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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-05-04 · Heft 18 (4.5.1917) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 18 (4.5.1917)
Date
1917-05-04
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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81. Jahrgang Nr. 18 Der Grmeindrvott. ... . Drilsge zur „Allgemeine» Leitung deK IudentumK". Lorrrlpoildrn?kn und Aachrichrrn. Zkutschlsnd. O fr Berlin. I.Ntai. Tie E-röffnung des Sommersenwsters der Lehranstalt für die Wissenschaften 'des Judentums fand -am Dienstag, den 24. April, mittags 12 Uhr, in Anwesenheit der Dozenten und- Hörer in der Aula der Anstalt in üblicher Wei.se statt. Dozent Tr. Engen Täuble r hielt als Vorsitzender des Lehrerkollegi-unrs die Eröffnungsansprache, in der er dankbar betonte, daß das abgelausene Kriegsjahr keine Opfer unter den Hörern, und Dozenten der Lehranstalt .gefordert habe. Durch das Ableben ihres früheren Sekretärs Tr. Moses Fri e dla ender, der aus dein Felde der Ehre gefallen ist, wurde die Anstalt schmerzlich betroffen. Dr. Friedlaender gehörte in den Jahren 1909 und 1910 der Lehranstalt als Sekretär, Bibliothekar und Präparandielehrer an. Bon den Dozenten steht Tr. Ba e cf noch in; nie r als. Feld-Prediger im Heeresdienst; neuerdings ist and) Tr. Jsmar Elbo g e n zur rn-il-itärischen Dienstleistung einberufen. Zur Verlause seiner Ansprache betonte Dr. Täubler, daß das rabbi irische Strldiurn einer eingehenden Reform bedürfe, die nach dein Kriege Schüler und Dozenten zwingen werde, vollkommen umzulernen. Nach dieser Ansprache wurden die Stunden der Borlesungen festgesetzt imb rnitge teilt, daß außer den ar; gekündigten Borträgen auch die Lehrer der Präparandenanstalt im Sonrinerseniester Vorlesungen halten werden-. Das Lehrerkollegium besteht gegenwärtig ans Tr. Engen Täubler, Inhaber des Ludwig-Philippson-Lehrstnhls und Vorsitzender für das Studienjahr 1917/18, Tr. Jsmar El bogen, Inhaber des Louis-Simon-Lehrstuhls, Dr. Eduard Ba neth, Rabbiner Pros. Tr. Siegmund M ay bä um, Rabbiner Dr. Leo Baeck und den Dozenten Tr. Jsmar Freund, Beirat der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, und Rabbiner Dr. Samson Hochseld. $ Berlin, 1. Mai. Zum Ortsrabbiner für Charlottenburg ist von der Gen;eir;deverwaltur;g der neue Gemeinderabbiner Tr. I u l i u s G a l l i n e r, bisher Rabbiner an der Synagoge der Charlottenburger Religionsgemeinde in der Schulstraße und Leiter der Charlottenburger Geineindereligionsschule, bestimmt worden. Gemäß $ 44 des preußischen PMsschutrnsterhaltnngsgesetzes vorn 28. Juli 19-06 hat in jeder Schuldeputation neben den Geistlichen der beiden christlicher; Bekenntnisse auch ein Vertreter der jüdischen Kuttusgerneinde, der Rabbiner, Sitz und Stimme. Durch dieses vor elf Jahren erlassene Gesetz ist zum erstenmal in Preußen das Judentum den anderen Konfessionen gleichgestellt und der Rabbiner als berufener Vertreter der jüdischen Gerneinde anerkannt und den christlichen Geistlichen gleichgestellt worden. Bisher wurden die Funktionen des Ortsrabbmers für Charlottenburg vor; Rabbiner Tr. Hochfeld mitversehen, der ebenso wie jetzt Dr. Galliner an der Synagoge Fasan erst ratze wirkt und außerdem das Amt des Ortsrabbine-rs für Wilmersdorf bekleidet. Die Teilung der Bezirke dürfte erfolgt sein, um beiden Rabbinern die Möglichkeit einer intensiven Betätigung in denverkleinerten. Amtsbezirken zu gebe;;. Berlin, 1. Mai. Das Kuratorium des Vereins „Lehrl in geheim Pankow" veranstaltete am vergangenen Sonntag in der Aula seiner Anstalt für feine im abgelaufeneir Jahr verstorbenen Ehrenmitglieder Moritz Man hei me r und Michael David Feilchenfeld eine Gedächtnisfeier, zu der die Familienangehörigen der Verstorbenen. Kuratoren des Vereins, diessen Freunde und Gönner sich eingesuuden hatten. Chorgesang der Zöglinge leitete die Feier ein. Dann wurden die üblichen Gebete für die Verstorbenen gesprochen und von zwei Zöglingen das Kaddischgebet verrichtet. Die Gedenkrede hielt der Anstaltsdirektor Jstael. Der Dank der Zöglinge wurde in einem (öcdichte ausgedrückt, das ein Zögling vortrug. Das Lied „Es ist bestimmt in Gottes Rat" beschloß die schlichte, erhebende Feier. # Berlin, 1. Mai. Am Mittwoch, den 25. April, verstarb der langjährige Vorsitzende des Vorstandes der Israelitischen Synagogengemeinde „A das; I i s r o e V Isidor R osenbl ü th im 64. Lebensjahre. Rostnblnth, der einer alten ungarischen jüdischen Familie ontstannnt, in der jüdisches Wissen als vornehmste Tradition gepflegt