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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-03-15 · Heft 11 (15.3.1918) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 11 (15.3.1918)
Date
1918-03-15
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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Foryl.^ --k-mchL.:MM: Wlichkv^ Mefintzün-g stäMM^ Ein Ausgleich zwiWM Priester» ünd Prophetentum ist in dem DeuteronomiumgeWWy.. '.-Evn^ Wiederholung des» -alten Gegensatzes findet sich ty&tet Kvifchen Priesterkum und Schulgelehrfamkeit, Mischen Sadduzäern und Pharisäern'. Die Adelspartei der Sadduzäer legte das Hauptgewicht aus die Politik. Ihnen stand die von den -Gelehrten gefül^-VolkHpartei?.-gegen:ü:ber,'die den Nachdruck auf das. Religiöse legte. Ihr Ziel war die Verwirklichung des allgemeinen Priestertums ganz IstMA. Die Sadduzäer hielten sich an den Buchstaben der Bibel, die Pharisäer sahen die ewige Geltung der Bibel in ihrer Anwendbarkeit zu jeder Zeit und schufen sich so neue religiöse Formen/ Zum Schluß widersprach der Vortragende der Charakterisierung der Pharisäer als Heuchler und Frömmler: - — BriesLa«, 8. März. . Die Repräsentantenversammlung der hiesigen Shnagogengemern.de -hielt jüngst eine Sitzung ab, die mit den unter Vorsitz des' Königlichen Polizeirats W e i ß erfolgenden Neuwahlen zum Vorstände der Shnagogengem-einde begann. Wiedergewählt wurden die 'turnusmäßig ausscheidenden Herren: Handelsrichter Stadtverordneter M ugd a n, Rentier Carl Leipziger, Rititergutsbefltzer Dr. Paul. Schyttländer und Sanitäitsrat Dr. Paul I u n g m a n n. An Stelle des verstorbenen. Stadtrats Marck wurde für den. Rest seiner Wahlperiode Geh. Justizrat. Landgerichtsra-t Goldfeld und endlich wurde in den Vorstand noch Jüstizrat Dr. Hirschberg neugewählt. Sämtliche'Wahlen erfolgten einstimmig. . An den Wahlakt schloß sich unter Vorsitz, des Oberlehrers Professor Dr. W o h l a n e r eine weitere kurze Sitzung, aus -der lediglich zu erwähnen ist der Beschluß, die Stelle des für daS Vaterland gefallenen Verwalters des Friedhofes, in Cosel, Herrn Otto Singer, während .der Dauer des Krieges nicht neu zu besetzen, vielmehr seiner Witwe, die . mit den Am'tsgeschäften vertraut ist, unter Mithilfe eines fachkundigen Gärtners den Posten zu. belassen. M. Hamburg- 8. März. Herr Julius Kronheimer, Chef des weitbekannten Exporthauses I. Kronheimer u. Co., Hamburg-Melbourne, dem in Gemeinschaft mit seinem Bruder Joseph Kronheimer. unsere Stadt -bedeutende Wöhltätigkeitsstiftungen verdankt, ist im 87. Lebensjahre verstorben. 'Mit Julius Kronheimer verliert die Deutsch-israelitische Gemeinde eines ihrer hervorragendsten Mitglieder, das durch seine große Wähltätigkeit, die sich weit über die Hamburger Gemeinde hinaus erstreckte, sich auszeichnete. Die von den beiden Brühern errichtete Kronheimer-Stiftung, die der Verwaltung der Gemeinde untersteht, wird für alle Zeiten ein ehrendes Zeugnis echter Wohltätigkeit und Nächstenliebe fein. Wenn es galt, für gemeinnützige und Wohltätigkertseinrichtungen größte finanzielle Hilfe zu schaffen, dann stand der Name Kronheimer stets in erster Linie. Seiner Energie und Tatkraft ist der Bau des Waisenhauses am Papendamm