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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-05-25 · Heft 21 (25.5.1917) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 21 (25.5.1917)
Date
1917-05-25
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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J^re trotz-der schwierigerr sozialen Vorhälitrnsse bestens bewährt. Aus eingeführt lverden. 2. Die Handhabung der Revision möge einer einzigen religionswissenschastttch und pädagogisch geschulten Persönlichkeit hauptamtlich übertragen werden E. M. Berlin, 22. Mai. Die Abrechnung über die g o t t e s d i e n st l i ch e n Veranstaltungen der Jüdischen Gemeinde im Jahre 1915/16 enthält einige Zahlen, welche die Größe der Berliner Gemeinde so wirkungsvoll illustrieren, daß wir sie hier unseren Lesern vorführen wollen. An den hohen Herbstfeiertagen des Jahres 1916 wurde in zehn ständigen Synagogen und 21 gemieteten Betsälen Gottesdienst für Erwachsene veranstaltet; die Zahl der hierbei mitwirkenden amtlichen und besoldeten Funktionäre betrug weit über tausend Personen. Tie zehn Synagogen enthalten 8302 Plätze für Männer und 8232 Frauenplätze, im ganzen also 16 534 Stände, die eine Einnahme von 208150 Mark erbrachten. Bon den Synagogenständen wurden 2924 Freiplätze (1863 für Männer, 1061 für Frauen) unentgeltlich verausgabt, die einen Buchwert von etwa 43 000 Mark darstellen. Die wenigsten unvermieteten Stände hatten die beiden int Westen der Stadt gelegenen Synagogen Lützowstraße und Fasanenstraße, in denen nur 59 bzw. 88 unvermietet blieben, während in den anderen Synagogen die Zahl der nicht vermieteten Stände zwischen 250 und 400 schwankt. Am ungünstigsten hat die neueste Gemeindesynagoge, das im September 1916 eingeweihte Gotteshaus am Kottbuser Ufer abgeschnitten, in welchern 720 Plätze unvermietet blieben. Dieses für den Gemeindesäckel bedauerliche Resultat ist durch das Zusammenwirken verschiedener Ursachen entstanden, von denen hier. nur die späte Eimveihung der Synagoge, die Unsicherheit, welcher Ritus zur Einführung gelangen wird, und der häufige Wechsel der amtierenden Rabbiner und Kantoren angeführt sein mögen. — In den 21 gemieteten Betsälen wurden an Platzmieten 45 742 Mark erzielt. Hier standen insgesamt 18 630 Plätze zur Verfügung, von denen 7902 für Männer, 10 728 für Frauen vorgesehen waren. Von diesen Ständen wurden 3925 Freiplätze für Männer und 4999 Frauenfreiplätze ausgegeben. Mit den in den Synagogen als Freiplätze verausgabten Karten sind also den unbemittelten Gemeindemitgliedern zu den von der Gemeinde veranstalteten Gottesdiensten insgesamt fast 12 000 Freiplätze im Nennwerte von 77 316 Mark zur Verfügung gestellt worden. Eine bedeutende Anzahl weiterer Freiplätze steht der Gemeindeverwaltung in den von ihr subventionierten Vereinssynagogen zur Verfügung; auch verausgabt die Armenkommission Karten zu Festgottesdiensten, die von verschiedenen Unternehmern veranstaltet -werden. Von der Gesamtzahl der vorhandenen Plätze, die in den Synagogen 16 534, in den Betsälen 18 630 — zusammen also 35 164, betragen —, verblieben nur 162 Herrenplütze und 8 Tamenplätze unausgegeben und unverlangt im Bureau der Gemeinde. Der Nominalwert sämtlicher vorhandener Plätze bezifferte sich auf 332 943 Mark, während die aus der Ständevermietung erzielten Gesamteinnahmen im Jahre 1915/16 253 892 Mark betragen haben. N. C. Berlin, 22. Mm. Am 16. d. M. fand in den Räumen des Vereins „Jüdisches Mädchenstift", Charlottenbnrg, Leibnizstraße 103, die ordentliche Mitgliederversaurmlung des genannten Vereins statt. Der Vorsitzende, Herr Emil Pincus, erstattete den Jahresbericht, ou8 dein sich ergab, das; der Verein sich mich in demletzten Jahre gut weiter entwickelt hat. Durch ansehnliche Spenden' war der Verein rn der Lage, auch die erhöhten laufenden Ausgaben, die infolge der Leibensnrittetteuerung eingetveten waren, gut gtt tragen. Zu den alten Gönnernhaben sich neue hinzugesellt, so daß der Ausblick in« die Zukunft ein durchaus befriedigender zu nennen ist. Bei der; sodann vollzogenen Ausschußwahlen wurden die turnusgemäß ausscheidenden Damen Frau K l o p st o ck, Frau Cäcilie P a r i s e r , Frau Juftizrat Holz, Frau Friederike Bnrchardt einstimmig wieder gewählt. Ebenfalls einstimmig wurden in den Ausschuß neugewählt die Herren Nathan Cohn und Kommerzienrat Mandelbaum. In der Ersatzwahl für Frau Kommerzienrat Jaffa wurde Frau Martha O llend o r f s gewählt. Die im Laufe des Jahres erfolgte Zuwahl des Herrn Selmar Schwarz wurde einstinunig bestätigt. Nach Erteilung der Entlastung wurden zu Revisioren durch Zuruf wiedergewählt die ^Herren Oskar Rat Henau und Justizrat Holz. Es wurde ferner beschlossen, eine zeitgemäße Revision der Satzungen