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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-12-07 · Heft 49 (7.12.1917) · p. Seite 587

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 49 (7.12.1917)
Date
1917-12-07
Page
Seite 587 (sequence 11)
Language
German
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„Bibel. nnt veremzelten masoretischen Bemerkungen am Rande, sehr schöne italienische Schrift, punktiert und akzentuiert (mit Ausnahme der letzten drei Seiten) in zwei Kolumnen. Gr. 4°. In der Mitte nach Maleachi die Notiz des ungenannten italienischen Schreibers, daß er die Propheten im Monat Äw 5249 (1489) fertiggeschrieben hat. — Das erste Blatt enthält auf der Vorderseite den hebräischen Vernierk des Isaak b. Jomtob Hadji ( 'MKH X baß er diese Bibel von Isaak aus Norzi im April 53Q4 (1544) gekauft habe, sodann den hebräischen Vermerk des Mardochai b. Elischa aus Butri (HID'D)/ daß er diese Bibel von den Erben des Raphael Samuel b. Asaria Hadji gekauft und das Geld der Witwe des Genannten, Diamanda, mit Zustimmung ihres ältester!. Sohnes, Chajim Asaria Jochanan Hadji, am 25. November 1629 gegeben hat, wie solches in dem christlichen, von Zeugen und von der Witwe und ihrem Sohne unterschriebenen Dokument ersichtlich sei. — 1b farbig und in Gold illuminiert, in einem bunt umrahmten Viereck der erwähnte Kaufvermerk vom April 5304 (1544). , Oben in den beiden Ecken rechts und links, unterhalb der bunt gemalten Umrahmung der Vermerk des Asaria Hadji, daß er in der Erbteilung zwischen ihm und seinem Bruder Abraham am Donnerstag, 18. Tischri 5354 (1593), diese Bibel bekommen habe. — 2a. Anfang: Berejchith in großen hebräischen Goldbuchstaben in herrlich ornamentierter Titelvignette mit Pslanzenornamenten, die ganze Blattseite von einer in bunten Farben und Gold künstlerisch ausgeführten Umrahmung (oben ein Schmetterling und rechts und links davon ein Vogel in feinster und vollendetster Ausführung) umgeben. Der italienische Künstler, sowohl im linken als auch im rechten mittleren Seitenfelde durch die Anfangsbuchstaben seines Namens angedeutet, scheint ein Christ gewesen zu sein. (Die Zeichnung dieses Blattes ist ein halbes Jahrhundert älter und weit seiner als die vorhergehenden.) Die Ansangsworte sämtlicher biblischer Bücher (mit Ausnahme der Chronik) sind in herrlichen, umrahmten und ornamentierten Majuskeln in Gold ausgesührt, jedes einzelne höchst geschmackvoll in verschiedenen Farben und« Formen gehalten. Die Zahl dieser Titelvignetten beträgt 16. Die Ordnung der biblischen Bücher: Thora, Josua, Richter, Samuel, Könige, Jeremia, Ezechiel, Jesaja, die zwölf kleinen Propheten, die fünf Megilloth, Psalmen, Sprüche, Hiob, Daniel, Esra (sowohl Esra als auch Nehemia umfassend), Chronik. Vorletztes Blatt, Vorderseite unten: Geburts- und Beschneidungsvermerk des Vaters, dessen Frau Lea am Sabbat, 4. Schewat des Jahres 403, am 24. Januar 1643, einen Sohn geboren, der am Tage seiner Beschneidung Moses Chiskia genannt worden ist. (.Der Vater ist der Bl. 1a genannte Mardochai b. Elischa aus Butri.) Vorletztes Blatt, Rückseite, oben links und rechts, die zwei Kaufvermerke von Bl. 1a, sddann auf diesem Blatt und der Vorderseite des letzten Blattes weitere Geburtsanzeigen der Familie Butri von 1625 bis 1641, von derselben Hand wie die von 1643 geschrieben." Es wäre schön, wenn die ^>anb|d>riit unserer Berliner Sammlung zugeführt werden könnte. L. G. — Dr. Salomon Kaßner: Die Juden in der Bukowina. Wien und Berlin, R. Löwit Verlag. 1917. Preis: 2 Kronen. Die Schrift von der schon in der Wochenübersicht drs Rede war, verdient auch eine besondere Besprechung, obgleich der Verfasser seine Schrift nur als eine vorläufige bezeichnet, der später eine ausführlichere Darlegung folgen soll. Aber auch in dieser interimistischen Behandlung weiß der Autor, der seine Darlegung in elf Abschnitte teilt, viel Interessantes und.Unbekanntes mitznteilen. Die Bukowina, 1774 von Oesterreich erworben, zählte schon i. I. 1776 2906 Juden, unerheblich weniger als in den meisten anderen Provinzen. Ihre Zustände unter österreichischer Militärverwaltung und unter galizischer Herrschaft waren ungünstig, sie besserten sich mit der Erhebung zum Kronlande 1849. Die Juden beschäftigten sich mit Handel und Industrie, wandten sich aber auch sehr lebhaft der Landwirtschaft zu; sie wurden geradezu als „Ackerjuden" bezeichnet. Der Fortschritt in der Landwirtschaft der letzten zehn Jahre ist ihren: intensiven Betrieb zuzuschreiben. — Sehr interessant sind die Mitteilungen über die Gemcindeordnnng, über die durch die Tätigkeit des Dr. Benno Straucher geschaffenen Einrichtungen. Die Zahl der Juden hat sich von 2906 Seelen (im Jahre 1776) auf 120 000 (im Jahre. 