mit zu danken; auch der Neuen Dammtor-Synagoge, zurren Mitbegründern er gehörte, war er ein eifriger Förderer und Helfer. Im Vorstand des Waisenhauses hat er fast 40 Jahre segensvoll gewirkt, seit neun Jahren als erster Vorsitzender. In der 'Kaufmannswelt unserer Stadt genoß der Verblichene hohe Achtrmg und Wertschätzung, war er doch auch stets bereit, Kunst und Wissenschaft zu fördern. Die' Wohltätigkeit der Brüder Kronheimer erstreckte sich auch ans die Heima-tgemeinde in Berlin, die stets mit bedeutenden Zuwendungen bedacht wurde. Zur Trauer.feier, die gestern im Sterbehause, Johns-Allee, stattfand, hatte sich eine außerordentlich große Anzahl von Leittragenden eingefunden. Außer den Vertretern der Handels- und Finanzwelt unserer Stadt waren Abordnungen des Gemeindevorstandes, des Repräsentantenkollegiums, des Hilfs-Vereins der Deutschen Juden undvieler anderer Institutionen erschienen. Der Sarg war in dem mit entsprechender Trauerdekoration versehenen Parterrefaal der Villa aufgebahrt, doch wurden aus Wunsch des Verblichenen keine Kränze -auf den Sarg medergelegt. Eingeleitet wurde die Trauerfeier durch die von dem Chor der Neuen Dammtor-Shnägoge vorgetragenen Trauerweifen. Die Gedenkrede hielt Herr Rabbiner Dr. A. Loewenthal (Berlin), der bei seiner früheren Wirksamkeit in Hamburg dem Hause Kronheimer sehr nahe stand. Anknüpfend an den Psalmvers „Wie schön und lieblich ist es, wenn Brüder zusammenwirken", gab der Geistliche ein getreues Bild des Verblichenen, der nicht nur in feines kaufmännischen Tätigkeit, sondern auch bei sei.nen Wobltätigikeitsbestrebu'ngen stets gemeinsam mit seinem Bruder wirkte. Wieviel unendlicher Segen ist aus diesem Hause.hervorgegangen. Die Armen, die Witwen und die Waisen verlieren ihren Helfer und Berater. Das Andenken dieses Wohltäters wird bis in die spätesten Zeiten in der Hamburger Gemeinde ein gesegnetes fein. Hieraus , sprach der Borsitzende der Neuen Dammtor-Shnagoge Herr Marti n Frankel den Dank des Vorstandes taxx%- für-das Wohlwollen, das er seit der Gründung dem Gotteshause erwiesen. Der Waisenvater. des Deutsch-Israelitischen Waiseninstituts/ Herr Schloß, sprach herzliche Worte des Abschiedes; er gedachte' der ausopfernden Tätigkeit, die der Verblichene säst vierzig Jahre zum Besten der Waisenpflege unserer Gemeinde ausgeübt. In den Annalen des Waisenhauses ist der Name Julius Kronheimer mit goldenen Lettern für. alle Zeiten eingezeichnet. Unter den Klängen von Trauerweifen wurde den Sarg auf den Leichenwagen gehoben. Dicht hinter dem Sarge folgten die Zöglinge des Waisenhauses, denen sich ein großes Trauergefolge anschloß. In der Friedhosshalle in Ohlsdorf sprach der Schwiegersohn des Verewigten Herr Dr. Seligmann dem Patriarchen der Familie in bewegten Worten den Dank der Kinder und Enkel aus, denen er stets zu allen Zeiten so viel Liebe und Güte erwiesen. Nach dem Vortrag der rituellen Gebete fand hierauf die Beisetzung des Verewigten an der Seite feiner ihm vorweggegangenen Lebensgefährtin statt. rn. Bamberg, 8. März. Einen deutlichen Beweis dafür, wie auch Frauen, die sich in ihrer Gemeinde und um die Menschheit verdient gemacht haben, über den Tod hinaus von den Ueberlebenden geehrt werdem hatte man