Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 81 (1917)
- Issue
- Heft 31 (3.8.1917)
- Date
- 1917-08-03
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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tfkfuMtcr Josef L c b e it stein (Wülsen i. SB.); Ulsteroffizier Wolf (Buer i. W.): Infanterist Isidor Bechhvfer (Bechhofen); Bertel Heineln a n n (Mainz): Ullteroffizier Walter B I n m e n t h a l (Hamm i. W.); Kanonier He i n c m a n n (Riede): Gefreiter Georg Meyer (Brmnath i. (£.); Gefreiter Paul K o h n (Freiburg in B.); Füsilier Panl Beerm a n n (Nienburg): Vizefeldwebel und Ofsiziersaspirant Abraham Adle r (Ulm): Landstnrmmann M ü h l f el d e r (Meiningen); Infanterist Kurt Stern (Frankfurt a. Bi.): Gefreiter Gustav -st a it f in a n n (Butzlveiler): Gefreiter Hermann K u r n i k (Bromberg): Stud. jnr. Siegfried Neu m ann (Graudenz): Gustav M a m l o ck (Gostyn): Hermann N a u s e n b e r g (Höxter). Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielten: Stabsarzt Dr. Moritz Salomonski. Bruder des Feldrabbiners Dr. Salomonski; Unteroffizier Fritz B l o ch (Groß-Berlin): Leutnant Walter G n m P r i ch (Münster): Offizierstellvertreter Karl Arensberg (Göttingen); Offizierstellvertreter Heinrich Wolf (Leipzig): Offizierstellvertreter Ludwig Schlesinger (Neustadt, Holst.): Unteroffizier Erwin K e i b e l (Hamburg): Leutnant Hermann Si 1110 n (Köln); Assistenzarzt d. R. Albert Weihl (Homberg, Oberhessen): Oberarzt Dr. Nordmann (Mülhausen i. E.): Bizewachtmeister Referendar Dr. Georg B r ü h l (Po.stn): Oberarzt d. R. Dr. Karl N e ck a r s u l m e r, Sobn des Herrn B. Neckarsulmer (Aachen). B bl. Myslowitz, 27. Juli. Das Fest der goldenen Hochzeit beging in rüstiger Körper- und Geistesfrische das Sigmund und Lina N o t h - m a n n s ch e Ehepaar von bier. Der Jubelbräutigam, der im 75. Lebensjahre stebt. waltet seit vielen Jahren seines Ehrenamtes als Vorstandsmitglied unserer Svnagogeugemeinde und hat mit Kriegsbeginn die Leitung der Geschäfte als Vorsitzender dieser Körperschaft übernommen. Die Jubelbraut bat vor kurzem unter Anteilnahme des großen Verwandten- und Bekanntenkreises die Schwelle des biblischen Alters überschritten. Trotzdem das Jubelpaar durch eine Badereise sich allen Huldigungen entziehen wollte, war es doch der Gegenstand einer überaus reichen Anzahl von brieflichen und drahtlichen Beglückwünschungen von nah und fern. Eine schön ausaeführte Adresse batte u. a. der Ausschuß für Ferienkolonien unserer Stadt gesandt, dem der Jubilar seit Jahrzehnten als rühriges Mitglied angebört. Seine Krönung fand das schöne Familienfest durch die Anwesenheit aller Kinder und Kindeskinder des greisen Paares, von denen acht Söhne, die sämtlich im Heeresdienste s i ch befinden, ans dem Felde herbeigeeilt waren. Möge dem allseitig verehrten Ehepaare ein sonniger, wonniger Lebensabend beschieden sein! TT. Ko sch min °7. Juli. Die Hermann Tückische Bnchdruckerei bierselbst könnt" am 12. d. M. auf ein fünfzigjähriges Be st e h e n zurückblicken. Das Geschäft wurde am 12. Juli 1867 vom Kaufmann Israel Tuch gegründet, der 1898 starb. 11l11ächst. führte dessen Witwe, dann der Sohn, Hermann Tuch, das Geschäft weiter. Letzterer vergrößerte den Betrieb erheblich. brachte das Geschäft zu hoher Blüte und gründete am 1. Juli 1907 die „Koscknniner Zeitung", die sich als umsichtiges Lokalblatt großen Ansehens im ganzen Bezirke erfreut. Am 1. April 1001 war eine Druckerei der Buchhandlung angegliedert worden, die den Druck und Verlag des amtlichen Kreisblattes für den Kreis Koschmin besorgte. Von nah und fern trafen Glückuulnschschreiben ein, welche eine große Anteilnahme an dem Jubiläum bekundeten. W. Posen. 27. Juli. Die Vorbereitung zur Rekrutenvereidiaung von jüdischen Mannschaften der hiesigen Garnison findet höherer Bestimmung zufolge abwechselnd irr unseren Gcmeiudesynaaogen A und B statt. Dies es mal war Syrragoge A an der Reihe. Pünktlich um 0 Uhr vormittags wurde mit dem Militärakt am Sonnabend, den 21. Juli, begonnen. Die Rekrrrten wurden von einem Vorgesetzten in das Gotteshaus geleitet, woselbst sie sich vor dem Almemvr aufstellten. Herr Gemeinderabbiner Dr. Frei m a n n begrüßte die Erschienenen und hielt sodann eine Ansprache, in der er die Bedeutung und Heiligkeit des Schwurs erörterte und aus den mannigfachen Berichten der Bibel zeigte, daß im Judentum der abgelegte Eid immer heilig gehalten wurde, ferner ermahnte Herr Dr. Freimann die junaen Krieger zur Eintracht mit ihren Kameraden, zum unbedingten Gehorsam gegen die Vorgesetzten und ganz besonders Liebe und Treue gegen das Krieasoberhaupt zu