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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-09-28 · Heft 39 (28.9.1917) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 39 (28.9.1917)
Date
1917-09-28
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 festigtest. ßof)ut, der am 10. November 1848 in Mindszent in Ungarn geboren wurde, begann seine wissenschaftliche Laufbahn mit einem dreijährigen Studium am Israelitisch-Theologischen Seminar in Breslau. Gleichzeitig machte er an der dortigen Universität philosophischliterarische und orientalische Studien. Er wandte ' sich aber dem Journalismus zu und wurde nacheinander Herausgeber verschiedener Zeitungen. Als Redakteur der „Berliner Zeitung" nahm er gegen Bismarck und dessen Regierung eine so scharfe Stellung ein, daß er 1884 aus Preußen ausgewiesen wurde. Er ging dann nach Dresden, wo er bis 1889 verblieb, und kehrte dann nach Berlin zurück. Kaiser Franz Josef verlieh ihm das Berdienstkreuz für seine Verdienste um die ungarische Literatur und ernannte ihn zum Ritter des Franz-Josef-Ordens, auch wurde er zum Mitglied der ungarischen Akademie der Wissen-' schäften ernannt. Eine Unzahl voll Werken legt Zeugnis von seinem rastlosen Fleiß und seiner vielseitigen Begabung ab. In den meisten deutschen literarischen Zeitschriften war er ein gern gesehener Mitarbeiter. Von seinen vielen jüdischen Büchern seien hier nur genannt: „A l e x a n d e r v. Humboldt und das I u d e n t u m", 1871: „Die goldenen Worte der Bibel", 1873; „Was lehrt die Bibel über den G e h o r s a m gegen Staat " n d Obrigkeit", 1875, „Moses Mendelssohn und seine Familie", 1886: und schließlich seine beiden bekanntesten Bücher: „Die Geschichte der deutschen Juden" und „Berühmte israelitische Frauen und Männer". Zu seinen letzten Schriften gehört das Blich „Gekrönte und ungekrönte I u d e n f r e u n d e" und ein Bändchen „B e r ü h m t e Ri tun l Mordprozesse". Mit Adolf Kohut ist ein fleißiger Arbeiter dahingegangen, der in der populären Darstellung jüdischer Themen Beträchtliches geleistet hat. Wir verlieren in ihm einen alten bewährten Mitarbeiter. Er ruhe in Frieden! ### Berlin, 25. September. Dem Jüdischen Frauenbund ist die Idee herangebracht worden, den aus dein Osten als Fabrikarbeiterinnen kommenden Jüdinnen überall Schutz und Fürsorge zuteil werden zu lassen. Es wird zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Arbeiterinnen beitragen, wenn sie unter dem pflegerischen Schutz der Vertreterinnen des Jüdischen Frauenbundes stehen, die wissen, von welcher Bedeutung für die vaterländische Aufgabe jede Hand ist, die arbeitet. Der Jüdische Frauenbund verpflichtet sich und hat schon damit begonnen, die pflegerische Arbeit für die weiblichen Ostjuden überall da aufzunehmen, wo ein Bedürfnis dafür vorliegt. ft. & Berlin, 25. September. Die „S t a a t s b ü r g e r - Z e i - tung" ruft in ihrem Kampf gegen das Judentum wieder einmal zum Kampfe gegen die Bibel auf. Unter der „d e u t s ch e n" Ueberschrift „Entvvlkischt" berichtet sie mißbilligend über die edle Tat des christlichen amerikanischen Geistlichen Murrow, der dem amerikanisch-jüdischen Hilfsausschuß für Palästina 100 Dollar mit einigen herzlichen Worten übersandte. Die „Staatsbürger-Zeitung" sieht in dieser Handlungsweise uitb in diesem Briefe „einen weiteren Beweis für die Tatsache, daß die Germanen durch das Studium der Bibel, namentlich des Alten Testaments, schließlich nationaljüdisch fühlen lrnd denken lernen". Das gefährliche Alte Testament! Berlin, 25. September. