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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-07-13 · Heft 28 (13.7.1917) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 28 (13.7.1917)
Date
1917-07-13
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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'«SM 81. Jahrgang Nr. 28 Der Gemeindebote. “ Beilage zur „Allgemeinen Leitung deS Judentums". Korrespondenten und Mschrichreu. LrutlchlsnL E. R. Berlin, 8. Juli. Der Vorsitzende, Herr Direktor Dr. Minden, eröffnete die heutige Sitzung der Repräsentantenversammlung mit einer herzlichen Begrüßung des Herrn Prof. Blaschke, der, von längerer, schwerer Krankheit genesen, heute zum ersten Male an der Sitzung wieder teilnimmt. — Folgende Zuwendungen werden angenommen: Von Herrn Leopold Liebes 6000 Mark zur Grabpflege, von Herrn Alfred Hirschfeld 3000 Mark Kapitalserhöhung der Erna-Hirschfeld-Stiftung zur Erhaltung von Erbbegräbnissen, von den Eheleuten Julius Deutsch 5000 Mark für die Armenkommission. — Von Herrn Zahnarzt Li p schütz ist ein Antrag eingegangen: Die Repräsentantenversammlung wolle beschließen, für das Winterhalbjahr 1917/18 auch in der Synagoge Fasanenstraße einen zweiten Freitagabendgottesdienst zu veranstalten, und zwar mindestens zweimal, einmal im November, das zweite Mal im Februar. Herr Lipschütz führt ans. daß die zweiten Freitagabendgottesdienste in der Fasanenstraße stärker besucht gewesen seien als in anderen Synagogen, und bitten, dies Mittel zur Stärkung des religiösen Gefühls nicht fallen zu lassen. Der Antrag wird angenommen. — Gewählt werden in die Friedhofskonunission Herr Sanitätsrat Dr. S t e i n t h a l, in die Armenkommission- Herr Sanitätsrat Dr. W o r - mann. — Die Versammlung bes chließt die Mietung von folgenden. Betsälen für die hohen Feiertage: Schwarzer Adler in Schöneberg zum Preise von 1200 Mark: Deutscher Hof, Luckauer Straße, für 1450 Mark; Walhalla - Theater, Weinbergsweg, für 5000 Mark; Reichenberger Hof (Jugendgottesdienst) für 300 Mark. — Ueber die Bewilligung eines Beitrages an den Luisenstädtischen Brüderverein referiert Herr Dr. Ginsberg. Dem Verein ist die Subvention in Höhe von 10 000 Mark jährlich bis zum 31. März d. I. bewilligt worden. Der Vorstand hat mit dem Verein über seine Auflösung Verhandlungen geführt, welche zu keinem positiven Ergebnis geführt haben. Im Gegenteil, der Verein hat mitgeteilt, daß in seiner Generalversammlung vom 30. April urit allen gegen zwei Stimmen beschlossen worden ist, den Verein fortbestehen zu lassen und die Synagoge zu erhalten. Dein Gemeindevorstand scheinen weitere Verhandlungen zwecklos. Er hält es für richtig, dem Verein seine Subvention nicht weiter als bis zum 30. September d. I., 2500 Mark für das Vierteljahr, zu bewilligen und ihm zu erklären, daß über den 1. Oktober d. I. hinaus eine Subventionierung des Vereins nicht beabsichtigt wird. Der Gemeindevorstand wird Verhandlungen über die Auflösung erst dann wieder aufnehmen, wenn der Luisenstädtische Brüderverein selbst mit Anträgen an ihn herantritt. Herr Dr. G i n s b e r g bittet die Subventionierung vom 1. April bis 30. September d. I. in der bisherigen Höhe, insgesamt 5000 Mark, zu bewilligen. Der zweite Referent, Herr Lewinski. stimmte dem Antrag des Herrn Dr. Ginsberg vollkommen zu. Wünschenswert wäre es. wenn der Brüderverein sich auflöste. Herr Lewinsti zweifelt, daß der Verein auf die Dauer sich aus eigenen Mitteln wird erhalten können. Herr Professor Blaschke erklärt, daß jetzt, wo die Synagoge Kottbuser Ufer konservativen Ritus erhalten habe, der Brüderverein überflüssig ist. Herr Easpary ist gegen die Bewilligung von 5000 Mark. Der Verein habe sein Fortbestehen erklärt, so möge er sich auch selbständig erhalten. Herr Syndikus Justizrat L i l i e n t h a l und Herr Vorsteher B a d t betonen, daß das Prinzip der Milde in der Gemeindeverwaltung herrsche, und bitten um Bewilligung. Die Versammlung beschließt dementsprechend. — Dem Jüdischen Frauenbund werden einmalig für den Mädchenklub 800 Mark bewilligt; der Waisenkommission für das Jahr 1917/18 zum Unterhalt ein Extrazuschuß von 30 000 Mark und für den Fonds Auslagen für Bekleidung einen solchen von 1500 Mark. — Zürn Ankauf von 3000 Exemplaren der Auerbachschen Schulimb Hausbibel werden 9000 Mark, für den Neudruck von 1500 Agenden für den Jugendgottesdienst an den hohen Feiertagen 1500 Mark, eine Nachfordernng zur Anschaffung von Sachsschen