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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-08-31 · Heft 35 (31.8.1917) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 35 (31.8.1917)
Date
1917-08-31
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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wir schließlich noch an die 8 n m m lungeine 4 alt g e m einen Jltfo I) 11 eit i q f c i t 4 f o n fc 4 , der bcftimuit isl, nicht ausreichend dotierte wichtige Wohltätigkeitsbestrebungen zu unterstützen und für fehlende-.Jnstitutiouen einen Grundstock abzugeben. Groß und vielseitig sind also die Aufgaben der Zentralwohlfahrtsstelle. Tie praktische Tätigkeit wird sie noch vermehren. Die Not der Zeit, die die Not der Armen gesteigert hat, ruft uns zu gemeinsamer Arbeit zusammen, an der alle jüdischen Vereinigungen unbeschadet des religiösen und politischen Stand- P u n k t e s z u s a in m e n w i r k e n k ö n n e n. Gibt es denn überhaupt einen Zusammenschluß, ja auch nur eine Zusammenkunft der Juden, bei der die Wohltätigkeit nicht zum Worte kommt? Wie sprach doch.Herr Rabbiner Tr. Warschauer in seinem Schlußwort der bedeutsamen Tagung des Berliner Verbandes für jüdische Wohlfahrspflege allen Anwesenden, den Liberalen, den Konservativen und den Zionisten, aus dem Herzen, als er unter jubelnder Zustimmung ausführte, daß die modernen sozialen. Gedanken uralten Lehren der jüdischen Religion entsprechen. Bei den Juden galt die soziale Arbeit stets als religiöse Betätigung, die für viele, die den Zusammenhang nüt den religiösen Formen verloren haben, sogar die wahre Religion geworden ist. Und attcf) wir dürfen ihnen zugestehen, daß sie damit den Kern des Judentums fcsthalten, denn Hillel sagte dem Heiden: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, das ist die jüdische Religion, alles übrige ist Auslegung." Auf dom fruchtbaren Boden der echt jüdischen Zedoko, erwärmt an der Sonne der Humanität, ist die reiche Frucht verheißende Gedankensaat der jüdischen Zentralwrblfahrtsstelle schnell herangereift. Schon am 9. September, unmittelbar vor den der Verwirklichung aller jüdischen Bestrebungen so günstigen hohen Festtagen, haben die drei Gründerkörperschaften ihre für die Ausführung geeignetsten Mitarbeiter nach Berlin zusammer,berufen. Ter Teutsch-Jsraelitische Gemeindebund veranstaltet einen Verbandstag der freiwilligen Gemeindeverbände, der staatlichen Behörden für jüdische Angelegenheiten und der Großgemeinden, die Großloge beruft ihr Generalkomitee und der Jüdische Frauenbund versammelt seine Mitarbeiterinnen. Zu allen diesen Versammlungen wird die Frage der Zentralwohlfahrtsstelle den hauptsächlichsten Verhandlungsgegenstand bilden. Tie Teilnehmer aller drei Versammlungen finden sich am Abend des 9. September auf Ginladung des geschäftsführenden Ausschusses des „Verbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in Berlin" im Reprüsentantensaal der Gemeinde zusammen, um gemeinsam das Werk des bedeutungsvollen Zusammenschlusses zu vollziehen. T i e j u n g e P f l e g e k a n n a b e r u u r d a u n z u r B l ü t e g e l a u g e n , w c n n s i e e inen g ü n st i - g e r e n W u r z e l b o d e n findet. Mögen diese Einsührungsivorte allseitig