Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 81 (1917)
- Issue
- Heft 22 (1.6.1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3229286-3229308--73156-3285621- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
:;. - 2 :-v ';': Cierson (Danzig); Funker Fritz.O st b e rg, Sohn des Fabrikanten Herrn Hermann Ostberg (Bocholt): Feldwebel Nathan Jacob (Regensburg); Leo Cohn (Würzburg): Unteroffizier Leo Plaut (Unter Beförderung zum Vizefeldwebel, Halberstadt): Felbunterarzt Moritz Lippmann (Darmstadt); Sanitätsfeldwebel Stud. med. Herbert Stein, Sohn des Hauptlehrers Tr. Stein (Sulzbach in Ostpreußen); Musketier Isidor Caspary (Kosten); Unteroffizier Hugo Block und Vizefeldwebel C n r t B l o ck (Graudenz): Paul G o t t s ch a l k und E r n st G o t t s ch a l k (Gelsenkirchen); Musketier Wilhelm Gollenberg (Bochum); Offizierstellvertreter Ludwig Marr (Köln); Signalist Curt Hör Witz (Düsseldorf); Sanitätsunteroffizier Abraham (Posen); Unterzahlmeister Rechtsanwalt Dr. Wolfs (Lissa i. P.); Unterarzt Oscar Wolfsberg, Curt F r a n k e n t h a l, Landsturmmann Henry K n u f m a n n, Unteroffizier Ernst S u ß m a n n , Grenadier Albert Löffler, Reservist Carl Möller (Hamburg): Vizefeldwebel Alfred Morgenthau, Julius Lob, Gefreiter Isidor Wolfs, Bataillousarzt Löffler (Frankfllrt a. M.): Sanitätsunteroffizier Joseph Sachs (Köln-Brannsfeld): Vizefeldwebel Heinrich Kulp (Hannover-Linden); Joseph Mahler (Krefeld); Gefreiter Hans C a h n (Barmen): Musketier Alfred S ch w e r i n, Max Sichel l Buchen); Julius K a r l s r u h e r (Mannheim); Otto Erlanger (Stuttgart): Iwan Möller (Altona): Unteroffizier Leo Hahr: m, Josef Carl (Köln): Gefreiter Jacob Marxsohn (Mainz); Vizewachtmeister Simon Theisebach (Gießen); Bruno Unger (Cbeumitz): Unteroffizier Hugo Moses (Dinslaken); Einjähriger Unteroffizier Heinrich Müller (Essen a. R.); Amtsgerichtssekretär Alfred Schwarz (Bonn a. Rh.): Unteroffizier Julius Cronbeim (Köln): Vizefeldwebel caud. ing. Erich Cohn, Sohn des Jnstizrats Cohn (Bromberg): Vizeseldwebel Hermann Gerson (Kolberg): Oberarzt Tr. Julius Nußbaum, Alfred Cahn (Frankfurt a. M.): Gefreiter Fritz Simon (Münster in Hessen); Oberstabsarzt Dr. S ch w a r z e n b e r g e r, Gefreiter Vallentin Ries (Kassel): Kriegsfreiwilliger Obergefreiter Mar Zelenka (Mayen bei Koblenz): Unteroffizier Artur Sch w a r z (Wallhausen); Gefreiter Leo A n s ch e l, Lehrer der israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden. Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielten: Stabsarzt d. R. Dr. Bruno Glaserfeld (Verlin-Schöneberg); Unteroffizier und Flugzeugführer Edgar R o s e n b a u m, Vizefeldwebel Willy C a m e r o n (Frankfurt a. M.): Fliegerleutnant d. R. Dr. Franz R o s i n, Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse, der Badischen Verdienstmedaille und des Beobachterabzeichens, Sohn des Geheimen Rats Dr. Heinrich Rosin (Freiburg i. B.); Leutnant Referendar Selig (Mainz): Sanitätsaefreiter Samuel K a tz, Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse (Rhina, Kreis Hünfeld); Vizewachtmeister und Kampfflieger Martin Jakobowih (Breslau): Leutnant Siegfried K a tz m a n n (Magdeburg): Leutnant und Kompagnieführer Richard K a u f m a n n (M.