Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-09-14 · Heft 37 (14.9.1917) · p. Seite 438

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 37 (14.9.1917)
Date
1917-09-14
Page
Seite 438 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3229286-3229323--73403-3285883
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

438 Lesern zu ihnen auch unseren Glückwunsch. Mögen diese Feste unserer Gesamtheit und jedem einzelnen zum Heile verlaufen. Zur inneren Erbauung und Erhebung, zu der Erkenntnis von der Heiligkeit unserer religiösen Ueberzeugung! Damit wir uns treu werden der Größe unserer Aufgaben, damit unr lernen, unter uns geeint zu werden und die Einigkeit ntit unseren Volksgenossen zu wahren. Wir beten nicht um Schätze, nicht um äußeres Glück, sondern wir erbitten das Heil der Menschheit, die Kräftigung unseres Glaubens, die Stärkung unseres Rechts. Wir verlangen keine Bevorzugung, aber wir fordern das Aufhören jeder Benachteiligung. Wir wollen freie, gleichberechtigte Söhne eines freien Volkes werden und bleiben. Solange der Krieg tobt, werden unr draußen und drinnen unentwegt unsere Pflicht tun. Aber wir ersehnen den Frieden, auf daß wir in ihm die großen Kulturaufgaben erfüllen, die unser h arre n. Heil i g u n g n n ser es Glaubens, Mitarbeit an allem Großem, Schönen und Wahren zum Heile des Judentums, Deutschlands und der Memehheit. Geh. Mv.-Sat Orok. Dr. X. Landau. Ce o p o l d L a n d a it ist am 16. geboren. In ganz frühem Alter wanderten seine Eltern, Stanislaus und Anna Landail geb. Eohn, nach Preußen aus. In Breslau besuchte er das Elisabeth-Gymnasium und studierte nach bestandenem Abiturienteneramen in Breslau erst Jurisprudenz, dann Medizin und setzte seine medizinischen Studien in Wür.zburg und Berlin fort. Als der Krieg im Jahre 1870 gegen Frankreich begann, legte er das Doktorexamen in Breslau ab, wurde im August 1870 als Feld-Unterarzt eingezogen llnd machte den Krieg in Frankreich beim 1. Reserve- Iägerbataillon als Feldunterarzt mit Wahrnehmung einer Assistenzarztstelle mit. Im Mai 1871 wurde er nach erfolgter Temobilisation entlassen llnd legte sein Staatsexamen 1871/72 in Breslau ab. In den Jahren 1872 bis 1876 war er Assistent an der unter Leitung Spiegelbergs stehenden Königlichen Gynäkologischen und Geburtshilflichen Universitäts-Frauenklinik. In: Jahre 1874 habilitierte er sich auf Veranlassung seines Lehrers Spiegelberg als Privatdozent an der Breslauer Universität. Er siedelte int Jahre 1876 nach Berlin über und habilitierte sich an der Berliner Königlichen Universität tut Jahre 1877. Im Jahre 1890 wurde ihm der Titel eines Professors verliehen, einige Jahre später wurde er Professor Ertraordinarius und im Jahre 1906 Geheimer Medizinalrat. Bei Ausbruch des Krieges im Jahre 1914 stellte er sich der Militärbehörde zur Verfügung und wurde erst als Stabsarzt und dann als Oberstabsarzt reaktiviert; er bekleidet bis jetzt die Stelle des Ehesarztes eines Reservelazaretts. Eine von ihm erbaute Privatklinik für Frauenkrankheiten leitet er seit dem Jahre 1888 zusammen mit seinem Bruder Pros. Dr. Theodor Landau. Seine wissenschaftlichen Arbeiten bezogen sich nicht bloß auf rein gynäkologisches Gebiet, in welchem er grundlegende Arbeiten im Gebiete der Gebärmutter-, Tubenerkrankung und der Entzündungen und Eiterungen im Becken verfaßte, sondern auch auf alle anderen Organe im Bauche überhaupt. Besonders zu nennen wäre hierbei die Wanderniere der Frauen, die Wanderleber und der Hängebauch. Methoden der Echinokkusoperationen, Nierenerkrankungen usw. Kurze Zeit war er Repräsentant der Jüdischen Gemeinde, in der er sich, seinem stets festgehaltenen Standpunkt getreu, der konservativen Partei anschtoß. DieLrMnslche handlchriktenlammlunglO. Bon L it d w i g G e i g e r. er Schlußband dieses wundervollen Katalogs ist nicht allzulange nach dem zweiten, Ende März 1917, ausgegeben worden. Da dieser Schlußband aus einent Verzeichnis der gedruckten Bücher im wesentlichen das Ausland uub außerdem die deutschen Fürsten behandelt, so könnte man denken, daß er für die Geschichte der Juden in Deutschland von nur geringer Bedeutung wäre, aber das Gegenteil ist der Fall. Was aus ihm für Moses Mendelssohn zu gewinnen ist, habe ich in einem besonderen Artikel gezeigt An dieser Stelle will ich die Notizen sammeln, die aus dein Katalog für Juden wichtig sind. Zu ihnen gehört zunächst eine außerordentlich große Zahl Briefe von und an Michael Friedlaender, einen in Paris weilenden Arzt, die ich nur kurz berühren will, weil nach den mitgeteilten Notizen es sich in diesen Episteln nur um Medizinisches handelt. Wohl aber darf konstatiert werden, daß dieser Arzt, der, soweit ich unterrichtet bin, aus der Berliner Familie Friedlaender stammte und zeitlebens Jude geblieben ist, ein außerordentlich beliebter *) Earl Robert Lessings „Bücher- und Handschriftensammlung" Herausgegeben von ihrem jetzigen Eigentümer Gotthold Lessing. Rittergutsbesitzer zu Merseburg bei Gransee. Dritter Band. Hand schriftensauunlnng, Teil 3: „Deutschland (Schluß) und Ausland". Bearbeitet von Arend Buchhvltz. Büchersammlung, Teil 2, von Arend Buchhottz und Ilse Lessing. Nachträge und Register zu Band 2 und 8. von Arend Buchhvltz. Mit sechs Photogravüren. Berlin, Otw v. Holten, Kunst- und Buchdruckerei, 1916. (Der Band ist, obwohl er die Jahreszahl 1916 trägt, erst Eude März 1917 erschienen.) Der erste Artikel ist im Jahrgang 1916 Nr. 17, S. 198 bis 261. veröffentlicht. -) Vgl. Abschnitt 8 des Aufsatzes „Zu Moses Mendelssohn", „Allg. Ztg. des Judentllms" Jahrgang 1917 Nr. 23. ftttli 1848 in Warschau (Bel). Med.-Rat Prof. Dr. Leopold Landau (Berlin).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.