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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-03-27 · Heft 13 (27.3.1918) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 13 (27.3.1918)
Date
1918-03-27
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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die Feme die bei ihr veMagtsn Juden? Selbst der Banngegon fünf Grafen, ' das Dorgeh^KäiserMaximiliäns und die Nichtigkeitserklärungen der Femurteile störten die Freistühle' nicht. Nach wie vor sandte die Feme ihre Vorladungen in die Judengasse. Den Femboten wurde die Ueberbringung der Briefe immer schwerer gemacht. Ost mußten die Buten die Adressaten tagelang suchen, da niemand diese Leimen wollte. Bis in die Synagoge ging dann der Sendbote. Fand dieser keinen Einlaß in die Stadt, dann schlug er den ' Brief an das Tor, wo er oft wochenlang stecken blieb. Die Prozesse gegen die Juden behandelten nur allgemeine Dinge, besonders Pfand- und Leih-- gefchäfte, niemals aber Kriminalsachen. Selten trat ein Jude gegen einen Glaubensgenossen' auf. Durch ihre Parteinahme für die Juden kam es zwischen der Stadt und den Freigrafen oft zu erbitterten Streitigkeiten, von denen der Redner einige fesselnde Beispiele gab und an denen er zeigte, daß die Gerichtsherren jener Tage auch gar ältestes und wohltätigstes Mitglied er ist, sind verschiedene Ehrungen geplant. Grsterrrich-Angam. A. F. Wien, 22. März. Am 15. April d. I. begeht der Oberkantor der Js raelitisch-türkischen Gemeinde in Wien, Herr Jakob Bauer, sein 50jähriges Berufsjubiläum. Jakob Bauer wurde 1852 in Groß-Pristerst (Ungarn) geboren, besuchte die Realschule in Wien und lernte gleichzeitig daselbst bei dem polnischen Kantor Feiysinger das Chasonus. Nach Vollendung seiner Studien wurde er in Ottakring bei Wien Kantor. 1875 wurde er nach Szigetvar, drei Jahre später nach Graz (Steiermark) als Oberkantor und Sekretär berufen. 1881 wählte ihn die Israelitisch-türkische Gemeinde in Wien zu ihrem Oberkantor. Hier organisierte er den Gottes- 9T)«ll9lttt9 nmda0 ift pr?v$t9Uf*9 g EtettrkvhlerrVevÄlkerunys f örövrunq um über^MMonen Eür Volk, vus solchen /ttiffcfcimmg ^mmtsrnt, -usübersÄcheWu^chrHskrirste verfügt.-us eine solch urbertfiuueÄeVMeruny Hai, ist -er stcherste Gchuwuer. - Ver^triegs arrleihe zeichnet, zeichnet daher die sicherste-apitalsaat^e derUMtt nicht so empfänglich gegen eine klingende Beschwichtigungsgabe waren. Die interessanten Ausführungen des Redners wurden von dem.zahlreichen Publikum mit großem Beifall ausgenommen. F.. Mainz, 22. März. Hier starb im 88. Lebensjahre das älteste Mitglied unserer Gemeinde, Herr Enoch Cahn, der viele Jahrzehnte in dem später nach Frankfurt übergefiedelten Hause S. B. Goldschmitt eine angesehene Stellung einnahm. Sein Vater, ein geborener Elsässer, war in ferner Jugend napoleonischer Soldat, dann über 50 Jahre hindurch israelitischer Lehrer in Kastel. . L. Wiesbaden, 22. März. Herr Stadt- und Bezirksrabbiner Dr. Adolf Kober, der -seit zahn Jahren hier als Nachfolger Dr. Silberfteins' amtierte, wurde zum Rabbiner von Köln als Nachfolger Dr. Franks erwählt. Er stammt aus, Breslau- und gehört der gemäßigt-liberalen Richtung an. Der Erwählte hat sich um die. Erforschung'der Geschichte der Inden von Köln große Verdienste erworben. — Herr Louis Laser, früherer Chef der Firma I. Hertz, ein weltbekanntes Haus im Fache der Damenmoden, das er durch seine rastlose Tätigkeit zu .großem Ansehen gebracht hat, feiert als eins der ältesten Mitglieder unserer Gemeinde in der nächsten Woche seinen 75. Geburtstag. Von seiten der Loge U. O. B. B., deren eifrigstes. dienst und schuf gemeinschaftlich mit seinem Chordirigenten Löwit das Werk ScHir H akowod. Im gleichen Jahre gründete er das Fachorgan „Die Oesterreichisch-ungarische Kantorenzeitung", und 1883 rief er, mit Sulzer und Singer zusammen, den Oesterreich: schiungarischen Kantorenverein, dessen Vorsitzender er seit dem Tode Singers ist, ins Leben. Er ist auch der Begründer und Leiter einer gut besuchten Kantoren schule, aus der viele bedeutende Kantoren hervorgegangen sind. Jakob Bauer steht noch in voller Amtstätigkeit und ist nach wie vor bestrebt, für seinen Stand zu wirken, um dessen Ansehennach innen und außen! zu erhöhen. Z. Budapest, 22. März. Der „Pester Lloyd" hat eine Rundfrage bei ungarischen Politikern über die rrnnänische Judenfrage veranstaltet. Graf Stefan T i s z a erklärte: „Die Lückenhaftigkeit der rumänischen Gesetze hat es in der Vergangenheit ermöglicht, daß aus Rumänien unerhörte Angriffe gegen die Monarchie gerichtet werden konnten. Es ist selbstverständlich, daß die rumänischen Gesetze eine Ergänzung erfahren, die es dem rumänischen Staat ermöglichen, den Weg zu den Kulturrdealen der fortgeschrittenen Völker zu finden und auch dm Pflichten der Nachbarschaft zu entsprechen. Die Regelung der im Berliner Vertrag bereits berührten rumänischen- Judensrage erscheint

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