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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-10-19 · Heft 42 (19.10.1917) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 42 (19.10.1917)
Date
1917-10-19
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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81. Jahrgang Nr. 41 Berlin, ». ükiober IWT Vettase zur ,Allgemeinen Leitung drK Judentums. s- ---—---.HIIIIII. m .L BMgggMBggBHBfe ßom(ponöen?tn und Kachrichten. SrutsthianL. E. M. Berlin, 16. Oktober. An den Tagen des Laubhüttenfestes sind in der Berliner Jüdischen Gemeinde dr-ei neue Rabbiner in ihr Amt eingeführt worden. In der Synagoge Rykestraße hielt der von den Gemeindebehörden als Prediger berufene Rabbiner Tr. Wehl seine Antrittspredigt; in der Synagoge Kottbuser User fungierte Rabbiner Dr. Bleichrode zum erstenmal als Prediger für dieses Gotteshaus. Beide Herren wurden durch die betreffenden Synagogenvorstände mit einer Ansprache begrüßt und dann in ihr Amt eingeführt. In der Synagoge Lewetzowstraße erfolgte die feierliche Einführung des zum Rabbiner der Gemeinde gewählten Herrn Dr. Benzion Kellermann. Chorgesang leitete den Alt ein; in feierlichem Zuge wurde Dr. Keller mann von Rabbinern und Vertretern der Gemeindebehörden zur Heiligen Lade geführt. Hier hielt Geheimrat Dr. Stern als Vertreter des Gemeindevorstandes eine Ansprache, in der er bemerkte, daß die Gemeindebehörden vornehmlich die Pflege der religösen Gesinnung in der Jugend in die Hände ihres neuen Seelsorgers legen wollen. „Ter Gemeindevorstand ist zu dem Ergebnis gelangt, daß eine Arbeitsteilung unter den Rabbinern erforderlich ist, damit jeder einzelne sein Tätigkeitsgebiet intensiver bearbeiten kann. Die religiöse Erziehung der jüdischen Zugend ist lange von Schule und Haus vernachlässigt worden. Der Vorstand hat seit einem Jahrzehnt erfolgreich an der Beseitigung dieses Mißstandes gearbeitet. Die Zahl der Schulen hat sich in diesem Zeitraum ver- >.wppeu, die Gemeinde verfügt üoer einen Stamm von tüchtigen, wissenschaftlich gebildeten Lehrern." Der Redner betonte, daß Herrn Dr. Kellermann die wichtige Pflicht zusalle, die Jugend, die den künftigen Bestand unserer Glaubensgemeinde ausmacht, mit dem geistigen Rüstzeug auszustatlen, das sie zu tüchtigen Verteidigern und Bekennern des Judentums in kommenden stürmischen Zeiten machen soll. Die Erziehungsarbeit des Religionslehrers soll gute Patrioten, gute Juden und edle Menschen Hervorbringen. — Mit bewegten Worten dankte Rabbiner Dr. Keller mann für diese Ansprache. Er führte etwa folgendes aus: „Eine Religion, die das Sluoium ihrer Lehre über alle anderen reugwsen Gebote pellt, bleibt vor Versteinerung und Erstarrung bewahrt. Eine Lehre, die so auf ständige Erkenntnis und auf dauerndes Forschen dringt, kann keine Summe von abgeschlossenen Dogmen bilden, sondern muß bei Wahrung ihres Kerngehaltes flüssig und entwicklungsfähig bleiben wie das Leben selbst. Dem Ausgleich zwischen Kultur und Judentum war das Streben der Propheten, der jüdischen Dichter der spanischen Periode und der großen Männer unserer Zeit geweiht. Für die Gegenwart ist eine Vertiefung der jüdischen r'ehre für die Jugeno uno für tue Erwachsenen auzusireben. Das Lehrhaus muß in moderner Form wieder zum Mittelpunkt des jüdischen Lebens werden." Rach diesen Ausführungen, die mit einem Gelöbnis treuer Pflichterfüllung im anvertrauten Amte schlossen, leitete ein Ehorgesang den allgemeinen Gottesdienst ein. Berlin, 16. Oktober. In einer von der Berliner- Stelle für Berufsberatung der Juden mit Leitern der jüdischen Re- Ugionsjchulen abgehaltenen Konferenz ist beschlossen worben, planmäßig auf die jüdischen Schüler und Schülerinnen rm Sinne der Berufswahl einzuwirken, ehe sie die Schule verlasse. Die Kinder sollen durch Dermittlung der Religionslehrer zur Ausfüllung eines Fragebogens über Wünsche und. Migungen bei der Berufswahl angehalten und auf Grund dieser Fragebogen dann zum Besuch der Beratungsstellen eingeladen werden, die ihrerseits dann nicht nur sachverständigen Rat erteilen, sondern auch die Kinder mit fcenn zuständigen Arbeitsnachweise in Verbindung bringen sollen. Es ist zu hoffen, daß die in Aussicht genommene Einrichtung bevetts für die zu Ostern von der Schule ab gehenden Kinder chre Wirkungen zeigen wird. ### Berlin, 16. Oktober. Das Mitglied des Kuratoriums