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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-05-11 · Heft 19 (11.5.1917) · p. Seite 221

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 19 (11.5.1917)
Date
1917-05-11
Page
Seite 221 (sequence 5)
Language
German
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im tun »teste gcnc über m htete rgcv Wil zung ikra rchi mem. e i r oh' I ädeen! ilifdiij Richlnödiöl ie die! nigenl tteilt.I z diel hicii'iil r, m\ Reinüch und seine Freunde kein Recht haben, sich äuf die russische Denwkratie zu berufen und sich als deren französische Vertreter hinzustellen, nachdem sie früher Nikolaus II., dessen Hände mit jüdischem Blute bedeckt waren, als ihren Freund rühmten und ihn unterstützten. Das gläubige Judentum müsse sich ohne Zaudern von solchen Apostaten trennen. Diese gläubigen Juden schreiben Reinach und seinen Freunden folgende Worte ins Stammbuch: Sie und Ihre Freunde, ihr seid alle dürre Blätter, die der erste Wind vom kräftigen Baume des Judentums davongetragen hat. Die nationalistische Ehre der Juden ist in eurem Herzen längst erloschen. Ihr seid aber immer noch Juden genug, so wenig Judentum auch in euch übrig geblieben ist, um zu wollen, daß die anderen es nicht mehr sein dürfen. Wir nehmen von diesen Dingen bloß deswegen Notiz, weil die Gegensätze zwischen orthodoxem und liberalem Judentum in verschiedenen Ländern mit wachsender Schärfe hervortreten. Es besteht offenbar eine g^oße Gärung, an welcher die Oeffentlichkeit nicht ochtlos vorübergehen darf. Wir unserseits nehmen Akt von der Absage an den Zionismus; Herrn Reinachs utopistische Pläne über die Rolle Oes Judentums lassen uns ziemlich kühl. * Während Frankreich durch einen seiner Wortführer erklärt, vom Zionismus nichts wissen zu wollen, gedenkt England ihn zu benutzen. Das kann man entnehmen aus nachstehendem Artikel des „Berliner Börsen-Couriers". Englische Eroberungspläne. Berlin, 3. Mai. (T. d. A.) Tie englische Zeitung „New Europe" schreibt: „Stets hat Englands auswärtige Politik darauf hingearbeitet, 31t verhüten, daß Aegypten und Palästina, die beiden Länder, die dem Landwege nach Indien vorgelagert sind, in die Hände einer großen europäischen '.Nacht fielen. Wir haben uns Aegypten gesichert, und dieser Krieg muß uns Palästina bringen. Die Türkei darf Palästina nicht behalten. Können wir es aber zugeben, daß es in die Hände einer europäischen Großmacht fällt? Man hat uns vorgeschlagen, Palästina an Frankreich zu geben. Frankreich hat weder politische noch militärische Interessen in Palästina, und seine syrischen Interessen können nicht besser geschützt sein als durch ein zionistisches Palästina unter britischer Flagge. Palästina ist ein Pfeiler für Englands imperialistische Politik. Das haben wir erkannt und deshalb erobern wir es und werden es behalten. Wir werden vorwärtsgetrieben von der unwiderruflichen Logik der Politik, mit der wir die Aktien des Sueztanals aufkanften und Aegypten besetzten." Im Gegensatz dazu suchen christliche, freilich antisemitische Schriftsteller »ein jüdisches Reich in Palästina unter türkischer Oberhoheit zu befürworten. Eine solche Idee wird von Gustav v. Dobbeter im „Reichsboten" ausgeführt. Er icheibt: Eine starke Türkei ist der weisen Voraussicht unseres Kaisers 'eit Jahren Gegenstand vieler mühevoller politischer Arbeit gewesen. Wie werden im kommenden Frieden mehr denn je ilnserem türkischen Bundesgenossen zur Seite stehen müssen, um ihm zur inneren Erstarkung zu verhelfen. Ein gewiß nicht zu verachtendes Mittel würde hierzu die Schaffung eines in strengster Abhängigleit von der türkischen