Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 81 (1917)
- Issue
- Heft 19 (11.5.1917)
- Date
- 1917-05-11
- Page
- Seite 220 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 1× ep/1000834
- Riga 1× ep/1000826
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Eine Gruppe nach Tisch. Zu'dem Artikel in der vorigen »lummer: „Eine Pesfachfeier a» der Westfront'. PW- "imM sich eine Pogromagitation bemerkbar. Sogar in Petersburg, in der Nähe der Reichsduma, wurde eine Proklamation angeschlagen, in der die Juden als die einzigen Schuldigen cm den Mißerfolgen der Armee und am Ausbruch der Revolution bezeichnet wurden. Die provisorische Regierung und der „Rat der Soldaten und .Arbeiterdeputierten"- erblickten in dieser antisemitischen Agitation einer: gefährlichen Versuch, die Instinkte des Volkes ans eine falsche Bahr: zu lenken, und beschlossen, diese drohende Agitation um jeden Preis int Ke iure zu ersticken. Als in Odessa sich eine Pogromagitation bemerkbar inachte, verordnete die Regierung die Entlassung sämtlicher Polizisten der Stadt, die Verschickung der Schutzleute an die Front rmd die Uebertragung der Leitung der Stadt an die Stadtverwaltung. Alls Olwiopot, Bezirk Cherson, kam die Nachricht, daß die Stadtpolizei, die sich der neuen Negierung angeschlossen hatte, wegen einer antijüdischen Agitation besorgt ist, zu deren Unterdrückung sie sich nicht stark gellug fühlt. Der „Rat der Soldaten- und Arbeiterdeputiecten' in. Petersburg sandte daraufhin einige seiner Mitglieder nach Olwiopol an der Spitze einer Strafexpedition,'die diese gefährliche Agitation ersticken sollte. Der Ministerpräsident Lwow äußerte sich irr einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Pressebureaus bei der provisorischen Regierung über die Frage der jüdischen Emanzipation wie folgt: „Noch vor der Einberufung der Konstituante muß die neue Regierung viele Refo.rmen durchführen; unter anderem muß die Annullierung sämtlicher nationalen und religiösen Beschränkungen durchgeführt werden. Wir stehen jetzt kurz vor der Verwirklichung. Dieses Projekt ist im Justizministerium schon ausgearbeitet worden und die Veröffentlichung wird in den nächsten Tagen erfolgen." Das Regierungsorgan „Rjetsch" schrieb dazu: Es wurde beschlossen, in dem Erlaß über die Beschränkungen religiöser und nationaler Natur alle Kategorien der Beschränkunger: namentlich anzuführen, und zwar: Beschränkungen des Wohnrechts, Beschränkungen des Landkauses, Beschränkungen bei der Besetzung gesellschaftlicher und staatlicher Aemter, Beschränkungen der Ausbildung, Beschränkungen in Handel und Industrie (auch bezüglich Aktiengesellschaften) usw. Ein Auszug sämtlicher Paragraphen, die dadurch annulliert werden, wird nach einiger Zeit publiziert werden. Es scheint, daß die Abreise des größten Teiles der provisorischen Regierung ins Hauptquartier die Aktion verzögern wird . . . Aber nach dem Jnterwiev mit dem Premierminister wird dieser Erlaß in allernächster Zeit schon ein Gesetz werden. * Der „Frankfurter Zeitung" entnehmen wir den nachstehenden Bericht: Kopenhag e n, 24.April.