Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 82 (1918)
- Issue
- Heft 6 (8.2.1918)
- Date
- 1918-02-08
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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4 K arew f-f i, Dr. Abel, Aaron und Rosen st ei n, haben in einer besonderen Festnummer, der „Berliner klinischen Wochenschrift" eine Reihe wissenschaftlicher Beiträge über Israels hauptsächliche Arbeitsgebiete (Nierenleiden, Strahlenpilzerkrankung und Magenoperationen) veröffentlicht. Die früheren Assistenten und Schüler überreichten eine Stiftung von ungefähr 70 000 Mark, die Professor Israel für wissenschaftliche Zwecke bestimmen wird. — In der Königlischen Nätionalgalerie hat Max L i e b e r m a n n s Kunst einen neuen Raum erhalten, wo sie jetzt auf breiterer Basis (mit. 10 Bildern und 9 Zeichnungen) zum Publikum spricht. Es ist dankbar anzuerkennen, daß auch hochherzige Kunstferunde an dieser neuen Bereicherung der Nationalgalerie durch Geschenke bzw. Leihgaben beteiligt sind. Nur so ist es möglich, daß der führende Berliner Meister dort schließlich geehrt wird, wo er es verdient — in einer Sammlung von überragenden Meisterwerken aus allen Epochen seiner Entwicklung. — Dr. Martin F r eu n d (Berlin), Leiter einer Korpszahnstation, hat das Eiserne Kreuz 2. Klasse am weiß-schwarzen Bande erhalten. Der Ausgezeichnete ist ein Sohn des vor einigen Jahren gestorbenen Rabbiners Dr. Freund in Görlitz. —Der Vizewachtmeister in einem Artillerieregiment Arthur Stern, Sohn des Vorstehers der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Herrn Geheimen Sanitätsrat Dr. Julius Stern, ist zum Leutnant befördert worden. — Fräulein Loni Schwarz, Tochter des Herrn Gemeindevertreters'Georg Schwarz in Pankow, die im Reservelazarett Bürgerpark als Schwester tätig ist, hat die Rote-Kreuz-Medaille erhalten. — Die Synagogengemeinde Frankfurt a. d. O. feierte am 24. Januar die 25jährige Wiederkehr des Tages, an dem der gegenwärtige Vorsitzende, Justizrat Hermann Iacobi, in den Vorstand eingetreten ist. — Die Königliche Eisenbahndirektion Kattowitz teilt mit: Das für die iüdischen Kriegsgefanaenen zum bevorstehenden Passahseste bestimmte Mazrotgebäck von den Bäckereien an die Gefangenenlager, sowie an die zu den Gefangenenlagern gehörenden Gefangenenkommandos wird auf den preußisch-hessischen Staatsbahnen und den Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen frachtfrei als Eilgut unter Umgehung der militärischen Abgabenstellen befördert. Diese Vergünstigung wird auch für die aus dem Auslande kommenden Mazzotsendungen gewährt werden.— Aus Culmsee wird uns geschrieben: Auf Grund Allerhöchster Ermächtigung hat das Staiatsminifterium infolge der von derStadtverordnetenversammlung getroffenen Wahl den bisherigen Beigeordneten Isidor Sternberg in gleicher Amtseigenschast auf die gesetzliche Dguer von sechs Jahren bestätigt. — In der am 17. v. M. stattgehabten Stzadtverordnetensitzung zu Briefen wurde Herr Uhrmacher Callmann als Stellvertretender Vorsteher gewählt. — Aus Posen wird uns geschrieben: Aus Anlaß des Kaiser-Geburtstages fanden in unseren Synagogen Festandachten statt. Hierzu batten sich alle Mitglieder der Gemeinde sowie eine stattliche Anzahl von jüdischen Mannschaften einaesunden. Von