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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-09-14 · Heft 37 (14.9.1917) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 37 (14.9.1917)
Date
1917-09-14
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 ——.. . - . : uns: Wie uns die ,,E i n f u h r st e l l e für Z t b e r n u n d Palmen" mitteilt, hat die italienische Regierung ein Ausfuhrverbot für Palmen, soweit diese für die Zwecke der israelitischen' (Gemeinden in Deutschland und Oesterreich - Ungarn gebraucht werden, erlassen, und es ist bisher nicht gelungen, die Aufhebung dieser Verfügung, für die bei dem rein religiösen Charakter des Lulowimaebrauck's keinerlei Grund vorliegt, zu erwirken. Allerdings bleibt zu hoffen, daß die nach dieser Richtung von neutraler ^eite unternommenen Bemühungen, welche fortgesetzt werden, in let'ter stunde zu einem Erfolg führen werden: jedoch ist darauf keiuosivcas mit Sicherheit zu rechnen. Mau wird daher die Möalichkeit ins Auge zu fassen haben, daß weite Kreise sich mit trockenen Lulowim behelfen müssen. Bei der Esrog im Versorgung wird in diesem Jahre fast ausschließlich die palästinensische Einfuhr in Frage kommen, während giechische Esrogim voraussichtlich nur in geringer Zahl zu haben sein tuerden. Berlin, 11. September. Seitens der hiesigen jüdischen Gemeinden werden K u r s e unterhalten, durch ivelche Lehrerinnen und Seniiuaristiuuen Gelegenheit geboten ist, sich in sämts'chen Fächern des jüdischen Religionsunterrichts und in der Methodik dieser Diiziplin auszubilden. Die Kurse dauern drei wäre. Am Ende der ^Ausbildungszeit findet eine Abschlußprüfung statt, über deren Ergebnis ein Zeugnis ausgestellt wird. Die Teilnahme ist unentgeltlich. Für die Teilnehmerinnen au den Kurien stehen aus 'dem Julius Bleichröderschen Legat einige Stipendien zur Verfügung. Das Wintersemester beginnt am Donnerstag, den 11. Oktober d. I. Meldungen nimmt der Leiter der Kurie, Herr Rektor Dr. Spanier in der Mädchenschule, Kaiwrstraße 29/30, entgegen, der auch zu jeder weiteren Auskunft bereit ist. E. M. Berlin, 11. September. Am Sonntag, den 9. September, fand im Repräsentantensaal der jüdischen Gemeinde eine von der Grvßloge U. O. B. B., dem Deutsch-Israelitischen G emeindeb u n d e und deur Iüdi s ch e n F r a u e ubunde eiuverufeue, zahlreich besuchte Versammlung statt, in der die Beg r ü n b ii « o ein e r Z e u t r a l io o h l f a h r t s st e l l e für die Juden in Deutschland beschlossen wurde. Rach einem Bericht ü der d i e V o r a r b e i t e n für b i c R eugründu n g, deri Stabsarzt Dr. A. Goldschmidt erstattete, sprach Sanitätsrar Dr. F e i ( ch e n f e l d über die A u f g a b e n der Zentralwohlfahrtsstelle. Die Stellungnahme der einberufendeu und begründenden drei Körperschaften brachten Gcheimrat Timendorfer (Großloge), Professor Dr. Kali s che r (D. I. G. B.) und Fräulein Bert a Pappen he im (Jüdischer Frauenbund) zum Ausdruck, lieber die interessanten Ausführungen werden wir in unserer nächsten Rümmer > ausführlich berichten.! 11. Neustadt O.