Gehör finden! Gin williges Ohr und ein bereites Herz Pflegt ja mit einer offenen Hand verschwistert zu sein. Berlin, 28. August. Das Kriegsamt hat im Einvernehmen mit dem Herrn Minister des Innern anerkannt, daß die von den Sunagocengemeinden beschäftigten Schächter bei einer Behörde tätig sind und demgemäß nach § 2 des HUfsdienstgesetzes im Hrlfsdienst stehen, soweit ihre Zahl das Bedürfnis nicht übersteigt und soweit ihre Zeit durch ihre Tätigkeit als Schächter in Anspruch genommen wird. Soweit letzteres nicht der Fall ist, könnensie neben ihrer vorgenannten Tätigkeit zmn Hilfsdienst herangezogen werden, falls nicht auch ihre übrige Beschäftigung im Sinne des 8 2 des Hilfsdienstgesetzes Bedeutung hat. E. M. Berlin, 28. August. Frau A ngn st e Stier, geb. Ateudelsrhn, die Gattin des Rabbiners der hiesigen Gemeinde Herrn Tn I ose s Stier, ist, wie wir bereits in un'fercr vorigen Nummer gemeldet haben, in Bad Tölz, wosie zur Kur weilte, verstorben. Frau Tr. Stier war hier in der Reichshauptstadt in.allen Kreisen durch ihr warmherziges Wirten für alle wolst tätigen Zwecke bekannt und beliebt. Tie Beerdigung der Vea.stvrbeneii fand am Mittwoch, den ±2. d. VI.f cni.f dcnr Friedhose in Weiß.enste statt. Tie Tranerfeier, ivelcte der Beisetzung voran ging, lvurde durch einen Gesang des Ghores der Synagoge Lützowstraße eingeleitet, worauf Rabbiner Tr. B l u m e n t h a t der Gattin feines Amtsbruders die Gedächtnisrede hielt. In dem Traneraefolge bemerkte man als Vertreter des V o r st,a u d e s d e r I ü d i f ch e n G e m e i n d e H.rrn H u g o B l a 11 kenb u r g . die F rieb 1] ofsto m m i s s i o n war du.rch Tr. John Hirsch vertreten. Alle ortsanwesenden Berliner G e m e i n d e r a b b i n e r nahmen an der Trauerfeier teil. - Berlin, 28. August. Tas Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Offizierstellvertreter Tr.-Jng. Richard David; Landsturmmann Julius H i r s ch b a u m; Richard C a s P a r i u s, in einem Garderegiment, Sohn des Herrn Bernhard Gasparius; Unteroffizier Leopold F r e u d e n b e r g; Grenadier Si-egfr. G e r s.o n; Hermann G p h r a i m s o h n, Mitinhaber der Firma Weinberg & Gutmann; Tr. Joseph F e i l ch e n s e l d; Alfred L e p e h n e; Arthur N e u - nt a n ii; Simon N a t h a n; Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Ernst L e w i n; Vizewachtmeister Siegbert Bau m; Gefreiter Haus Al o r a w skr; Walter R e c t o r; Sanitütsgefreiter Stud. med. Rudolf. Spie w ko w s k i, Sohn des Herrn Gustav Spiewkowski; Gefreiter Richard Dresdner, Sohn des Herrn Moritz Dresdner; Unteroffizier Ernst F e i g, Sohn des Herrn S. Feig (Groß-Berlin). Die gleiche Auszeichnung erhielten: Landsturmmann Malermeister Paul Sommer seid (Bromberg); Unteroffizier Leo Leopold Rosenbäum (Elberfeld); Gefreiter Eugen Stiel: Musketier A. Fink (Kassel): Musketier A ck c r in a n n; Musketier B r i n k m a n n; Musketier Jacob S i in o n; Adolf A h r e n s, schwer verwundet (Hannover); Gefreiter Harry H i r s ch; Füsilier G. E n g e l; Musketier Heinrich Ries; Walter Kahn; Inspektor Albert Katz; Schütze Bernhard Gans (Frankfurt a. Al.); Ludwig F l i e ß (Harburg a. E.); Infanterist Cäsar W a l d b o t t. (Ludwigshafen); Gefreiter Joel S a l k i n d (Königsberg