Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 82 (1918)
- Issue
- Heft 6 (8.2.1918)
- Date
- 1918-02-08
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Feichon Teilen Mr Verteilung gelangen Men. Zum nächsten. Punkt der T-ageisördnung: Antrag des Gemeinbevorstandes auf, Bewilligung eines Betrages von 4000 Mark an die Israelitische Höhere Mdchenschule, ist Herr Alfred 2 e v y als Kommissar des Gemeinde- Vorstandes erschienen. Er bemerkt einleitend, daß der Gemeindevorstand eingehend den Antrag, der Schülverwältung in seinen Einzelheiten geprM und dazu, gekommen sei-, auch diesmal demselben stattizugelben. Wie der Schulvorstand in der Begründung seines Am träges hervorgehoöen habe, ist der Fehlbetrag der Schule hauptsächlich durch die Erhöhung der Gehälter und die Teuerungszülagen, also durch Kri-egsmatznahmen, hervorgerufjen worden. Der Schulvorstand beabsichtige auch eine stärkere HeranAiehung der Garanten und eine Erhöhung des Schulgeldes. Nach eingehender Aussprache wird der Antrag des Gemeindevorstandes! einstimmig angenommen. In der unmittelbar sich daran anischließenden Sitzung deH Vorstandes und des Repräsentantenkoll-egiums «wurden die ausscheidenden Herren Heinrich. Levh und Abgeordneter S. Marburg einstimmig zu Mitgliedern des Gemeindevorstandes wiedergewählt. er. Köln, 1. Februar. Sein f ü n s u n d zwan z i-g j -ä h r i g e s A -m t s j u b i l ä u m ailis ChiesarA der >ch t r u r g t s ch e, n A bte i l u n g d e s I sr ae l i t t>sche n A sy Is> sü r Kranke und Altersschwache in Köln-Ehrenfeld konnte 'Sanitätsrat Dr. Fritz C a h e n feiern. Wenn das gesamte Krankenhaus sich während des verflossenen Zeitraumes aus einer kleinen Anstalt zu einem großen, modernen, vortrefflich eingerichteten Hospital entwickeln konnte, so darf dem Jubilar, der sich bei seinen Kollegen und der Bevölkerung einergroßen Wertschätzung erfreut, ein großer Teil an dieser Entwicklung zugemessen werden. In Anbetracht der Zeitverhältmsse wurde des Erinnerungstages nur durch eine schlichte Feier im engen Raum des Kuratoriums gedacht. L. Worms, 1. Februar. Nach längeren Vorarbeiten fand am 20. d. M. in der Dalberg-Loge dahier durch eine Anzahl von Vertretern und Vertreterinnen von Gemeinden des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der Dalberg-Loge, des deutschisraelitischen Frauenbundes, des Jugendvereins Worms die Gründung einer Berufsberatungsstelle für die Israeliten des Kreises Worms statt. Die Beratungsstelle untersteht der Hauptstelle für Berufsberatung der deutschen Israeliten in Berlin, welche in Deutschland seit den anderthalb Jahren ihres Bestehens schon zwölf Beratungsstellen gegründet hat, zum größten Vorteil für die wirtschaftliche und ideelle Stellung der Ratsuchenden — es handelt sich hauptsächlich um Schulentlassene, Kriegsbeschädigte, sodann um Leute, die einen Berufswechsel vorzunehmen genötigt sind. Die laufenden Geschäfte der hiesigen Beratungsstelle werden von einem siebengliedrigen Arbeitsausschuß (Vorsitzender Sanitätsrat Dr. Sonnenberger), dem ein größerer Ausschuß zur Seite steht, . besorgt. In einer demnächst stattfindenden größeren Versammlung sollen Referate erstattet werden über: „Die Bedeutung der Berufswahl und Berufsberatung im allgemeinen" und die „Ziele und Aufgaben der Wormser Beratungsstelle im besonderen". er. Bamberg, 1. Februar. Der 60. Geburtstag des Vorstandes unserer Kultusgemeinde, Dr. Joseph Werner, brachte dem Jubilar zahlreiche Ehrungen. Justizrat Werner, welcher als zweiter Vorsitzender des Gemeindekollegiums sich der Achtung aller Parteien erfreut, gehört zu den gesuchtesten Anwälten unserer Stadt. Er hat sich als Stadtverordneter auf allen Gebieten der sozialen Fürsorge und der" Wohltätigkeit große Verdienste erworben. Getreu seinen politischen Grundsätzen und als überzeugter Anhänger der Fortschrittlichen Volkspartei hat er bei allen politischen Kämpfen den Boden der Objektivität und Sachlichkeit nie verlassen, was ihm auch bei seinen politischen Gegnern hohe Sympathie eintrug. Seine Wahl zum zweiten Vorsitzenden des Gemeindekollegiums erfolgte von allen Parteien. Justizrat Dr. Werner ist auch Vorsitzender der liberalen Rathausfraktion. Der Vorstand der Kultusgerneinde hat in seiner Glückwunschadresse die Verdienste, die sich der Jubilgr um unsere Gemeinde erworben hat, rühmend hervorgehoben. Von den beiden städtischen Kollegien gingen ihm herzlich gehaltene Glückwunschschreiben zu. er. Mannheim, 1. Februar. Eine Vergehung gegen das P e r s o neu st a n d s g e s e tz hat -den hiesigen jüdischen