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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-02-01 · Heft 5 (1.2.1918) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 5 (1.2.1918)
Date
1918-02-01
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 OefHentlichkeit bekannt geworden. E-r hatte die Berichte über die Lantener Verhandlungen «auch in Buchform herausgsgeben und mehrere Broschüren im Laufe des Weltkrieges veröffentlicht. W. Posen, 25. Januar. In der ersten diesjährigen Stadtverordnetensitzung wurden in die Fachausschüsse für 1918 gewählt: In den Ausschuß für Rechtssachen: die Herren Rechtsanwälte Jarecki, Kirschner und Placzek. In den Ausschuß für Finanz und Bausachen: Wiedergewählt: die Herren Alport, Behr, Dr. Ehrlich, Hamburger, Jasse, Kirschner, Kuttner, Oelsner, Simon und Viktor. Neugewählt: Herr Jarecki (für den verstorbenen Asch). In den Ausschuß für Rechnungen und Ka sse nprüfu ngen. Wiedergewählt: die Zerren Alport, Behr, Simon, Sonnabend, Viktor. Neugewäblt: Herr Kuttner (für Rosenberg). In den Ausschuß für Wahlsachen: die Herren Kirschner, Oelsner, Nosenberg, Viktor. In den Ausschuß für F l u ch t l i n i e n s a ch e n : die Herren J a r e ck i, Kuttner und Sonnabend. — Breslou, 25. Januar. Eine interessante Monographie Jerusalems brachte ein Vortrag, den Direktor Franz Goerke von der Berliner Urania im Humboldt- Verein hielt. Direktor Goerke gab eine interessante Schilderung der jetzigen heiligen Stadt und ihrer Umgebung, nicht ohne dabei in den einleitenden Worten der nicht zu unterschätzenden Politischen Bedeutung Valäftinas zu gedenken. Jerusalem ist jetzt in den Händen der Engländer: das ist Zweifellos ein moralischer Erfolg, den England auSzunützen bemübt sein wird. Doch wird die Entscheidung über dos künftige Schicksal Palästina? nicht in diesem Lande selbst ausgewchten Norden, sondern au der großen Hauvtfront im Westen. Der Vortragende führte seine Hörer von der Hafenstadt Jaffa nach Jerusalem, das ebenfalls wie ^om die Bezeichnung ..ewige Stadt" für sich in Anlvruch nehmen kann. Er schilderte das neuzeitliche Ansfkchen d-gr Stadt imd sprach van der Ralle, die Jerusalem im religiösen Leben des Christen. Juden und Mohammedaners spielt, die sämtlich diese Stadt zur Hochburg ihres Glaubens gemacht haben. In prächtigen Lichtbildern zogen all die Orte, die wir aus der Bibel kennen, am Auae vorüber. Reicher Beifall war der Lohn fiir den unterhaltenden Vortraa. M. Harrrbura. 25. Januar. Unsere Gemeinde hat den Verlusteines angesehenen Mtgliedes zu beklaaen. Herr Eduard B l e i e r . Inhaber der gleichnannaen Kaufmannsfirma. ist nach kurzer schwerer Krankheit aus dem Leben geschieden. Der Verstorbene, der erst im 58. Lebensjahre stand, bekleidete in der Gemeinde viele Ehrenämter. Er gehörte auch zu den Begründern der Henrh-Joms-Loae und war ein eitriger Förderer des Handwerks unter den Juden. Er war Vorsitzender des Kuratoriums des Vereins für Handsertigkeitsunterricht und Ingendsviele, auch in vielen anderen gemeinnützigen Institutionen war er in der Verwaltung tätig. S"it dielen Jabvm gehörte er auch dem Vorstand der Reuen Dammtor-Svnaaoae an. zuletzt als stellvertretender Vorsitzender. Das so plötzliche Hintch-eiden des nicht nur in der Gemeinde, sondern in wecken Krisen bn Kaunnannsloelt so doch geschätzten Mannes erweckt aufrichtige Teilnahme. Zur Trauerfeier, die beute im Sterbehause, Loooestieg. stattsand. hatte sich eine außerordentlich große Anzahl von Leidtragenden eingefunden. Neben vielen freunden und Angehörigen aus K-aufmannskreisen waren die Mitglieder der Henrv-Jones-Loge zahlreich erschienen. Der Vorstand und das Repräsentantenkollegium der Neuen Dammtor-Svnagoae hatten sich fast vollzählig eingefunden, während viele andere Gemein.deinstitntionen durch Abordnungen vertreten waren. Nachdem sich die Witwe und die Kinder um den Sarg geschart hatten, hielt Herr Rabbiner Dr. Leimdörfer die Gedenkrede. Anknüvfend an ein Bibelwort. gab der Geistliche ein getreues Bild des Verblichenen, der durch seine segensvolle Tätigkeit innerhalb der Gemeinde vorbildlich gewirkt hat: sein so iähes Hinscheiden hinterläßt eine schwer aussüllbare Lücke. Mit Trostesworten an die Hinterbliebenen schloß die wirkungsvolle Rede. Hierauf widmete der Vorsitzende der Neuen Dammtor-Synagoge, Herr Martin Frankel, dem treuen Freund und Mitarbeiter ein herzliches Abschiodswort, sein. Andenken werde in der Verwaltung stets in hohen Ehren gehalten werden. Unter den Klängen von Trauerweisen wurde dann der Sarg auf den Leichenwagen gehoben. Der Trauerzug bewegte sich nach dem Friedhof in Ohlsdorf, woselbst nach einer Trauerseier in der Friedhofshalle und nach Gebet und Segen des Rabbiners die irdischen Ueberreste dem Schoße der Erde übergeben