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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-01-11 · Heft 2 (11.1.1918) · p. Seite 21

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 2 (11.1.1918)
Date
1918-01-11
Page
Seite 21 (sequence 9)
Language
German
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21 - tänbvrichteken ü«d^befu«idenm-Umstänben «ach, das unterm 1b. September1769 -dem.Juden Hähnle HachenLurger und . Mn«n inzwischen verstorbenen Bruder Samuel Hachenburger > Wh ien-ertW privilegium exclüsivum auf d enen in U n s e r c r .7O.1br.b-Araf-schafl' K«tz-enelnbo gen Vorfallen - d-en-Jude»-Hoch-zeiten privativo mufikalisch : imi i e l e n z u -d ü r s e n r k r o f t dies e s, auf ihn HähKe WchMburger und seines Bvuddrs Samuel Hachenburgers Sohnnamens Herz Hachenburger, unter -den vorigen Bedingungen, -daß sie nämlich bey einer Hochzeit jedesmal Einen Gulden in unsere Rentherey dahier, sodann zwey Gulden;an den zeitigen Thurmmann (öer Stadt-Türmer, welcher sonst das Privilegium besaß, bei allen Gelegenheiten spielen > zu dürfen) - hieselbs bezahlen sollen, respektive gnädigst erneuert pnd tranSferiret haben; So ist sich darnach unterthänigst zu achten, ihnen öieferchalben nichts in Weeg zu legen, sondern fie bey diesem privilegio behörigen Orts zu schützen. Urkundlich Unseres hierauf gedrückten fürstlichen Geheimen Jnsiegels. ./V? .-. . - . 5 ' Darmstadt, den 2ten Octobris 1797. Ad speciale Mandatum Serenissimi ' Fürst!. Hessischer Präsident, Kanzler und Geheime Räthe doselbst gez. Peter p. Hesse. H. v. Lehmann. v. Coelmann. Der Sohn des in diesem Schriftstück erwähnten Hähnle Hachenburger war Herz Hachenburgerin der Geschichte, dem musikalischen Leben Darmstadts nur unter dem Namen „Musikus Herz" bekannt, da Großherzog Ludwig II. dem unter dem Namen „Herz" so populär gewordenen Künstler auch gestattete, unter Weglassung des ursprünglichen Zunamens Hachenburger, den Namen „Herz" als Familiennamen zu führen. Herz war im Jahre 1787 geboren und wandte sich schon früh mit hoher Begeisterung der väterlichen Kunst zu. Unter Volgers Anleitung vervollkommnete er sich ferner in der Kompositionslehre und bildete mit den nächsten Verwandten (Baruch Herz, Musikus, und seinem Sohne 4llAes) ,uüd Freunden ein Quartett, welches in Darmstadt und Umgebung bei Hochzeiten und sonstigen festlichen Gelegenheiten zur Unterhaltung beitrug. Zu weit höherer künstlerischer Vervollkommnung gelangte das Herzsche Quartett in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als sich dasselbe zu einer Kapelle erweiterte, allmählich den. Charakter eines hervorragenden Kunstinstituts annahm, dessen Ruhm weit über die hessischen Länder drang und sogar den gefeierten Walzerkönig Johann Stvauß von Wien bei seiner Anwesenheit in Darmstadt, 1849, zu größtem Lobspruch veranlaßte. Das Orchester war gewöhnlich 40 bis 50 Mann stark unter Leitung von Herz. Den Höhepunkt künstlerischer Wirksamkeit erreichte es. in den dreißiger und vierziger Jahren unter den Großherzögen Ludwig II. und Ludwig III. Diese bewahrten Herz trotz des Aufkommens der Militärkapellen unverändert ihre Gunst. . Die Hofgesellschaft stimmte in ihrer überwiegenden Mehrheit stets für die Mitwirkung des Herzschen Orchesters. Uebevhaupt erfreute sich der talentvolle Meister Herz Hachenburger bis zu seinem Tode der Zuneigung seines Fürsten, welcher auch die tiefreligiöse Anschauung des Künstlers zu achten wußte. Nachfolgende Tatsache legt hierfür Zeugnis ab. Herz sollte einst auf einem Hofballe am Samstag abend spielen. Schon waren die erlauchte Gesellschaft sowie die Herzsche Kapelle