-S., 7. September. Durch eine hochherzige! Schenkung hat der Ehrenbürger Kommerzienrat Emauuel Fränkel dem Werke der Ausiedlung von Kriegsverletzteu und Kriegsteilnehmern! in unserer Stadt eine kräftige' Förderung angedeihen lassen. Er hat | der Stadt Reustadt 150 000 Mark als Emma-uud-Emauuel- F r ä u k e l - S t i f t u n g überwiesen, aus der die Ansiedler der hiesigen Kleinsiedlung unverzinsliche Resthhpotheten von 1000 bis , 2000 Mark erhalten. Diese sollen auch unkündbar sein und ihre Tilgung sott erst nach Ablauf von zehn Jahren mit jährlich 2 v. H. , für die sechste Kriegsanleihe hat Herr Kaufmann Leo AOport, hier, das Verdienstkreuz für Kriegshilfe erhalten. — Der Vorsitzende des Anfsichtsrats des Posener Kreditvereins (e. G. m. b. H.), Herr Simon, konnte am 5. d. M. auf eine 25jährige Tätigkeit als Aufsichtsrak zurückblicken. S. ist im Jahre 1885 als Mitglied eingetreten, im Jahre 1892 in den Aufsichtsrak gewählt worden und ist seit dem Jahre 1899 Vorsitzender desselben. Während seiner ehrenamtlichen Tätigkeit ist die genannte Genossenschaft neben einer raschen wirtschaftlichen Entwicklung zur beschränkten Haftpflicht übergeganaen und hat sich ein eigenes Heim gründen können. x. Lifsa i. P., 7. September. Hier ist ein jüdischer Inge n d v e r e i n gegründet worden, der es sich zur Aufgabe gestellt hat, das jüdische Bewußtsein zu heben, das jüdische Gemeinschaftsgefühl zu wecken und zu kräftigen, und insbesondere auch die Interessen der jüdischen Jugend zu fördern, unter Ausschluß aller religiösen und politischen Streitfragen. Erster Vorsitzender des Vereins ist Rabbiner Dr. Gelles, zweiter Vorsitzender Kaufmann E r n st G a d i e l. Die rege Teilnahme, die der Verein gefunden hat, verspricht das Beste für sein Aufblühen und Gedeihen. — Breslau, 7. September. Demnächst finden Ergänzungswahlen der Nopräseutautenversamnilung der S h u a g o g e u g e m e i u d e Breslau statt. Es scheiden nämlich Ende 1917 aus: 1. Repräsentanten: Sanitätsrat Dr. Siegfried Kohn, B11 chdruck e reibe sitze r Sam. W. M eher, Justizrat Georg P e i s e r , Sanitätsrat Stadtv. Dr.. Earl R e i ch, Kaufmann Georg Sachs, Justizrat Mich. Breslauer, Justizrat Salomon Kali sch, Kaufmann Albert Micha-! e l i s. — 2. Stellvertreter: Kaufmann Jacob Blau, Kaufmann j Leopold Caltvmon, Bankdirektor Moritz B ö h m , Sanitätsrat j Dr. Carl A l e x a n d e r, außerdem sind zu besetzen die freigewordenen I Rlnudate für die verstorbenen Mitglieder: Universitätsprofessor Oberbibliothekar Tr. Leopold Cohn, Rentier Ludwig Sachs, Kaufmann! Simon Sch eh e. Bis Ende 1920 bleiben dann noch im Amte: j 1. Repräsentanten: Oberlehrer und Stadtv. Pros. Dr. W oh l a ne r . Stadtv. Fabrikbesitzer B i e l s ch o w s k y , Rentier Hermann H a m - b u r g e r , Justizrat H i r s ch b erg, ' Apotheker Ernst Nt u h r , Augenarzt Tr. Josef S chlesinge r ,Kaufmaun Martin F r ä n k e l. 2. Stellvertreter: Fabrikbesitzer Emil Ephraim, Kaufmann Josef K o b e r , Rechtsanwalt Tr. Rudolf B e rs ch ä k, Geh. Justizrat Amtsgerichtsrat Hermann G l o g a u e r. Zu besetzen sind die frei gewordenen Mandate von Sanitätsrat Dr. I u n g m a n n , der in den Gemeindevorstand gewühlt wurde, und von den verstorbenen Herren Bankdirektor Hermann At ei du er und