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Spezialarzt Tr. Stephan Steinharter, zurzeit Militärarzt in Insterburg, Sohn des Kommerzienrats Adolf Steinharter in München: Musketier Kurt B r o d t m a n n; Unteroffizier Herbert Lichten st e i n: Wilhelm H a nt burger: Eand. jur. Eugen P i n n e r: Gefreiter Kurt L u b s z h n s k i: Gefreiter Artur Gerber: Gefreiter Bernhard Cohen: Stabsarzt Tr. Richard Rosen; Unteroffizier Alfred R o m m; Siegfried G ö tz; Kürassier, Ofsiziersaspirant Martin S ch w a r z, Sohn des Gemeindeverordneten Herrn Georg Schwarz in Pankow (Groß-Berlin). Die gleiche Auszeichnung erhielten: Unteroffizier Otto Samson (Gelsenkirchen): Musketier Fritz Weinberg, Sohn der Frau Witwe B. Weinberg (Lübbecke); Unteroffizier Rechtsanwalt L ö w c (Düsseldorfs Sallv Frankens h a l (Allen sie in): Referendar David Krisch; Kanonier Julius Loemenberg (Posen): Alfred und Leo Kiewe (Briefen); Unteroffizier Türk, Sohn des Herrn Dr. med. Türk (Kobhlin i. P.): Hermann Simonsohn; Herbert K arger (Ezarnikan); Max Golde m a u n, Sohn des Herrn Isidor Goldemann (Lissa i. P.); Gefreiter Georg Koch (Magdeburg); Bizewachtmeister Sallv Perl st e i n (Kassel): Gefreiter Albert und Musketier Felix Levi: Referendar Emil Schwarz; Sergeant Louis Brandenburger; Kanonier Willy Schwarz; Flieger Walter S ch w e r i n; Vizewachtmeister Arthur Stern (Frankfurt am Main); Unteroffizier Erich Gerson, Sohn des Kantors Gerson (Ober-Glogau); Musketier David Laumann (Pr.-Eylau); Signalist Willy Rotholz; Infanterist Max Jsaacsohn; Adolf Cohn (Pyritz); Gefreiter Fritz Loewenthal (Schwerin i. M.); Gefreiter Georg Putzrath (Mehlsack i. Qstpr.); Musketier Alfred Horn (Kempen i. P.); Bataillonsarzt Dr. Louis Alkan (Deutschwartenberg); Assistenzun6 Regimentsarzt Emil Kronh-eiin, Vizewachtmeister Siegbert K r o n h e i m, Söhne des Herrn Louis Kronheim (Bromberg); Kriegsfreiwilliger Martin Danziger (Breslau): Grenadier Adolf Kaminski; Unteroffizier Heinrich Moos; Einjähriger Erwin W i l l st ä d t, unter Beförderung zum Gefreiten, Sohn des Herrn Julius Willstädt (Bochum);- Bizefeldwebel Julius Frauke (Essen); Landsturmmann Julius Holstein (Elberfeld); Gefreiter d. R. I o n a s, Sohn des Herrn Ferdinand Jonas (Dortmund); Gefreiter Heinz Schweitzer: Kanonier Karl Rose nbaum; Kanonier Ludwig Rosenthal (Köln); Tambour Adolf Fulda (Emden); Vizefeldwebel Moritz S che u e r (Stuttgart); Kriegsfreiwilliger Gefreiter Paul Wollenberg (Heilbronn); Grenadier Ia ffe (Dresden); Ersatzreservist Kurt Rund: Landsturmmann Ernst L e s z i n s k i (Kattowitz); Kriegsfreiwilliger Arnold N e nmann (Myslowitz); Unteroffizier Julius H e i l b r u n n (Schmalkalden); Unteroffizier Hermann Meyer (Paderborn); Unteroffizier