am 2. März d. I. in der vollen Synagoge zu Bamberg. Es galt, das Andenken der am 10. Januar 1917 bei ihren Kindern, Familie Prediger Frank (Köpenick-Berlin), verstorbenen Frau Lina Mahler, qeb. Dittmann, würdig zu begehen. Die edle Verstorbene, derer ja auch in dieser Zeitung im Vorjahre gedacht wurde, war über ein Menschenalter in den Wohltätigkeitsvereinen der Gemeinde in hervorragend selbstloser Weise tätig. Darum hatten diese Vereine bald nach der Beerdigung beschlvffen, die verstorbene Vorstandsdame Frau Mahler ganz besonders durch eine sichtbare Stiftung in der Synagoge zu ehren, einen neuen Vorhang : vor der heiligen Lade und ein . neues Sefer Thora der Synagoge zu stiften. Beide Stiftungen führen das Zeichen: Dem ewigen Andenken der wohltätigen Lina Mahler. Bei der . Einweihung dieser Herrlichen Kiütusgegenstände am 2. d. M. gedachte ^err Distriktsrabbiner Dr. Eckstein nochmals dev unvergänglichen Verdienste, die sich die im Vorjahre Verstorbene in . der Gemeinde und um die Gemeinde er)vorben. Allen im Gotteshause Anwesenden trat das Bild der edlen Wohltäterin nochmals deutlich, vor Augen, aneifernd und ermahnend. J BL. Frankfurt a. M.> 8. März. Am 21. v. M. hat sich der Vorstand der am 26. Sevternber 1917 von Direktor Dr. Adler aus Anlaß feines 60. Geburtstages gemachten Stiftung konstituiert. Diese erhielt den Namen „D i r e k t o r - D r. - A d l e r - S t i f t u n a f ü r dte berufliche Ausbildung von Töchtern jüdischer Lehrer und G e m e i n d e b e a rn t e n ". In dieser Bezeichnung ist der Zweck der Stiftung klar ausgesprochen; er soll, wie in der Sitzung bervorgieboben wurde, nach! jeder Richtung im weitesten Sinne aufgefaßt werden. So wird dieser ganz der Initiative des Stifters entstammende Gedanke in seiner Verwirklichung imstande sein, vielen jüdischen Lehrern, Krantoren, Kultus- und Gemeindebeamten der Gemeinden Deutschlands einen 'Teil der schweren Sorgen zu nehmen, die, insbesondere durch die sachliche und berufliche Ausbildung ihrer Töchter, auf ihnen seit langem lastet. Ist doch die Notwendigkeit der Berufswahl für unsere Heranwachsenden Mädchen erst in neuerer Zeit allgemein hervoroetreten und anerkannt und daher in den älteren wohltätigen Stiftungen noch wenig berücksichtigt wordene Wenn auch das bisherige Stiftungskapital fast ganz von Gönnern und Freunden aus der Frankfurter Gemeinde stammt, so sollen d^e Wohltaten der Stiftung doch auch den an anderen Orten wirkenden Lehrern und Beamten zugute kommen, immerhin eine stille Mahnung an diese, für die Kräftigung der' Stiftung nach ihrem Können durch Anregung bei wohlhabenden Glaubensgenossen und Gönnern ihres Standes und.bei vassenden Gelegenheilten Sorge zu tragen. Sind die Mittel der Stiftung auch einstweilen beschränkt, so wurde dennoch beschlossen, die aus den Zinsen zu gewährenden Stivendien in der Regel in einer solchen Höhe zu halten, daß den Stipendiaten aus diesen Mitteln eine wirksame Beihilfe-zu den Kosten ihrer Ausbildung erwachse. Die jeweilige Bewilligung soll möglichst nicht unter 300 Mark betragen. Die Verteilung soll in jedem Jahre am Geburtstage des Stifters, zum ersten Male im Herbst 1918, stattfinden.

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