wurde, war seit mehr als einen; Menschenalter in Berlin ansässig, wo er die bekannten Messingwerke Aron Hirsch n. Sohn vertrat. Seine offene Hand für alle Wohltätigkeitsbestrebungen und seine stete Hilfsbereitschaft wurden viel gerühmt. Die Adaß-Jisroel-Gemeinde verdankt seinen; rastlosen Eifer ihre schöne Synagoge in der Artilleriestraße und andere Gemeindeinstitute. Er gehörte seit 20 Jahren den; Vorstande dieser Gerneinde an, in deren verschiedenen Ausschüssen er sich schon vorher eifrig betätigt hatte. Sein Hinscheiden hat über die Kreise der Adaß-Jisroel-Gerneinde hinaus lebhaftes Bedauern erregt. Am Abend des 26. April wurde die Leiche Rosenblü-chs von dem Sterbehaufe nach denk Friedliche der Adaß-Iisroek-Gememde übevgeführt. Bei diesem Anlaß gedachte Rabbiner Tr. Meier Hildesheimer der Verdienste des Verstorbenen um seine Genrein de: er feierte ihn als einen Mann des Friedens, der es verstand, auch bei schwierigen Angelegenheiten Ruhe und Frieden zu wahren. Auch der Bruder des Verstorbenen 'prach einige Worte. Als der Leichenzug an der Synagoge der Adaß- Jisroel-Genreinde in der Artilleriestraße vorbeikärn, hielt -er kurze Zeit vor dem Werke des Verstorbenen an. Die Beerdigung fand am 2 7. April statt. Auf den; Friedhofe würdigte Rabbiner Dr. M u n k die Eigenschaften und Verdienste des Entschlasenen in längerer Rede. Als zweiter Redner sprach Dr. Eduard Biberfeld für den Beth- Hamjidrasch-Verein; die letzte Ansprache hielt Herr Moses Kn oller für die Chewra Kaddischa der Genwinde Adaß Jisroel und das Kranken Hein; der Chelvra, für deren Gedeihen Rosenblüth noch auf seinem Krankenbette wirkte. Ianuach beschalom. &&& Berlin, 1. Mai. An; vergangenen Sonntag fa;;d auf dein Friedhof in Weißensee die Beerdigung von Oscar B l u m e n t h ci t statt. Hunderte waren dähingeeilt, un; ihm das letzte Geleit zu geben. So war die alte Halle, in der sich die Trauerversammlung zusanunensand, zu klein, um alle aufzunehmen. Die Bühner;- und Schriftstellerwelt war außerordentlich stark vertreten. Chorgesang leitete die Trauerfeier ein. Als erster sprach Gustav K a d e I b u r g. Ter Redner sagte, daß er anfangs in seiner Erschütterung nicht habe sprechen wollen, bis er erkannt habe, es sei seine Pflicht, dem Mitarbeiter, den; Freunde und dem Menschei; den letzten Grus; zu bieten. Er schilderte den Menschen Blumenthal, seine tiefe Liebe zu seiner Frau, seine Opferfreudigkeit für seine Freunde, seine Hilfsbereitschaft für jeden, der ihrer bedurfte. Er habe das Herz eines Kindes gehabt, angefüllt bis zum Rande voll Liebe. Ein Trost sei nur das Bewußtsein, daß ein reiches Leben sich voll erfüllt habe. Dan;; gedachte Ludwig Fulda des Heinroevangenen: feine Worte galten den;- Vorstandsmitglied des Verbandes Deutscher Bühnenschriftsteller, den; Freund und Berater. Fulda zeichnete mit scharfen Strichen die Wesensart Blumenthals, den er einer; Mann der ernsthaftesten Arbeit nannte. Wenn die Menge unterschätzend sagte, er habe die Menschen ja nur lachen machen, so war das für Blumenthal ein heiliger Ernst, seine erste Aufgabe. Seir; Witz kan; aus seinein geistigen Besitz und war durch ein reiches Wissen immer auss neue genährt. Nur so habe Oscar Vlumenthal jung bleiben können. Obwohl er die Ernte seines Wirkens noch habe hereinbringen können, sei ihm die Jugend treu geblieber; . . . Nachdem Direktor B a r r; o w s k y dern Schöpfer des Lessing-Theaters und besser; ersten; Leiter dankbare Worte des Gedenkens nachgerusen ur;d der Gemeindest turg das übliche Hazur-toimim- Gebet gesprochen, rvurde der Llnmenbedeckte Sarg r;ach der Gruft getragen. Neben seiner ihm im Tode voraufgegangenen, heiß geliebter;. Gattin fand hier der Dichter seir;e letzte Ruhestätte. E. M. Berlin, 1. Mai. Die Gesellschaft zur Berb r o i t r; n g des H a n d rv e r k s u r; d des Acker b a u e s unter der; Inder; im preußischen Staat hielt an; 26. v. M. ihre diesjährige Mitgliederversammlung ab. Zum Geschäftsbericht führte der Vorsitzende aus, daß der Krieg aus die Tätigkeit der Gesellschaft sehr lähmend einwirkt und der Frieden sie vor neue, umfassende Aufgaben stellen wird, da Ackerbau und Gemüsezucht nach dem Kriege vielen eine gesicherte Existenz bieten können und daß sich hoffentlich viele jüdische Jünglinge diesem Beruf zuwenden werden. Der Verein, dem in den letzter; beiden Jahren 60 Lehrlinge unterstanden, zählt jetzt 77 Schützlinge. Schor; jetzt muß der Verein mit den Vorbereitungen beginnen, um bereit zrr seir;, wenn die Massen der in den

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