Alt- Händler Abraham Buka aus Lodz vor das Gericht «geführt. Buka hatte sich nach polnisch-jüdischem Ritus mit der Tochter eines polnischen Althändlers trauen.lassen. Die Che konnte in Deutschland nicht standesamtlich geschlossen werden, da Buka, als russischem Deserteur, die nötigen Papiere nicht ausgestellt wurden. Um aber den deutschen Vorschriften zu genügen, ließ sich Buka von weitläufigen Verwandten in London einen standesamtlichen Trauschein besorgen, in dem sich diese längst verehelichten Verwandten als Buka und Frau ausgaben und standesamtlich trauen liehen. Buka war nun angeklagt, von dieser gefälschten Urkunde bei der Gedurtsanmeldung seines Kindes Gebrauch gemacht zu haben. Wegen Vergehens nach § 27s wurde Buka zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt. Amerika. z. New Nork. Mehr als 1100 Delegierte von allen Teilen Amerikas waren als Vertreter der Einsammlungskomitees am 28. Oktober in der spanischen und portugiesischen Synagoge in New Jork versammelt. Die wichtigste Frage, die den Delegierten auf dieser Sitzung vorgelegt wurde, war der Vorschlag, eine Deputation von zehn Mitgliedern an den Präsidenten Wilson zu entsenden, um ihm die Notlage in Polen und Litauen zu schildern und bei ihm die Ausdehnung der Tätigkeit der Belgian Relief Commission auf diese Länder zu erwirken. Zu Mitgliedern der Deputation wurden gewählt: Elkus, Morgenthau, Oskar Straus, Julius Rosenwald, Julian W. Mack, Schiff, Louis M a r s h a l l, Alexander Kahn, Cyrus Adler, Otto Rosalsky und Felix Warburg. Herr Felix M. Warburg, der während der Sitzung den Vorsitz führte, berichtete über die bisher geleistete Arbeit der Einsammlungskommisstonen, die seit Ausbruch des Krieges neun Millionen Dollar aufgebracht haben. Ferner berichteten: Herr Marshall über die Tätigkeit des Jewish Relief Committee, Herr Kamaikh über die Arbeit des Central Relief Committee und Herr Alexander Kahn über People's Relief Committee. lieber die Verteil u n g der Gelder gab Herr Albert L u c a s , Sekretär des Joint Distribution Committees Auskunft. Zusammen seien bisher beinahe neun Millionen Dollar ausgegeben worden Davon entfielen auf die verschiedenen Länder: 2,6 Millionen auf Rußland, 3 Millionen auf Polen und Litauen, 1,6 Millionen auf Galizien, eine Million auf Palästina, 400 000 Dollar aus die übrigen Teile des türkischen Reiches. 43 000 aus Alexandria (für die jüdischen Flüchtlinge aus Palästina), 34 000 aus Griechenland, 76 000 auf Rumänien, je 20 000 aus Serbien und Bulgarien und 29 000 Dollar auf andere Länder. Ueber die Sammlungen für den „10-Millionen-Dollar- Fonds" teilte Herr Lucas mit, daß SVj Millionen Dollar gezeichnet und davon 75 Prozent bereits eingezahlt sind. Die Stadt New Dort hat für diesen Zweck allein eine Million aufgebracht. Es wurde eine Resolution angenommen, in der die Arbeit des Joint Distribution Committees und seines Vorsitzenden, Herrn Felix M. Warburg, auf das rühmendste anerkannt wurde. Die Annahme dieser Resolution war von mehreren Minuten dauernden Ovationen für Herrn Marburg begleitet. Einen Gruß von den befreiten Juden Rußlands brachte Herr Hermann B e r n st e i n , der betonte, daß die Juden eine große Rolle bei dem Aufbau von Rußland spielen würden, daß aber der Antisemitismus durchaus nicht vernichtet sei, so daß bei einein Mißlingen der Revolution die Juden die ersten Opfer sein würden. Im Anschluß an die Landesversammlung fand an demselben Abend im Hotel Astor ein Bankett statt, an dem sämtliche Delegierte und noch andere jüdische Persönlichkeiten, zusammen mehr als 1200 Menschen, als Gäste Herrn Marburgs teilnahmen. Herr Warburg betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der Hilfsarbeit durch die Stärkung des jüdischen Geistes im amerikanischen Juden turne und kündigte die baldige Abschließung der 10-Millionensammlung an. Weiter sprachen die beiden früheren amerikanischen Botschafter in Konstantinopel, Mongenthau und ElkuA. Konsul Glazebrook, der mit stürmischer Begeisterung begrüßt wurde, berichtete ausführlich über die Hilfsarbeit in Palästina. Nach Reden von Julius Rosenwald, Jakob Schiss, Oskar Strauß und vielen anderen schloß das glänzende Fest. Von Msh und Fern. — Professor James Israel, der seinen 70. Geburtstag in Oberhof verlebte, erhielt als Festgabe vom Vorstand der jüdischen Gemeinde sein von Max Liebermann gemaltes Porträt; das Bild wird später im Sitzungssaal des Jüdischen Krankenhauses aufgehängt werden. Der Vorstand des Krankenhauses übersandte eine Adresse, und die dirigierenden Aerzte, die Prosessoreu S traust,