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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-07-20 · Heft 29 (20.7.1917) · p. Seite 348

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 29 (20.7.1917)
Date
1917-07-20
Page
Seite 348 (sequence 12)
Language
German
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■ :)48 /. ' :;' Aufruhr muß der Junge fein, um so etwas nur von seiner Großmutter erwarten zu können. Er kennt sie doch. Er selbst wagt auch gar nicht, ihr davon zu sprechen, aber ich soll das unmvlpiche fcrtigbringcn. «^vrtschunq fulflt.) Mchrremlsuk. Defvrechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet ln keinem Falle statt. Iüdiscl)es Literatur-Blatt, Band XXXVII. Drittes Heft. Ziele des staatslebens nach der Lehre des Judentums. Mit Qnellenstücken. Bon B. Gottschalk. Verlag voll M. PepPelaner, Berlin 1917. Der Pogrom. Friedensappell an den Zaren. Von M. Riwkeh. Selbstverlag des Verfassers. Mitteilungen vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde. Herausgegeben vom Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes. 1917. Nr. 88. Neue Jüdische Monatshefte, 1. Jahrgang, Heft 18. Nur Erinnerungen. Von Paul Lindau. Zweiter Band. 2. und 8. Auflage. Stuttgart und Berlin 1917, I. G. Cottasche Buchhandlung Nachfolger. Erforschtes lind Erlebtes aus dem alten Berlin. Festschrift zum 50 jähvigen Jubiläum des Vereins für die Geschichte Berlins. Heft 50 der Schriften des Vereins für die Geschichte Berlins. Berlin 1917. Verlag des Vereins für die Geschichte Berlins. Litrrarilchr Mitteilungen. — Z w e i a m e r i k a n i s ch e P u b l i k a t i o n e n. schon vor dem Ausbruche des Krieges mit Amerika während der letzten Monate kam nur ab und zu eine Zeitschrift, noch seltener eine Karte aus den Vereinigten Staaten zu uns; im März des gegenwärtigen Jahres wurden wir durch zwei äußerlich und innerlich gediegene Sendungen überrascht. Von ihnen meinen Lesern Kunde zu geben, gewährt mir Freude. Da der allgenreine Charakter dieser Sammlung aus früheren Besprechungen meinen Lesern bekannt ist, so erübrigt es sich, über das Wesen der Bücher allgemeine Bemerkungen zu. machen, nur kurz rst auf den Inhalt im einzelnen einzugehen. Die Protokolle der Rabbinerversammlung') enthalten Eröffnungsnnd Schlußreden, Berichte der Kommissionen, Nekrologe, Debatten. Unter den Nekrologen ist der von Schulmann auf schechter und ein selbständiger, aber sehr kurzer ''Artikel voll Freehosf über Steinschneider hervorznl>eben. Unter den Abhandlungen sind vier zu nennen, die recht merkwürdig sind: David Lubin, der übrigens kein Rabbiner ist, wie er ausdrücklich he.rvorhebt, verbreitet sich ausführlich über Pontifex maximus, worunter er, wenn ich ihll recht verstehe, den künftigen Messias betrachtet. Eine merkwürdige Betrachtung liefert Levinger über Bergsons Philosophie und das Judentum, die in dem Satze gipfelt, daß diese Philosophie mit dem Judentum verträglich sei, weil sie die von dieser Religion der Gottheit zugewiesene Eigenschaft nicht leugnet, daß sie aber doch von geringem praktischen Werte für unsere Religion sei. Am wichtigsten sind zwei, große pädagogische Abhandlungen, die zusammen etiva 200 seiten füllen, deren Besprechung ich jedoch nicht selbst überuehmen will, sondern mit der ich einen Pädagogen beauftragt habe. Daß ein in den kriegführenden Staaten erschienenes Jahrbuch auf den Krieg nicht eingeht, wäre unbegreiflich; in diesem Bande, in dem es sich ja tim eine Versammlung handelt, die am 13. Juli 1916 und an den folgenden Tagen abgehalten wurde, ist vom Kriege kaum die Rede. In der Sitzung der „Zeitgeschichtlichen Kommission" ivurde nur der Dank ausgesprochen über die Erhaltung des Friedens zwischen Amerika l'.nd Mexiko. Auch der Bericht dieser Kommission hat mit den Kriegsereignissen kaum etwas zu tun: erwähnt ausschließlich die durch ihn *) Central Conference of American Rabbis. Twenty-Seventh Annual Conventions, June thirtieth to July seventh Nineteen Hnmlrecl and sixteen. Wildwood, New Jersey. Volume XXVI. Kdited by Rabbi Isaac E. Marcuson. notwendig gewordene größere Hilfstätigkeit. Sonst werden in diesem Berichte, Todesfälle, Jahrhundertfeiern erwähnt, auch solche von Nichtjilden, die sich aber lütt die jüdische Sache verdient gemacht haben; manche deiitsche Inden sind