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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-07-13 · Heft 28 (13.7.1917) · p. Seite 336

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 28 (13.7.1917)
Date
1917-07-13
Page
Seite 336 (sequence 12)
Language
German
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seit Jahrzehnten aber ganz außer Kurs gekommen sind, erleben in diesem Weltkriege wieder eine Glanzperiode. Vom Trojanischen Kriege bis zu diesem Weltbrande wissen die Kriegserzählungen von solchen Kriegsteilnehmern zu berichten, die „hieb-, schuß- und stichfest" waren. Tie hebräischen ^muktte, von denen die vorliegende Untersuchung handelt, enthalten hauptsächlich magische Quadratzahlen, mit mythologischen Figuren von Sonne und Mond, besonders aber von Jupiter, Mars, Venus und Merkur. Die Namen dieser Planeten bzw. ihrer Genien sind kabbalistischen Ursprungs. Eine außerordentlich große Nolle spielt hier der uns aus den kabbalistischen Gebeten geläufige „Jophiel". Wie bereits der Verfasser erkannt hat, ist der jüdische Ursprung all dieser Amulette, trotz ihrer hebräischen Sprache, keineswegs verbürgt. Ist es doch bekannt, daß auch christliche Priester, besonders zu okkulten Zwecken, sich mit Vorliebe der hebräischen Sprache bedienten, da sie ihnen als heilige Sprache galt. Allein, die jüdische Herkunft all dieser Talismane in Abrede zu stellen, wäre jedoch ein ganz verfehlter Verfuch. Vom Rabbi Nissim Abul Faradsch, einem spanischen Kabbalisten, bezeugt sein Sohn, daß er sich mit der Herstellung von hebräischen Amuletten, die auch Tierfiguren enthielten, befaßte. Es ist außerdem auch kein triftiger Grund vorhanden, um den jüdischen Ursprung solcher Jnschriftensteine zu bestreiten, nachdem wir aus den kabbalistischen Schriften und Gebeten wissen, wie beliebt diese Beschäftigung mit -'jenen Engeln und Genien in diesen Kreisen war. Will die vorliegende Abhandlung auch keinesfalls eine erschöpfende Darstellung dieses weitverzweigten Materials darstellen, so gebührt dem Verfasser doch viel Dank dafür, daß er dem Laien die Möglichkeit bietet, einen Einblick in diese Werkstatt der Geheimkünste zu tun. Das beste und zuverläßlichste jüdische Amulett in Kriegs- und Friedenszeiten ist und bleibt für alle Zeiten das „Schema Jisroel". I ü m p e l. S. R. Hirsch, „Der jüdischer S ch a b b o s". Mibn Bild mikm Mechabber. Herausgegeben durch dem „Jüdischen Zeitungs- Verlag", Warschau, als Prämie zu der täglicher Zeitung „Das jüdische Wort". — Druckerei „Kultura", Nalewki 32. Das rührige jüdische Schrifttum hat gewiß während des Krieges an wirklich literarischer Bedeutung Einbuße erlitten, politische und religiöse Flugschriften sind aber in großer Anzahl erschienen und verschaffen den Ideen des Westens, denen Tore sich iveit geöffnet haben, bei den jüdischen Volksmassen einen Eingang. Auch die Orthodoxie des Westens, die bekanntlich ein ganz anderes Gebilde isl als die urwüchsige, ungekünstelte und darum auch bewegliche, freier denkende Strenggläubigkeit des Ostens, schickt sich an, jenseits der deutschen Grenzen Einfluß zu gewinnen, und macht deshalb den Versuch, die wichtigsten und grundlegendsten ihrer Schriften in jüdischen Uebersetzuugen zu verbreiten. Aus einer Reihe von Veröffentlichungen liegt uns die jüdische Ausgabe der Schrift des Begründers der deutschen Orthodoxie über den Sabbat vor, die auch in diesem Gewände fraglos viele Freunde gewinnen und beträchtlichen Einfluß ausüben wird. F. G. — Semitische Spra ch w i s f e n s ch a f t. Von Dr. (£. Brockelmann. Zweite, verbesserte Auflage. Sammlung Göschen, Nr. 291. Berlin und Leipzig. G. I. Göschensche Verlagshandlung G. m. b. H. 1916. — Wenn nach wenigen Jahren das Büchlein von Brockelmann, das einem den Interessen der gebildeten- Welt sehr entlegenen Gebiete gewidmet ist, in neuer Auslage erscheinen kann, so ist es ein Beweis dafür, daß es seinen Zweck erfüllt und in weiteren Kreisen die Aufmerksamkeit auf die semitischen Sprachen gelenkt hat. Was von der ersten Auflage zu sagen war, ist von der neuen, die dem heutigen Standpunkt der Wissenschaft Rechnung trägt, zu wiederholen. Sowohl in seinem allgemeinen Teile, der eine übersichtliche Darstellung der einzelnen Sprachen, ihrer Geschichte, ihres Verhältnisses zueinander und ihrer graphischen Hilfsmittel gibt, wie in