(W.B.j Hier eingetrosfene russische Zeitun gen enthalten entrüstete Proteste gegen die reaktionäre und verlogene Berichterstattung der „Times" über die Revolutionsereignisse in Ruß laud. Durch vollständig erdichtete Tatsachen suchte der Petersburger „Times"-Korrespondent, Herr Wil ton, die russische Freiheitsbewegung zu diskreditieren und die demokratischen Organisationen als anarchi sches und landesschädliches Element hinzustellen. Die „Times" übernehmen dieRolle der in Rußland bereits überwunde neu Schwarze-Hundert-Presse. Wie diese nach der Revolution 1905 die Juden als Anstifter der Revoln tion bezeichnete und durch Pogrom hetzen dazu verhelf, daß die russische Frei hei tsbew eg u ng in j üdi s chenlB htt erstickt wurde, ebenso suchen jetzt die „Times" die Revolution als „jüdi scheu Aufruhr" hinznstellen. So habe das Blatt gemeldet, daß die Dor pater jüdischen Studenten eine eigene Miliz bildeten, daß es zwischen dieser und den Organen der provisorischen Regierung zu blutigen Zusammen stößen gekommen sei und daß.auch in anderen Orten infolge der jüdi schen Umtriebe Ausruhr und Anarchie herrschten. Die „Times" de zeichneten mehrere Revolutionsführer als Juden und sprach ihnen da? Recht ab, im Namen des russischen Volkes zu handeln. Sie erteilten den russischen Inden den Rat, keine Staatsstellungen anzunehmen und sich in Zukunft jeder provozierenden Handlungen zu enthalten. Tie russischen Zeitungen sprechen den schärfsten Tadel gegen diese z lügenhafte und unverantwortliche Art der Berichterstattung aus. Tie j Blätter weigern sich, ein Berichtigungsschreiben Wiltons abzudrucken,! weil diese Zuschrift wieder grobe Tatsachensälschungen enthalte. So! behauptete Herr Wilton, daß er seine Meldungen über die Torpater! Ereignisse auf Grund von Mitteilungen der Rigaer Behörden abgefaßt! habe. Die „Börsenzeitung" wandte sich daraufhin an den Gouverneur i von Riga um Auskunft und erhielt den Bescheid, daß keine Behörde in Riga dem Korrespondenten der „Times" irgendwelche Auskunft erteilt habe unb daß alle Mitteilungen der „Times" über jüdische Stn dentenmiliz, Anarchie und Blutvergießen in Dorpat vollständig erfunden seien. * Im französischen Judentum ist eine Gärung ausgebrochen. Die „Kölnische Volkszeitung" schreibt darüber: Joseph Reinach, der bekannte Vorkämpfer für den Unglauben, der während des Krieges unter dem Decknamen Polype int „Figaro" zalg reiche kriegerische Hetzartikel geschrieben hat, wollte ein neues Losungswort für das moderne Judentum ausgeben. Er erklärte, daß der Zionismus erledigt sei und als Mumie betrachtet werden müsse. Das Judentum hat in der modernen Welt eine ganz andere Aufgabe nl* die Wiederherstellung der alten israelitischen Traditionen oder die Judenansiedelung in Palästina. Es habe keinen Zweck, solche Ideen weiter zu verfolgen. Die Juden müßten vielmehr „die moralische j Leitung der christlichen Gesellschaften übernehmen, die jetzt ohne Riclni linien seien und dem Untergange zustreben", j Die gläubigen Juden wurden durch derartige Erklärungen Reinach- und seiner Anhänger in nicht geringe Erbitterung versetzt. Wie die „Libre Parole" (21. April 1917) in einem Artikel mit der launigen Überschrift: „Joseph wird von seinen Brüdern verleugnet" mitteilt. hat sich gegen Joseph Reinach ein mächtiger Protest erhoben. M der Zeitschrift „Renaissance juive" erklärt Braunstein, daß die j gläubigen Juden schon lange nichts mehr von Joseph Reinach, Lucie» Wolfs und ähnlichen Israeliten wissen wollen. Er erinnert daran, twü Rem Dem zuste Blut Das trem folge C Win! natü Ihr euch sein weil verst offen achtb 3 Zior des: 3 vom ihn l Artil E Tie Migl> daß $ nach .'Nach muß halte) pnisch an F tiirifd nicht doitisl l'stisä es un unwii tonal- I Tchri türkij von 'cheib Ei 'eit wesen, türkis, innerc -Wittel leit vc 'ein, 1 Volks, golon geböte Boden nnder er auc Fellah mit d erstarl Türke 'ein v genoss, Wi wir E wir il