i. Pr.); Schütze Bernhard H i r sch borg (Johannisburg); Gefreiter Siegfried Mendelsohn (Hohensalza); Leutnant Robert Münz (Langerseld b, Barmen); Landwehrmann Siegfried Leopold (Barchfeld); Gefreiter Julius Meyer (Kleve); Kanonier Sally R o s c ii t h a i (Wilmeiirode): Telephonist (befreiter Julius W e i u - b e r g (Hachenburg); Landsturmmann Sally H a r t o ch (Aachen); Unterofsizier Kandidat des höheren Lehramtes Arthur Spanier, Sohn des Herrn Tr. Al. Spanier; Landsturmmann Erich Fleischer , Sohn des Herrn Louis Fleischer (Magdeburg); Gefreiter Fritz Herz (Duisburg); Moritz Gottschalk, Sohn des Herrn G. Gottschalk (Essen); Unterofsizier Joseph Frank, Sohn des Herrn Al. Frank (Düsseldorf); Otto Franken b e r g (Recklinghausen); Landsturinmann Sally K l e b e (Rhina); Alusketier Arthur H a u s m a n n; Musketier Oskar P hili p p s o h n;Walter P e i n e (Hamburg); Gefreiter Eduard B a r u ch : Unteroffizier Willy Götze r; Vizefeldwebel Tr. Eugen L ö w e n st ein; Unteroffizier Walter Oppenheimer (Köln); Gefreiter Bernhard Meyer (Seeburg); Einjähriger Gefreiter Eugen Marx (Siegburg); Gefreiter Martin-Ti cha ne r; Kultusbeamter an der Synagoge der wohltätigen Freunde in Posen, Unteroffizier Paul L o s ch t ii j f i;, Sohn des Kaufmanns Herrn Loschinski in Schocken lBromberg); Unteroffizier Nathan und Kanonier B. Nathan (Schildberg, Posen); Unteroffizier Sally Scheibe, Sohn des Treibriemensabrikanten Herrn Benno Scheibe; Schütze Arnold Bucki, Sohn des Kaufmanns Herrn Bncki; Landsturmmann Richard Gzol lek, Sohn des verstorbenen Kaufmanns Herrn Samuel Gzollek (Zinn, Bezirk Bromberg); Martin David, Mitinhaber der Firma M, Gonitzer & Sohn (Bromberg); Ersatzreservist Adolf S t a m m reich (Filehne); Julius Ury, Alitinhaber der Firma Ury Gebr. (Leipzig): Landsturmmann Siegfried Jos eph (Rakel); Bataillonsarzt Tr. Alfred Lutz, Sohn des Herrn Tr. S. Luß (Mannheim). Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielten: Stabs- und Regimentsarzt Dr. F re i m a n ii (Leipzig); Lentnant Alfred d e V r i e s (Mülheim, Ruhr); Leutnant d. 9l. K och (Frankfurt a. M.); Leutnant und Kompagnieführer Ernst S ch ö n e be r g (Gelsenkirchen): Kriegsfreiwilliger Leutnant Hans Block (Köln): Leutnant und Kompagnieführer Otto Weil (Emmendingen); Ofsizierstellvertreter Erich Silberberg (Insterburg). — Grandenz, 24. August. Das 25jährige Ortsdienstjubiläum des Lehrers und Gemeindesekretärs Herrn Mann h e i in am 15. d. M. gestaltete sich zu einer erhebenden Feier. Ter Vorsitzende des Genie indevor st an des, Herr Kommerzienrat Belgard, und der Vorsitzende des Repräsentantenkollegiums, Herr Philipp Reich,, hielten herzliche Ansprachen und überreichten eine Ehrengabe in Form einer respektablen Geldsumme. Herr Rabbiner Tr. Levy sprach als Dirigent der Religionsschnle, für den Israelitischen Krankenuiiterstützungsberein und für den jüdischen Literaturverein, worauf noch eine ganze Reihe ariderer Redner im Namen verschiedener Vereine zu Worte kamen, u. a. auch Herr Direktor Blumenfeld für den Verein jüdischer Religionslehrer und Kantoren Westpreußens. Unter den zahlreichen Gratulanten war auch eine Reihe von Vertretern der städtischen Körperschaften.

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