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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-12-07 · Heft 49 (7.12.1917) · p. Seite 588

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 49 (7.12.1917)
Date
1917-12-07
Page
Seite 588 (sequence 12)
Language
German
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Sigmund Mayer, 2)k Wiener Juden 1700 bis 19M. 1917. R. Löwit Verlag. Wien-Berlin. Neue Jüdische Monatshefte. Zeitschrift für Politik. Wirtschaft und Literatur in Ost und West. Verlag der Neuen Jüdischen Monatshefte, Berlin-München. 2. Jahrg. 2. Heft. Politische Aktions-Bibliothek. Ludwig Rubiner. Der Mensch in der Mitte. Berlin-Wilmersdorf. 1917. Verlag der Wochenschrift Die Aktion (Franz Pfemfert). Verwaltungsbericht des Vorstandes der Synagogengemeinde zu Magdeburg für die Jahre 1909 bis einschließlich 1916. Viktor Meyer, Leben und Wirken eines deutschen Chemikers und Naturforschers. 1848 bis 1897. Bon Richard Meyer. Leipzig. Akademische Berlagsgesellschast m. b. H. 1918. Einen Sommer lang. Roman von Georg Hermann. Verlag Ullstein u. Co., Berlin. Die hebräische Mittelschule Tachkemoni, ihre Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte. Bon Dr. Engel, Leiter der Tachkemonischule in Jaffa. Ackermann u. Wulff Nachfolger. (Groftrrdk u. Gotva) Hamburg 11, T.'ichstraße 48/50. Goethe in vertraulichen Brieftu seiner Zeitgenossen. Auch eine Lebensgeschichte. Zusammengestellt von Wilhelm Bode, 1749 bis 1806, E. S. Mittler u. Sohn, Königliche Hofbuchhandlung, Berlin SW 68. Volk und Vaterland. Deutschvölkisches. Dichterbuch. Heralisgegebm von Adolf Bartels. Erster. und zweiter Band, Halle (Saale) 1917, Richard Mühlmann, Verlaasbnchhandlllng (Mar Grosse). Mitteilungen zur Indischen Volkskunde. Herausgegeben von Dr. M. Grumvald. Rabbi ne r der israelitischen Kirltusgemeinde in Wien. 29.Jahrgang. 1. und 2. Heft. (Der ganzen Reihe 57. und 58. Heft.) Diese Mitteilungen erM'inen zugleich als Organ der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. Wien 4917. Lprechlsa!. Vom Rabbinerverband in Deutschland (Geschäftsführender Vorstand) gehen uns folgende Ausrufe zu: Im vierten Jahre schon stehen unsere wackeren Brüder unb Söhne im Felde. Unendlichen Gefahren und Strapazen trotzend, kämpfen sie in heldenhafter Weise für ihr Vaterland und damit auch für die Ehre des jüdischen Namens. Uns aber in der Heimat erblüht eine schöne Aufgabe, der wir uns nicht entziehen dürfen. An Tagen religiöser Weihe versammeln die Feldrabbiner die jüdischen Soldaten zu feierlichen Gottesdiensten, und .zu Tausenden strömen sie von allen Seiten herbei, um sich zu ihrem.Glauben zu bekennen und um dem Gotteswort zu lauschen. Bei diesen Gelegenheiten pflegen die Feldrabbiner, bevor ihre Gemeinde wieder in den harten Dienst des Tages zurückeilt, alle, Teilnehmer zu einem Mahle zu versammeln, bei dem freudige Erinnerungen an vergangene Zeiten erweckt werden, bei dem das jüdische Herz zum jüdischen Herzen sich findet, bei dem ein Abglanz von der Liebe und dem jüdischen Geiste, die im fernen Heimatshause herrschen, in der Seele erweckt wird. Tie Festgortesdienste und die daran sich schließenden gemeinsamen Feiern gehören gewiß zu den schönsten und eindringlichsten Erlebnissen unserer kämpfenden Brüder. Nur dann wird dies aber der Fall sein, wenn sie gut vorbereitet werden können. Und hierzu gehört in erster Reihe Geld. Mehr als 30 000 Mark sind bereits vom Rabbinerverband für diesen Zweck gesammelt und verausgabt worden. Bei der ungeheuren Zahl von Glaubensbrüdern im Felde können jedoch solche Summen den wirklichen Bedürfnissen nicht genügen. Wie bitten darum alle Gemeinden in Deutschland, einen a n s e h n l i ch e n B e t r a g für diesen Zweck zu bewilligen. Wir bitten auch im privaten Kreise, wenn der Feldgrauen gedacht wird, zu sammeln. Heißer Dank unserer Brüder und Sühne wird der Lohn für alle Mühe sein. Mit wenig Anstrengung ist es einem jeden vergönnt, seinen schwer kämpfenden Glaubensbrüdern Freude zu machen und so dem Judentum wie dem Vaterbande zu dienen. Damit zum Pessachfeste alle Vorbereitungen