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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-09-14 · Heft 37 (14.9.1917) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 37 (14.9.1917)
Date
1917-09-14
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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8t. Jahrgang Nr. 37 Der GemelndeSote. Drilsge zur „Allgemeinen Leitung be$ IudrntumK". korrrlpondkn?kn und Nachrichten. L-L Berlin, 11. September. VII. Deutsch-Israelitischer B e r b a n d s t a g. Mr Sonntag, den- 9. b. M., hatte der T e u t s ch - I s r a e l vH sche G-emoi n-de b n nd seine Provinzialuu,d-Lau-desverbäll-de zimt Verbandstag nach Berlin berufen, um über die Schaffungeiner jüdischen- Zeirtralwohlsahrlsstelle in Deutschland zu beraten. Tie aeladenen Körperschaftentvar-ett zahlreich vertreten, die (Kros-gerneinden Berlins, Frankfurt a. Nt. und Hamburg, die Königlichen Borstehoräinter der Israeliten m Fulda, Hanau, Kassel uud Wiesbaden hatten Vertreter entsandt, ebenso die B'wbiände der SynaMgengemeinden -in den Provinzen Ostpreußen. Westpreußen und Sachten, sowie die Verbände int Königreich Sachsen und int Großherz'0gtu'M Sachsen-Weimiar, der Königliche Oberrat der Jsraeliteir im Königreich Württemberg und ' n-n>dom mehr. Ter Ausschuß zur Errichtungeiner jüdischen Wohl- , sahrtszentrat-e in Baden war vertreten und selbstverstiändlich das Ber-! liner Vorbereitungskomitee für die Schaffung der Reichszeutralstelle. — Eine Begrüßungsansprache, die Professor Tr. Kali scher als Vorsitzender hielt, gedachte im einzeln?,!! der großen Veränderungen, welche die Krieaszeit den, Blnudesverbäudeni brachte, von denen der Shn.agvgenverbaud Ostpreußen am schlversten getroffen lvurde. „Tie Aufgabi?., zu der der heutige Verbaudstag berufen wurde, ist die Lösung einer Frage von höchster sozialer Bedeutung, sie betrifft die Organisierung der jüdischen- Wohlfahrtspffege in Deutschland!, die durch die Schaffung einer Zentralstelle verti-eft und ausgebaut' werden soll. Diese Wohlfahrtszentrate soll eine Art Verbindung zwischen dein berühmten jüdischen Herzen- und dein Kopfe schaffen und -dadurch die WiMmgen inrserer Liebesarbeit vertiefen und verstärken. Ter Gedanke cimci* Zentralisierung der jüdischen Wohlfahrt ist nicht neu. In ntehre-reu- Teilen Deutschlands existieren bereits jüdische Verbün de fü v W ohlfahrt sp f le ge. darunter ein Verband in B e r l i n , der hun-de-rt angeschlossene Vereine aufzuweifen hat. Eine Zusanunenfassung der indischen Wohtsahrtsarbeit in Deutschland wird Gebern und Empfängern zimr Segengereichen." — Nach dieser Ansprache erstattete Herr Generalsekretär Tr. Wilhelm Nenmann einen einführenderr Bericht über die Errichtung einer jüdischen Zentralwohlfahrtsstelle in Deutschland. Tie organisatorischen Frageid in der Wohl sah,rtspflege sind ein ureigenes Arbeitsgebiet dos D. I. G. B., zudessen fatzlurgsoe mäßen Aufgaben' neben dein Berwalturngs- und Erziehungswesen das Wohlfahrtsiveseir gehört. Seime Tätigkeit -auf diesen Gebiete ist beson-ders seit Anfang dieses Jahrhunderts eine rege gewesen. Er hat eine Reihe wichtiger sozialer An-stalteir geschaffen, wie die beiden Fürsv-rgeerziehnngsanskälten in Repzin und Eoepenick, die A-n-stM für schv-achstunige Kinder in Bee-litz und die jüdffche Arbeitertolonie in Weißensee. Auch die jüdische Wänderarmenfürforge wurde in der deutschen Zentrale für jüdische Wander-- arinerrfürsorge orgau-isicrt. Mir die Zusannneufafsung und orgauifatorische Ausgestaltung der Wohlfahrtspflege sollen die materiellen und idaellon Kräfte, die in denzahtlosen jüdischen Wohltätigkeitsvcreineu, Stiftnugett und Anstalten!, lvelche das bekannte Statistische Jahrbuch auWhikt. nwbiil gemacht lverden. Ter Godant'e einer jüdischen Zentralloohlfahrtsstelle ift in. drei großen Organisationen, die sich theoretisch und praktisch dein jüdischen, W^hit ätigkei tslvese11, im seiner Gesamtheit widmen, fast gleichzeitig, aber nuabhä-ngig voneinander aufgetaucht. Tie drei Körperschafteiv haben einvorbereitendes K o m i tee eingesetzt, das über den ei-iiznschlageydLN Wog beraten' und Le it sätze sowie Satznn-gen für die goplmtGMrganif-ation ausgearbertet hat. Nach einer Besprechung dieser Leitsäne und Satzungen durch den Vortragenden wurde die Diskussion erMfnet. (Die Leitsätze gipfelten in^i den Anfltärnngen, welche loir unseren Lesern berits tu einem AiSsats über die Zentralwvhlfahrtsstelle mitgeteilt haben, der in Nr. •>» dieses Blattes erschienen ist. Die RW-V-Sanitätsrat Tr. F e i bchpp s e l d l Berlin) gibt als Vertreter der jüdischen Gemeinde nnH langjähriger Mitarbeiter in der interkonfesstvttellen und jüdischen Wohlfahrtspflege seiner Vesriedigung über die geplante ^ReWlsündung Allsdruck, die