der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, Herr Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Hermann Cohen, kündigt für das Wintersemester folgende Vorlesung an: „Die Grundlehren der jüdischen Religion." Die Vorlesung findet vom 16. Oktober ab jeden Dienstagabend von 8 bis 9 Uhr statt. Ferner Uebungen über „Quellen zur Vorlesung" und über „Maimonides More 11", je zwei Stunden. Außerdem liest Herr Dr. I. F r e u n d über „Die Judeufrage in der deutschen Literatur seit den Freiheitskriegen in ihrer Rückwirkung auf Gesetzgebung und Politik in Preußen" vom 17. Oktober ab jeden M i t t w o ch a b e n d von 8 bis 9 Uhr. Die Vorlesungen sind össentlich und unentgeltlich. Die Zulassung erfolgt nach persönlicher Anmeldung im Sekretariat, Artilleriestraße 14. Berlin, 16. Oktober. Das' Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten:.Unteroffizier Paul H aufs und Unteroffizier, Referendar- Richard Hanfs, Söhne des Lehrers a. D. Herrn M. Hanfs; Flugschisfer Paul Hei mann, unter Beförderung zum Bizefeldwebet, Sohn des Herrn -Felix Heunann in Pankow; Bizeseldwebel Pauk Wolfram, Sohn des Herrn H. Wolfram; Zahlmeister Arthur Davidsohn, Bruder des Oberkantors Magnus Davidsohn, Batcnllonsarzt Dr. Gustav H i l l e t; Artur Blumenreich; ^Rechtsanwalt Dr. Arthur L e w i n und Martin L e w i n, Söhne des Herrn S. Kelvin, Halens.ee, Katharinenstraße 6; Grenadier Günther Re u ß, Sohn des Hauptlehrers a. D. Heinrich Reuß; Kriegsfreiwilliger Sanitätsgefreiter Norbert Mosczytz; Gefreiter Leopold Levy, Sohn der Witwe Frau Henriette Levy; Grenadier Herold Wassermann, Sohn der Witwe Rosa Wassermann (Groß- Berlin). Die gleiche Auszeichnung erhielten Kanonier Leo Schmuckler (Oftrowo i. P.), Musrener Joseph Abraham (Fraustadt), Musketier Richard Ruschin; Gefreiter Ernst Freundlich, Sohn des Herrn Julius Freundlich; Unteroffizier Alfred Ra lau (Posen), Landsturmmann Benno Eohn (Rawitsch), Lehrer Leo Nt o s e s (Lautenburg i. Westpr.), Unteroffizier Martin Latomon (Gr. Leistenau), Unteroffizier Max Goldberg (Zittau), Stabsarzt Sanitätsrat Dr. Kallmann (Wöllstein r. P.), Hermann Zar et, unter Beförderung zum Unteroffizier (Pieschen), Weyrmann Jsioor Earv (Rogasen), Bernhard Eohn, Sohn oer Witwe Frau Dora Eohn (Schulitz), Unteroffizier Henry Wittenberg, Soyn des Herrn L. Wittenberg (Osterode), Kriegsfreiwilliger Kurt W o l l st e l n (Stettin), r-ceservisr .^eo W r n r e r (^ufsetdors), Wehrmann Herbert S ch n o cr (Elberfeld), Schütze Richard R e u f e t d (Hannover), Unteroffizier Mofes V u ch h e i m (Rosenthal, Bezirk Kassel), Musketier Arrur L u c a s, Heinrich Walter (Slegburg), Gefreiter Jsioor Kleinschmlot ^oesl i. W.), Kanonier Max Mayer (Steele), Osear H.e r z, Landslurmmaun Philipp H e y in a n n (Ewtsen'tircyen), Gorr- Jrieo Müller (Emden), Robert Richard, Emanuel und ^iegmund Rothschild, Söhne der Witwe Rothschild (Worms), Gefreiter Stud. für. Julius W l n d m ü t l e r (Beckum i. W.), Unteroffizier Hans R o t h rn a n n (Leipzig), Gefreiter Walter O st ermann, Sohn des Lehrers Ostermanii (Bochuin), Kanonier Ernst H e i m a n n (Wreden), Gefreiter Ernsr Levy, Sohn des Herrn SaUy Levy (Magdeburg), Landsturmmann Felix Zernik, Sanuätsunterosfizier Fritz Bock, Gefreiter August Straßburger, Offizierstellbertreter Ätax R o s e n t h a l (Frankfurt a. M.), Kanonier Anton Spanier, Wehrmann Bernhard B i l st e i n, Gefreiter Ludwig Wolf, Gefreiter Julius Alexander, Kanonier Alfred Freudenberg, Gefreiter Erich Oppen, Gefreiter Alfred R o s e n z w e i g, Gefreiter Fritz B r ü - n ell (Köln), Kanonier Jacob Spitzer, Max Bauer, Gefreiter Heinrich Block (Hamburg), Magazininspektor Louis Herz (Hamm r. W.), Unteroffizier Leopold Rosen gart (Mannheim), Unteroffizier Siegfried P r i n tz (Karlsruhe), Fritz Jacobsohn (Geestemünde), Siegfried Berliner (Altona), Fahrer Isidor Simon (Minden), Schütze Ad. Levy (Münster i. W.), Sanitätssoldat Daniel Scherer (Pirmasens), Zahtnleisterstellvertreter Fritz Kirsch, Sohn des Herrn S. Kirsch (Chemnitz), Musketier Ludwig R o s e n st e i n (Herborn), Kanonier Georg Schleimer (Bereut), Fahrer Friede! Hamburger (Bad Kissingen), Landwehrmann Emil Seidel (Krotoschin), Unteroffizier Dagobert Kallmann (Briefen), Füsilier Siegfried M a n a s s e (Margonin), Referendar Dr. Alfons Müller (Deutsch-Krone), Ersatzreservist Georg La band (Kreuzburg, O.-S.),

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