zeitig genug getroffen werden können, bitten wir, alle Spenden spätestens bis 15. Januar 1 9 1 8 an das unten angegebene Bankkonto des Vorsitzenden des Rabbinerverbandes abzuführen. Einen schöneren, und volMumlicheren Zweck können wir uns .gewiß nicht vorstellen. Möge der Ausruf in -allen jüdischen Herzen freudigen Widerhall finden, möge ein schöner Erfo.lg das Mühen krönen. Das Geld ist auf Rechnung des Vorsitzenden an das Bankhaus Markus Nelken u. Sohn, Breslau, zu senden. Der B o r st a n d und der Z e n t r a 1 a u s s ch u ß des Rabbinerverban-desin D e u t f ch! a n d. G e i st i g e K o st f ü r unsere F e l d g r a u e n! An alle jüdischen Gemeinden Deutschlands richten wir hiermit die dringende Bitte, Bücher, Zeitschriften uni) Zeitungen, die jüdischen Inhalts sind, zu sammeln, damit sie unseren Feldgrauen zugesandt werden können. In den langen Stunden der Einsamkeit regt sich bei unseren Brüdern im Felde der Drang nach geistiger Kost. Die Zeit, die sie durchleben, läßt sie-die Probleme ihres Judentums tiefer empfinden als je zuvor. So mancher, der im Leben flüchtig an allen Strömungen und Bestrebungen seiner Gemeinschaft vorübergegangen ist, hat sich nunmehr in die Fragen jüdischen Seins und jüdischer Zukunft vertieft, und es bedarf der Förderung dieses Triebes, wenn er nicht nach der Rückkehr iu die Heimat wieder verkümmern soll. Dazu ist vor allem Lektüre notwendig! In vielen Häusern gibt es Bücher jüdischen Inhalts, die man gern unseren Soldaten zur Verfügung stellen wird. Jüdische Zeitungen itnb Zeitschriften gehen allwöchentlich zn vielen Tausenden ins Land. Sie werden gelesen und dann sortgeworfen, im Felde aber können sie noch unendliche Freude erregen und großen Segen stiften. Wir bitten darum, daß in allen Gemeinden besonders solche Bücher und Zeitschriften, aber auch Zeitungen gesammelt werden. Wir bitten die Gemeindevorstände, eine Vertrauensperson zu bestimmen, die sich dieser Ausgabe unterzieht und für fortlaufende Uebersendung des gesammelten Lesestoffs an die von uns eingerichtete Bertei lungsstelle sorgt. Mit kleiner Mühe kann unendlich großer Segen gestiftet werden, und des innigsten Dankes aller jüdischen Soldaten dürfen die Spender und die Mitarbeiter an diesem Werke gewiß sein. Tie Sammelstelle befindet sich beim Speditionsgeschäft Albert Meyer, Leipzig, Brühl 69. An diese Adresse bitten wir alle Sendungen zu richten. Sie müssen neben der Adresse unbedingt die deutliche Aufschrift tragen: Lesestoff für jüdische Soldaten. In der Hoffnung, daß unserer Bitte allenthalben Gehör geschenkt wird, zeichnet D e r B o r st a n d undderZentralausschuß des Rabbiner v e r b a u d e s i n T e u t sch l a n d. * Zur jüdischen Lazarettseelsorge. Es ist unbedingt erforderlich, daß die Angehörigen der jüdischen Verwundeten den jüdischen Seelsorger der betreffenden Stadt, in welcher der Verwundete im Lazarett liegt, in Kenntnis setzen, wenn auf den Besuch des Geistlichen reflektiert wird. Während die Geistlichen anderer Konfessionen bei solchen Besuchen immer Angehörige ihrer Konfession vorfinden, ist dies bei dem jüdischen Geistlichen nicht der Fall, und da eine Stadt zuweilen mehrere Lazarette hat (die hiesige hat deren 11), die oft sehr weit auseinanderliegen, so ist eine Lazarettseelsorge nur dann möglich, wenn der jüdische Seelsorger vorher in Kenntnis gesetzt wird, wo jüdische Verwundete liegen. Wohl wurde dies im Anfänge des Krieges — aus Wunsch — von den Lazarettinspektionen dem jüdischen Geistlichen inuner mitgeteilt, da aber diese Stellen sehr häufig ihre Beamten wechseln, so kommt diese Einrichtung, wie die Erfahrung'gelehrt hat, überall in Vergessenheit, und es kann Vorkommen, daß ein jüdischer Soldat in einer Baracke besucht wird, ohne daß der Geistliche eine Ahnung davon hat, daß in einer der nächsten Baracken ebenfalls ein jüdischer Soldat verwundet liegt, was schon oft zu Unzuträglichkeiten geführt hat. Der einzige Answeg ist daher Mitteilung an den Rabbiner oder Lehrer des betreffenden Ortes. Dr. Mannheimer (Oldenburg).

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