Gebetbüchern von 750 Mark, für die Herstellung von Schwellenfnndamenten auf dem Friedhof iii Weißeusee 33 800 Mark und für die Erhöhung eines Holzzaunes daselbst 1000 Mark bewilligt. Damit schließt die öffentliche Sitzung. -. Wie wir erfahren, haben unsere Gemeindebehörden in den letzten Sitzungen Herrn Dr. Benzian Keller mann, den verdienten Uebersetzer der „Kämpfe Gottes" von Levi ben Gerson, zum Gemeinderabbiner, den Bezirksrabbiner Dr. Wehl (Kaiserslautern) und den bisherigen Rabbiner des Luisenstädtischen Brüdervoreins, Dr. Isidor Bleich rode, beide geborene Berliner, zu Predigern gewählt. Herr Dr. Keller mann gehört der liberalen, Herr Dr. Wehl der gemäßigten und Herr Tr. Bleichr o d e der konservativen Richtung an. ^2 Berlin, 10. Juli. Nach zweijähriger, durch die Zeitverhältnisse bedingter Pause ist die neue Nummer 88 der „Mitteilungen" vom Deutsch-Israelitischen G e m e i n d e b u n d e erschienen.' Zur Wiederherstellung des durch eine so lange Zeitspanne gestörten Zusammenhanges in der Berichterstattung ist ein Auszug aus den Sitzungsberichten des Ausschusses vorangeschickt. Es folgt eine Reihe von Nachrufen auf die in leider sehr großer Zahl verstorbenen hervorragenden Mitglieder des Ausschusses, unter ihnen nimmt nach Bedeutung und Umfang die Gedächtnisrede des Herrn Professors Kali s ch e r auf den im vorigen Sommer Heimgegangenen Ehrenpräsidenten des Bundes, Herrn Prof. Dr. Martin P h i l i p p s o n, der während fast zweier Jahrzehnte den Bund geleitet und zil hoher Bedeutung emporgeführt hat, eine hervorragende Stelle ein. Auch die Zahl der verstorbenen Delegierten ist nicht klein, unter den Verstorbenen befinden sich Männer wie Provinzialrabbiner Dr. M u n k (Marburg) und Amtsgerichtsrat Dr. Köhne (Berlin). Unter der in einem besonderen Artikel besprochenen „Organisationsfrage" beansprucht die in Aussicht genommene Zentralisierung der Wohltätigkeitsbestrebungen eine besondere Bedeutung. Dem Versuch, unseren Kriegsteilnehmern das Gemeindewahlrecht zu sichern, ist leider der Erfolg versagt geblieben; dagegen hat die gemeinsam mit dem Rabbinerverbande an den preußischen Kultusminister gerichtete Eingabe in Sachen des Religionsunterrichts an höheren Lehranstalten den gewünschten Erfolg gehabt, daß durch Bescheid vom 17. März 1917 ein Zeugnis über den jüdischen Religionsunterricht nicht nur in sämtlichen Klassen-, sondern auch in das Abiturientenzeugnis ausgenommen, wird. — Die Erklärung des Herrn Justizrats Dr. B l n n aus Frankfurt a. M. über die Konferenzgemeinschaft der Großgemeinden ist bestimmt, vielfach bestehende Mißverständnisse aufzuklären. Zwei von den fünf Bogen des Heftes werden durch Rechnungsberichte und Mitgliedverzeichnisse eingenommen. Berlin, 10. Juli. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Fußartillerist Oscar I u l i u s b u r g e r , Sohn des Kaufmanns Salo Juliusburger, Choriner Straße 48; Armierungssoldat Kurt Juliusburger, Sohn des verstorbenen Kaufmanns Jsmar Juliusburger; Flieger Berthold T i m e n d o r f e r; Infanterist Georg Danziger, Sohn der Witwe Danziger geb. Ullendorf, Zionskirchstraße 27; Unterzahlmeister Alfred und Funkergefreiter Oskar- Bett a u e r , Söhne des Herrn Hermann Bettauer (Groß-Berlin). Die gleiche Auszeichnung erhielten: Gefreiter Dr. Kurt Unger; Vizefeldwebel Student Rudolf Freund; Max Schmidt (Breslau); Julius Arnfeld, Teilhaber der Firma Otto Flatauer Nachflg. G. m. b. H. (Fürstenwalde a. d. Spree); Siegbert Hirschbruch (Posen); Grenadier Isidor Ostrowski (Pleschen); Telephonist Oskar Leibholz (Schubin): Fußartillerist Hugo Löwenthal (Stolp i. P.): Gefreiter Oberlehrer Bruno Brandenburg (Kolberg): Abteilungsarzt Dr. Simon (Magdeburg); Kriegsfreiwilliger Walter Perl (unter Beförderung zum Gefreiten; Groß-Strehlitz); Gefreiter Rechtsanwalt Gustav Steiner (Ratibor), Sohn des Predigers Felix Steiner (Groß-Strehlitz); Feldwebel David G r ü n b a u m; Max Kober, Sohn des Herrn Wilhelm Kober, Gefreiter Bruno Jacob, Landsturmmann Curt Danziger (Breslau); Gefreiter Ernst Hauff (Memel); Artur Jeglinsky (Goldap); Kanonier Willy Simon (Thorn); Unteroffizier Berthold Rosenberg (Obornik); Gefreiter Hermann Rosenblum (Kiel): Kanonier Ernst U d e w a l d (Hörde i. W.); Vizefeldwebel Richard Ehrlich (Iserlohn); Gefreiter Egon O P P e n h e i m e r , Unterarzt Walter M a r c u s (Essen a. d. Ruhr); Obergefreiter Albert Baer (Äochuin); ehemaliger

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