Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 81 (1917)
- Issue
- Heft 25 (22.6.1917)
- Date
- 1917-06-22
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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WM die Anwesenden gerichtet, jeder möge in seinem Kreise zur Beschaffung von Lebensmitteln behilflich zu sein. ^2 Berlin, 19. Juni. Die Le h ran st alt für die Wissenschaft des Judentums bringt aus der von Moritz M a n h e i m e r begründeten Moses-Mendelssohn-Toleranz-Stiftung einmal in zwei Jahren eine Preisarbeit über ein Menschenliebe, Gerechtigkeit und Duldsamkeit behandelndes Thema zur Ausschreibung. Das zuletzt gestellte Thema lautete: „Der Einfluß des Toleranzgedankens auf die Stein-Hardenbergsche Judengesetzgebung unter Berücksichtigung ihrer deutschen Vorläufer", über dgs 8 Arbeiten eingegangen waren. Nach Prüfung der Arbeiten hat das Preisrichtertoll egium beschlossen, von einer Zuerkennung des ersten Preises abzusehen, hingegen wurden 2 Arbeiten des zweiten Preises von je 1000 Mark für würdig befunden. Nach Oefsnung des Kuverts ergaben sich als Verfasser der preisgekrönten Arbeiten Frau Henriette Fürth (Frankfurt a. M.) und Herr Dr. Liegsried Asch ne r (Berlin). Die Verfasser der anderen Arbeiten können nach geführter Legitimierung binnen 4 Wochen ihre Arbeiten im Sekretariat der Lehranstalt, Artilleriestraße 14, in Empfang nehmen. |V2 Berlin, 19. Juni. Der Ausschuß für jüdische -U u 11 u t « r b c i t erläßt ein Preisausschreiben für jüdische Erzählungen in deutscher Sprache, deren Stoff dem jüdischen Leben in Geschichte oder Gegenwart in der Diaspora oder Palästina entnommen ist. Es sind zwei Preise von 300 Mark und 200 Mark ausgesetzt. Die Erzählungen sollen für das Alter von 11 bis 15 Jahren bestimmt sein unt» einen Umfang von nicht mehr als zwei Druckbogen haben. Zu Preisrichtern hat der Ausschuß die Herren Dr. Martin Bube r in Heppenheim, Oberlehrer Moses Cnlvary in Crossen a. d. £. und Dr. Mar Brod in Prag ernannt. Die Manuskripte sind bis zum 1. Oktober an Dr. Martin Buber in Heppenheim an der Bergstraße zu senden; sie sollen keinen Verfassernamen, sondern ein Merkwort tragen. Name und Adresse des Verfassers sind im verschlossenen Umschlag beizutegen, der mit dem gleichen Merkwort zu versehen ist. Durch Erteilung des Preises geht das Veröffentlichungsrecht an den Ausschuß über. Ter Ausschuß behält sich vor, nicht preisgekrönte Erzählungen zu einem noch festzusetzenden Honorarpreis zu erwerben. Berlin, 19. Juni. Die Veranlagung des I ü - d i s ch e n Friedhofes in Weißensee zur Gemeindeg e w e r b e st e u e r war dieser Tage vor dem Potsdamer Bezirksausschuß Gegenstand einer mündlichen Verhandlung, in der die I ü d i f ch e Gemeinde zu Berlin als Klägerin und Berufungsklägerin auftrat. Für das Jahr 1914 war die Jüdische Gemeinde in Berlin durch die Gemeinde Weißensee zu einer Gemeindegewerbesteuer von 12 465 Mark veranlagt worden. Veranlassung dazu bot die Annahme, daß der Friedhof in Weißensee eine Zweigniederlassung des Jüdischen Friedhofes in der Schönhauser Allee sei, weil er von der