Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 81 (1917)
- Issue
- Heft 45 (9.11.1917)
- Date
- 1917-11-09
- Page
- Seite 537 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3229286-3229331--73542-3286030- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ftcf), diesem Volke an. Ein Vild der messrattischen Zeit! War sie doch auch eine Glanzzeit für Dichtkunst, Gesangskunst und belehrendes Schrifttum. In einer solchen Zeit mögen das Zeichen und seine Benennung entstanden sein. Das Zeichen init dem Hinweis darauf, daß der Ewige das Reich nach jeder Richtung hin beschützt und ihm von allen Seiten Ruhe gibt. Und die Benennung mit dem Hinweis daraus, daß der Ewige das Reich unter Chiskija ebenso beschützt und gefördert hat wie unter David, und daß das Messiasreich sich erfüllen wird. Lweitr jfrldrabbinrr-Konkrrrn? der Ismr?oarmrr. n meinem Beitrage , „(Lin Feldpostbrief"^) gab ich einen kurzen AUeberblick über die Tätigkeit der Feldrabbiner -in der Fsonzo- -^^-^armee, wies auf die Schwierigkeiten hin, die die Feldrabbiner zu bekämpfen Haben, um den Forderungen des von der Heimatscholle gerissenen Soldaten Nachkommen zu können, hob die Leistungen oer Leitung hervor, die die jüdische Militärseelsorge so musterhaft zu organisieren verstanden hat, und berichtete schließlich über die erste Feldrabbiinerkonferenz, zu der hauptsächlich die Pessachaktion Anlaß gab. Am 7. und 8. Mai 1917 fand die zweite Konferenz der Feldrabbiner der Äsonzoarmee im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde in Triest statt. Als Vorsitzender fungierte der Leiter der israelitischen Militürseelsorge der Armee, Feldrabbiner Dr. Meier Tauber, als Schriftführer Feldrabbiner Dr. Ernst Deutsch. Anwesend waren die Feldrabbiner: Bela. Diamand, Salomon Hirsch, Hirsch Leboritsch, Dr. M. Margel, Dr. S. Nagelberg u. Dr. A. Schweiger. Als Gäste waren anwesend Feldrabbiner Dr. S.^Link der XI. Armee und Oberrabbiner aus Triest Professor Dr. P. H. Chajes. Der Vorsitzende eröffnete die Konferenz, begrüßte die verschiedenen Feldrabbiner und Gäste und hielt dem verstorbenen Feldrabbiner Dr. Ä. Kelemen einen warmen Nachruf. Dann referierte er über die durchgeführte rituelle Verköstigung zu Ostern, die im großen und ganzen als befriedigend bezeichnet werden kann. Die einzelnen Feldrabbiner erstatteten daraus Bericht über die Durchführung der rituellen Verköstigung im Bereiche ihres Wirkungskreises. Es wurde konstatiert, daß d.,e rituelle Verkchrigung zum größten Teil klaglos durchgesührt werden konnte, wobei die Kommanden sehr entgegenkommend waren. Auch wußten die Feldrabbiner einstimmig zu berichten, daß die vitueU>e Verköstigung zu Ostern auch im Felde durchführbar sei und einen großen Einfluß auf die Stimmung der Soldaten habe. Es wäre nur wünschenswert, daß, wie in Deutschland, die rituelle Verköstigung einheitlich von einer Zentralstelle geleitet, nicht aber den einzelnen Flldrabbinern überlassen werde. Die allgemeine Feldrabbinerkonserenz hatte darüber zu beraten, wie diese Zentralstelle zu schaffen fei. Es wurde daher folgende Resolution gefaßt: „Die rituelle Verköstigung der jüdischen Soldaten ist eine so eminentwichtige religiöse Frage und deren Regelung ist aus militärischen Gründen einer derart dringliche, daß sie aus einer ehestens einzuberufenden allgemeinen Feldrabbinerkonferenz der gesamten Heeresmacht Oesterreich-Ungarns rn.it Hinznsügung rabbinischer Autoritäten geregelt werden soll." Feldrabbiner Dr. Tauber teilte mit, die Leitung habe eine stabile Matvik angelegt, in die alle Sterbefälle, bei denen die Feldrabbiner fungiert haben, ausgenommen werden. Hierdurch werden die Angehöri - gerr sofort in den Besitz des Totenscheines gelangen, was doch in ihrem Interesse liegt. Fm Zusammenhänge damit fordert der Vorsitzende die Feldrabbiner auf, die Konservierung der Gräber im Bereiche ihres Wirkungskreises zu achten, alle Gräber mit den vorgeschriebenen Tafeln bezeichnen zu lassen und Kataster mit Skizzen oder Photographien anzulegen, diese der Leitung zu übermitteln, damit die zuständigen Gerneinden ein Verzeichnis der Gräber behufs deren Erhaltung auch nach dem Kriege überreicht werden könne. Zum Schlüsse werden die Feldrabbiner zur Beteiligung an der Kriegsausstellung auch im Fahre 1917 aufgesordert, damit