Oberhoheit befindlichen jüdischen Staatswesens 'ein, dem dennoch Gelegenheit gegeben sein muß, sich in seiner Aolkseigentümlichkeit zu entwickeln. Der Jude ist ein geborener Kolonist. Wie kein anderer Mensch auf Erden versteht er es, alle gebotenen Vorteile ausnutzen. Sein betrieblicher Sinn wird die Bodenschätze Palästinas erschließen, wird Wälder anlegen, Brunnen linden, wird dem Ackerland die schönsten Früchte entlocken wenn er auch nicht selber Landwirt ist; Arbeitskräfte findet er unter den Tellahs dort genug. — Der Handelsverkehr der ganzen Türkei wird mit dem geschlossenen jüdischen Element in seinem Reichskörper erstarken und es wird eines Tages dann so weit sein, daß die Türkei ihren Reichtum erkennt und ersaßt und daß sie in der Lage 'ein wird, sich gegen äußere Feinde zu wappnen, wie die Bundesgenossen in Mitteleuropa. Wie ein Präriebrand durch Gegenfeuer gelöscht wird, so können wir Englands neuestem imperialistischen Vorhaben begegnen, indem wir ihm vorwegnehmen, was es 31t!mi beabsichtigt. Die Gründung eines jüdischen Staatswesens -unter türkischer Oberhoheit würde für uns Notwehr fein, wie der U-Boot-Krieg die einzige mögliche Antwort auf die englische Blockade ist. Feuer gegen Feuer. Die Wiederherstellung des jüdischen Staates dürfte aber noch in weiterer Hinsicht als wünschenswert erscheinen. Bei aller Anerkennung der jüdischen Tüchtigkeit und nie zu verwischenden Charaktereigentümlichkeit müssen wir bekennen, daß wir darunter leiden. Der Jude hört nie auf, Jude zu sein — selbst wenn er Christ wird. Das Völkische in ihm ist nie zu ersticken. Ist er ein Deutscher, kämpft er für das deutsche Vaterland nicht selten mit anerkennenswerter Tapferkeit und Hingabe, — trotz alledem wird der Jude nie leugnen können, daß er über allem Deutschpatriotismus . ein jüdischer Patriot ist, daß sein jüdisches Gemeinschaftsempsinden alle anderen Regungen unbedingt in zweite Linie stellt. Darum steht der Jude, wenn er sich auch aufs regsamste im deutschen Geistesleben betätigt, immer wie ein Fremder ilnserem tiefsten Denken und Fühlen gegenüber. Er mischt sich in unsere Politik mit fanatischem Eifer. Uns ist es lästig; denn der Jude kann wohl Urteilslose fortreißen, fern steht er in Wirklichkeit der deutschen Volksseele. Der jüdische Geist zerlegt alles, ordnet es restlos unter Gesetze der Nützlichkeit und Vernunftsmäßigkeit und kann die phantasievollen schöpferischen Eingebungen des deutschen Geistes nicht miterleben. Der Jude ist Gesetz. Wir sind Glaube! Eine jüdische Abwanderung würde uns von einem Druck, unter dem unsere Politik, unsere Kunst, unser Zeitungswesen, Handel und Wandel stehen, befreien! Wir könnten uns deutsch-völkischer entwickeln und brauchten uns den überlegen sich gebärenden Spott des Juden nicht mehr bieten zu lassen, wie er uns täglich aus den Spalten gewisser Tageszeitungen entgegengrinst! Die Gründung eines jüdischen Staatswesens würde aber dem unruhevollen Volke der Juden neue Geschlossenheit und eine positive — nicht mehr zersetzende — Kraft verleihen. Als betriebsamer Handelsstaat würde es die Türangel zwischen den Weltteilen Europa, Asien, Afrika werden, als Kolonistenvolk eine bedeutsame Blutaufsrischung für die einer solchen bedürfende Türkei. Da die Juden politisch meist zur republikanischen Seite hinneigen, so soll man ihnen eine Republik auf dem Urvüterboden schenken. Die jüdische Republik aber hat für alle Zeit ein Bestandteil des Osmanischen Reiches zu bilden! (vstwand der Synagoge. Zu dem Artikel in der vorigen Nummer: ,;Cine Pessachfeier an der Westfront". »‘ -H 9m

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