geeignet ist, einenr oft empfundenen Bedürfnis abznhelfen. Aus dem Satzungsentwurf möchte der Redner den- Begriff der „G r ü n - d u n g s k ö r p er s ch a ft en" entfernt lvissen, als welcher der D. I. G. B., die Großloge und der Frauenbund besonders hervvrgehoben sind. Die Reservierung des Vorsitzes für diese Organisationen sei mißlich, da dadurch-eventuell wertvolle Kräfte ausgeschaltet würden, auch sei es erforderlich, dom zukünftigen Vorsitzenden der Berliner Armenkonnnission eine leitende Stellung im Wohlfahrtsamt einznränmen. Ob die llebernnhme eines Kostenanteits durch den D. I. G. B. nlöglich sei, bedürfe der Erörterung, da derselbe nicht, wie die anderen beiden „Gründer" über eigene Mittet verfüg-?, sondern auf die Beiträge der Gemeinden angewiesen sei, die nicht ohne weiteres für diese Zwecke verwendet wexden dürfen. Dr. Neu mann weist darauf hin, daß sich die Einrichtungen der Gründerkörperschaften bei der Wanderbettetorganisation gut belvährt hat und hält die Verwendung der Ntittel des D.I. G. B. für das Wohlfahrtsamt für unbedenklich, weil die von den Gemeinden geleisteten Zahlungen Mitgliederbeiträge und keine Subventionen für bestimmte Zwecke darstellen. Iustizrat S a l o m 0 n (Berlin) schließt sich diesen Allsführungen an. Besonderen! Interesse begegnen die Ausführungen des Vertreters des H i (f s v e r e i n s der d e u t f cf) c n I it b nt. Generalsekretär Dr. K a h n. Der Hilfsverein ist befremdet, daß er nicht zur Teilnahme all den Gründungsorbeiten anfgesordert wlrrde, da er die größte > jüdische Orgallisation für soziale Arbeit in Deutschland ist. Zwar! habe er bisher iln Orient und in Osteuropa gearbeitet, doch hindern . ihn seine Satzungen nicht, seilte Tätigkeit a u ch i tt T e it t s ch t a u d aus z u ü b e n, wenn die durch den Krieg veränderte Lage das not- : wendig machen sollte. Bisher ist diese Tätigkeit nicht erforderlich gewesen und deshalb unterblieben. Trotzdem der Hilfsverein über-! galtgen wurde, ist er doch bereit, mit der Wohlfahrtsstelle zusammen-! zuav'beiteu. Ter Ausschluß -des Hilfsvoreius loü-rde beiden Organisationen schaden: die materiellen und ideellen Kräfte, die sich in ihm verkörpern, dürfen nicht unterschätzt werden. Professor Dr. Kal i s ch e r legt Wert ans die Feststellimg, das; der Hilssverein keinesfalls übergangen werden sollte: lvenn er auch in der Zahl der | Grüderkörperschaften fehlt, so wird auf die Gewinnung seiner füh-! renden Persönlichkeiten für den Vorstand und den Beirat der Zelttralj wohlfahrtsstelle der größte Wert gelegt. Herr E a s p a r h geht ans die Vorgeschichte der Gründung ein, ans welcher die in Aussicht genommene Sonderstellung der drei Gründerkörperschaften zil erklären ist. Im Dezember 1916 bereits hatte der Frauenbund die Absicht, eine Zentralstelle zu gründell, beim D. I. G. B. schwebte dieser Plan seit seinem Anschluß an die Reichs-Wohlfahrtsstelle, und die Großloge war schon lange in der Frage propagandistisch tätig gewesen. Hm jede Zersplitterung zu vermeiden, haben sich die drei Körperschaften znsainmengetalt: es ist begreiflich, daß sie die Leitung in der Hand zu! behalten wünschen. Eine Uebergehnng oder Ausschließung des Hilfsvereins war von keiner Seite beabsichtigt. Reichs- und Landtagsabgeordneter Tr. Cohn (Dessau) glaubt, daß die Gründer der neue;. Zentratwohtsahrtsstelle nrehr an die Verhältnisse in den Großgemeinden als in den kleinen und mittleren Gemeinden gedacht haben, in denen in diesem Falle die Schwierigkeiten liegen werden. Die Provinz lvird sich znrnckhalten, bis sie lveiß, was von ihr gefordert lvird, und ivas die Nenschöpfnllg auch für sie bedeutet. Direktor Dr. Minden entpfiehlt, den Fortgang der Verhandlungen durch die prinzipielle Annahme der Satzungen zn fordertl, deren Einzelheiten in einer späteren Beratung bestinunt werden können. Nach einigen weiteren Aussübrnngen von Sanitätsrat Feilchenfeld (Berlin), Dr. Ollend o r f (Breslau) und Dr. S e g a l l (Berlin) wird folgende vom Vorsitzendelt verlesene Resolntioil einstirnmig angenommen: „Die zinn Vll.^Tentsch-Jsraelitischell Verbands tag heute versammelten Vertreter der Bezirks- bzw. Provinzialverbände, der staatlichen Behörden für jüdische Angel-egerkheiten und der Großgerneinden, stimmen der Begründinrg einer jüdischen Zentrallvohtfahrtsstelle in Deutschland zu ltnd erklären sich bereit, im Znfanunenwirken mit dem Deutsch- Israelitischert Gemeindebnnd an denr Ausbau der neuen Organisation rnitzuarbeiten." Nlit einenr Danke an die Delegierten und Gäste schließt der Vorsitzende den VII. Berbandstag des D.I. G.B. Berlin, 11. September. Die Freie Vereinigung für die 3nteressen des orthodoxen Judentums in Frankfurt a. M. schreibt

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