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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-10-12 · Heft 41 (12.10.1917) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 41 (12.10.1917)
Date
1917-10-12
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Er kann mit Befriedigung feststellen, daß er getreu den Ueberlieserungen seiner Begründer und im Geiste seiner verstorbenen Vorsitzenden Dr. Gustav K a r P e l e s und Professor Dr. Martin Philippson stets das Verständnis der jüdischen Geschichte und die Kenntnis der jüdischen Literatur gefördert und in weite Kreise unserer Glaubensgemeinschaft getragen hat. „Wir verdanken es", heißt es in der dieser Tage zur Versendung gelangenden heurigen Ankündigung des Vereinsvorstandes, „der treuen Anhänglichkeit unserer Mitglieder, wenn, wir in den vergangenen 25 Jahren unsere Aufgabe erfüllen und immer weitere Ziele uns stecken konnten. Selbst in der schweren Kriegszeit haben unsere Mitglieder uns die Treue bewahrt und unser Streben dadurch anerkannt, daß sie uns zahlreiche neue Mitglieder.zuführten. Wir haben daher den Wünschen vieler unserer Anhänger, im bevorstehenden Winter a u ß e r den Vorträgen in der Philharmonie je e i n e n V o r t r a g in Charlottenburg sowie im Zentrum und im Osten Berlins zu veranstalten, Folge gegeben. Wir wenden uns aber im Hinblick auf die hierdurch gesteigerten Ausgaben an alle unsere Glaubensgenossen mit der Bitte, dem Verein für jüdische Geschichte und Literatur als Mitglieder beizutreten, damit lvir in der Lage sind, in noch umfassenderer Weise als in den vergangenen 25 Jahren für das Judentum zu wirken. Wer sein Judentum liebt, der schließe sich uns an! Durch die Belehrung über seine heldenhafte Geschichte stärken wir die Treue an den uns angestammten heiligen Glauben und festigen wir das jüdische Bewußtsein." Im Winter 1917/18 finden folgende Vorträge statt: Donnerstag, 18. Oktober 1917: Dozent Dr. I. Elbogen (Berlin): Festvortrag zum 25jährigen Bestehen unseres Vereins. Donnerstag, 1. November 1917: Rabbiner Dr. B. I a c o b (Dortmund): Heinrich Graetz, der Geschichtsschreiber des Judentums. 1817—1917. Donnerstag, 15. November 1917: Dozent Tr. S. H. Horovitz (Breslau): Zur Entwicklung der jüdischen Predigt. Donnerstag, 13. Dezember 1917: 1. Populärwissenschaftlicher Vortrag: Benas Levy (Berlin): Bilder von Juden und Judentum im Weltkrieg. Mit zahlreichen Lichtbildern. Donnerstag, 10. Januar 1918:- Professor Dr. Adolf Koch (Berlin): Die Stellung der deutschen Juden nach dem Kriege. Donnerstag, 24. Januar 1918: Redakteur Albert Katz (Pankow): Ein Reorganisator des Judentums in alter Zeit. Donnerstag, 21. Februar 1918: Populärwissenschaftlicher Vortrag: Kapellmeister Eduard Levh «Berlin): Jüdische Geschichte, dargestellt durch Musik. Mit Gesangsoemonstrationen aus Opern und Oratorien. Gesang von Frau Gina Goetz-Levy. Donnerstag, 14. März 1918: Professor Dr. Gust. Dalman (Greifswald): Galiläische Synagogen- und andere Reste spätjüdischer Bautätigkeit in Palästina. Mit Lichtbildern. I e r n e r finden Vorträge st a t t: Donnerstag, 6. Dezember -917, im Festsaal desLogenbaus, Joachimsthaler Straße 13: Geh. Regierungsrat, Professor Dr. Hermann Cohen (Berlin): Die Tugendlehre der jüdischen-Ethik. Donnerstag, 7. Februar 1918, im ^ehrerv-e reinshau s, Alexanderstraße 41: Rabbiner Dr. S. Ja m pel (Schwedt a. d. O.): Der Weltkrieg und die biblische llülturmission. Donnerstag, 7. März 1918, in den Prachtsülen des Ostens, Frankfurter Allee 48: 3. Populärwissenschaftlicher Bortrag: Chefredakteur I. Landau (Berlin): Jüdischer Humor. Berlin, 10. Oktober. Den uns zugegangenen Mitteilungen der Haupt stelle für Berufsberatung der Juden, Oktober 1917, entnehmen wir folgende Angaben: O e r t l i ch e Beratungsstellen. Die Auskunstserteilung in allen Fragen der Berufswahl und des Berufswechsels sowohl für die Jugend wie lür Personen im reiferen Alter erfolgt zunächst durch die örtlichen Beratungsstellen, von denen bisher folgende errichtet sind: Berlin, Monbijonplatz 10 (Arbeitsnachweis, begründet von den Berliner -ogen U. O. B. B.). — Sprechstunde für Frauen und Mädchen Rofenstraße 2—4, Dienstag 5 bis 6 Uhr. Breslau, vorläufig Neue Graupenstraße 