vorzubereiten, und zu diesem Behufie Herr Justizrat Holz in den Ausschuß kooptiert. Die segensreiche Wirksamkeit des Vereins hat sich auch im abgelaufeueu der Mitte der Versammlung wurde dies mit Genugtuung anerkannt und dem Vorstand, besonders aber dem rührigen Herrn, Vorsitzenden, der Dank des Vereins ausgesprochen. L2 Warmbrrrrm, 18. Mai. Das Iüdische Kurhospr tal in Warmbrunn veröffentlicht seinen 38. Jahresbericht, dem wir folgendes entnehmen: Im Jahre 1916 wurde wie im Vorjahre ein Teil der Betten für Lazarettzwecke zur Verfügung gestellt. Es konnte daher und in Ermangelung der erforderlichen Mittel nicht mehr als 37 Bewerbern unentgeltlicher Kuraufenthalt gewährt werden. Die Förderung des menschenfreundlichen Werkes, armen israelitischen Kranken und Kurbedürftigen durch einen mehrwöchigen Aufenthalt in der Anstalt zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit zu verhelfen, geschieht seitens jüdischer Gemeinden, Krankenpflege-, Wohltätigkeits¬ und Frauenvereine und Privatpersonen aber noch nicht in dem Maße, daß es nlöglich wäre, eine größere Zahl von Kranken aufzunehmen und alle Bewerbungen zu berücksichtigen. — In der Zusammensetzung des Vorstandes und Kuratoriums sind einige Veränderungen eingetreten. Durch Tod verlor der Vorstand seinen langjährigen, für das Gedeihen der Anstalt unermüdlich tätigen Schriftführer,. Herrn Rabbiner Dr. Biram aus Hirschberg. Einen zweiten schweren Verlust erlitt das Hospital durch den am 11. Februar 1917 erfolgten Heldentod des Kuratoriumsmitgliedes Herrn Rechtsanwalt Mendelsohn (Hirsckberg). Es wurden neugewählt in den Vorstand Herr Rabbiner Dr. Klein (Hirschberg), in das Kuratorium die Herren Stadtrat Paul C assel und Sanitätsrat Dr. Salomo n, beide in Hirschberg wohnhaft. Herr Fabrikbesitzer Walisisch aus Herischdorf hat der Anstalt den Betrag von 2000 Mark zur Stiftung eines Kurbettes zur Verfügung gestellt sowie die vollständige Einrichtung, eines Hospitalzimmers übernommen. m. Hamburg, 18. Mai. Die Aerzte des Allgenteinen Krankenbauses St. Georg versammelten sich am,11. d. M., um den aus ihrer Mitte scheidenden- Professor D>r. Felix Lew a ndow'sky — dem Sohn des unvergeßlichen Gemeindevorstehers. Abraham Lewandmvfky der einem Ruf als Professor der Hautkrankheiten an die Universität Bafel folgt, Lebewohlzu sagen. Der ärztliche Direktor, Professor Dr. D enek e, würdigte die Verdienste des Ausscheidenden, der nach vierjähriger Assistentenzeit an der Hautklinik in Bern und dann folgender zweijähriger Studienreise acht Jahre lang am Allgemeinen Krankenhaus St. Georg gewirkt bat. Er hat sich hier in Hamburg durch zahlreiche bedeutende wistenschaftliche Arbeiten, die besonders die Bakteriologie der Hautleiden und die Tuberkulose der Haut betreffen, große Verdienste nur die Erforschung der Hautkrankheiten erworben. Durch Errichtung und Führung eines Laboratoriums fü-r die Untersuchung der Hautkrankheiten und durch die im Kriege begonnene poliklinische Behandlung unbemittelter Hautlerdender hat L. sich umdie Anstalt noch besonders verdient gemacht. Allgemein wurde die höhe Ehre nlitemp'fun'den. daß ein jüngerer Hamburgs scher Forschet, ohne k an einer Universität gelehrt zu haben, uumiktelbar als Hochischullehrer und Leiter eirrer Universitätsklinik berufen würde. In .tiefempfundenen Worten sprach Herr Professor Lewandowsky seinen Dank für die Hin gewordene Ehrungaus. Lübbecke, 18. Mai. Zu einer erhebenden Kundgebung für den Lehrer Herrn Max Lazarus gestaltete sich die Feier seiner fünfundzwanziaiährigen Tätigkeit als Beamter der Svnagogengemeinde Lübbecke. Am Sabbat, 5. Mai, holte der Vorstand der Gemeinde den Jubilar zum Gottesdienste ab. In der blurnengeschmückten Svnagoae empfing ihn die vollzählig versammelte Gemeinde. Ein Kinderchor begrüßte den verebrten Lehrer mit einem stimmungsvollen Gesänge. Vor der Thoravorlesung hielt der Jubilar eine packende, zu Herzen gehende Ansvrache. Nach dem Einbeben der Thora würdigte Herr Lehrer Rhein aus Rahden die Verdienste des Gefeierten in einer Festpredigt. Nach Beendigung des Gottesdienstes überreichte Herr Löwe n st e i n (Lübbecke) im Namen des Vorstandes eine Adresse. Eine Schülerin svrach einen Prolog. Herr Rektor Schlomann von der evangelischen Schule übermittelte die Glückwünsche der Ortslehrer. Der Lehrerverein Bezirk Nordwestfaleu ließ durch Herrn Rhein (Rhaden) gratulieren. Nachdem der Jubilar nock)mals seinen Dank für die Aufmerksamkeiten ausgesprochen, schloß der feierliche Gottesdienst. Im Hause übermittelte der Vorstand ein Geldgeschenkt von 1000 Mark; außerdem teilte er den Beschluß der Gemeinde mit, daß. das Lehrergehalt stufenmäßig erhöht würde. Herr Meyer (Levern) überreichte namens befreundeter Amts-

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