-Gladbach): Leutnant und Kompagnieführer Siegfried Wolfs, Sohn des Herrn Max Wolfs (Trier): Oberstabsarzt Tr. Ludwig K a ntorow icz (Posen). L2 Königsberg i. Pr., 25. Mai: Der Vorstand des Vereins jüdischer Neligionslchrer Ostpreußens versendet an die Vorstände der Syuagogengemeinden itx Ostpreußen folgendes Schreiben: Die zur 25. Lehrerversalnmlung am 20. Mai 1917 in Königsberg versammelten jüdischen Neligionslehrer und Kultusbeamten Ostpreußens haben mit tiefem Schmerze die allgemein traurige wirtschaftliche Lage der ln eisten jüdischen Gememdebeamten unserer Provinz festgestellt und die betrübende Tatsache, daß eine größere Anzahl unserer jüdischen Gemeinden Ostpreußens ihren Beamten trotz der herrschenden, allgemein anerkannten Teuerung bis heute noch keine oder nur eine ganz ungenügende Kriegsteuerungszulage gewährt hat. Die Versammlung appelliert an das Gerechtigkeitsnnb Menschlichkeitsgefüh l dieser Genreinden und erwartet, daß sie baldigst ihren Beamten das Gehalt auf i’rrc den Zeitverhältnissen entsprechende Höhe bringen werden. Die Versammlung spricht denjenigen Gemeinden ihren besonderen Dank ans, die in innigem Mitgefühl mit ihren Beamten und in gerechter Würdigung ihrer Bedeutung die Kriegszulagen für sie gemäß den Sätzen für die öffentlichen Lehrer bemessen haben. W. Aus der Provinz Posen, im Mai. Posen. Die Eduard rmd Amalie Ephraimsche Stiftung gewährt zwei achtbaren, bedürftigen und hier ortsangehörigen Frauen, insbesondere Witwen, ohne Unterschied der Konfession und Nationalität, eine Badereiseunterstützung von je 100 Mark. Personen, welche bereits öffentliche Armenunterstützung erhalten haben, sind ausgeschlossen. — O st r o w o. Der Herr Minister des Innern hat dem Branddirektor Herrn Max Spiro das Erinnerungszeichen für Verdienste um das Feuerlöschwesen verliehen. — Bromberg. Die Handelskammer für den Regierungsbezirk Bromberg hielt-in diesen Tagen ihre 79. Vollsitzung ab. Die Lesser-Bärwald-Stiftung ist durch eine neuerliche Zuwendung der drei Söhne des Stifters am Todestage ihres Vaters auf 10 000 Mark gebracht worden. — Als Sachverständiger für Kartoffeln, Kohl usw. wurde der Kaufmann Herr Emil Fabian aus Bromberg vereidigt. — E x i n. In der Stadtverordnetensitzung wurde Kaufmann Rosenthal als Magistratsmitglied auf sechs Jahre wiedergewählt. — R o g a s e n. Die Buchhandlung I. Alexanders Witwe, Inhaber A. Ehrlich, hier, die auch Verlegerin des „Rogasener Wochenblattes" ist, blickt auf ihr f ü n f u n d zwanzigjähriges B e st e h e n zurück. Aus diesem Anlaß wurden der Inhaberin der Firma mancherlei Ehrungen, besonders aus Buchhäudlerkreisen zuteil. Ter Buchhändler und Stadtrat Leopold Ehrlich, der -im Jahre 1903 gestorben ist, gehörte zu den Mitbegründern des Posener Provinzial-Bnchhändler-Verbandes. — Magdeburg, 25. Mai. Im hiesigen „Verein für jüdische Geschichte imfr Literatur" hielt Rabbiner Dr. Lange einen Zyklus von religioustvissenschaftlichen Vorträgen, die am 14. d. M. ihren Abschluß fanden. Wir wallen versuchen, den Inhalt kurz anzugeben.. Der AusganigspiUlckt