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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-09-14 · Heft 37 (14.9.1917) · p. Seite 444

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 37 (14.9.1917)
Date
1917-09-14
Page
Seite 444 (sequence 12)
Language
German
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„Antworten Sie mir nicht mit so einer abgeschmackten Phrase", grollt er, „von Ihnen will ich eine persönliche Antwort, eine, die nur mich angeht. Sie sollen mir helfen!" Er herrscht es förmlich in seiner Aufregung. Und ich ganz ruhig und leise, ein wenig ironisch: „Gut. So will ich mich umsehen unter den evangelischen Töchtern des Landes." Er wird noch viel röter, als er bis jetzt schon war. „Evangelisch?" Er blitzt mich mit zornigen Augen an. „Warum gerade evangelisch? Ich lege keinen Wert auf die Glaubens- oder Rassengemeinschaft." Da überfällt mich eine neue Todesangst. „Frauenwürde!" „Selbstbeherrschung", raune ich mir zu. (Fortsetzung folgt.) Kauschhaschonoh 5677. ach Frieden hoben sehnend sich die Hände, Um Frieden fleht die Menschheit nah »nd fern Sv steh'» wir heute an des Jahres Wende, Trüb' ist die Gegenwart, es glänzt kein Stern. .Kein heller Stern, der deutlich könnte zeigen Den Weg zum Frieden, zu der Sehnsucht Hort; Nicht -Herrscherwille bracht' den Kampf zum Schweigen, Nicht Sieg der Tapferkeit, nicht weises Wort! Sv ist das Jahr in Kampf und Streit vergangen. Und keine Friedenshosfnung winkte mehr. Die Menschen schlichen hin mit blassen Wangen, Mit Angen, kummervoll und tränenschwer. Da ivar kein Herz, ans dem das Leid nicht lastet', Das bitt're Leid, das um Verlornes weint, Da ivar kein Herd, wo nicht die Sorge rastet'. Die Lebensnvt, des Menschen grimmster Feind. Die Not, die nicht der Hände Fleiß vertreibet, Die nicht das ems'ge Tun des Denkers scheucht, Die Not, die unerbittlich ivächst und bleibet. Weil sie der finst're Zwang des Kriegs erzeugt. Mit der man sich erhebt in früher Stunde, Die Not, mit der man schreitet durch den Tag. E i n Wort, e i n Wunsch nur kommt ans jedem Munde, Nach Frieden nur ruft jeder Herzensschlag! Trüb' ist die Zukunft auch, voll düst'rer Schatten. Die ganze Welt ist wider uns entbrannt! Doch nimmer, nimmer dürfen nur ermatten. Oh! haltet aus, es gilt das Vaterland! Und seht! Uns ist ein Herr, ein Fürst gegeben. Wie seinesgleichen nicht der Erdball trägt, Ein Fürst, von reinstem, edelstem Bestreben, Test" großes Herz nur seinem Volke schlägt. Sein deutsches Volk, es ist ihm fest verbunden, Es hat sich treu bewährt zu jeder Frist, Sie beide wissen, wo in schwersten Stunden Ein Helfer stets und eine Hilfe ist! Ja, führt es heut' euch wieder zu Gemüte, Wie Gott stets Beistand lieh gerechtem Streit. Wie des Allvaters ewiggleiche Güte Schon mit den Vätern war in grauer Zeit. Wenn sie nur wandelten auf seinen Wegen, Wenn sie sich hielten frei von Sund' und Schuld, Dann lag auf ihrem Tun des Höchsten Segen, Sie dursten ruh'n im Schatten seiner Huld. — Oh, möge heut' des Schosars hehres Klingen Ans Herz euch greifen, allgewaltig, stark. Mit neuem Mut und Glauben euch durchdringe». Euch reinigen, euch stählen bis ins Mark! Damit ihr Einkehr halten möget stille. Das Herz von Selbstsucht, Kleinigkeit befrei'» Und beten: Vater, so ist cs dein Wille, Schreib uns zum Leben und zum Frieden ein! — Jenny Berg tu n u n. Frieden und Versöhnung. (Gebet zur Jahreswende im Kriegsjahr 1917.) ater, höre unser Flehen; blick' herab aus unsere Not! Laß uns nicht in Leid vergehen: sende uns dein Morgenrot! Jahr um Jahr sind wir geschritten demutsvoll durch Blut und Brand, haben Not und Tod gelitten für das teure Vaterland. Und wir sahn den Haß regieren, reisen seine gift'ge Saat, »nd wir sahen Flammen schüren Lüge, Tücke tind Verrat. Herr, wir harren ans den Morgen, den du uns verheißen hast; doch es wachsen unsere Sorgen, und nur schwerer wird die Last. Heute will das Jahr sich wenden, und es naht die neue Zeit; laß, o Herr, den Jammer enden; nimm hinweg das blnt'ge Leid! Wenn des Schosars Stimmen tönen, mache uns durch Sühnung rein; senk' ein heiliges Versöhnen in der Völker Herz hinein! Lange haben sie getragen Kummer, Sorge, Not und Pein. Vater, laß es endlich tagen; laß. auf Erden Frieden sein! Gelsenkirchen. £, K n tz, Mcherrinlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Der Ursprung des Judentums im dichte alttestamentlicher Zahlensymbole. Von Prof. Oskar^ Fischer. Leipzig, Dieterichsche Verlagsbuchhandlung, 1917. 5 Mark. Neue jüdische Monatshefte. Zeitschrift für Politik, Wirtschaft llnd Literatur in Ost und West. 1. Jahrgang Heft 20. 25. Juli 1917. Die rechtliche Stellung der israelitischen Religionsgemeinschaft in Württemberg. Bon Dr. Gustav Schwab. Stuttgart, W. 'Kohlhammer, 1917. i Zwei Soldatenlieder von Dr. Hugo Oster. Vor der Entscheidung.! Des Kriegers Nachtgedanten auf Posten. Für eine Singstimme I mit Klavierbegleitung, komponiert von Wilhelm Speiser, op. 329.! Düsseldorf, Wilhelm Speiser, Mnsikverlag. Preis 1 Mark. Dr. M. Poppelauers Bolkskalender für Israeliten auf das Jahr 5678 (1918). Mit literarischen Notizen und einem Gedeukblatt versehen. Verlag von M. Poppelauer. Buchhandlung,! Berlin 0, Nene Friedrichstraße 59.

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