Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 81 (1917)
- Issue
- Heft 39 (28.9.1917)
- Date
- 1917-09-28
- Page
- Seite 459 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Forderung des Tages: Zeichne Kriegsanleihe! WM? 459 llten iden. aber lückrtten vicht pfen, seruwir JlacE) litten inen, inder dem denke ferer ngen Verte! itunci nicht >efen, was : einimen. ücken eginn bensllung hllose Lohn eil es en in , und auen! ht in nusseS sie, in inder! >ß sich dieser ruhen iederi und i diese Birnen >alten. n den neues außen auben Die Woche. Berlin, den 25. September. iederum durchschwirren Friedensqerüchte die Luft. Sie treten mit solcher Entschiedenheit auf, daß die Börsen stark dadurch beeinflußt werden; sie wurden in den Zeitungen so laut verkündet, daß die Reichsregierung sich genötigt sah, vor übertriebenen Hoffnungen zu warnen. Obgleich nun Amerika in seinen Rüstungen fortfährt, Truppen in Europa gelandet hat und diese ausbilden läßt; obgleich amerikanische Staatsmänner nicht müde werden zu versichern, daß der Krieg erst in zwei oder drei Jahren zu Ende geführt werden könne, möchte man doch glauben, als wenn die Erwartung des Friedens nicht ganz so aussichtslos wäre, als es vor einigen Wochen schien. Die Vermittlungsvorschläge des Papstes werden von den Mittelmächten keineswegs schroff abgelehnt, England hat — so sieht es wenigstens augenblicklich aus — seine starre Haltung aufgegeben. Von der Forderung einer Rückgabe Elsaß-Lothringens ist es merkwürdig still geworden; man will, so scheint es, Deutschland Rußland gegenüber freie Hand lassen; man spricht davon, daß das Deutsche Reich gewillt sei, auf Belgien zu verzichten. Alles dies sind Gerüchte, deren Wahrheit zu prüfen nicht möglich ist. Gleichwohl scheint bei den Westmächten und in Italien die Erkenntnis zu dämmern, daß die Erreichung ihrer Ziele aus dem bisher eingeschlagenen Wege nicht möglich ist. Kann man England auch alles zutrauen, so möchte man es doch für undenkbar halten, daß, wie manche Zeitungen meldeten, diese Macht einen Durchbruch durch Holland erzwingen wollte, um in Deutschland einzufallen. Trotzdem geht der Krieg einstweilen in unverminderter Weise weiter. Die Angriffe der Westmächte, Italiens, selbst Rußlands im Nordosten wiederholen sich fast täglich; auch im Südosten erneuern sich die Angriffe; nirgends ist seitens unserer Gegner ein nennenswerter Erfolg zu verzeichnen. Im Gegenteil haben unsere heroischen Truppen und die nicht minder heldenmütigen Scharen unserer Verbündeten an allen Fronten aufs tapferste standgehalten und, wenn ihnen auch nicht besondere Siege beschieden waren, ihre oft bewiesene Heldenkraft bewährt. Auch der L u f t k a m p s und der Unterseebootkrieg dauert in unverminderter Stärke fort; glorreiche Resultate sind in beiden zu verzeichnen. * Von Zeichnungen auf feie siebente Kriegsanleihe wird bereits manches Erfreuliche gemeldet. Noch stehen wir am Anfänge dieser gewaltigen Bekundung deutschen Siegeswillens und deutscher Opferfreudigkeit, denn noch mehr als drei Wochen Frist sind den Zeichnern gegeben. Aber gerade der herannahende Quartalsanfang, ein Termin, zu dem viele Gelder flüssig zu werden pflegen, nötigt zu der Mahnung: Zeichnet die siebente Kriegsanleihe! Dieser Ruf ergehe also auch an unsere Leser. Es handelt sich bei der Aufbringung dieser ungeheuren Mittel nicht bloß um die großen Institute und um die Neichen, die über viele Millionen verfügen, sondern gerade um die ungezählten Massen der mittleren und kleinen Leute, die ihr Geld sicher anlegen wollen. Glaube keiner, daß sein Scherflein zu klein sei. Wähne niemand, daß es auf seine Gabe nicht ankomme. Auch der Geringste, so unbedeutend sein Beitrag erscheint, ist aufgerusen zu spenden. Denn es ist eine heilige Pflicht, die damit erfüllt wird. Der ungeheure Krieg erfordert die unerhörtesten Mittel; denke jeder daran, daß er mit seinem Gut einzutreten hat für das Heil des Vaterlandes, wie unsere Helden dafür ihr Blut opfern. Sechsmal hat die Welt gestaunt über deutsche Opferfreudigkeit, Tatkraft, deutschen Siegeswillen; sorge jeder dafür, daß auch zum siebenten Male der Heldenmut derer, die zu Hause geblieben sind, sich bewähre. Die Gegner müssen zu ihrem Schaden und zu ihrer Schande erkennen, daß Deutschland nicht unterjocht werden kann, daß es seine Kraft nicht verbraucht hat. Auch in dieser Beziehung muß es heißen, daß, wenn das Vaterland ruft, alle, alle kommen. * Dem „Berliner Tageblatt" entnehmen wir folgende Notizen: Im Reichstage ist wiederum eine ganze Anzahl kleiner Anfragen von Abgeordneten eingegangen. Die meisten hat auch diesmal der Antisemit Dr. Werner sGüstrow), der sich zur Deutschen Fraktion zählt, gestellt. Im Anschluß an eine Pressemeldung, daß bei der Verwaltung von Ober-Ost eine besondere Abteilung für jüdische Belange eingerichtet worden sei, fragt er, ob und in welcher Weise auch die Rechte der in Ober-Ost wohnenden deutschen Volksgenossen gewahrt würden. Ilnter Hinweis auf ein Rundschreiben der jüdischen Grvßloge für Deutschland, das die B e - s ch ä f t i g u n g polnisch-jüdischer Arbeiter als Wanderarbeiter in der deutschen Industrie propagiert, nachdem bereits gute Erfahrungen damit gemacht worden seien, fragt Dr. Werner, wie sich der Reichskanzler zu einer Abschließung der bisherigen Reichsgrcnzen gegen jüdische Zuwanderung stelle. Ferner fragt er, was ans der sogenannten konfessionellen Statistik geworden sei, die der Hauptausschuß des Reichstags angeregt habe, und wie sich der Reichskanzler zu den Beschwerden über die „Bevorzugung der Inden bei den K r i e g s g e s e l l s ch a f t e n" stelle. Eine weitere Anfrage desselben Abgeordneten richtet sich gegen die angeblich zunehmende Börsenjobber ei. Gegen den ...Burgfrieden" macht ein Leutnant d. R. Babbe in den „Dentschvölkischen Blattern" mobil. Er will die „liberal-demokratisch-plutokratischc Weltanschauung" bekämpfen und bedient sich dazu folgender Argumente: „Die elenden Verhandlungen im Reichstage seitens der alten Feinde einer deutschen Weltanschauung im Juli dieses Jahres haben Max Liebermann: „Bildnis Felix Liebermann"