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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-08-03 · Heft 31 (3.8.1917) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 31 (3.8.1917)
Date
1917-08-03
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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""""" Der Gemeindevote. Deilsgr zur „Allgemeinen Leitung des Judentums". Lorrrlponvrn?ea und Nachrichten. LrutschlsnL. 2/D Berlin, 31. Juli. Herr Professor Dr. Felix Liebermann, 'der hochverdiente Historiker, Ehrendoktor verschiedener englischer Universitäten, hat eine neue bedeutsame Anerkennung durch die Ernennung zum Ehrendoktor der Universität Göttingen erhalten. Dies ist eine äußerst seltene und darum doppelt erfreuliche Auszeichnung, zu der nur dem schlichten, rastlos arbeitenden Manne, der eine Zierde unserer Gemeinschaft ist, von Herzen Glück wünschen. Professor Liebermmm ist ein langjähriger, eifriger Mitarbeiter unseres Blattes. 22 Berlin>, 31. Juli. Die Freqneuz der Lehranstalten und der Religionsschulen der Jüdischen Gemeinde im Winterhalbjahr 1916/17 belief sich auf insgesamt 5432 Schiller und Schülerinnen gegen 5666 im Vorjahr; die Schülerzahl ist demnach um 228 zurückgegangen. Die St nabenschule in der Großen Hainburger Straße wurde von 586 Schülern besucht gegen 591 im Vorjahre; die M ä d ch e n schule in der Kaiserstraße Zählte 587 (600) Schülerinnen; die Lehrerbildungsa n st a l t hatte 23, die P r äp a ra n di e 22 Zöglinge. Die K u r se für Nel i gio n s'leh re r i n n en wurden von 10 Damen besucht, all dem Sonderunterricht für Schwerhörige nahmen zwei Kinder teil. Die Gemeinde unterhält 24 N e l i g i o n s u n t e r r i ch t s a n st a l t e n außer ihren eigentlichen Schulen und Lehrerbildungsanstalten, die im vergangenen Semester von 4204 Kindern, gegen 4317 im gleichen Zeiträume des Vorjahres, besucht wurden. Die höchste Frequenz weist die 6. Neligionsschule in der Rhkestraße auf, die linier 859 Schülern 499 Knaben und 360 Mädchen zählt: am nächsten kommt diesen Zahlen die Schule in der Pestalozzistraße mit 408 Schülern. Den schwächsten Besuch hat der Religionsunterricht in Tegel mit 18 Schülern auszuweisen. Außer diesen von der Gemeinde direkt erhaltenen Schulen bestehen in den von der Hauptgemeinde subventionierten P r i v a t ge me i n den weitere zwölf Religionsschulen, von denen die beiden Schulen der Jüdischen Reformgemeinde mit zusammen 187 Knaben den stärksten Besllch aufweisen. 186 bzw. 184 Schüler zählen die Schulen des Reliaionsvereins Beth Zion in der Gartenstraße und des Jüdischen Brüdervereins in Neukölln, die geringsten Schülerzahlen haben die Jüdische Vereinigung Tempelhof-Mariendorf und Oranienburger Vorstadt mit je 61 Schülern. Eine besondere Struktur hat die von 173 Schülern besuchte Anstalt des Vereins ..Talmud Thora Knessetb Jisroel" in der Dragonerstraße -aufzuweisen, in der die hebräische Sprache besonders aevsleat und in den oberen Klassen das Talmudstudinm getrieben wird. Die Schule, die im ärmsten Viertel gelegen ist, wird auch sehr stark von Ausländerkindern besucht, für deren Ausbildung hier Sorge getragen wird. — Diese Zahlen geben ein interessantes Bild aus dem Tätigkeitsgebiet der größten jüdischen Gemeinde Deutschlands. Die Berliner Gemeinde ist bemüht, ihr Schulwesen noch immer weiter auszubauen. E. M. Berlin. 31. Juli. In den Monaten Avril bis Juni dieses Jahres ist der Berliner Jüdischen Gemeinde eine große Anzahl von Spenden zugeflossen. Die Inhaber der Firma R a w a ck it. Grünfeld haben zur Linderung der durch den Krieg in der Gemeinde hervorgerufenen Not 20 000 Mark überwiesen. 10 000 Mark spendete der verstorbene Stadtverordnete Leopold Jacobi anläßlich seines 70. Geburtstages: in Einzelbeträgen gingen für denselben Zweck weiter 1100 Mark ein. Die Kriegshilf s k o m m i s s i o n erhielt von Frau Adele Manheim er 2000 Mark, von Herrn Emil Benjamin 1000 Mark und weitere 1000 Mark von einem Ungenannten: von verschiedenen anderen Spenden gingen weitere 1400 Mark ein. Die Frauenabteilung der Kriegshilfskommission hat außer einer Spende von 1000 Mark zahlreiche kleinere Zuwendungen erhalten. Die A r m e n k o m m i s s i o n hatte eine Spendeneinnahme von über 8000 Mark zu verzeichnen. Die Altersversorgnngsan st alten erhielten neben einer Zuwendung des Herrn Richard Samuel im Betrage von 12 000 Mark an kleineren Svenden etwa 3000 Mark. Dem R e i ch e n h e i m s ch e n Waisenhaus sind 1250 Mark