der Oessentlichkeit ein Bild dessen gegeben werden kann, was die Feldrabbiner int Kriege geleistet haben. Ausnahmen sind daher int. Wege der Leitung dem Kriegsministerium zur Verfügung zu stellen. So viel über die Konferenz. Bemerkenswert ist noch, daß seit der Zeit die Zahl der jüdischeil Soldaten aus zirka 16 000 gestiegen sei und daß darauhiu auch die Zahl der Feldrabbiner von 12 auf 18 vergrößert wurde. M. St. Im Felde, 28. August. historisches. Eine Anzahl geschichtlicher Studien soll im folgenden klirz zusammen gefaßt werden. BranrU) behandelt in seinen Beiträgen diesmal den Anfang der Zeit von 1600 bis 1740, und zwar ausschließlich die Glogauer Gemeinde. Die drei Abschnitte: das Glogauer Fudenviertel; die lvirtschaftliche Lage der Glogauer Fuden; Satzungen der Glogauer Gemeinde, ebenso die hebräischen Anhänge: Die alten Statuten und Grabinschriften bieten eine reiche Fülle der Belehrung. Brann verzichtet auf allgemeine Betrachtungen und geistreiche Einzelbemer-. kungen; er will nur unterrichten, jeder Angabe fügt er genaueste Quellennachweise hinzu. Man hat bei seinen Angaben das Gefühl, von einem sichern, kenntnisreichen, möglichst unparteiischen Führer geleitet zu werden; es ist nicht seine Schuld, wenn die Zeiten, in die er uns geleitet, die Verhältnisse, die er klarlegt, wenig ergiebig, ja mitunter recht unerfreulich sind. Ist schon die von Brann behandelte neuzeitliche Epoche keine lichtvolle, so herrscht tiefes Dunkel in der Zeit, die von N e u f e l d-') vorgesührt wird; sie gehört fast zu den schlimmsten, die von beit Fuden durchlebt wurden. Dort hörten wir von einer Stadt; hier wird ein ziemlich großes Gebiet zusammengefaßt. Der Verfasser teilt seine Arbeit in drei Teile: Topographie, bis zum Interregnum, bis zum „schwarzen Tod". Er gibt sehr ins einzelne gehende Nachrichten, die er stets mit Quellenstellen belegt, so daß die Anmerkungen den Text oft bei weitem überwiegen. Auf die zahllosen Einzelheiten des Schristchens kann ich nicht eingehen. Eine Anmerkung wie S. 15 scheint mir recht überflüssig. Scharfsinnig ist die Bemerkung S. 40 Anm. 2. lieber die Münzen mit jüdischer Umschrift, S. 49 Anm. 3, hätte man gern etwas Näheres gehört. Eine Widerlegung des Buches von Liebe (es wird überhaupt zu oft angeführt), wie S. 68 Anm. 3, lohnt sich nicht. Derartige Beiträge, wie der hier augezeigte, sind specimina eruditionis, die, fleißig zusammengestellt, wohlwollende Würdigung anständiger Arbeit verdienen. Solches Lob kann inan dem Schriftchen Klein s'h - - der freilich enggedruckte Text umsaßt 7 Seiten - nicht zuteil werden Lassen. Obgleich das Wort „Geschichte" zweimal auf dem Titel wiederkehrt, ist die Arbeit hauptsächlich ein zionistisches Pamphlet, das in einer Apologie des Herrn A. Ruppin gipfelt. Wenn Herr Klein meint, „Nach diesen Ausführungen (genau 3X> Seiten) glauben wir gezeigt zu haben, daß den Fuden in der allgemeinen fortschreitenden Kulturentwicklung noch große Aufgaben zufallen werden", so gibt er damit eine Probe beneidenswerten Selbstbewußtseins. Auch wir glauben an solche Aufgaben, aber wir sehen sie nicht in einer Besiedelung Palästinas und glauben, sie müßten anders dargelegt werden, als es in diesem Schriftchen geschieht. Es ist sehr erfreulich und doppelt wünschenswert in den schweren Kriegszeiten, daß auch in Dänemark sich geschichtliches Leben zu i) Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars Fraenckelscher Stiftung für das Jahr 1916. Zur Gedächtnisfeier für den Stifter, Sonntag. den 28..Januar 1917, vormittags 11 Uhr, Wallstraße 14, 2 Treppen. Vorangeht: Geschichte Her Juden in Schlesien. VI. (Fortsetzung.) Bon Professor Dr. Al. Brann (Breslau). Druck von Th. Schatzky G. m. b. H., Neue Graupenstraße 5. 1917. ") Die Juden im thüringisch-sächsischen Gebiet während des Mittelalters. Von Dr. Siegbert Neufeld, Rabbiner in Briefen (Westpr.). I. Von den ältesten Zeiten bis zum „schwarzen Tod". (1348.) Berlin 1917. Verlag von M. Poppelauer. Preis 2,50 Mark. 3) Gedanken zur Mission des Judentmns im Lichte kulturhistorischer Aind wirtschastsgeschichtlicher Tatsachen von Otto Klein. Preis 10 Heller. Prag 1915. Verlag der Lese- und Redehalle jüdischer Hochfchüler. Truck von Richard Brandeis. ') Siehe „Allgemeine Zeitung des Judentums", Nr. 22.