dortigen Hauptverwaltung abhängig galt. Es kam besonders in Betracht, daß aus der Gräberpflege Einnahmen gezogen würden, die die tatsächlichen Ausgaben überschreiten. Ter Kreisausschuß hatte sich der Auffassung der Gemeinde Weißensee angeschlossen und die Berechtigung der Veranlagung zu dem ermäßigten Satze von 1685 Mark anerkannt. Ter Potsdamer Bezirksausschuß gab jedoch dem Anträge des Berufungsklägers statt und erkannte ans Freistellung, da tatsächlich eine Zweigniederlassung bei dem Friedhofe in Weißensee nicht in Frage komme und damit die Voraussetzung für die Erhebung der Gemeindeaewerbesteuer wegfalle. Berlin, 19. Juni. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Gefreiter Stud. med. Franz Themal, Luftschiffer Leo B a u m a n n , Vizefeldwebel Franz Nosent h a l, Gefreiter Hans Schön l ank, Mar Linder, Obergefreiter Hugo W a g n e r , Kriegsfreiwilliger Sanitäts-Unteroffizier Curt Messing, Kriegsfreiwilliger Fritz Przyteck, Unteroffizier Willy Hehmann, Kanonier Herbert Prinz, Georg Wa s s e r z u g , Pionier Fritz K a u f m a n n , Unteroffizier Sally F l a t o w , Landsturmmann Martin F l a t o w , Alfons L e f e b e r, Arzt Tr. Carl Matzd o r f f, Unteroffizier Student Solo Pick' (Groß-Berlin). Die gleiche Auszeichnung erhielten: Vizefeldwebel Manfred Meyer (Schwerin), Funker Hugo R ä f en e r (Stralsund), Zahlmeister Gustav Stern (Hoppstüdten), Unteroffizier Max Wehl, Eduard F reu* denberg (Elberfeld), Landsturmmann Sally Landau (Duisburg), Unteroffizi-er Ferdinand A b r a h a m (Herten i. W.), Kriegsfreiwilliger Otto Gladtke (Osterode i. Ostpr.), Kanonier Herbert Czollak. Offizierstellvertreter Ernst Wulf, unter gleichzeitiger Beförderung zum Offizier, Leutnant Martin I a f f 6 (Posen), Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Bernhard L e v i n s o h n (Kolmar i. P.), Oberjäger R e i s n e r (Schrimm), Grenadier Georg L e ß (Crone a. d. B.), Gefreiter Louis Wolfs (Bromberg), Unteroffizier Victor Wronker (Czarnikau), Pionier Jacob Jonas (Rogasen), Gefreiter Ernst P e tz a l, Unteroffizier Friedrich P i n k u s (Lobsens), Reservist Har cp Weinberg (Bielefeld), Unteroffizier Rafael L e r n e r, Sohn des Rabbiners Dr. Lerner (Altona), Jakob Goldberg (Karlsruhe). Bizewachtmeister Julius Fulda (Mainz), Unteroffizier Karl Kis singer (Bad Kissingen), Unteroffizier Otto Blankenstein (Krefeld), Dr. Gustav Herzberg, Gefreiter Otto C a h n, Sanitäts- Gefreiter Heinrich Mayer, Bizefeldwebel Ernst Michel (Köln). Bizewachtmeister Moritz Kanter, Oberarzt Dr. Julius N u ß bau m, Unteroffizier Dr. Fritz Frankfurter, Gefreiter Otto Wertheimer, Bizewachtmeister Julius B a e r, Pionier-Unteroffizier Salomon Adle r, Wagenführer Georg S t r a u ß, Telephonist Walter Frieden st ein, Berthold Würzburger, Kanonier Ludwig Gottheiner, Füsilier Willy K a r p f (Frankfurt a. M.). Ersatzreservist Gustav B a e r w a l d , Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Ernst G o l d s ch m i d t (Hannover), Bizefeldwebel Rudolf Ober schützkh (Lüneburg), Landsturmmann Einjähriger James Cohn. Füsilier Mar Gabel, Unteroffizier John Z ü l z e r, Landsturmmann Siegfried Blume, Unteroffizier Emil L e v y, Gardist Sigmund I s e n b e r g , Landsturmmann Willi Mensing, Sigmund I a c o b s o h n (Hamburg), Unteroffizier Otto Mendel (Barmen). Gefreiter Leo Wiener, Kriegsfreiwilliger Gefreiter Herbert und Unteroffizier Max Lomnitz, Söhne des Herrn Bruno Lomnitz \iv\. (Breslau), Kurt Lefser (Pr.