Primararzt Geh. Sanitätsrat Dr. Sandberg. Ebenso hat eine Neuwahl noch stattzufinden für den verstorbenen Kaufmann Hermann Neustadt, für den eine Wahl noch nicht angesetzt worden. Es sind demnächst zu wählen: acht Repräsentanten auf sechs Jahre, acht Reprüsentantenstellvertreter auf die gleiche Zeit und endlich noch drei Reprüsentantenstellvertreter auf drei Jahre. M. B. Hamburg, 7. September. Durch die Wirkung der Kriegsereigmsse hat das Kinderheim in dein holsteinischen Städtchen Segeberg bei Hamburg eine überraschende Erweiterung erfahren. Die Gründung, die im Jahre 1911 durch den Jsraelitisch-Hurnanitärca Frauenverein in Hamburg bzw. durch seine erste Vorsitzende, Frl. Sidonie Werner, erfolgte, zielte aus eine Aufnahme von etwa 60 bis 80 erholu ngsbedürftigeu, unbemittelten jüdischeir Kindern im Laufe des Sommers ab. Allmählich trat auch eine Herbftpflege ein, erfolgen. - Ob diese edle Tat auch Anlaß zu einer Mißdeutung sein könnte: „Die Juden drängen sich allenthalben vor." W. Posen, 7. September. Der Münchener Bildhauer P a u l 0.' o s e n t h a l, ein Sohn des Steinsetzmeisters Herrn Wilhelm Rosenthal in Posen, hat eine künstlerisch ausgeführte Plakette des k. u. k. Obersten Friedrich Belling angefertigt, der am 25. Juni 1915 bei Berchecvwica den Heldentod fand. Diese Plakette, aus Bronze gegossen, hat besondere Anerkennung gesunden und ist u. a. in mehreren Fcldzeitungen abgebildet worden. —- Tie Rote-Kreuz-Medaille dritter Klasse ist der Frau Bankdirektor Smoschewski für ihre Tätigkeit bei der Ersrischnugsstation auf dem Bahnhof Hierselbst verliehen worden. — Ter Leitung der Kriegsbeute-Ausstellung für Posen ist in den letzten Tagen noch eine größere Zahl Uniformen zugegangen, die in der offenen Halle im Garten demnächst zur Ausstellung gelangen sollen. Die erforderlichen Figurengestelle hierzu hat die Firma Rudolf P e t e r s d o r f s der Ausstellung geschenkweise zur Verfügung gestellt. - Als Anerkennung der Mitarbeit bei der Werbetätigkeit um werteren Kinder gruppen den Vorteil der Erholung zu gewähren. Die gewissenhafte und liebevolle Betreuung der Kleinen und ihre gute Verpflegung übte eine selbstverstündliche Werbekraft aus, so daß sich , alljährlich immer mehr Kinder zur Ausnahme meldeten. Nachdem die ähnliche Anstalt der Hanrburger Jüdischen WohlsahrLskoinmisston in Duhnen geschlossen wurde und bei Ausbruch des Krieges auch andere Orte au der Nord-- und Ostsee für Erholungszwecke nicht mehr in Frage kommen tonnten^ steigerte sich die Nachfrage nach Unterkunft in Segeberg. Das schöne Haus dort in der Bismarckallee 2 mit dem wundervollen Garten vermag aber nicht mehr als 100 Kinder zu fassen. Ter Wahlsprnch der Leitung lautet jedoch: „Wo ein Wille, da ist auch ein Weg!", und Herr Paul Lask-ar, der die Finauzaugelegienheitendes Israelitisch-Humanitären Frauenverems ordnet und dabei schon oft anerkennenswerte Leistungen durchsührte, brachte cs in der Kriegszeit fertig, Mittel zu einern zweiten' Hause in Sogeberg aufzutreiben'.. Die stattliche Erholungsstätte bildet gegenwärtig eine Art von Gewesemit prächtigen, ziucckmäßig verbesserten

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