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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-08-10 · Heft 32 (10.8.1917) · p. Seite 380

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 32 (10.8.1917)
Date
1917-08-10
Page
Seite 380 (sequence 8)
Language
German
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Gemarkung verstorbenen und von auswärts helmgebrachten Kriegern eine in jeder Hinsicht würdige Ehrenstätte zu widmen. die man als geradezu sehenswert bezeichnen darf. Dieselbe wurde noch zur Zeit der Russeninvasion errichtet und hat sich dazumal der auf verschiedenen Gebieten jüdischen Gemeind elebens eifrig tätige Spitalrat Adolf Rosner um die Realisierung des Projekts wie auch um die Exhumierung der vielfach auf christlichen Friedhöfen bestatteten Krieger sehr verdient gemacht. Später sind ihm die Beiräte der Kultusgemeinde Blauer und Direktor O r a n s ch hilfreich zur Seite gestanden. Großes Interesse für die Sache bewies die militärische Kriegsgräberinspektion, der auch die Errichtung eines imposanten Gedenkobelisken zum Andenken an die Gefallenen zu verdanken ist. Der bis heute etwa 200 Gräber umfassende Soldatenfriedhof befindet sich in unmittelbarem Anschlüsse an die neue der Stadtkommandant einige erhebende Worte, worauf die Militärkapelle die Volkshymne spielte. Haiwri. Mit dm Hamburger jüdischen Kindern nach Holland. Bon Anna Joel. lso morgen früh 9 Uhr am Hauptbähnhof, Bahnsteig 5! Wenn ich sage 9, dann meine ich nicht H9 oder % auf 10, sondern 5 bis 10 Minuten vor 9. Nehmt nicht zu viel Gepäck mit; ihr müßt die Kasten selbst tragen und es wird mehrere Male umgestiegen. Es ist verboten, Gedrucktes oder Geschriebenes mitzunehmen! Und nun seid hübsch artig und schlaft recht lange! Auf Wiedersehen, morgen früh!" So sprach ich zu den 65 Knaben und Mädchen, die am Ansicht des auf der Heldenabteilung des Jüdischen Friedhofes in Lemberg errichteten Gedenkobelisken. (Bis jetzt befinden sich dort ungefähr 200 Kriegsgräber, darunter auch solche von russischen Soldaten.) Zeremonienhalle auf einer Anhöhe, zu der eine Steintreppe führt. Die erste Reihe enthält Offiziersgräber, worunter die Grabstätte eines Brüderpaares, des in den ersten Kriegslagen während seiner Tätigkeit am Hilfsplatze aus dem Hinterhalt erschossenen Regimentsarztes Dr. Mund und des während der Maioffensive 1915 am San gefallenen Pionierleutnants gleichen Namens, besonders ergreifend wirkt. Auch ein polnischer Legionsoffizier und ein russischer Militärarzt haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Jedes Grab ist mit einer einfachen Gedenktafel versehen, schön umfriedet und mit Blumen bepflanzt. Die Einweihungsfeier hat vor einiger Zeit unter großer Beteiligung aller zivilen und militärischen Kreise in Gegenwart des Stadtkommandanten Generalmajors v. Rimmel stattgesunden. Unter den niedergelegten Kränzen befand sich auch einer von dem deutschen Generalkonsulat in Lemberg. Die Gedenkreden hielten Gemeinderabbiner Dr. Guttmann, Feldrabbiner Fischer, der Regierungskommissar der Kultusgemeinde Dr. Parnas, Spitalrat Kurzer: als letzter sprach 27. Juni mit dem jüdischen Ferientransport nach Holland reisen sollten. Was für Vorbereitungen und Mühen vorhergegangen, davon hatten die Kleinen kaum eine Ahnung. Welch ein Gewimmel aus dem Hauptbahnhof! 5 Minuten vor 9 Uhr waren fast alle Kinder schon vollzählig und mit den 65 Kindern mindestens 130 Mütter, die ihre Lieblinge begleiteten, ihre Kasten und Koffer trugen und schnell noch einige Leckerbissen zusteckten. Ich hatte inzwischen alle Hände voll zu tun; viele gaben mir Barmittel für ihre Kinder mit, ein jedes Kind bekam erst jetzt ein kleines Täschchen um den Hals gehängt, in welches das Gesundheitsattest gelegt war und aus dessen Vorder- und Rückseite Namen und Wohnung in Hamburg, wie auch die Adresse der holländischen Wirte stand. Die Kinder stellten sich in den schon am Tage vorher bestimmten Gruppen auf, über die je ein größeres Mädchen oder Knabe die Aufsicht führte. 9 Uhr 35 Minuten! Die vielen Mütter und Väter, Brüder und Vettern weinten, winkten und riefen noch einmal. Dann

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