Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 82 (1918)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1918)
- Date
- 1918-01-11
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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3 Verein getragen werden, sind Mehrkosten, die neben den eigentlichen Anstcilt^Losten aüsWrächt werden müssen, da ein Abzug der für rituW' Köst^machtMMud van den für die AnMlt..fest-..- Megten^rPftegü-nW^tzen unzulässig. ist. Neuerdings ist der Verein üN^die^ireMon der Anstalt in Lohr mit dem- Ersuchen 'heran?' getreten? für die' rituMverpslegtenPatienLen eine Ermäßigungder Anst8Wwsten''Au^öÄllliNeir, Eine Erledigung dieses' Gesuches ist. bisher Noch Nicht -erfolgt.' Für BerpflehnnMkoWn verausgabte der VererN'. -^20 ö"Mark/M-''Spesen und Gehältern und für verschiedene Neuänfchafsungett würde ü> 2840 Mark verausgabt. Än einmaligen Spenden gingen 5521 Mark ein, die laufenden Jahresbeiträge beliefen^sich ÄNf 2980 'Mark, aus Verpflegungsgeld^ gingen 2960 Mark ein, so daß sich die Gesamteinnahmen auf 11 460 Mart beliefen. Ker Vereinverfügt bereits über ein Vermö^ etwa 2700 Mark. Ünter den Heitragenden befindet sich eine Anzahl kleinerer Gemeinden, ..besonders aus dem Regierungsbezirk Unterfranken und Uschaffenburg. Der Verein plant die Gründung einer besonderen..Abteilung für jüdische Geistes- und Nervenkranke bei der Königlichen Heil- und Pflegeanstalt in Lohr. Zu diesem Zweck soll der Verein. auf breiterer Grundlage organisiert werden und die Vorstandschaft, die bis jetzt aus sieben bayerischen Mitgliedern besteht, durch Persönlichkeiten aus ganz Deutschland erweitert werden. Zur Durchführung einer energischen Werbearbeit soll ein besonderes Sekretariat errichtet werden. Hannover,^ Januar. Am 16. v. M. fand in Hannover die alljährliche Sitzung des Kuratoriums der i sr a.eli ti sch en Erzieh ungsanstal i zu Ahlem unter Leitung des Herrn Geh. Justizrats Dr. Berend statt.. Vor Eintritt in die Tagesordnung widmete der Vorsitz'ende den verstorbenen Mitgliedern der Verwaltung, S. Vogel st ein (Hannover), Direktor Gombr.i ch (Nürnberg), Albert Meyer (Leipzig), Rabbiner Dr- Munk (Marburg) und dem aus dem Felde dev Ehre gefallenen Leo Kohn (Essen), ehrende Worte treuen Gedenkens. Ferner gedachte er der sieben sür das Vaterland gefallenem ehemaligen Schüler der Anstalt. Bei den hierauf stattfindenden Wahlen wurden sämtliche nach der Amtsdauer ausscheidende Verwaltungsmitglieder durch Zuruf wiedergewählt. Neugewählt wurden die Herren:, Gustav. Herzberg (Essen), Dr. Eugen O p pen.h e i m e,x.chFrankfur^ a. M.), Ludwig Ro s e.n zwei g, Rabbiner Dr. Freu d e.n t h a l, Hgll Kom.Mgt ynd Konsul Max L e h - mann, sämtlich in Nürnberg. Nach dem Bericht des Vorstandes ist die Lage der Anstalt die gleiche wie im Vorjahre. In finanzieller Beziehung macht sich durch die Verteuerung der Lebensbedürfnisse eine starke. Belastungbemerkbar; sie wird zum größten Teil durch.einen guten Ertrag der Gärtnerei und durch besondere Spenden der Freunde, der Anstalt ausgeglichen. Die Rechnung des Jahres 1916 undder Voranschlag, für 1918 wurden genehmigt; bei letzterem mußte wieder eine erhebliche Summe. für Spenden und Beihilfen veranschlagt werden, deren Eingang die Anstalt von opferwilligen Gönnern erhofft.. Das gleich bei Beginn, des Krieges in der Anstalt eingerichtete Neserve-Lazarett arbeitet mit einem nicht unbeträchtlichen Fehlbeträge; nichtsdestoweniger soll es aufrecht erhalten.werden, da man annimmt, daß die Deckung der Mehrkosten sich durch besondere Spenden patriotischer Wohltäter.wird ermöglichen lassen. Zur Entlassung kamen im letzten Berichtsjahre 7 Lehrlinge, 5 Gärtner und 2 Schneider, die sämtlich gute Stellungen fanden. Von den zur Entlassung kommenden Schülern trat 1 in die. Gärtnerei und 1 in die Schneiderei der Anstalt als Lehrling ein; 1 wird - Schlosser. Von den ausgebildeten Mädchen wurden 6. entlassen, die teils in den elterlichen Haushalt zurückkehrten, teils Stellungen in fremden Haushaltungen annahmen. er Mimntzeim, 4. Januar.. Weite Kreise unserer Stadt, sowohl die Handels- und Jndustriewelt, wie auch alle MannheMer Wohlsahrtseinrichtungen ohne Unterschied der Konfession, beklagen das vinscheiden des. Ehrenpräsidenten der Mannheimer Produktenbörse, E m i l. H i r s ch , .der weit .