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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-08-17 · Heft 33 (17.8.1917) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 33 (17.8.1917)
Date
1917-08-17
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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8 wurden auch die Leiter der ftitbtifdScn Mittelschulen, der' Gewerbe- und der Kunstgeworbeschule ersucht, ihre Schüler auf -den Verein aufmerksam zu machen. Der Verein erstrebt die Errichtung eines eigenen Heimes, in dem den unterstützten Schülern zu billigen Preisen Wohnung und Verpflegung geboten werden soll: auch soll den Knaben' dort Berufsberatung und Gelegenheit zur Vervollkommnung ihrer Ausbildung gegeben werden. Auch zum Wiederaufbau beschädigter Handwerksbetriebe will der Verein beitragen, indem er jeden Handwerker unterstützt, dessen vordem gesunde Existenz durch den Krieg zerrüttet worden ist. Für diese Spezialaufgabe ist dem Verein bereits ctit ansehnlicher Beitrag zur Verfügung gestellt worden. Der Rechnungsabschluß des Vereins schließt für 1916 in Einnahme und Ausgabe mit 42 868 Mark ab: die Aufwendungen für Lehrlinge nnb Meister betrugen 15 742 Mark. An Geschenken gingen 3706 Mark ein; die Mitgliederbesträge beliefen sich auf 3243 Mark. Schwei?. i. Bern, 10. August. Im ..Berner Tagblatt" vorn 18. v. M. ist zu lesen: Der Deutschenhaß gewisser fanatischer Leute macht sogar vor erholungsbedürftigen armen- Kindern nicht Halt. Aus der jüdischen Kultusaemeinde schreibt uns ein Leser unseres Blattes: In einer kürzlich in der Synagoge stattgehnbten Sitzung des hiesigen jüdischen Frauenvereins wurde beantragt, zugunsten eines Ferienausenthalts von je 30 deutschen und französischen erholungsbedürftigen jüdischen Kindern in der Schweiz 1600 Frank zu bewilligen. Drei Damen (deren Namen uns der Herr Einsender mitteilt. Red.) protestierten dagegen, daß auch deutsche jüdische Kinder dieser Wohltat teilhaftig werden sollten, und verlangten, daß nur französische Kinder bedacht werden. Diese intolerante Gesinnung fand aber den einstimmigen Widerstand der übrigen. Mitglieder, und der jüdische Frauenverein beschloß, 30 französische und 30 deutsche Kinder zu bedenken. — Wir haben bis jetzt geglaubt, daß wenigstens unter den Israeliten, wo es ihre Glaubensgenossen betrifft, kein llnterschied zwischen den Angehörigen der feindlichen Mächtegruppen gemacht werde, namentlich wo es sich um unschuldige, kranke Kinder handelt. Daß es zudem Frauen sind, die diesen Unterschied machen wollten, macht die Sache noch betrübender. Dem jüdischen Frauenvercin aber gereicht es zur Ehre, daß er diese Zumutung energisch zurückgewiesen hat. — Die „Israelitische Wochenschrift für die Schweiz" bemerkt hierzu: Soweit das „Berner Tagblatt", zu dessen Ausführungen wir leider hinzufügen müssen, daß sie sich mit den Tatsachen vollständig decken. Holland. §2 Den Haag, 10. August. Das „Jüdische Korrespondenzbureau" im Haag erläßt folgende Erklärung: Gegenüber Verdächtigungen, die seit einiger Zeit gegen das gefertigte Bureau in Umlauf gebracht werden,! stellt das gefertigte Bureau fest, daß es eine vollkommen unabhängige Einrichtung fTt und lediglich jüdischen Interessen dient. Es erstrebt eine gründliche Informierung der Presse über die jüdische Zeitlage und die auf die Friedenskonferenz gerichteten jüdischen Bestrebungen. Unsere nur durch jüdische Interessen bestimmte Berichterstattung hat in beiden Kriegslagern Stimmen gegen uns ausgelöst, die uns durch die verleumderische Behauptung: wir wären Instrumente der Entente bzw. der Zentralmächte, diskreditieren wollten. Jeder, der unbefangen unsere Tätigkeit beobachtet und nicht durch Parteihaß oder Kriegspsychose eines objektiven Urteils unfähig ist, wird erkennen, wie ungerecht dieses im Laufe des Krieges sebr abgegriffene Argument — das von jedem kriegführenden Staat und seinen Parteigängern im neutralen Ausland leichtblirtig gegen jedermann gebraucht wurde, der nicht wahllos und blindlings alles pries, das aus diesem Lande kam — gegen uns angewendet wird. , . Grlterrrich-Anggrn. 