1914) verrnehrt. Zum Schluß werden die Leiden der Juden während des Krieges, ihre rechtliche Stellung, ihre Aussichten in der Zukunft besprochen. Es wird betont, daß die Juden nicht Deutsche sein wollen, sondern ihre nationale.Besonderheit anstreben, daß sie unter österreichischer Herrschaft blLiben wollen. Für die Zukunft wird Ausbau der Universität, Schaffung technischer Lehranstalten, Förderung des Ackerbaues und der Industrie verlangt. Die kenntnisreiche Schrift -verdient Völle Empfehlung. Enthielte sie nur nicht manche unangenehme Austriazismen, von denen „beinhaltet" wohl der schauderhafteste ist.. ‘L. G. — Strümpfe und Hausschuh ohne Bezugschein. Don Frau MetaMüller. Sehr klar und einfach ist darin angegeben, wie man aus Flicken und Stoffresten praktisch und fast kostenlos Schuhe und Pantoffeln Herstellen kann.' Muster in fast allen Größen, von der Herausgeberin selbst gezeichnet, liegen bei, und es ist dadurch jedem möglich, sich Schuhe herzustellen. Gleichzeitig liegen Zeichnungen für Strumpsflickereien bei; es wird gezeigt, wie man aus alten Strümpfen und Strumpfteilen leicht wieder Brauchbares Herstellen kann. Frau Müller hat sich während der Kriegszeit auf diesem Gebiete große Verdienste erworben. Jsdjem, der sich billig praktische Fußbekleidung verschaffen will, sei dieses Büchlein, welches im Selbstverlag von Frau Meta Müller, Göttingeu, Bühlstraße 44, erschienen ist, aufs wärmste empfohlen. j. B. Bücherei der den tschen Frau. Herausgegeben von Oskar A. H. Schmitz. Begründet und verlegt von Seemann & Co. Leipzig. Band I — IV. Band I. Schwesterseele. Von- Wilhelm Rath. Der Verfasser schildert die Schwesterseele . in ihren verschiedenen Phasen: die barmherzige Schwester, die Schwestern berühmter Persönlichkeiten in ihrem Einfluß auf diese, von Antigone bis zu den Schwestern Friedrichs des Großen, Schillers, Goethes, Bismarcks, Nietzsches usw.; die geistige Schwesterseele Dantes, Michelangelos und das Weib in reiferem Alter als die Schwester des Mannes, in ungemein anregender Weise. Band II. Die Frau und die Geselligkeit. Von Marie v. Bunsen. Mit höchstem Interesse begleiten wir die Ausführungen der trefflichen Schriftstell eriln. Zu allen Zeiten sind geistig und seelig hochstehende Frauen Trägerinnen der Geselligkeit gewesen. Besonders sympathisch berührt uns, das hochherzige Schwesternpaar, Josephine v. Wertheimstein und Sophie v. Todesco genannt, zu finden, das durch Grazie des Geistes .und wahre Vornehmheit einen erlesenen Kreis in der österreichischen Metropole um sich zu scharen verstand. Die Porträts der bedeutenden Frauen schmücken das Buch. Band III. Vom Zopf zur Romantik. Von Alerarrder v. Gleichen- Rußwurm. Ein Beitrag zum Werdegang der modernen Frau führt uns in das 18. Jahrhundert, ohne der Jüdinnen zu gedenken. Band IV. Vom deutschen Lebensstil. Von Sabine Sophius. Auch hier erfahren wir viel Interessantes über Erziehnng und Geselligkeit. Als Führerin eines der letzten Berliner Salons wird eine Glaubensschwester, Felicie Bernstein, genannt. „Sie besaß jene liebenswürdigen Eigenscl>aften und Fähigkeiten, die Gegensätze zu verbinden, heitere Gespräche hervorzulocken, kurzum, geistiges Behagen und geistige Bewegung zu geben. Sie war duldsam, ohne lax zu sein, witterte starke Persönlichkeiten und würdigte die bescheidenen. Sie huldigte den Berühmtheiten, ohne jemals zu schmeicheln, und gab den Schüchternen durch Nachsicht ein Gefühl von Sicherheit. In diesem Salon sind Gespräche über Kunst und andere geistige Gebiete geführt worden, die von weittragender Bedeutung waren." Wir können leider die Fülle von Anregung, Belehrung und Genuß, die diese vier Bändchen bergen, nur flüchtig streifen. Wir empfehlen diese Frauenbücher bester Güte angelegentlichst den geschätzten Leserinnen dieses Blattes und sind ihrer Dankbarkeit sicher. Regina Nei>ß er. Mchrrrinlauk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher stndet in feinem Falle statt. David, Tragödie von Friedrich Erbrecht. Kurt Wolfs Verlag, Leipzig. 1918. Schalem Alechem, Aus dem nahen Osten, Novellen. München und Berlin. Georg Müller Verlag. Sven Hedin: Bagdad, Babylon, Ninive. Leipzig, F. A. Brockhaus, 1917»

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