der Nellgionsplstlosophie ist der Gottesbegri^ss, der ans der Tiefe unseres Geistes hervordringt und sich für uns als die Einheit alles Seins und Werdens gestaltet. Die reine Gottesidee bildet den Kern und das Wesen des Judentums. Nicht deinspekulativen Denken über'Gott entspricht die Frömmigkeit, sondern in der Seele «eines-jeden ruht potentiell das Streben nach höheren Zielen. Nur uv schwacher Form zeigt sich die Gottesidoe in denjenigen, die das Wahre vom Falschen'., das Gute vorn Bösen nicht zu unterscheiden vermögen. Die Menschen zur sittlichen Reise zu führen, war die Aufgabe der Propheten. Sie waren gottbegnadete Männer, die mit klarem« Bewußtsein und reichem Innenleben die damaligen religiösen, und politischen Verhältnisse betrachteten und — nicht durch ekstatische Zustände -- sich gedrungen fühlten, dem Volke seine Sünden vorzuhalten. Alles das geschah unter religiös-rnuralischen Gesichtspunkten. Streng wollten sie den Kern von der Schale, das Grundwesen von äußeren Formen geschieden wissen'. Mit aller Schärfe bekämpfen sie den Götzenkult, die Habsucht, die Ungerechtigkeit und die Genußsucht. Sie wenden sich nicht nur an die Volksgenossen, sondern an alle Menschen. Das Werk der Propheten wurzelt darin, daß sie Gott als Geist der Sittlichkeit, der unparteiischen Gerechtigkeit verkündeten. Er ist kein Nationalaott. sondern der Gott aller Menschen. „Wes, was Odern hat. rühnre Gott", ist die Auffassunai der Propheten und des Psalmisten. Die Anserwählthei-t des jüdischen Volkes bedeutet nicht Selbstüberschätzuner. sondern schwere Veranüvvrtlichkeit. Wenn das Judentum als „Gesetzesreligion gekennzeichnet und von ihr behauptet wird, daß sie die Moral erdrückt habe, so gehört das zur Unwissenheit und zu den altvererbten Vorurteilen. Die Menge von Religionsvorschriften wurden nie als Joch empfunden, waren nie Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, Mittel zur sittlichen Vervollkommnung. Schon der Talmud erklärt, daß Gebet. Wohltätigkeit, Demut und jede Geist und Gemüt erleuchtende Tätigkeit einen höheren Wert bedeuten, als der äußere Gottesdienst, denn die fromme. Gesinnung bildet den Mittelpunkt des religiösen! Denkens und Handelns. Nicht einseitige verstandesnmßige Erfassung und nicht einseitig waltende Gemütsrichtung' sollte vorherrschen, sondern Verstand und Gemüt sollten harmonisch vereinigt sein. Der Vorsitzende, Justizrat Chohke, dankte dem trefflichen Redner Nr seine ausgezeichneten Vorträge und gab 'dem Wunsche Ausdruck, daß sich in Form einer Broschüreweiten Kreisen zugänglich gemacht toü-rden. I.. Verden a. d. Atter (Prov. Hannover). 25. Mai. In diesem Sommer werden 60 Jahre verflossen sein, daß in unserer Stadt ein jüdisches Gotteshaus errichtet wurde. Aus ganz kleinen Anfängen hervorgehend, besitzt unsere Stadt heute eine ansehnliche Einwohnerzahl jüdischen Glaubens. Es mag nicht ohne Interesse sein, was der Verfasser der „Stadtgeschichte von Verden", Carl Meyer, über die Errichtung unserer Gemeinde sagt. Das Jahr 1857. so heißt es in dem Werke, ist für die Kultuspflege der katholischen und jüdischen Mitbürger von Bedeutung, weil darin der Anfang des