I. Heiser (Breitenbach): Unteroffizier Joseph Kahn: Gefreiter Erich Wangenheim (Chemnitz): Gefreiter Arthur G im bet, unter Beförderung zum Unteroffizier (Ludwigshafen); Musketier Siegfried S ch e i d e m a n n (Bütow): Landsturmmann Hugo Rose nbusch (Berken); Musketier Leopold Jacks (Hohensalza): Sanitätsunteroffizier .Bruno Sommer, Inhaber der Firma B. Sommer n. Co. (Wanne i. W.): Offiziersaspirant 8tu6. jur. et cum. Hans Koh n Sohn des Herrn Siegmund Kohn (Leipzig): Gefreiter Victor U n i k o w e r (Gr.-Wartenberg): Unteroffizier Jacob H o f m a n n (Weißenfels); Unteroffizier Arthur Israel (Ilmenau): Siegfried Löwenstein (Siegburg): Landsturmmann Jsrnar S ch w a r z (Neustadt a. d. Warthe): Unteroffizier und Ofsiziersasvirant Martin Mendelssohn (Zeitz); Diplomingenieur Dr. F.' Klein (Walldorf); Kriegsfreiwilliger Karl Marx (Straßburg i. E.). Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielten: Offizierstellvertreter und Ossiziersaspirant William Sacher, Sohn des Kantors Herrn Max Sacher (Berlin): Oberarzt Dr. Gr ätz er, Sohn des Sanitätsrats Dr. Grätzer (Breslau); Leutnant d. R. und Batterieführer Arnold Bernstein, Sohn des Herrn Max Bernstein (Hamburg): Leutnant und Kompagniesührer Artur Götz (Seligenstadt a. M.); Berthold Iessel, bei einer Luftschifferabteilung (Weilburg), Ofsizierstellvertreter Max Lieben (Flehingen i. B.); Bizefeldwebel M eher, Sohn des Herrn Marcus Meyer (Köln); Unteroffizier Rudolf Hirsch, Sohn des Herrn Berthold Hirsch (Karlsruhe): Leutnant d. R. Ludwig S a m u e l, Sohn des Herrn Joseph Samuel (Rodalben). M. Hamburg, 21. September. Dr. David Rubin, der verdienstvolle Oberlehrer der Talmud-Thora-Realschule, hat den Heldentod erlitten. Vor etwa Jahresfrist erhielt er in der Schlacht im Westen einen Kopfschuß, und jetzt ist er den Folgen dieser Verletzung erlegen. Der Verstorbene, der im 34. Lebensjahre stand, war ein Enkel des weit über Hamburg hinaus bekannten Klausrabbiners Rabbi Getsch Schlesinger und zeichnete sich durch großes Wissen im jüdischen Schrifttum aus, aber auch in den Profanen Wissenschaften war Dr. Rubin hervorragend tätig, wurde er doch zum Unterricht von Sprachen als Hilfslehrer an das hiesige Johanneum berufen, eine hohe Auszeichnung für einen jungen Lehrer, der treu zum jüdischen Glauben hielt. Sei-n Hinscheiden bedeutet für d-ie Tcllmnd-Thvra-Schule einen schweren Verlust, namentlich da die Schule bereits bei eineut Lehrerbestand von zwanzig, fünf hoffnungsvolle Lehrer durch den Krieg verloren hat. Zur Trauerfeier, die in der Halle des Friedhofs in Langenfelde stattfand, hatte sich eine so große Anzahl Leidtragender eingefunden, daß die geräumige Halle bis auf den letzten Platz gefüllt war. Archer den militärischen Mordnungen Hattert sich der gesamte Schulvorstand, der Direktor und das Lehrerkollegium, viele hervorragende Vertreter auch der Nachbargemeinden und Wordnungen der Schüler eingefrrnden. Auch das Johanneum hatte Vertreter der Lehrerschaft rrnd Schüler enffandt. Nachdem sich die nächsten Anverwandten um den Sarg geschart hatten, hielt Herr Oberrabbiner

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