der Kommandantur wurde dem Militär von der vatriotisch'en Feier Kenntnis gegeben. Predigten hielten in der Synagoge A Herr Gemeindediener Dr. Frey mann, in der Synagoge B (Israelitische Brüdergemeinde) Herr Gemeinderabbiner Professor Dr. Bloch, und in der Synagoge der wohltätigen Freunde Herr Rabbiner Dr. Silberberg. — Aus Znin wird uns berichtet: Der um Stadt und Gemeinde hoch verdiente Gemeindevorsteher Herr Bernhard Kaiser und Frau Therese geborene Fuchs feiern am 8. Februar das Fest der Silberhochzeit. In der am 28. v. M. in Schroda stattgefundenen Vorstandswahl, ist der Rentier Jacob Bernstein zum ersten Vorsteher gewählt worden. — Aus Lissa wird uns mitgeteilt: Rabbiner Dr. Gelles läßt die Mitglieder unseres Vereins für jüdische Geschichte und Literatur in einer Serie von sechs Vorträgen einen Gang durch die jüdische Geschichte tun. — Oberlehrerin Fräulein. Rackwitz (Berlin) sprach über: „Die jüdischen Familiennamen, sprachlich und kulturellgeschichtlich betrachtet." — Die Wahlen zum Vorstande der Synagogengemeinde Magdeburg hatten folgendes Ergebnis: Gewählt wurden zu Vorstandsmitgliedern der Synagogengemeinde und in dieser Eigenschaft bestätigt: Justizrat Lichtwitz, Sanitätsrat Dr. Wiesenthal, L. Sperling bis 81. V Dezember 1923: zu stellvertretenden Vorstandsmitgliedern E. Pe tzal l bis 31. Dezember 1923, Georg R ö se nh ei m bis 31. Dezember 1920. — Unteroffizier Willi Spanier, Sohn des Schriftstellers und Lehrers a. D. Dr. M. Spanier in Magdeburg, ist mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden. — Dem Geheimen Kommerzienrat Seli, gmann (Hannover), Generaldirektor der Kontinental, Kautschuk und Guttapercha Co., ist das Eiserne Kreuz 2. Klasse am weiß-schwarM Bände verliehen worden. —- Am 1. d. M. beging der Sekretär der Synagogengemeinde Hannover Herr Jakob Hoffmann, sein Mjähriges ÄmtsjM'läum. — Aus Kassel wird uns geschrieben: Nach langem schweren Leiden verschied am 1. d. M. Landrabbiner Dr. D o c t o r. Eine ausführliche Würdtz-, gung des in der Wüte seiner Lebensjahre Dahmgeschiedenen' erfolgt in der nächsten Nummer. — Das Israelitische Frauenheim in Bad Nauheim hat durch feine Winterpslege große Erfolge erzielt und konnte bereits eine Anzahl Patienten geheilt oder merklich gebessert entlassen, wodurch die Anstalt in der Lage ist, wieder eine Anzahl Patienten gegen Ersatz eines Teiles der Selbstkosten aufzunehmen. — Der dieser Tage erstorbene Prokurist der Firma Friedrich Stein, in Offenbach a. M., Herr Emil G r ü nebaum, hat, abgesehen von kleineren. Legaten sein Vermögen, zur Hälfte der Stadt Offenbach zu wohltätigen Zwecken und zur Hälfte der israelitischen Gemeinde vermacht. — Justizrat Dr. Heilbrunn wurde von der Frankfurter Universität für seine Tätigkeit als Vertreter des Universitätsgedankens in der * Oeffentlichkeit und als Herausgeber der „Monatsschrift für Bank- und Handelswesen" zum Ehrendoktor ernant. — Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Ludwig Edinger, der berühmte Nervenarzt und Gelehrte von Weltruf, ist (erst 63 Jahre alt) verschieden. Er war ordentlicher Professor der Neurologie und Direktor des Neurologischen Instituts an der hiesigen Universität. — Das Eiserne Kreuz 2. Masse wurde dem Unteroffizier Jaulus, Inhaber des Hessischen