaßt. Ter Vorsitzende jedes Distriktskomitees ist gleichzeitig Mitglied des Exekutivkomitees der Kehillah. Vor Schluß der Tagung brachte Herr Joseph Barondeß eine einstimmig angenommene Resolution ein, in der die bekannte Erklärung des englischen Ministers des Aeußern Balföur, wonach die britische Regierung die Errichtung einer nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes in Palästina begünstigt,, mit Freuden begrüßt wird und der Tank der Konferenz an das englische Volk zum Ausdruck kommt. — Zu den Ausführungen des Dr. I. L. M-agnes. daß die New Porker Juden im Jahre 1917 die Summe von 1734 Millionen Dollar für allgemeine Wohltätigkeit in Amerika aufgebracht haben, bemerkt die „American Jewi-sh Chronicle": „Man darf die Summe der .von den amerikamschen Juden außerhalb New Uorks für die gleichen Zwecke ausgebrachten Gelder auf 20 Millionen Dollar schätzen, was einen Gesamtbetrag von 40 Millionen Dollar allein für lokale Wohltätigkeit ergibt, d. h. eine Summe, die das Jahres'b-u dget von Staaten wie Bulgarien und Serbien übersteigt. Tie amerikanische Judenheit kann auf dieses Ergebnis mit Recht stolz sein. 13% Dollar pro Kopf der Bevölkerung ist sogar unter den Inden, deren Wohltätigkeit von jeher berühmt war, ein Rekord. Die Bürger der kleineren Staaten zahlen im Durchschnitt nicht mehr für die Aufrechterhaltung, ihres Staatswesens. Wir haben immer behauptet, daß unsere Ausgaben für Wohltätigkeit allein ausreichend wären, um eine jüdische Verwaltung -in Palästina zu erhalten, und die oben angeführten Zahlen bilden einen Beweis für unsere Behauptung. Noch vor zwanzig Jahren wurde der Betrag von 50 Millionen Francs, den die zionistischen Führer als notwendig für Palästina hielten, als eine erschreckend hohe Summe betrachtet, und es erschien damals fast unmöglich, daß das ganze jüdische Volk diesen Betrag au springen sollte. Jetzt , gibt die New Uorker Judenheit, die nur 12 Prozent unseres Volkes ausmacht, allein das Doppelte dieser Summe jährlich für lokale Wohltätigkeit aus." Von Ash und ffern. — Der Geheime Sanitätsrat Professor Dr. I. Boas, der als wissenschaftlicher Forscher der Medizin neue Wege gewiesen hat, feierte am 28. v. M. feinen 60. Geburtstag. Dem Jubilar, der sich um die Ergründung und Behandlung, der Verbauungskrankheiten besondere Verdienste erworben hat, gratulierten der Verein für innere Medizin, die Aerztliche Gesellschaft, der von ihm begründete Verein für ärztliche Fortbildungskurse usw. Auch die Aerzte und Assistenten seiner Poliklinik für Magen- und Darmkrankheiten sowie zahlreiche Berufsgenoffen und frühere Patienten sandten ihm ihre Glückwünsche. — Zum Direktor des Kaiser-Friedrich-Kinderkrankenhauses in Berlin wählte der Magistrat an Stelle des ausscheidenden Geheimen Rats Prof. Dr. Baginfkh den leitenden Arzt am Krankenhaus des städtischen Waisenhauses Prof. Dr. F i n k e l st e i n zum ärztlichen Direktor am Kaiser->und-Kaiserin- Fr ied r ichi-K i n der krau kenhau s. — Bei der Wahl zum A elte st entöl legi um und zur Finanzkommission der Korpor a tion 'der Kaufmannschaft von Bdrün sind unter anderem folgende Herren gewählt worden: a) Regelmäßige Wahl zum Aeltestenkollegium: Joseph Brasch, Georg Fra n k„ Kommerzienrat Adolf M o s e r , Stadtältester Dr. Max W e i g e r t, Direktor Oscar W a s s e r - m a n n, Fabrikbesitzer Dr. Max Levy; b) außerordentliche Zuwahl aus den Handelskamniermitgliedern: Geheimer Kommerzienrat Wilhelrn Kopetzky, Dr. Rudolf M o s s e, Dr. James Simon; c) in die Finanzkommisision: Direktor Max S a l i n g tz r i n Firma Gustav Salinger, Leo Wreschner, Direktor Emil. Wittenberg. — Aus der Tonka-Schönfeld-Stiftung, die 'der Berliner Theater di rektor Jean .Kren errichtet hat, wurden am 'Geburtstage der verstorbenen Frau Direktor Schönfeld nach einer Ansprache des Rabbiners Dr. Galliner 40 jüdische Kinder gespeist. — 10 000 Mark sind von der Frau, Gertrud Solmitz für eine zum Gedächtnis des verstorbenen Stadtverordneten Selmar Solmitz zu errichtende Stiftung am Kinderashl dem Magistrat Berlin zugegangen. — Der Jüdische Frauenbund bittet uns,'- darauf hinzuweisen, daß im neuen Vierteljahr die Fortsetzung der Vorträge im „Lehrgang über jüdische Wohlfahrtspflege" stattfindet, und zwar sprechen am: 13. April Fräulein 'Bertha Pappen h e i m, 20. April Fräulein Dr. Cora B e r l i n e r, 23. April Herr Dr. 