darunter, wie P. Ehrlich, L. Cohn, H. Grätz, Nt. Philippson, und Amerikaner deutschen Ursprungs, wie Jakob H. Schiss. Zinn Schluß der Anzeige muß darauf hingewiesen werden, daß das Selbstbewußtsein der Bersammlung mitunter stark hervortritt; ich weiß nicht, ob eine deutsche Versammlung von sich den Ausdruck brauchen ivürde wie den hier vorkommenden (S. 76.): „sie sei eingesetzt als Hüter über dem Hanse Israel". Die zweite Publikation-) ist mit einem Bilde von David L. Julee geziert, dem ersten Senator von Florida, dem auch ein großer Aufsatz von L. Hübner gewidmet ist. Der ganze Band zerfällt in drei ziemlich gleiche Abteilungen: Abhandlungen, Miszellen (Notes) und Nekrologe. Die letzteren behandeln ausschließlich amerikanische Gelehrte, deren Namen in Deutschland wenig bekannt sind; eine Ausnahme macht Salomon Schechter, dem Alexander Marx eine sehr ausführliche Würdigung zuteil werden läßt. Die Abhandlungen sind recht speziell; sie haben hauptsächlich Einzelheiten der amerikanisch-jüdischen Geschichte zum Gegenstand, die außerhalb der Bereinigten Staaten nicht viel Interesse erregen dürsten. Ein einziger Aufsatz, der seinem Titel nach eine allgemeine Angelegenheit zn behandeln scheint: „Ein nicht familienhaster Ueberbli.k (unfamiliar aspect) englisch-jüdischer Geschichte", von . Frank L. Schechter, dem Sohn des schon genannten salomon Schechter, hat einen wesentlich speziellen Inhalt, indem er auf Israel Salomons Erinnerungen eingeht. Wichtiger als Nekrologe und Abhandlungen sind für uns die Miszellen. Einer der Hanptarbeiter an diesem Teil ist Salomon Oppenheim. Zweiseiner Beiträge erregen besondere Aufmerksamkeit. Einer davon beantwortet die Frage: „Ist die Bank von England von einem Juden geplant?" nicht direkt, sondern teilt ein Schreiben eines 74jührigen Inden Jakob Henriquez vom 19. März 1761 mit, in dem es heißt: „itt ein verstorbenev Vater plante die Bant von E n g l a n d". Von demselben Oppenheim lverden auch Briese ans der Revolutionszeit abgedruckt (1775 bis 1780), welche beweisen, daß Juden sich teilweise in ganz hervorragender Weise an dem Kampfe beteiligt haben. Unter diesen zahlreichen kleinen Bemerkungen, die meist recht wertvoll sind, ist wohl das Wichtigste ein in jüdisch^-deutscher Sprache abgefaßter Brief, dem eine englische Uebersetzung beigegeben ist, von Jonas Philipp an den Kaufmann Gumpel Samson in Amsterdam. Der Brief, datiert Philadelphia, 28. Juli 1776, hauptsächlich persönlichen und geschäftlichen Inhalts, geht auch auf die damaligen Verhältnisse ein, beklagt das Stocken des Verkehrs von Amerika einer-, England und Holland anderseits und enthält folgende Wendung, die, wenn sie auch 114 Jahre alt ist, eine gewisse aktuelle Bedeutung besitzt. Es heißt darin: „Der Krieg wird ganz England bankrott machen. Die Amerikaner haben eine.Armee von 100 000 Mann, die Engländer nur 25 000 und einige Schisse. Die Amerikaner haben sich schon frei gemacht wie die Staaten von Holland." Diese kurze Bemerkung könnte den Text zu einer langen Abhandlung geben. Freilich die Zahl der englischen Soldaten und der englischen Schisse iyat sich seitdem ins Unendliche vermehrt. Auch sonst haben sich die Verhältnisse wesentlich geändert. Amerika, das damals seine Unabhängigkeit erkämpfte und sich seiner Freiheit gegenüber England rühmte, hat sich seitdem in eine freiwillige Botmäßigkeit England gegenüber ergeben. Aber wir sprechen von einem historischen Buche und wollen die kurze Anzeige eines solchen Werkes mit politischen Betrachtungen nicht verquicken. Aber wir können nun einmal nicht, selbst wenn wir kurze historische Notizen niederschrerben, uns losmachen von den augenblicklichen Verhältnissen. Wird einmal die Zeit kommen oder werden wir sie erleben, in der wir uns ruhig und ungetrübt historischen Untersuchungen, Betrachtungen der Vergangenheit zuwenden können, ohne auf Schritt und Tritt hingewiesen zu lverden ans die Nöte der Gegerttpart und die Schwere der Zeit, unter der wir leben und leiden und in der wir doch versuchen müssen, uns den Blick urigetrübt zu erhalten und uns zu ruhiger wissenschaftlicher Arbeit anfznraffen und zu sammeln? - C. C. -) Publications of the American Jewish Hislorical Society, Number 25. Published by the Society. 1917.

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