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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-04-05 · Heft 14 (5.4.1918) · p. Seite 163

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 14 (5.4.1918)
Date
1918-04-05
Page
Seite 163 (sequence 7)
Language
German
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163 dieses Idee vor ihm ganz in Len Hintergrund treten mußten, so hat auch Wellhausen ein reich bearbeitetes Gebiet vorgesunden, aber bei ihm erst haben die Ergebnisse der ihm vorangegangenen Forscher einen gewissen Höhepunkt erreicht, er hat den Gedanken der Alten in besonderer Formvollendung und Ausreifung dargeboten. Ganz besonders muß dies im Hinblick auf den tiefen Einfluß Wellhausens aus die Religionsanschauung des modernen Judentums hervorgehoben werden. Es soll dadurch nicht das Verdienst Wellhausens verkleinert, wohl aber das seiner Vorgänger nach Verdienst gewürdigt werden. Gerade im Judentum ist, soweit wir sehen, nicht die spezifische Wellhausensche Anschauung über die Entwicklung der israelitischen Gottesans chauung wie über die Gestaltung desPentateuchs und seiner Komposition ganz allein maßgebend. Was die liberalen jüdischen Theologen von der Bibelkritik in der Regel akzeptieren, so die Quellenscheidung im Pentateuch und die Voraussetzung von nachmosaischen Partien in dem- Tc man nwp “6k ftmaa lm taM» fc aa fcmm - tamaafaa I m iii. r mumm ■ | IBfflr i arbeitet, aufkam, haben die meisten Orientalisten und Bibelforscher diese Archäologie zur Basis ihrer Untersuchung genommen, in der Ueberzeugung, daß die kulturelle Entwicklung Israels, das auf dem Schoße Babylons und Aegyptens ausgewachsen ist, gerade in assyriologischer und ägyptologischer Beleuchtung am richtigsten beurteilt werden könne. Das hat aber Wellhausen sonderbarerweise nicht getan. Er versteifte sich aus den alten Arabismus und war nicht von der falschen Meinung abzubringen, daß der alte Arabismus ganz allein als Illustration für das biblische Israel zu gebrauchen sei. Dadurch konnte er sein System allerdings als ein geschlossenes Ganzes bieten. Aber die strenge Geschlossenheit ist gerade das Merkmal der Schwäche seiner Lehre. Denn es kann als nichts anderes als ein starrer Dogmatismus angesehen werden, wenn man sich gegen die einleuchtendsten und frappierendsten Ergebnisse der neueren vergleichenden Religionsforschung absperrt und unbeugsam an der alten These, daß der Trabis¬ Mb lintank yn. FlBLlJK MM'tarn Hwfo HnJa selben, war den Kreisen der christlichen Bibelsorschung viele Jahrzehnte vor Wellhausen bekannt. Aber die Bewunderung seines scharfsinnigen Blickes wie seines historischen Feinfühlens hat auch die jüdischen Bibelforscher, besonders die osteuropäischen, fasziniert und auf die kritische Bahn gelenkt, wenngleich sie daraus verzichten, ihm auf dem ganzen weiten Wege Gefolgschaft zu leisten. Der Punkt, an dem die jüdischen Gelehrten Wellhausen künftighin hoffentlich noch mehr als bisher Valet sagen werden, das ist die vergleichende Religionssors chung. In diesem Wasser, das Wellhausen mehr befahren hat als seine Vorgänger, ist sein Schiff auf den Grund gefahren und es fehlte ihm an Kraft, dasselbe sortbewegen zu können. Hier ist auch die Stelle, an der auch die meisten christlichen Theologen und Religions- Historiker sich von Wellhausen trennen. Wellhausen war ein Orientalist alten Stiles, d. h. ein Arabist vom reinsten Wasser. Als die neuere Altertumsforschung, die, wie die Asshriologie und Aegyptologie mit den in letzter Zeit entdeckten inschriftlichen Urkunden, die weit in das graue Altertlnn hinaufragen. mus ganz allein die vorerilische Religion Israels erklären könne, festhält. Wellhausen läßt ganz außer acht, daß von der religiösen Literatur der vorislamitischen Araber noch nicht eine Zeile auf uns gekommen ist und daß daher die späteren religiösen Anschauungen der nichtislamitischen arabischen Urkunden nicht als Kommentare für die biblische Zeit dienen können. Wenn die Araber noch bis in die inohammedanische Zeit Jlliteraten auf jedem wissenschaftlichen Gebiete geblieben find, wie darf man sie als geistige Doppelgänger der alten Israeliten hinstellen, die doch, selbst nach Wellhausens Doktrin, bereits 15 Jahrhunderte vor Mohammed einen Jesaja, Amos und Micha sowie die Berfafier der I.- und E.-Geschichtswerke hervorgebracht und in früherer Zeit noch das Bundesbuch kodifiziert haben? Wenn es ferner auch nicht bezweifelt werden kann, daß die arabischen Stämme, bei denen die zahlreichen biblischen Sitten und Bräuche nachweisbar sind, Jahrhunderte vor dem Islam in enger Beziehung zum Judentum gestanden haben, daß ferner die ineisten arabischen Städte in den vorislamitischen Jahrhunderten von Juden bevölkert waren, und Budko: Die zehn Plagen. fiPö

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