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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-06-01 · Heft 22 (1.6.1917) · p. Seite 257

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 22 (1.6.1917)
Date
1917-06-01
Page
Seite 257 (sequence 5)
Language
German
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Stöwers in der „Danziger Zeitung" eine kurze Notiz mitgeteilt: In der Bevölkerung der galizischen Städte ist das jüdische Element noch stärker vertreten als in Polen und Litauen. Acht galizische 5tädte haben über 50 Prozent jüdische Einwohner. Für den galizischen Handel bedeuten die Juden alles, für Literatur Und Presse viel, für die Politik vielleicht weniger. Die Fudenfrage ist in erster Linie auch hier eine soziale; es handelt sich um die bürgerliche u.n-d gesellschaftliche Anerkennung. Die Juden, sprechen 'polnisch und Deutsch-Jüdisch: in der entlegeneren Bukowina schlichen sie sich mehr an die Deutschen als an die Nuthenen und Rumänen an. jiit allgemeinen bilden sie ihre besondere Kaste, wenn sie auch in Galizien aus dem Lande in den volkstümlichen Berufen mehr aufgehen als in Deutschland, nämlich als Händler, Handwerker, Wirte, Fuhrleute und Kutscher. Schon durch ihre äußere Erscheinung heben sie sich besonders in den Städten von der übrigen Bevölkerung ab: die Männer nnt ihren Kaftanen, Pelzmützen und Schmachtlocken, die Frauen durch Ueppigkeit der Körperfülle und Ueberladenheit mit Lchmuckgegenständen. Für die mitteleuropäische Kultur sind die Fuden Galiziens immerhin im allgemeinen lnehr zu haben wie die polnische Arbeiterbevölkerung. Orot. James JIrarL on dem Rücktritt des hochverdienten Chirurgen, eines der europäischen Meister seiner Wissenschaft und Kunst, verrn Professor Israel von seiner Stellung als Leiter der chirurgischen Abteilung des Jüdischen Krankenhauses in Berlin ist im ..Gemeindeboten" bereits die Rede gewesen. Ich erachte es aber für meine Pflicht, der ich mit großer Freude »achkomme, außer diesen kurzen Notizen in diesem Hauptblatt ein Bild des verehrten Mannes zu bringen und einige Daten über sein Leben zu geben, die ich seiner freundlichen Mitteilung verdanke. Natürlich kann ein allgemeines jüdisches Blatt keine fachmännische Darstellung und Beurteilung der hervorragenden Leistungen des Forschers und Praktikers bringen. Es muß sich vielmehr damit begnügen, durch wenige kurze Angaben die hohe Bedeutung des großen Arztes zu konstatieren. James Adolf Israel wurde am 2. Februar 1848 zu Berlin geboren. Er erlangte seine Schulbildung im Friedrich- Wilhelm-Gymnasium zu Berlin. Im Oktober 1865 bezog er die Universität in seiner Vaterstadt, an der er sein gesamtes Stubium absolvierte. Am meisten beeinflußt wurde er wäh-! rend seiner Studienzeit durch Langenbeck und Traube. Er , promovierte Ostern 1870. Während des Krieges 1870/71 war z I er als Assistenzarzt im Felde tätig und erlangte für seine bedeutsame Wirksamkeit das Eiserne Kreuz II. Klasse. Ostern 1872 inachte er sein Staatsexamen und ging im Sommer 1872 zur weiteren Ausbildung nach Wien. Am l. Januar 1873 trat er als Assistenzarzt in die von Langenbeck geleitete chirurgische Abteilung des Jüdischen Krankenhauses ein. Im Sommer 1874 weilte er sechs Monate in London und Edinburg zum Studium der Antiseptik. Am 1. April 1875 wurde er zum Stellvertreter des dirigierenden Arztes am Jüdischen Krankenhause von Langenbeck ernannt. Nach dem Abgänge des Genannten am 1. Januar 1881 wurde er dirigierender Arzt der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses der Jüdischen Gemeinde; seit dem Beziehen des neuen Krankenhauses Sommer 1914 war er Mitglied des Direktoriums der Anstalt. Israels wissenschaftliche Arbeiten betreffen alle Gebiete der Chirurgie: Krankheiten des Kopfes, Gesichts und Halses — Krankheiten des Kehlkopfes, der Lunge, der Pleura — Krankheiten der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Milz — Krankheiten des Magens, des Darmkanals, des Bauchfells — Krankheiten der Harn- und Geschlechtsorgane — Krankheiten der Nieren, der Nebennieren, der Harnleiter — Krankheiten der Extremitäten; ferner Strahlenpilzerkrankimgen und verschiedenes andere. Die zirka 240 Nummern betragenden. Publikationen sind in folgenden Zeitschriften niedergelegt: „Virchows Archiv", „Archiv für klinische Chirurgie", „Grenzgebiete der Medizin und Chirurgie", „Folk Urologica", „Berliner klinische Wochenschrift". „Deutsche Medizinische Wochenschrift", „Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie", „Verhandlungen der Freien Vereinigung der Chirurgen Berlins", „Verhandlungen des Vereins für innere Medizin", „Verhandlungen der Berliner Urologischen Gesellschaft", „Verhandlungen der Association Internationale ä'urologie", „Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Urologie". Außer den in diesen vielen Zeitschriften abgedruckten kleineren und größeren Abhandlungen erschienen drei selbständige Monographien: 1. „Die Aklinomykose des Menschen", 2. „Erfahrungen über Nierenchirurgie", 3. ein großes Werk: „Chirurgische Klinik der Nierenkrankheiten". Die hervorragende, ganz außerordentliche Stellung, die Israel unter seinen Fachgenossen einnimmt, ergibt sich aus folgenden Ehrungen ärztlicher Gesellschaften. Israel ist Mitglied des Ausschusses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, 1. Schriftführer der Berliner Medizinischen Gesellschaft, Ehrenmitglied der Berliner Urologischen Gesellschaft, Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Urologie, Ehrenpräsident der Gesellschaft der Aerzte zu Madrid, Ehrenmitglied der Gesellschaft israelitischer Aerzte zu Konstantinopel, Ehrenmitglied der Association krantzaiso «Io cdirnrgio, korrespondierendes Prof. James Israel. 5;H m

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