2. Budapest, 10. August. Unter außerordentlich großer Beteiligung von Leidtragenden wurde am 27. v. M. Frau Siegmund Gomperz, geb. Rosa Gomperz, auf dem Kerepeser israelitischen Friedhofe beerdigt. Bei der Einsegnung im Trauerhause würdigte Rabbiner Dr. Julius Fisch-er in tief empfundenen, ergreifenden, Worten die Herzensgüte und den Wohltätigkeitssinn der Verstorbenen. Am offenen Grabe sprach er das Abschiedsgcbet. Die edle Dame hat testamentarisch folgende Summen gespendet: 1 Million Kronen zur Errichtung einer israelitischen Landes-Lehrerinnenpräpärandie, 26 000 Kronen für den Pester israelitischen Frauenverein zur häuslichen Pflege armer Wöchnerinnen, 6600 Kronen für das Israelitische Mädchenwaisenhaus, 6000 Kronen für das Israelitische Knabenwaisenhaus. 4000 Kronen für den Israelitischen Frauenverein in Vägujhely, 2000 Kronen für die Israelitische Lehrerprävarandie, 2006 Kronen für das Siechenhaus der Ebewra Kadischa. 20000 Kronen für das Asyl der Ehewra Kadischa, 2000 Kronen für das Rabbinerseminar, je 1000 Kronen für folgende Anstalten: Adelo-Brody-Kindersvital, Stefanie- Spital, Israelitisches Handwerks- und Ackerbauverein. Gyermekbarai, Poliklinik. Budapester Ferienkolonienverein, Gratisbrotverein. Gratismilchverein, Rettimgsaesellschaft, PensionZcmstalt Ungar ländischer Journalisten, Israelitischer Patronageverein, Feministenverein, Ungarische israelitische Literaturgesellschaft, Landestulturverein. NutzlsnL. — Moskau. Das hier erscheinende hebräische Wochenblatt „Haam" erscheint seit dem 1.'Juli als tägliche Zeitung. In die Redaktion des Blattes sind die Herren G r u n - b e r g , Dr. G l ü ck s o h n , M. Klein m a n n und S. Ts ch e r - n o w i tz gewühlt worden. — Demnächst beginnt hier auch das Wochenblatt „Hador" unter der Redaktion des bekannten hebräischen Schriftstellers David Frisch mann zu erscheinen. Ter „Hador". der ursprünglich in Odessa erschien, batte vor einigen Jahren sein Erscheinen eingestellt. Das Wiedererscheinen des bedeutenden Wochenblattes ist ermöglicht worden durch die hochherzige Subvention im Betrage von 100 000 Rubeln, die ein Freund der hebräischen Literatur. Herr Stiebel. zur Verfügung gestellt hat. — Das bekannte hebräische Journal „Haschiloach" erscheint seit dem 1. Juli in Odessa unter der Redaktion von Dr. Klausner. — Ein neuer hebräischer Verlag „Techia" (Renaissance) ist von der russischen Regiernna bestätigt worden. Das Grundkapital von 300 000 Rubel ist voll ein gezahlt. Das Kapital des Verlages soll bis auf eine Million Rubel erhöht werden. — In Kiew erscheint seit Juni eine jüdische Tageszeitung „Das Volk". An der Spitze des redaktionellen Kolleaiums steht der bekannte Schriftsteller lind Zionist Herr N. Syrkin. — Seit 1. Juni erscheint in Petersburg eine große jüdische Tageszeitung. ..Volksblatt", unter der Beteiligung von S. D u b n o w , S. N i g e r und I. Z i n n e b e r g. — In Tiflis beginnt seit dem 1. Juli ein Wochenblatt in russischer Sprache für die jüdische Jugend zu erscheinen, und zwar unter dem Namen „Junnv Israil" (Jung-Jsrael). unter der Redaktion von L. Tandit. — In Odessa erscheint ebenfalls am 1. Juli ein zionistisches Wochenblatt in russischer Sprache ..Jewreiskaja Mysl" (Jüdischer Gedanke). — Die Zeire Zion in Witebsk geben eine Monatsschrift unter dem Titel „Auf der Woche" in russischer Sprache heraus. Das Blatt vertritt den Standpunkt der zionistischen deniokratischen Jugend. — Die zionistischen Studenten in Odessa geben eine Monatsschrift mit der Neberschrift „Jung Juda" heraus. ____ Von Aah und ssrrn. — Die Gerichtsräte an der Kommandantur, Rechtsanwalt Arthur Wolfs und Rechtsanwalt Dr. Franks u r te x , haben das Eiserne Kreuz am weistchchwarzen Bande erhalten. Die ' wohlverdiente Auszeichnung der beiden Herren wird nicht nur in den Reihen ihrer heutigen Kameraden, sondern vor allem auch in den Kreisen der deutschen Schriftste'llerwelt, denen beide ganz besonders nahestanden, mit sympathischer Genugtuung zur Kenntnis genommen werden. Herr Rechtsanwalt Dr. Frankfurter ist ein Schwiegersohn des vor einem Jahre verstorbenen Professors Dr. Martin Philippson. — In voller Frische beging den 70. Geburtstag Herr Robert Keiler, der dem Vorstande des Indischen Krankenhauses als Hauskurator seit vielen Jahren angehört. Die Vorstände der Gemeinde und des Krankenhauses übersandten ihm, da er seinen Ehrentag außerhalb verlobte, herzliche G-lückwnnschadressen. — Den Herren Lucian Bernhard, Louis Oppenheim und Jubius P i n s chew er ist hür ihre erfolgreiche Mitarbeit an der Werbetätigkeit flü-r die

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