vollzählig versammelt. Nur der Dirigent Herz rührte noch keinen Taktstock, da ihm seine religiöse Gesinnung verbot, am Sabbat vor Sonnenuntergang zu beginnen. Endlich erschien der Hof und Großherzog Lu d w i g II. wandte sich, die Uh rin der Han d , in feiner jovialen Weise dem Dirigenten zu mit den Worten: „Herz, nun darfst du anfange w, es stehen bereits drei Sterne am Himmel" Im Jahre 1845/46 fand in Darmstadt ein Konzert statt mit den hervorragenden Solisten: Liszt (Klavier), Vieuxtemps (Violine) und dem Herzschen Quartett. Es ist fast selbstverständlich, daß ein so religiöser Mann wie Herz, dem seine Kunst außer Ruhm und Ehre auch viele klingende Münze eingebracht hatte, letztere für wohltätige Zwecke verwendete. Ebenso selbstverständlich ist es, daß er durch seine hervorragende Begabung der K 0 m p 0 n t ft s y n -- agogaler Gesänge wurde. Von seinen Söhnen widmete sich der älteste, Hähnel Herz, ebenfalls der Musik und war lange Zeit ein geschätztes Mitglied der Hofmusik, genoß jedoch auch wegen seiner Virtuosität als Klavierspieler einen bedeutenden Ruf.. Später wurde dem verstorbenen Musiker Herz von Freunden und Verehrern desselben ein Denkmal gesetzt, daK in seinem- Aussatz in erhabener Meißelung die Embleme der Kunst des Meisters, nämlich Geige, Bogen, Notenblatt, und als Sinnbild seiner vielen Ehren einen Lorbeerzweig enrhält. Darunter befindet sich eine hebräische Inschrift. Die Rückseite enthält folgende Widmung: Herz, Dem Freunde Gottes Und der Menschen, Ihm, der fast ein halbes Jahrhundert durch seine Leistungen in der Tonkunst die Menschen erfreute und die Notleidenden mit aufopfernder Liebe unterstützte. Ihm, derbem Gott seiner Väter zu Ehren durch seine herzerhebenden Kompositionen den Synagogengebeten einen würdigen Ausdruck verliehen, widmen diesen Denkstein seine Freunde und Verehrer. Geb. 1787; starb am 27. Jan. 1851. Ljörn Ljörnlon über die Sttjudrn'). jörn Björnfon hat ein sehr feines und instruktives Buch Mrösfentlicht, in dem er feine Eindrücke während der Kriegszeit, in den Ländern der Mittelmächte und auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen kaleidoskopartig am Leser vorbeigeführt. Bei der hervorragenden Bedeutung der Juden in den Ländern des östlichen Kriegsschauplatzes war zu erwarten, daß der scharfe Beobachter auch ihnen seine Aufmerksamkeit schenken würde. Er . kommt an zahlreichen Stellen auf die Juden zu sprechen, er hat sie in allen Lagen kennengelernt, als Soldaten, als Gefangene, unter dem Eindruck des Schreckens der Russenherrschast. Bei aller Sachlichkeit, zu der er sich als neutraler Staatsmann verpflichtet sieht, kann er sich doch einer tiefen Sympathie mit den unglücklichen Verfolgten nicht erwehren. Dem Judenproblem in Polen widmet Björson eine eingehende Betrachtung. „Die Juden hier liegen auf der Gesellschaft wie ein Alpdruck — das ist die allgemeine Ansicht. Sie bebauen nicht den Boden, sie leben ohne ein anderes Bindeglied mit der übrigen Welt als mit Kauf und Verkauf, die ihnen gerade das Leben lassen — und oft kaum das. Sie klammern sich an den Talmud fest, mit einem dogmatischen Glauben, der bis ins Lächerliche utriert wird. Die Kinder der Armen sitzen, schmutzig und zerlumpt, in erbärmlichen Räumen, von morgens 8 bis nachmittags 6 Uhr und zermahlen mechanisch den Talmud im Hebräischen. Sie büffeln Wörter, deren Sinn die wenigsten verstehen. Aber dies hypnotisierende, intensive Sichdranfesthängen — es läßt so viel Bodensatz, daß sie weiter durchs Leben J) Vom deutschen Wesen von Björn Björnson. Verlag Oesterheld u. Comp. -

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