2 (Justizrat Hirschberg). Chemnitz, Bureau des Israelitischen Gemeindeamts, Heinrich-Beck-Straße 1 (Georg! Mecklenburg). Danzig, Stadtgraben 6 (Rabbiner Dr. Kaelter). Dresden, Zeughausstraße 2 (Israelitisches Gemeindeamt). Hamburg, Hartungstraße 9—11 (Hamburger Verein für Arbeitsnachweis). Herford i. W. (Prediger Goldmann). München, vorläufig Bavaria- Ring 43 (Eugen Neustütter). Oberschlesien (Rektor Schürmann, Beuchen). Posen, Viktoriastraße 3 (Ludwig Baumgart). Tie Errichtung weiterer Beratungsstellen in Cassel, Elberfeld, Magdeburg und an anderen Orten ist ln Vorbereitung. Soweit eine örtliche Beratungsstelle nicht erreichbar ist, erfolgt jede weitere Auskunftserteilung gern durch die Hauptstelle für Berufsberatung der Juden (Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens) Berlin SW 68, Lindenstraße 13. Die Hauptstelle gibt eine Liste über Niederlassungsmöglichkeiten für selbständige Kausleute, Handwerker, Landwirte und Angehörige der freien Berufe heraus. l Diese Liste wird insbesondere auch den zurückkehrenden Kriegsteilnehmern willkommen sein, insbesondere solchen, die wegen nervöser Schädigungen, Kopfwunden usw. ihre Dätigkeit in Großstädten ausgeben wollen oder müssen und ein geeignetes Arbeitsgebiet in ruhiger ländlicher Umgebung suchen, wobei zugleich Uebergang von kaufmännischer in mehr körperliche Arbeit in Frage kommt. Da die Liste vorwiegend Niederlassungsmöglichreiten in kleineren Orten enthält, dient sie zugleich einer gerechteren Verteilung der deutschen Juden auf Stadt und Land und der Erhaltung der kleineren Gemeinden. Die Liste, deren erste Auslage allseitig gute Aufnahme gefunden hat, ist soeben in zweiter Ausgabe erschienen und steht Interessenten kostenlos zur Verfügung. --- V e r send u n g von S ha d t k i n d e r n auf das La n d. Die Hauptstelle für Berufsberatung der Juden hat ihr Augenmerk der Versendung von Großstadtkindern auf das Land zugewandt, weil es im Sinne ihrer Bestrebungen liegt, daß die Großstadtkinder das Leben in kleineren. Städten und auf dem Lande kenncnlernen und sich von dieser Kenntnis bei der Berufswahl beeinflussen lassen. Den Bemühungen der Hauptstelle ist es gelungen, daß ihr von Gönnern in allen Teilen des Reiches insgesamt 527 Stellen zur Unterbringung von Großstadtkindern, zum Teil auf mehrere Monate, zur Verfügung gestellt wurden. Auf 485 Stellen tonnte die .Untervringung völltg unentgeltlich erfolgen, während bezüglich des Restes ein geringer Betrag für Beköstigung berechnet wuroe. Bei dem größten Ten der Stellen konnte auch rituelle Verpflegung zugestchert werden. Auf die einzelnen Landestelle verteilen sich die stellen wie folgt: Baden 14, Bayern zl, Birkenfeld 10, Brandenburg 2, Vraunischlveig 1, Hannover i5, Hessen, 6i, Hesseu-Nassau ü, Memiugen 5, Mecklenburg 7, Ostpreußen 75, Pommern 13, Posen 53, Rheinprovinz 46, S.-W.-Eisenach 3, Schlesien 46, Schwarzburg-Sondershausen, Westfalen 63, Waioeck 3, Weslpreußeu 76, Württemberg 6. Die Besetzung der Stellen wurde von der Hauptstelle bis auf wenige Ausnahmen nicht direkt, sondern durch Vermittlung der zustanoigen Wohlfahrtsorganisationen in deii Großgemeinden, namentlich Berlin, Breslau und Frankfurt a. M., vorgenommen. Es gelang insgesamt auf diese. Weise für 36'.: Mädchen und 165 Knaben einen Sommeraufenthalt zu verschaffen. Zahlreiche der Hauptstelle zugegangene Briese zeigen, daß die Kinder, die fast durchweg gut ausgenommen wurden, hierdurch nicht nur eine Förderung ihres Gesundheitszustandes erlangt haben, sondern auch m vielen Fällen im Interesse der Bestrebungen der Hauptstelle hinsichtlich der Wahl ihres späteren Berufes beeinflußt worden sind. Die Hauptstelle spricht auch an dieser Stelle allen, die sie bei diesem Werk unterstützt haben, ihren besten Dank aus. B. Beutherr, O.-S., 5. Oktober. Neun Söhne des verstorbenen Bäckermeisters Frey aus unserer Filialgemeinde Scharleh waren 31t Beginn und während «des Weltkrieges zur Verteidigung des Vaterlandes hinausgezogen lmd haben in treuester Pflichterfüllung dem Feinde die Stirn geboten. Einer der neun Brüder, der im bürgerlichen Beruf als Bankbeamter in Ratibor tätig ist, brachte 0* zum

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