seinem besonderen-, der die vergleichende Laut- und Formenlehre behandelt, ist es ein durchaus taugliches Hilfsmittel, wenn man sich über die Probleme kurz orientieren will. Welche Einwendungen im besonderen gegen die wissenschaftlichen Feststellungen zu machen sind, ist Sache des Fachmanns. Sie werden nicht unerheblich sein, denn von „sicheren Ergebnissen", wie Brockelmann noch in den Vorbemerkungen zur ersten Auslage schrieb, kann keinesfalls die Rede sein. Die Kritik an dem ersten Bande des „Grundriß der vergleichenden Grammatik der semitischen Sprachen", den der Verfasser im Jahre 1908 erscheinen ließ, wird in Spezialfragen auch ans diesen Leitfaden zutreffen. F. G. Hebräisches Uebungsbuch von Professor v. Dr. Georg Beer. Sammlung Gösch.n, Nr. 769. Berlin und Leipzig. G. I. Göschensche Verlagshandlung G. m. b. H. 1916. — Als Ergänzung der in der gleichen Sammlung herausgegebenen hebräischen Grammatik hat der Verfasser nunmehr auch ein Uebungsbuch erscheinen lassen. Es bietet nicht nur hebräische Stücke, sondern auch durch Uebersetzung aus dem Deutschen sollen die grammatikalischen Erscheinungen eingeübt werden. Die. gewählten Uebungssätze sind in sehr geschickter Auswahl dem Sprachschätze der Heiligen Schrift entnommen. In den zusammenhängenden hebräischen Lesestücken finden sich auch kleine Stücke aus der hebräischen Uebersetzung des Neuen Testaments, in denen, die zum Uebersetzen ins Hebräische bestimmt sind, auch Teile aus dem apokryphen Buche Tobit und den Massaot des Benjamin von Tudela. Sehr zu loben ist, daß Beer ans das frühzeitige Lesen nnpunktierter Texte emen großen Wert legt. Die beigegebenen Register sind, soweit ich sie nachgeprüst habe, vollständig; die Bemerkungen, die das Uebersetzen erleichtern sollen, halten das rechte Maß ein, und so muß das Büchlein fraglos als ein Hilfsmittel bezeichnet werden, das für die Erlernung der hebräischen Sprache sehr nützliche Dienste leisten kann. F. G. Mcherrmlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Wlad. W. Käplnn-Kogan: Die jüdische Sprach- und Knlturgemeinschast in Polen. Eine statistische Studie. Verfaßt im Austrage des „Komitees für den Osten". R. Löwit Verlag, Berlin-Wien, 1917. Eine Streitschrift vom Glauben. Bon Walther Rathenau. S. Fischer, Verlag, Berlin. Festschrift zum 70. Geburtstage des Oberkirchenrats Dr. Krone", Stuttgart. Herausgegeben vom Württembergischen Rabbiner-Verein. 1917. Buchdruckerei H. Fleischmann, Breslau. Neue Jüdische Monatshefte. Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Literatur in Ost und West. 1. Jahrgang. 10. Juni 1917. Heft 17. Verlag der Neuen Jüdischen Monatshefte, Berlin-München. Max Grube: Jugenderinnerungen eines Glückskindes. Grethlein u. Co., G. in. b. H., Leipzig. Jüdische Lieder. Komponiert für Singstimme mit Violine und Klavier von Janot Roskin. Mnsikverlag für nationale Volkskunst, Berlin-Halensee. Sprrchsaal. Sehr verehrte Redaktion! Zum Artikel über die erste Konfirmation von Mädchen in der Neuen Synagoge vor 50 Jahren erlaube ich mir einige Bemerkungen zu machen: In der Schulordnung für die Religionsschnle der Genossenschaft laut Beschuß vom 15. Oktober 1847 wird bestimmt, daß alljährlich eine allgemeine Prüfung, demnächst die Konfirmation der nach dem Resultat dieser Prüfung zu entlassenden Zöglinge /stattfinden soll. So fand die erste gemeinsame Einsegnung von Knaben und Mädchen der Jüdischen Reform-Gemeinde 1849 statt. Es wurden 22 Knaben und 25 Mädchen durch Herrn Dr. Holdheim in dem Saale der Gesellschaft der Freunde, damals Neue Friedrichstraße, emgcsegnet. Seitdem ist diese gottesdienstliche Veranstaltung erhalten geblieben. Die diesjährige Einsegnungsfeier, die von Herrn Tr. Lehmann abgehalten wurde, zeigte die bisher größte Zahl der eingesegneten Kinder, 33 Knaben und 35 Mädchen. Sekretariat der Jüdischen Resormgemeinde. B l u m e ntha l. Herr Felix Saul in Stockholm schreibt uns: Freie Bahn für jeden Tüchtige n! Laut Ausschreibung in. den Signalen für die musikalische Welt vom 27. Juni sind an der Kaiser-Franz-Joseph-Jnbiläums-Alusikschnle des Mnsikvereins in Linz a. d. D. zu besetzen: a) eine Lehrstelle für Violine und Viola, b) eine Lehrstelle für Solo- und Chorgesang und Klavier. Deutsche christliche Bewerber (Männer) wollen ihre Gesuche ...

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