-Holland), Artilleriegefreiter L e w i u s o h n, Redakteur der „Neuesten Nachrichten" in Danzig, Kranken träger Hugo Tuchle.r (Lauenburg i. P.), Landsturmmann Mar Gadiel (Kempen i. P.), Pionier Kurt Feldheim (Hörde i. W.>. Landsturmmann Emil Nathan (Münster i. W.), Kanonier Leo Frendenberg (Bremen), Bizewachtmeister Max Heß (Wiesbaden), Kriegsfreiwilliger Unteroffizier und Offizieraspirant Curt L i t i e n st e i n, Unterarzt Willi L e v i n g e r , unter Beförderung zum Feldhilfsarzt (Konstanz), Siegfried Heinemann (Kassel). - Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielten: Stabsarzt Dr. Karl Krön er, Sohn des Geh. Sanitätsrats Dr. Kroner, Oberarzt Dr. Arthur P r y t e k, Stabsarzt Dr. Eduard M y s l o w i tz e r, Kriegsfreiwilliger Herbert Gabi e l, Leutnant Herbert I a c d b, Stabsarzt Dr. Heinrich R u h e m a n n (Groß-Berlin), Leutnant d. R. Tr. Herbert Stein, Hauptmann d. R. Alfred Weil, Leutnant Hans Herz (Frankfurt a. M.), Leutnant d. R. Fritz Czapfki (Obra bei Golina), Reservist Wachtmeister Fritz Adler (Hindenburg), Dipl. Ing. Fritz G r ü n w a l d (Unna i. W.), Stabsarzt Dr. M. F r a e n fei. Bizefeldwebel Adolph Memelsdorf, Leutnant Ernst Cassel (Hamburg), Leutnant d. R. Hermann Pelzer (Bitburg b. Trier!. Stabs- und Regimentsarzt Tr. Jssy Meyerhoff (Rothenfiels bei Rastatt). Berlin, 19. Juni. Eine der Hauptsehenslvürdigkeiten der Stadt Wilna ist die Druckerei, Witwe und Gebrüder Rom. die seit dem Ausgange des 18. Jahrhunderts im Besitz der Familie war, deren Name sich in der Firmenbezeichnung findet, seit einigen Jahren aber in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Tie Druckerei genießt einen Weltruf wegen ihrer glänzenden Ausgaben der hebräischen Literatur; namentlich treffliche Talmudausgaben mit hervorragenden wissenschaftlichen Randglossen stammen aus dieser Offizin. Im „Buchhändler-Börsenblatt" macht Kanonier Richard Ehrlich fesselnde Mitteilungen über die hebräische Druckerei, die auch für das gesamte deutsche Buch- und Druckgewerbe wissenswert sind. Freilich läßt sich die hebräische Druckerei nicht ohne weiteres mit einer Druckerei vergleichen, die in deutscher Sprache druckt. Trotz des ehrwürdigen Alters der Firma ist die Druckerei durchaus modern eingerichtet; die in ihr Tätigen sind alle Patriarchengestalten, denen Geist und Intelligenz aus den Augen schauen. Ein Korrektor muß dort Talmudist und Schriftgelehrter fein; oberflächliches Wissen reicht für seine Tätigkeit nicht aus. Bis zum Kriegsbeginn beschäftigte die Druckerei mehrere hundert Menschen, jetzt arbeiten die Motoren nicht mehr, und rund 30 Angestellte erledigen die dringendsten Arbeiten im Handbetriebe. Wie in einer großen Druckerei sieht es in dem mv-