Kriegsehrenzeichens, Sohn des Rabbiners Dr. Jaulus in Aachen, verliehen. — Das Israelitische Konsistorium des Unterelsaß hatte durch Rundverfügung angeordnet, daß der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers in allen Synagogen des Bezirkes im Anschluß an den Hauptgottesdienst des vorhergehenden Tages oder. am Geburtstage selbst in der üblichen Weise gefeiert werden sollte. In der Konsistorialshnagoge in Straßburg wurde die Feier in diesem Jahre im Interesse der Kohlenersparnis am Sonnabend, den 26. Januar, abgehalten. Der Festgottesdienst begann um 10 Uhr. Oberrabbiner Dr. Wilhelm L e v y hielt die Festpredigt, Chorgesang verschönte die Feier. — Aus Budapest. wird berichtet: Bei der Rekonstruktion des Kabinetts Wekerle ist der bisherige Wahlrechtsminister Bazsonyi als einziger Vertreter der Blockparteien im Ministerium verblieben. Dr. Vazsonyi verläßt das Wahlrechtsministerium und übernimmt das Justizportefeuille. Seine Aufgabe als Wahlrechtsminister hat Exzellenz Vazsonyi höchst erfolgreich beendet, da er nunmehr auch schon die Vorlage über die Wahlkreiseinteilung sertiggestellt hat. — Man schreibt uns aus Lemberg: Die Kriminalpolizei nahm in den Vereinsräumen der jüdischen Arbeiterpartei „Poalei-Zion" und im Parteilokal des „Vereins junger jüdischer Arbeiter" unerwartete Haussuchungen vor. Von den bei der polizeilichen Razzia anwesenden Mitgliedern wurden einige verhaftet, andere nach Feststellung ihrer Personalien freigelassen. lieber die Gründe dieses Vorgehens ist hier nichts bekannt. — „Djen" teilt mit, daß der Oberbefehlshaber Krilenko nach der Rückkehr von der Front soeben die Anordnung des Petersburger Stabschefs bestätigt hat, wonach aus iüdischen Soldaten der Petersburger Garnison ein ausschließlich jüdisches Regiment gebildet werden solle. — Der Moskauer Rabbiner Dr. M a s e wurde in Moskau in die verfassunggebende Versammlung gewählt. Da er auch in Mohilew gewählt worden war, tritt Brutzkus an seine Stelle. — In den Hochschulen von Warschau sind die Beziehungen zwischen Polen und Juden nach wie vor verschärft. Dies ist neulich' in der allgemeinen Versammlung der polnischen Studentenkasse zutage getreten. Infolge des Boykotts und Zurücksetzung der Juden im polnischen Unterstützungsverein „Bratnia Pomoc" (Brüderliche Hilfe) mußten die jüdischen Studenten einen eigenen Verein unter dem Namen „Wzajemna Pomoc" (Gegenseitige Hilfe) gründen. Dieser Verein ist den Polen ein Dorn im Auge und die polnischen Studenten unternehmen seit langem alles Mögliche, um denselben zu schließen. — Die in Palästina operierende Armee des englischen Generals Allenby wird von einigen namhaften Aegyptologen begleitet, welche in den von den Engländern besetzten Derlen Palästinas bedeutsame archäologische Funde gemacht haben. Es handelt sich um sehr alte auf Papyrus geschriebene Manuskripte, die der Oxforder Bibliothek zur Aufbewahrung übergeben wurden. In einer Sitzung des Aeghpten-Erforschungskomitees der Royal Society in London wurde der erste Bericht über diese Funde erstattet. An den Bericht schloß sich eine längere Aussprache. Verantwortlicher Redakteur: Albert Äatz in Berlin-Pankow, Florastraße 58. Verantwortlich für den Anzeiaenteil: Mar Junge, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Mosse.