zugewendet worden; das zweite Gemeindewaisenhaus in Pankow erhielt außer Naturalgeschenken etwa 2000 Mark, unter denen sich eine Spende von 500 Mark aus Amerika befindet; eine neue Stiftung für den Ferienaufenthalt der Zöglinge ist von Frau Johanna Loew mit einem Kapital von 1500 Mark begründet worden. Die W a i s e n k o m m i s s i o n , wklcker die Fürsorge für die nicht in Anstaltspflege befindlichen Waisenkinder obliegt, erhielt Geschenke im Betrage von etwa 700 Mark: beim Kranke n h a n s e ist eine Louis-Grnmm a cb - S t i f t n n g von 1000 Mark ins Leben getreten. --- Diese Spendenliste ist ein überzenaender Beweis für den Opfersinn der jüdischen Bevölkerung Groß-Berlins. E. M. Berlin. 31. Juli. D c r n e n e F r i e d h o f f ü r die Berliner I ü d i s cb c Gemeinde ist noch immer nicht gefunden. Bekanntlich haben die Gemeindebehörden eine Sonderdepntatwn eingesetzt. die mit der Auswahl eines geeigneten Terrains beauftragt ist. Der neue Friedhof soll, dem modernen Empfinden entsprechend, möglichst in einer landschaftlich schön gelegenen llmgebuna angelegt we,-- den, und da er in möglichster Nähe der Großstadt liegen muß. die anderseits die Errichtung von Deerdigungsstätten in ihrer Umgebung verhorresziert. so ist es begreiflicherweise sehr schwer, die geeignete Auswahl zn treffen, zumal es sich um eine Anlage für viele Jahrzehnte handeln wird, die Millionen erfordert. Ob der neue Friedhof den Charakter des Waldfriedhofes tragen oder ob der Begräbnisplatz nach moderner, mehr Platz sparender Art durch Hecken und Banmgrupven in kleinere Felder abgeteilt werden wird, steht noch nicht fest: jedenfalls wird die streng shmmetrische Feldereinteilnng nach dem Lineal wohl aufhören, die für die Terrainverteilung ans dem Weißenseer Friedhof maßgebend war. Damit würde auch der trostlose Eindruck der Magazinierung unserer Toten beseitigt und .durch dos stärkere Hervortreten des pflanzlichen, landschaftsgärtnerischen Schmuckes schon dem neuen Friedhofe von jener stillen Weihe gegeben werden, der unsere alten Friedhöfe auszeichnet. Das Bestreben, der Totenstelle weihevolle Stimmungsreize zu verleihen, hat dazu geführt, daß die konfessionelle Symbolik immer mehr schwindet und dadurch der Unterschied zwischen jüdischen und christlichen Grabdenkmälern immer mehr verwischt wird. Eine Anzahl Bilder von Denkmälern auf dem jüdischen Friedhofe in Weißensoe, welche die Berliner „Architektur w e l t" als Illustrationen zu einem Artikel von H ans S ch l i e v m a n n bringt, beweist diese Verwischung der Grenzen. Diese Abbildungen stellen eine Samntlung von Grabdenkmälern auf Berliner Friedhöfen dar. „eine Auslese aus einem zientlichen Wust von Poesielosigkeit und Schlimmerem". Mit Befriedigung kann festgestellt werden, daß auch auf dem jüdischen Friedhofe die massig getürmten Denkmäler mit ihrer aufdringlichen und geschmacklosen Gewichtigkeit das ästhetische Empfinden der Friedhosbesncher bedrückten. Hoffentlich wird der unverkennbare Ansatz zur Besserung Vorhalten und den neuen Gottesacker vor den künstlerischen Entgleisungen bewahren, die dem Friedhofe in Weißensee in dem Jahrzehnt 1890 bis 1900 ihren Stempel aufgedrückt haben. Berlin, 31. Juli. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Vizewachtmeister Hans Kochmann, Sohn des Herrn Ludwig Kochmann: Walter Lichtenstein, Sohn des Herrn Eugen Lichtenstein: ehemaliger Musketier Selmar B ö h m , Sohn des Herrn Moritz Böhm: Unteroffizier Dagobert L e w i n; Albert Henmann. Mitinhaber der Firma Siegfr ied Heumann. Kronenstraße 47; Dizewachtmeister Goldbaum; Blusenfabrikant Mar P a n t h a u e r; Gefreiter Mar Rein; Dizeseldwebcl Joseph I o l l e s : Gefreiter Willv K u t t n e r (Groß-Berlin). Die gleiche Auszeichnung erhielten: Musketier Philipp und Unteroffizier Aler Putz in ge r, Söhne der Witwe Frau Putzinger (Filelme); Gefreiter Martin T i ch a u e r (Posen); Gefreiter Kurt Gabriel, Krankenträger Max Lippmann, Kanonier Ignatz Schwarzbauer, Vizefeldwebel Adolf K o p p e l m a n n , Kriegsfreiwilligere Unteroffizier Edgar Nathan (Hamburg): Unteroffizier I. Magnus (Hannover); Gefreiter Siegfried Lotheim (Frankfurt a. M.): Mar Wert he im (Gießen); Feldzahnarzt Gustav Lang (Bad Hombura); Gefreiter Ludwig Stein (Heilbronn); Gefreiter I. Blumenstiel (Hersfeld): Unteroffizier H. Blume n st e i n (Fürstenhagen): Musketier Robert Leffmann (Bochum); Gefreiter Adolf Aron (Saarwellingen):

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