'Eisenstad t , 4. Mai Herr Dr. Friedrich Ollendorff. — Der Verband der iüdischen Jugendvereine Deutschlands hält am 9. Mai d. I. (Hinmielfahrtstag) zu Berlin eine Vertreterversamwlung ab. Nähere Mitteilungen ergehen später.- — In der am Sonntag, den 7. April, 6% Uhr nachmittags, in Berlin, Kantstraße 8, stattfindenden Hauptversammlung der Kantoren-Hilfs- .kaffe in Deutschland wird unter anderen Herr Königlicher Musikdirektor A. Fried m a n n einen fachwisienschaftlichen Vortrag halten. -- Oberarzt Dr. Arnold Loevy. Sohn des Rabbiners Dr. Loevy in Graudenz. ist mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet worden. — Herr , Jüstizrat Kosterlitz, der Vorsteher der Synagogengemeinde Königshütte, hat das Verdienstkreuz für Kriegshilfe erhalten. — Herrn Bankier M. Marburg, Inhaber der Bankfirma M. M. Marburg in Hamburg, ist der Rote Adlerorden 2. Klaffe verliehen worden. —- Prof. Dr. Hans Goldschmidl (Essen) wurde von der Technischen Hochschule in Dresden wegen seiner Verdienste um die Auffindung und Ausarbeitung der Aluufininotherm.ie » Dr. ing. h. c. ernannt. — Rabbiner Salomon Bamb e r a> e r , bis zum Ausbruch des Krieges Rabbiner in Sennheim (Elf.), eine von hohem indischen Idealismus getragene Persönlichkeit, ist in Würzburg im Alter von 83 Jahren vor schieden. Er war einer der letzten, -die di e so schwer Heinrae suchte Ortschaft verließen. — Die beiden städtischen Kollegien in Selb (Bayern) haben -einstimmig Kommerzienrat Philipp 'Rose nt hol das Ehrenbürgerrecht verliehen. — Der König von Bayern verlieh Frau Emil Jgersheimer geb. Guggenheim in Frankfurt a. M. das König-Ludwig-Kreuz für Heim>atverdienste während des Krieges. — Aus Wien wird berichtet: In der jüngst abgehaltenen Plenarsitzung des Kultusvorstandes gelangte der Voranschlag für 1918 zur Verhandlung. Nach dem Referate des Vizepräsidenten Dr. L. Kohn wurden die Einnahmen mit 4 966 106,28 Kronen und die Ausgaben mit 5 869175,20 Kronen veranschlagt. Das Defizit beträgt sonnt 890 368,92 Kronen. Das Bugdet ist mit starker Majorität angenommen worden. — Eine Stiftung zur Bekämpfung der Krebskrankheit ist der Wiener Kultus gemeinde zugefallen. Der verstorbene Grohkaufmann Rudolf Nossal hat im Testament 170 000 Kronen für humanitäre Zwecke binterlaffen, wovon 60 000 Kronen für eine zu errichtende Stiftung für jüdische Krebskranke in die Verwaltung der Gemeinde übergehen. Die restlichen 110000 Kronen sind für verschiedene jüdische und interkonfessionelle Wohlfahrtseinrichtungen bestimmt. — Der in Wien wegen angeblichen Ritualmordes an der Agnes H r uz a mm Tode verurteilte und zu lebenslänglichem Kerker begnadigte Leopold Hülsner ist, wie ein Privat - Telegramm meldet, jetzt, nachdem er 15 Jahre seiner Strafe verbüßt hat, vollständig begnadigt und aus der Haft entlassen worden. — In Krakau ist vor kurzem der Saloschiher Rabbi Abr. Moses Klingberg im Alter vom 79 Jahren verstorben. Der verewigte Rabbiner genoß hohe Verehrung in weiten Kreisen, die sich in der allgemeinen Trauer um seinen Heimgang und in der zahlreichen Beteiligung aller Parteien' an der Beerdigunlgsfeierlichkei't kundoab. Trauerreden durften nicht gehalten werden. — Die Familie des Petersburger Millionärs M. Gor'don hat eine Summe von 200 000 Rubel zur Gründung eines jüdischen Sanatoriums in der Krim gespendet und zu diesem Zwecke ein größeres Grundstück bereitgestellt. Das Sanatorium soll der Behandlung jüdischer Lungenkranken und Schwindsüchtigen gewidmet sein.__ __;_ Verantwortlicher Redakteur: Albert Satz in Berlin-Pankow, Florastraße 88. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau.' Druck und Verlag von Rudolf Masse.