über die Grenzen unseres Mutterlandes lünaus?m deutschen Getveidehandel eine führende Stellung einnahm. Sein Mpiegenes Wissen, seine geschäftliche Klugheit haben ihm schon in jungen Jahren das Vertrauen seiner Fachgenossen gesichert. Ganz besondere Verdienste habe er sich um die Entwickelung der Mannheimers Produktenbörse erworben- und damit nicht wenig zur nachmaligen Entwi ckelung Mannheims bei getragen. Die Bedeutung . und - das MfWn ^dex Mannheimer. Börse wußte Hirsch, stets bei jeder Gell genhert zu fördern. Auf sein Eintreten hin fanden' hier seinerzeitdie großen Verhandlungen zur Beratung des deutsch-niederländischen Getreidekontraktes statt, dessen Zustandekommen in nicht geringem Maße Emil Hirsch zu danken -ist. Bei der Einweihung des Börsewgebäudes wurde ihm in Anerkennung seiner. Verdienste um das Zustandekommen-des Werkes das-R11 te r kreuz zwei ter Klasse v om Zah rin ger Löwen verliehen.- Die Stadt Mannheim verliert in ihm einen Mann, der sich durch seine stets hilfsbereite und wohltätige Gesinnung, sowie durch seine umfassende gemeinnützige Tätigkeit,'die er als Vorstandsmitglied des Hilssvereins der deutschen Juden,. Abteilung Mannheim, und im Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens entfaltet hat. Seine ftets . offene Hand für wohltätige Zwecke hatte zur Folge, daß er im Laufe der Zeit Mitglied fast sämtlicher Wohltätigkeitsvereine in Mannheim — ohne Unterschied der Konfession — geworden war. er. SiratzbAvg, 4. Januar. Ein j üdis ch e s Soldatenheim wurde hier in den Räumen der Unitas-Loge im städtischen Kaufhaus am Hohen Steg eittgeweiht. Das Heim ist eine Schöpfung der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde. Zu der Feier hatten sich außer etwa hundert militärischen Gästen von allen in und bei Strüßburg liegenden Truppenteilen zahlreiche Gäste aus allen Kreisen unserer Gemeinde eingefunden. Außer Vertretern der Universität sah man Gäste' aus allen Kreisen der Gemeinde, die höhere "jüdische Geistlichkeit von Straßburg, Bischheim und Oberehnheim. Die Feier erhielt ihren besonderen Charakter dadurch, daß sie mit dem Schlußtage des Chanukkafestes zusammenfiel. -In der Festrede betonte Oberrabbiner Dr. Emil Levy, daß so wie ehemals der neu erstandene Tempel jetzt das nach manchen Schwierigkeiten neu geschaffene Soldatenheim den für das gemeinsame Vaterland kämpfenden jüdischen Soldaten einen geistigen Mittelpunkt und eine Heimstätte bieten soll. In seiner zweijährigen Tätigkeit im Felde hatte er Gelegenheit, das Bedürfnis der Soldaten nach engeren Beziehungen zum angestammten Glauben kennenzulernen. Ebenso lebhaft ist dieses Bedürfnis auch in der Großstadt, zumal die zur religiösen Pflege erlassenen Anordnungen der oberen militärischen Behörden nicht immer in die unteren Instanzen durchdringen. Rabbiner Dr. Marx gab als Präsident der Unitas- Loge einen Ueberblick über die Entstehung des Heims, das dazu berufen ist, Religion und Vaterlandsliebe in glücklicher Harmonie zu vereinen und Ideen des Glaubens und des echten Menschentums zu verstärken. In den gemeinsamen Gesang der Nationalhymne klang udie Ansprache aus. Musikalische Vorträge gaben der Veranstaltung einen feierlichen Charakter. Nach beendetem Festakt wurde das Abendgebet verrichtet, dann folgte eine Bewirtung der Soldaten. Das Heim ist täglich von 3 Uhr nachmittags bis 8V* Uhr abends geöffnet. Es erfreut sich bei den jüdischen Feldgrauen unserer Festungsstadt, die eine große Garnison aufzuweisen hat, bereits ausgesprochener Beliebtheit. Grsternich-Angsra. z. Budapest, 4. Januar. Der Ungarische israelitische Landesstipendienverein wählte in der letzten Jahresgeneralversammlung, in der der fünfjährige Bestand des Vereines gefeiert wurde, den Minister Tr. V az so ny i zum Präsidenten. Dr. Vazsonhi hielt hierauf eine Nede^ worin er sich mit der Rechtslage der ungarischen Juden beschäftigte und sagte: „Die Nückerinnerung an die Emanzipation, deren fünfzigste Jahreswende das ungarische Judentum in den nächsten Wochen feiern wird, verpflichtet uns alle, das Andenken jener Männer dankbar in Ehren zu halten, denen wir die Gleichberechtigung verdanken. Der Geist dieser Männer und die Pietät gegen unsere Vorfahren, die noch in der Unterdrückung gelebt haben, verpflichten uns, Freiheit und Gleichheit für ewig hochzuhalten und immer dafür zu kämpfen. Die ungarische Judenschaft darf nie eine besondere konfessionelle Politik betreiben, denn.sie findet ihre Zukunft, ihre Freiheit und ihre Rechte in einer wirklich nationalen und demokratischen Politik?. Dolen. z. Wirrfschitrr, 3. Januar. Ueber die im vorigen Monat hier stattgefundene Rabbinerkonferenz schreibt der „Moment": Wie viele jüdische Versammlungen ist sie mit den größten Hoffnungen eröffnet worden und hat mit einer Enttäuschung geendet-. Die Rabbinerkonferenz ist ein Fiasko. Es ist nichts erreicht worden. Man kann aus ihr nur lernen, daß es unmöglich ist, die polnischen Rabbiner auf einer gemeinsamen Grundlage zu verbinden und daß die Rabbiner