erweisen und schließlich als Inden fest zu ihrem Väterglauben zu stehen. Mit dem dreifachen Priestersegen schloß der Geldliche seine wirkungsvolle Ansprache. Dann trug Herr Kantor W u g einige Psalmen feierlich vor, womit die erhebende Feier ihren Abschluß fand. — In ungetrübter körperlicher Frische beging Frau Rosalie Goldschmidt, Gattin des Herrn Gnstav Goldschmidt, ihren siebzigsten Geburtstag. Von allen Seiten strönsten Gratulanten herbei, der allseitig beliebten Jubilarin ihre Glückwünsche, Angebinde und ähnliche Aufmerksamkeiten darznbringen. Frau Goldschmidt verdient es im wahrsten Siune des Wortes, daß man ihre Frendentage mit großer Anteilnahme begeht. Denn sie ist besorgt um die Armen, erfüllt mit seltener Hingabe die Pflicht von Gemilut Ehessed, stillt im geheimen die Tränen der Bedrückten und bringt den Kranken und Leidenden Heilung und Trost. Gleich menschenfreundlich zeigt sie'sich in den Heimlazaretten den verwundeten Kriegern und Siechen. Ueberall wird ihr Erscheinen gern gesehen. Liebesgaben verteilt sie mit vollen Händen. Opferfreudig geht sic mit ihrem Gatten Hand in Hand, der trotz seines hohen Alters nicht ermüdet, praktische Nächstenliebe zu üben. Möge dem edlen Paare noch ein langes Leben beschieden sein! er. Köln, 27. Juli. Unser Rabbiner Dr. Siegfried Hanover ist als Feldrabbiner für eine der in den besetzten Gebieten des Ostens bebenden Armeen berufen worden. Herr Dr. Hanover soll vornehmlich die Feldseelsorge für die Etappenkommandvs ansüben und wird Vincii Sitz in Wilna nehmen. Dr. Hanover, ein Sohn des verstorbenen Rabbiners in Wandsbek, siebt im 88. Lebensjahr: er ist hier seit etwa zwölf Jabren als zweiter Rabbiner tätig und bat sich' während dieser Zeit durch seine Kanzelberedsamkeit und sein Wirken im Dienste der sozialen Liebesarbeit und als Religionslehrer an den höheren Schulen einen großen Verehrerkreis erworben. Herr Dr. Hanover aebört der konservativen Richtung an. er erfreut sich aber infolge seiner Toleranz und seines ans die Versöhnung aller Gegensätze in der Gemeinde gerichteten Wirkens auch in den liberalen Kreisen unserer Gemeinde allaemeiner Hochscbätznna. --- Als Feldrabbincr zu einem Truppenteil im Westen ist Herr Rabbiner Dr. Wiener, aus Stettin berufen worden, der das bisher von Herrn Dr. Ehone bekleidete Amt übernimmt. Herr Rabbiner Dr. Ehone (Konstanz), der seit September 1916 als einer der ersten Feldprediger beiin Heere steht, ist aus Ansuchen seiner Gemeinde in seinen Friedenswirkungskreis zurückgekehrt, dem er durch sein verdienstvolles Wirken als Armeerabbiner solange entzogen war. g/'a Frankfurt a. M., 27. Juli. Der hiesige Rechtsanwalt Herr Dr. Alfred Geiger ist znm Leutnant befördert worden. Sein Vater, Geh. Jnstizrat Dr. B ertholdGeige r, der bei seinem 70. Geburtstag (6. Januar d. I.) in ganz außergewöbnlicher Weise geehrt wurde, ist anläßlich seines goldenen Toktorinbilämus und seines 50jahriaen Amtsinbilänms (Juni und Juli) aufs neue gefeiert worden. Er erhielt das Zivilverdienstkreuz und den Kronenorden dritter Klasse mit der Zahl 50. Der Orden wurde ihm von Erzellenz S P a h n, dem Präsidenten des Oberlandesaerichts in feierlicher Weise überreicht. — Frankfurt a. M., 27. Juli. Der Verein zur Beförderung der Han d w e r k e unter den israelitischen Glaubensgenossen hat seinen 58. Bericht erscheinen lassen. Die drei Krieasjabre, die er umfaßt, haben auf den Verein lähmend eingewirkt. da viele Handwerksbetriebe geschlossen wurden und die Zahl der Lehrlinge und Schutzbefoblenen abgenommen hat. Die Ausgaben für die Lehrlinge sind infolge der allgemeinen Lage erheblich gestiegen, in Zukunft sollen auch weibliche Lehrlinge ausgenommen werden. Dem Verein sind reichliche Geschenke zuqeflossen. Für die Zeit nach dem Frieden plant er, mehr auf die Hinlenkung der Inden znm Handwerk hinznwirken. In den abgelanfenen Berichtsjahren starll Herr Emil Rothbarth. Herr Friedrich Kanffmann übernahm seine Stelle im Vorstand. Grltkrreich-Angksrn. z. Wien. 27. Juli. Die Wiener „Sonn- und Montagszeitung" vom 28. d. M. schreibt: Im Abgcordnetenhause ist gegen die „Zentralstellen" Sturm gelaufen worden, das sind jene Organe, die von der Regierung ins Leben gerufen wurden, um eine möglichst gleichartige Verteilung der vorhandenen Lebensmittel zu erreichen und so die reale Grundlage für das von der Bevölkerung verlangte „Durchbalten" zu schaffen. Nun sind wir gewiß weit davon entfernt, die Wirksamkeit dieser Organe und die bisher erreichten Resultate so ideal zu finden, daß sie über jede Kritik erhaben wären. Die städtischen Konsumenten haben nach wie vor nur zu berechtigten Grund zum