wurden. v ### Kolberg, 25. Januar. Das Jüdische Kurhospital zu Kolberg versendet soeben den 43. Jahresbericht. Die Verwaltung stand im Zeichen des Weltkrieges; sie wurde im Weltkriegsjahre 1917 wegen Aufnahme von Leidenden, namentlich von skrofulösen Kindern, geradezu bestürmt, mußte aber in erster Reibe Kriegsverwundete sowie Familien von Kriegsbeteiligten berücksichtigen. Der Betrieb der Anstalt wurde am 14. Juni eröffnet und mußte bereits am 30. September wieder geschlossen werden. In dieser Zeit wurden von 1200 Bittstellern, die ihre Aufnahme in das Kurhosvital beantragt haben, nur 388, und zwar 245 in Freistellen und 143 in Zahlstellen, ausgenommen. Unter den Pfleglingen wurden 127 Erwachsene und 261 Kinder, 185 männlichen und 203 weiblichen Geschlechts gezählt. Die Pslegezeit erstreckte sich in der.Regel auf vier Wochen, dehnte sich aber bei denjenigen, für welche eine Verlängerung der Kur durch Verordnung des leitenden Arztes angezeigt war, auf sechs Wochen und bei einzelnen noch weiter aus.^ Im ganzen wurden 14 326 Verpflegungstage, und zwar für Pfleglinge 12 279 und für das Hausversonal 2047 gezählt. Trotz der überaus großen Schwierigkeiten, mck denen die Verwaltung in der Verpflegung zu k^mvsen batte, waren die Kurerfolge dank dem Entgegenkommen der Königlichen und städtischen Lebensmittelbehörden ausgezeichnet und unterschieden sich in nichts von den früheren Kriegs- und Friedensjabreu. Wie in den ersten Kriegsjahren, so bat das Kurbosvital auch diesmal wieder der Militärbehörde zehn Freistellen für solbadebedürftige verwundete Heeresangebörige zur Verfügung gestellt, die von der Lazarettverwaltung mit Dank angenommen wurden. Im ganzen haben bisher während des Krieges in dieser Weise 25 Mannschasten ons dem Heeresverbande mit großem Erfolge die Kur im Hospital in Freistellen gebraucht. Der Kassenbericht schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 66 056,87 Mark *6. Wie aus dem Bericht im Vergleich zu i'-em des Vorjahres sich ergibt, sind die jährlichen und einmaligen Beiträge nicht unerheblich wieder zurückgeaaugen, während die anderen Titel der Einnahmen in erfreulicher Weise so gewachsen sind, daß sie zur Deckung der Betriebsausaaben gusreichend waren. Ganz besonders aber sind im Bemckstsighre Kapital- Zuwendungen in großer Anzahl, meist *ur Erwerbung der ..immerwährenden Mckalckdschack". dem H-mst maeflossen. Das bare Grundvermögen besteht um Enve des Berichtsjahres aus dem Revargtnrunp Ernenerungsfonds in Höbe von 57 944.93 Mark und aus dem Grunpfavital in Höhe von ^54 270 Mark, darunter 08 400 Mark au? den sieben Kriegsnuleiben. Der Bericht gedenkt mit ehrenden Worten ■vs Hmscheideas zweier Kuratoren, des Herrn Direktors S. I. Lmzvnskv (Berlins. der am 4. Anmrst. imb des tfVrrn Dr. Isidor Emsberg (Berlin"». der am 3. November zur ewigen Rübe <ünaegguaea ist. Durch das Ableben dieser beiden Männer sind Lücken in den Verwaltungsorganen entstanden, die schwer auszusüllen sind. Am 10. Januar war ein Nierteliahrbunde^t verflossen. seitdem der Oberstabsarzt und Sanitätsrat Herr Dr. .Heckrrichsdorss ols ordinierender Arzt in die Verwaltung der Anstglt eingetreten ist. Kuratorium and Vorstand benutzten diesen Anlaß um dem hochverdienten Mitarbeiter in einer Festsitzung des Vorstandes ihren Dank zum Ausdruck zu bringen. Am 22. Juni bat Herr Rabbiner Dr. Goldschmidt seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert, der unter lebhafter Teilnahme sowohl seiner Gemeinde als auch der weitesten Kreise in nab und fern begannen wurde. Der Bericht schließt mit folgender Bitte: Möge die Mitarbeit unserer alten und neuer Freunde auch in Zukunft uns nicht fehlen! Gilt es ja den Aermsten der Armen, den dopvelt Unglücklichen, die mit der Sorge um das tägliche Brot auch die um die Wiederherstellung ihrer oder der Ihrigen erschütterten Gesundheit verbinden. Möge das Morgenroteines glücklichen, gesegneten Friedens für unser Vaterland und die ganze blickende Menschheit reckst bald aufgehen und unsere heldenmütigen Kämpfer recht schnell wieder zu ihrer bürgerlichen Arbeit heimführen! Möge es uns beschieden sein, schon im nächsten Sommer unter der Sonne eines ehrenvollen Friedens unsere Arbeit im Dienste der leidenden Menschheit, fortzusetzen! er. Magdeburg, 25. Januar. Der Anteil der Magdeburger I ir den a n d e n B e f r e i u n g s k r i e g e n ist ein deutliches Beispiel für die treue Anhänglichkeit, welche die Juden Magdeburgs ihrem Vaterlande stets bezeigt haben. Obwohl unsere Gemeinde vor einem Jahrhundert, im Jahre 1816, nur 73 Mitglieder zählte, verzeichnet die in unserer Synagoge befindliche Gedächtnistafel für die verstorbenen Krieger aus den Befreiungskriegen drei Namen, nämlich

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